OCBoddity 202 (31.10.2011)

Beinahe 600 Jahre alt sind die Protagonisten der 202. Ausgabe von OCBoddity miteinander! Keiner jedoch scheint zu alt zu sein, um weiter zu rocken. Der eine wie nach einer Frischzellenkur (Mick Jagger, 68 J.), ein anderer polternd und unstet wie immer (Tom Waits, 61J.), ein nächster betulich und wohl etwas zu verhalten (Peter Gabriel, 61 J.), wieder ein anderer mit Würde und ungebremsten Drang zur Bühne (Paul Simon, 70 J.(!)). „Ich stehe so lange auf der Bühne, bis ich tot runterkippe“ meint Sting (am 2. Oktober 60 geworden), wofür Lou Reed (wird im März 2012 70 Jahre alt) – der Legende nach – durch die stete Anwesenheit eines Priesters hinter der Bühne schon gerüstet zu sein scheint. Dazu begibt sich Captain Kirk (William Shatner, 80 J. (!)) noch einmal auf – zumindest musikalische – Weltraumreise, wohingegen sich R.E.M. (Michael Stipe, 51 J.) offenbar rechtzeitig aus dem Rockgeschäft zurückziehen, bevor das Alter sie einholt. Eine zweifellos imposante Mischung, wie sie nur OCBoddity zusammen zu rühren vermag: Oldies-Night mit OCB!

PLAYLIST
III from I” Tom Waits: Chicago, Kiss Me, Hell Broke Luce
SuperHeavy, Energy
William Shatner, Major Tom
Lou Reed & Metallica, Brandenburg Gate
Paul Simon, Rewrite
Pink Floyd, Another Brick In The Wall Pt. One (Demo)
Sting, Bring On The Night / When The World Is Running Down … (live 1985)
Peter Gabriel, Digging In The Dirt (New Blood–Version)
R.E.M., We All Go Back To Where We Belong

Und wer’s nachhören will … klickt hier

Willkommen in Salzburg span./dt.: Der Tag der Toten/Dia de muertos

Wir werden uns über das Thema „Der Tag der Toten“ unterhalten: Tequila und Zuckerguß-Totenschädel statt Nelken und Kerzen: In Mexiko wird den Toten zu Allerheiligen und Allerseelen anders gedacht als wie bei uns.
„Der Tot für die Mexikaner ist eines seiner liebsten Spielzeuge und seine am längsten währende Liebe“ schreibt der mexikanische Schrifteller Octavio Paz.
Con esta frase del premio Novel de Literatura, Ocatvio Paz introducimos el tema de hoy que es la celebración del dia de muertos en México.

Dienstag, 1.November 2011, ab 19.06 Uhr. Mit Angelica und Diana.

OCBoddity 201 (24.10.2011)

Nach einem sehr persönlichen 200er sieht sich OCB einer Flut von beachtenswerten Neuerscheinungen ausgeliefert. Da kommt es gelegen, dass OCBoddity an zwei Montagen hintereinander on Air ist (24. und 31. Oktober). So treten in der 201. Ausgabe die (eher) jüngeren Semester mit ihren neuen Silberlingen an. Vom Britpop-Urgesteinen (Brett Anderson, Noel Gallagher) über unbeschwert schrammelnde Indie-Rocker (Jens Lekman, The Leisure Society, The Features, SSLYBJ), Stilikonen (Coldplay, Ryan Adams) hin zu unberechenbar in die Seele eintauchenden Ladies (Feist, Björk, Tori Amos) versammelt OCB wieder einmal die Créme de la Créme der Rockmusik. OCBoddity – What else?!

PLAYLIST
Coldplay, Charlie Brown
Brett Anderson, Brittle Heart
Noel Gallagher’s High Flying Birds, Everybody’s On The Run
Jens Lekman, An Argument With Myself
The Leisure Society, You Keep Me Talking
Ryan Adams, Chains Of Love
The Features, Another One
Someone Still Loves You Boris Jeltsin, Let’s Get Tired
Gomez, The Place & The People
Feist, How Come You Never Go There
Björk, Crystaline
Tori Amos, Carry

Wer’s nachhören will … klickt hier

Und nächste Woche (31.10.) widmet sich OCBoddity 202 den älteren Semestern: Lou Reed & Metallica, Tom Waits u.v.m.

Evangelische Deformation

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 30. Oktober – Sind wir von Anfang an schuldig? Zwischen Weltspartag und Reformationsfest wütet heftiger Zweifel an den Konzeptionen von Schuld und Unterwerfung, Macht und Obrigkeit, Hierarchie und – Gott. Michael Hanekes Jahrhundertfilm „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ stellt nicht zufällig eine preußisch-protestantische Pfarrerfamilie in den Mittelpunkt seiner Geschichte über die Entstehung und Weitergabe von Gewalt in gesellschaftlicher Gewohnheit. Ausgehend von diesem Meisterwerk des Alltagsgrauens (das heute noch genauso stattfindet) untersuchen wir die Ursachen verinnerlichter Unterdrückung.

Martin Luther wird ja gemeinhin als großer Reformator und die Evangelische Kirche als die demokratischere, liberalere und überhaupt menschlichere Abteilung angesehen. Dennoch ist Luther mit seinem Obrigkeitsverständnis auch ein Wegbereiter des missionarischen Imperialismus und mit seinem Motto sola scriptura ein Geburtshelfer des evangelikalen Fundamentalismus. Oder was bedeuten die mir bekannten Erniedrigungsrituale in evangelischen Pfarrhäusern und Missbrauchsfälle in diakonischen Einrichtungen anderes als ein fundamentales Scheitern der so genannten Reformation?

Die Systemfrage wurde nämlich nicht gestellt, was uns recht direkt zur heutigen Banken-, Schulden- und Weltfinanz“krise“ führt. Auch hier wird es natürlich nicht genügen, wenn Schwester Angela ihre 95 finanztheologische Prothesen an die Kirchentür des deutschen Bundestags nagelt, seien die Insider auch noch so verzückt und der Hammer – pardon, Hebel – noch so groß! Denn ob Glaube und Gehorsamkeit wie im Haneke-Film 1913 direkt in den Weltkrieg übergeht – oder in der aktuellen politischen Situation in die Vernichtung von Millionen durch Verarmung und Verschuldung, das macht für das einzelne Opfer wohl genau gar keinen Unterschied. Denn die Gewalterfahrung (das Opfersein) des Einzelnen wird nach wie vor durch neurotische Verdrängung – nämlich Abspaltung des Schmerzes, Nichtbenennung der Täter/Verursacher sowie Verwechslung von Scham mit Schuld – an die Nächsten (Schwächeren, also Opfer) weiter gegeben. (Weiterführende Informationen zu den Grundlagen dieser Feststellung in einer früheren Sendung „Wahnsinn der Normalität“ als Vortrag von Arno Gruen)

Schuld aber gelangt eben nicht durch irgendwelche „stellvertretende Opfer“ aus der Welt, sondern durch (An)Erkenntnis, (Aus)Sprache und (Auf)Arbeiten – also durch die tatsächliche Vergebung einer Entschuld(ig)ung. Insoweit muss die Gegenthese aufgestellt werden, dass „Christentum“ (und damit die uns allen innewohnenden Vorstellungen vom Ausgeliefertsein an eine „höhere Macht“) – und zwar entgegen dem erhobenen Anspruch von Beichte, Gnade und Erlösung – echte zwischenmenschliche Vergebung verhindert und verunmöglicht, somit nicht nur psychologisch krankheitswertig ist, sondern sogar sozial schädlich, weil es die Strukturen von systemischer Ungerechtigkeit in Form von faktischem individuellen Unrecht befördert, sanktioniert und einzementiert. Es wäre also endlich allerhöchste Zeit für eine umfassende Umwälzung – eine Revolution statt Reformation – der bestehenden Verhältnisse. Beginnend beim eigenen Denken und Empfinden – und eben ohne Erlöser, Führer, „Gott“, Partei und Programm.

Dann können wir uns den ganzen Jammer mit den Luftkasperln nämlich sparen! Zur Auflockerung nutzen wir ein exklusives Interview mit dem Gläubigkeitskritiker Günther Paal (Gunkl) sowie handverlesene Musiken von Chumbawamba, E Nomine, Rio Reiser, Zupfgeigenhansel und Zeitzeuge. Zum Wohl!

 

Der Klangkoffer: it’s tea time…

Herbst ist richtige Zeit für eine reise nach England, jenseits der Spice Girls spielen wir ein mix aus verschiedensten Genres. Unser Koffer ist rammelvoll und wir haben für euch mit Fingerspitzengefühl die Musikauswahl getroffen. Am besten mit einer Tasse Earl Grey zu genießen.

Freitag, 28. Oktober 2011, ab 16:00 Uhr mit Elena Lepori und Thomas Robatscher

Der Klangkoffer: Europäische Musik im Gepäck

Und hier könnt ihr die „alten“ Klangkoffer hören!

Liebe im Internet

Die Suche nach dem richtigen Partner verlagert sich mehr und mehr ins Internet. Mehr als die Hälfte der österreichischen Singles haben sich schon einmal in einer Online-Partnerbörse angemeldet. Aber auch für bestehende Beziehungen ist das Internet mehr und mehr ein Kontaktinstrument.

Das Internet vereinfacht die Kommunikation zwischen Menschen, doch eignet es sich auch dazu neue Leute kennenzulernen, oder gar den Traumpartner zu finden? Für viele Singles stellt das Internet sehr wohl eine gute Alternative dar, einen Partner zu finden. Ob über Single-Portale, bei denen sich die Mitglieder auf einer eigenen Profilseite vorstellen, oder Partnerbörsen, die potentielle Partner durch ein sogenanntes wissenschaftliches Matching selektieren.

Lust Laune Leidenschaft beschäftigt sich heute um 20 Uhr mit der „Liebe im Internet“. Zu hören wie immer auf der Frequenz der Radiofabrik 107,5, oder über Livestream auf www.radiofabrik.at

Weltfinanz – Amused to Death

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 23. Oktober – Kreatives Radio zwischen Kapitalismus und Widerstand. „Hier werden die Reflexionen von Bewohnern einer Region produziert.“ (Thomas Oberender) Im Angehör medialer Dauerbeprügelung mit Bankenkrisen, Rettungspaketen und Zukunftsängsten treffen sich aktive und potentielle Sendungsmacher zum einzig wahren Neurogipfel – dem eigenen! Wie geht es uns eigentlich mit dieser lebenspolitischen Herausforderung, die eigene Weltgeschichte selbst zu (be)schreiben – und dabei das Lachen NICHT zu verlernen?

„Massenblödien, Quasselödien, Kassenschmähdien“ bemerkte Uwe Dick  bereits Ende der 70er Jahre auf das Trefflichste. Und Pier Paolo Pasolini prophezeihte in seinen Freibeuterschriften die Machtübernahme einer globalen Diktatur namens Konsumismus. Daran hat sich bis heute nichts Grundsätzliches geändert. Ganz im Gegenteil – der staatsprivate Glaub- und Kaufdudelfunk scheißt uns auf allen verfügbaren Kanälen dermaßen das Gehirn voll, dass mentaler Brechreiz und existenzieller Schwindel noch die zartesten Nebenwirkungen darstellen. Was also tun, liebe Lebewesen, Liebestiere und Mitkinder?

Was wird denn immer und immer wieder von „oben“ nach „unten“ vorgebetet, nachgeplappert und von Bravschaf zu Bravschaf zumindest unterbewusst fortwährend wiedergekäut? Dass Weltgeschichte immerzu das von den jeweiligen Machthaber_innen Angerichtete sei, welches auszulöffeln uns kleinen und unbedeutenden Rädchen im Systemgetriebe irgend so etwas zwischen erster Bürgerpflicht und gläubiger Begeisterung sein sollte. Dass Medienkultur nach wie vor eine volksempfängernde Einbahnstraße vom Produzenten zum – bitte, danke – Konsumwichtel sei, egal ob es sich um pseudointeraktive Moraltheologie, Politpropaganda oder Verkaufsanimation handelt. Dass wir das uns gnädig dargereichte Weltgeschehen und seine inhaltliche Interpretation freudig entgegen nehmen und dankbar hinunter schlucken – egal wie schlecht uns davon jetzt schon ist. Kruzifix!

In diesem Unsinn hinab damit! Dave’s Frage nach dem Entstehen einer Radiosendung und Flo’s Interesse an gemeinsamer Selbstdarstellung treffen sich mit unserer Arbeit und führen zu einer notwendigen Umbewertung der Medienlandschaft: Die vielen eigenen Geschichten sind eigentlich das Wesentliche der Weltpolitik und nur von den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen lassen sich tragfähige Entwürfe für eine gerechtere Gesellschaft ableiten. Freie Medien wie die Radiofabrik sind noch vor den öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Sendern die relevanteren, weil wirklich individuell lebensgestaltenden und gemeinschaftsbildenden Institutionen.

Seit 17:06 Uhr wird also jetzt (in unserem Fall) zurück gesendet! Wenn jemand von euch unseren diesbezüglichen Anregungen während der Sendung folgen möchte und auch selbst eine eigene Sendung produzieren will – wie gesagt, es ist ganz einfach und die entsprechenden Workshops gibts hier. Wer mehr über den diesmal vorgestellten Weiherer (Mei CD beim Saturn) wissen will, hier noch „A neis Liad“ auf Youtube sowie seine Homepage. Außerdem die lippensynchronisierte Franz Josef Strauß Rede von Loriot zum nochmal Lachen. Und schließlich – das wunderbare Lied von Konstantin Wecker „Wenn die Bö(r)sianer tanzen“, diese probate Anregung als Antwort auf jedwede Finanzkrise, konnten wir aus Zeitmangel diesmal leider nicht mehr spielen, als Live-Video sei es euch aber auf jeden Fall nachgereicht. Und sonst? Man hört sich…

Lebendiges Lehen im Oktober 2011: Soziale Arbeit in der Schule

Soziale Arbeit in der Schule? Jetzt! Wie das genau funktioniert und was dabei passiert, gibt es in der Oktober-Sendung zu hören.

LIVE im Studio sind SchülerInnen der Neuen Mittelschule Lehen und befragen die Sozialarbeiterin Pamela Heil (Verein Spektrum).

Außerdem zu hören:

Karl Zankl berichtet rund ums Thema GESUNDHEIT und vom STADTWERK LEHEN.

http://www.radiofabrik.at/fileadmin/radiofabrik/design/images/zahnrad_mini_icon.png Noch ein Hinweis:

Im November erscheint der zweite Teil des Stadtteilbuchs vonLehen – rund um das Stadtwerk. Wir berichten!

Stadtteilradio Itzling begrüßt im Oktober-Studio: KATAPHER

Moderatorin Christina Pürgy wagt sich ins Genre der Bandvorstellungen…

Katapher, Alternativ / Postrock – Jungs aus Itzling, erzählen über Ihren Werdegang, „ihren“ Stadtteil Itzling, das Jugendzentrum Corner als Proberäumlichkeit und wie Alltagserfahrungen und Musikproduktion als gesellschaftlicher Katalysator wirken sollen/können – … ich glaub, dass nennt sich dann Katapherlysator 🙂

 

 

Stadtteilradio Itzling im September: CRAFTIVISM! Kreativität & Aktionismus für die Zukunft (Nachtrag – sorry!)

Im Stadtteil Itzling trifft sich die Aktionsgruppe CRAFTIVISM! und öffnet damit Raum für Kreativität, Kritik und Kommunikation. Die Initiatorin Haydee Jiménez (Kulturproduzentin Voixtronic, Freiträume,…) ist im Studio zu Gast und erzählt über gesellschaftspolitisches Herzblut & kreativ-aktionistisches Handwerk.

CRAFTIVISM! bedeutet selbstverwalteter und -gestalteter Raum für Menschen, die Lust am Selbermachen, Ideen umsetzen, Aktionen planen sowie gemeinsames Essen und auch Radio machen haben. Treffpunkt am 1. und 3. Donnerstag im Monat, 19 Uhr im ABZ Itzling.

Stadtteilradio Itzling im September stellt die Initiative vor und entführt zu einer akustischen Exkursion in eine Itzlinger Bäckerei zur „Langen Nacht des Genusses“.