Fvonk dich frei mit „Susi“

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Statt dem Ausblick dieses Mal eine Nachschau:

Am 7. März 2014 trafen wir „Susi“ zum Live-Gespräch im Radiofabrik-Studio. „Susi“ ist leidenschaftliche Radiomacherin und eine vielfältig engagierte, selbst-bewusste Frau. Ein Auszug aus ihren Aktivitäten:

„Susi“ interessiert sich für die Durchdringung unserer Leben durch den enormen technologischen Fortschritt, beobachtet und kritisiert – schon lange und aus vielen verschiedenen Perspektiven – die Etablierung neuer bzw. Bestärkung bestehender Machtstrukturen, unter anderem durch das Interaktive und Digitale. Daher ihr Engagement im Chaostreff Salzburg und das Pseudonym „Susi“ – unserer Gästin ist es wichtig, die Verwendung und Verbreitung ihrer persönlichen Daten selbst im Griff zu behalten.  Außerdem haben wir uns über Aktionen zum Internationalen Frauentag am 8. März, anarchistisches Leben in Salzburg uvm unterhalten – ein kurzweiliges und sehr persönliches Gespräch, online via CBA nachzuhören, leider ohne die ausgemacht großartigen Musik-Mitbringsel unserer Gästin.

DANKE „Susi“!

Ab in luftige Höhen – Klettern

Heute begeben wir uns in luftige Höhen und präsentieren euch den Klettersport, beleuchten die Kletterhalle und den Unterschied zwischen dem Sport in der Halle und im Fels. Ab 17h auf der Radiofabrik, wiederholt wird die Sendung am Dienstag um 8h.

Sonnige Grüße aus Itzling und Elisabethvorstadt,

Martha Schweissgut und Martin Gröschl

Sprache stehlen

-> Download: Artarium vom Sonntag, 30. März – Kann man das wirklich, eine Sprache stehlen? Oder eine Ausdrucksart, Sprechweise, Wörterwelt? Gibt es einen Tatbestand des Sprachdiebstahls – etwa im Urheberrechtsgesetz? Wie dachte und dichtete denn darüber Ernst Jandl, unser aller Großmeister des Nehmens und zerlegt Wiedergebens: „ich sein mein sprach, mein deutsch sprach, mein schön deutsch sprach, du wundern mein schön deutsch sprach?“ – so etwa im uns zu dieser Sendung inspiriert habenden Einakter „die humanisten“ (entstanden 1975) und dortselbst weiter: „den deutschen sprach mir heilig sein, sein mein muttersprach, sein mein und dein muttersprach, muttersprach heilig sein, mir heilig sein“ 😀 Also, da haben wirs! „Muttersprache“ eignet sich jedes Kind durch Ausprobieren an, durch Nachahmen und Herumspielen. Womit eins klargestellt wäre – wir sind alle Diebe – wir Strandpiraten der Sprache!

flammarionDaher sind die üblichen Vorwürfe, oft gegenüber sich in Sprachweisen just einübenden Menschen geäußert, man klinge wie der oder die, kupfere also ab und gehe mit deren Schmäh hausieren, ebenso sinn- wie substanzlos. Wer auch immer ein neues Ausdrucksmittel erlernt, wird dabei phasenweise um das Nachahmen seiner Lehrer und Vorbilder nicht herumkommen. Fad wirds bestenfalls, wenn jemand im lernenden Liebesrausch stecken bleibt und forthin nur mehr nach Kinski klingt. Oder nach Tolkien. Oder nach Hermann Hesse. 😛 Egal. Würde man derlei pingelige Kritik denn bei Komponisten und Musikern (natürlich immer auch _innen) anwenden, dann könnte man gleich 80% der Salzburger Bandszene wegen nachhaltigem Plagiatismus heimschicken. Bei jungen und in ihrer Entwicklung befindlichen Autor_innen und Vortragenden wird aber gleich gemeckert. Selbstredend heimlich und hintenrum, wir leben ja in einem nazikatholischen Friedhof der Phantasien. Welch ungeheuerliche Anmaßung ist das denn, wenn ein Mensch sich eine vorhandene Sprache einfach nimmt – und dann daraus etwas Eigenes macht? „Ketzerei!“ schreien sogleich die Verwalter der bisherigen Sprachmacht, und das war auch schon bei Martin Luther nicht anders! Das darf uns immerhin zu denken geben…

In dieser Sendung wollen wir alle Schreibenden und Sprechenden dazu ermutigen, ihre jeweilige Sprachwelt möglichst kreativ zu erweitern. Und sich alle dazu notwendigen „Sprachen“ (Text, Wortschatz, Vortragsstil) einfach anzueignen – ohne Rücksicht auf die allgemeinen Ehrwürdens ihrer eigenen Einteilungen. Denn Sprache lebt – in uns allen!

 

Überflüssig

-> Download: Artarium vom Sonntag, 23. März – Wir stellen diesmal ein Projekt rund um Ilija Trojanows aktuelle Streitschrift „Der überflüssige Mensch“ vor und begrüßen dazu im Studio die Gestalter dieses soeben entstehenden Work in Progress, unter ihnen Wolfgang Posch und Thomas Mulitzer vom Akustik-Punk-Duo TWO ON GLUE. Wir halten das für eine vortreffliche Idee, gerade den aktuellen Literaturbetrieb systemkritisch gegen den Strich zu bürsten und auch die Aussagen seiner Lieblinge auf persönliche Anwendbarkeit hin abzuklopfen. Diesem Ansinnen wollen wir uns gern anschließen und gegebenenfalls die gemeinsame Gestaltung eines Radiofeatures zum Thema „Überflüssigkeit“ oder „Entbehrlichkeit“ in Angriff nehmen. Zu unserem heurigen Themenschwerpunkt „100 Jahre Erster Weltkrieg“ passt derlei ohnehin wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Siehe (oder höre) dazu die Sendungen „Krieg und Frieden – Eine Andeutung“ (Artarium) und/oder „Krieg und Frieden“ (Nachtfahrt) 😉

Individuelle TextanfertigungInteressanterweise ist der „überflüssige Mensch“ ein verbreiteter Archetyp in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts, und zwar meist ein gebildeter Nutznießer herrschender Verhältnisse, der die ihn umgebende Dummheit und Ungerechtigkeit erkennt, ihr aber handlungslos als gelangweilter Zuschauer begegnet. Kommt uns da nicht einiges erschreckend bekannt vor, wenn wir uns selbst inmitten des gegenwärtig konsumoptimierten Wirtschaftszaubers wahrnehmen? Das ist sicher eines der Motive, denen Trojanow folgt, wenn er die Frage aufwirft, wieso wohl jenseits von flüchtigen Empörungen keinerlei wesentliche Veränderung der Verhältnisse abzusehen ist. Noch interessanter fand ich allerdings den Umstand, dass der Archetyp des „überflüssigen Menschen“ in der Literatur auf den „Byronic Hero“ (-> Lord Byron) zurückgeht, einer Art einzelgängerisch weltabgewandten Antihelden, der seine persönliche Einmaligkeit in dauernder Rebellion gegen die Gepflogenheiten der Gesellschaft stellt. Sein Charisma besteht in der Ambivalenz zwischen Abscheu und Anziehung. Populäre Vertreter dieses Typs, mit dem wir uns nicht ungern identifizieren, wären etwa Batman, Severus Snape oder Dr. House. 😀 Kommt jetzt endlich die dicke Moralkeule, mit der Trojanow dem schlechten Gewissen unserer „Du solltest endlich etwas tun“-Spaßgesellschaft den Rest gibt? Oder stecken in der Botschaft dieses Beobachters noch viel tiefere Abgründe?

Anders gefragt, wenn ein angewiderter Außenseiter als unbeteiligter Zuschauer ein Gedicht über sein Erleben dieser Welt schreibt – wie „überflüssig“ kann das sein?

 

Neue Tanzperformance: Ich, ein sensibler Ort

Mit „Ich, ein sensibler Ort“ startet am 27. März wieder eine Theaterperformance, die ausschließlich im Toihaus kreiert wurde. Pascale Staudenbauer und Astrid Seidler widmen sich darin einer selbsterforschenden Reise an: Einen sensiblen Ort, dem Ich, dem Selbst. Was bleibt denn eigentlich, was ist vergänglich – kann auch ein Ich vergehen und neu entstehen? Die Performance ist gerade am Entstehen, wir haben in diesem Prozess mit Pascale und Astrid gesprochen.

Und seit vergangenen Sonntag gibt es im Toihaus auch für die kleinsten Theaterbeucher wieder ein buntes, zauberhaftes und kluges Stück für Kinder – „Kugelhupf“. Ja aber.. gehts um hüpfende Kugeln? Um süßen Kuchen? Beides! Ceren Oran begleitet die Kinder mit Tanz und Musik zum Backofen und macht sichs ans Backen – aber so einfach ist das garnicht.. Wir waren bei der letzten Aufführung von „Kugelhupf“ dabei, einen kleinen Ausschnitt, Infos zum Stück und ein Interview mit Ceren hört ihr in der aktuellen Ausgabe von „So A Theater“.

Broken Error # 009: Telefon Tel Aviv – The Hefty Years

Telefon Tel Aviv

On Sunday, March the 23th, 2014, 6 pm (Central European Time, UTC+01:00).

Telefon Tel Aviv is a New Orleans-derived, Chicago-based American electronic music act, formerly comprising Charles Cooper and Joshua Eustis. Telefon Tel Aviv continues with Eustis as the sole official member since Cooper’s accidental death in 2009 (an event often falsely reported as a suicide). Eustis is also known for being a member of the most recent lineup of Puscifer and Nine Inch Nails‚ live performances.

2001 they released their first two albums Fahrenheit Fair Enough (2001) and Map of What Is Effortless (2004), the 4-track Immediate Action#8 EP (2002)  and the Compilation Remixes Compiled (2007) on Hefty Records, an independend label based in Chicago, Illinois and founded by John Hughes III (aka Slicker) – son of the famous filmmaker John Hughes – which released a range of genres that include postrock, IDM, downtempo, nu jazz, experimental music and hip-hop.

Historical Bonustrack:

Iannis Xenakis (1922 – 2001) was a Greek-French composer, music theorist and architect-engineer. He is commonly recognized as one of the most important post-war avantgarde composers. Xenakis pioneered the use of mathematical models in music such as applications of set theory, stochastic processes and game theory and was also an important influence on the development of electronic and computer music. He integrated music with architecture, designing music for pre-existing spaces, and designing spaces to be integrated with specific music compositions and performances.

Xenakis was the first to explicate a compositional theory for grains of sound. He began by adopting the following lemma: „All sound, even continuous musical variation, is conceived as an assemblage of a large number of elementary sounds adequately disposed in time. In the attack, body, and decline of a complex sound, thousands of pure sounds appear in a more or less short interval of time.“ Xenakis created granular sounds using analog tone generators and tape splicing. His works lead to the development of granular synthesis,  a method today often used in Glitch music…

(Source: Wikipedia)

Tracklist


Telefon Tel Aviv – When It Happens It Moves All By Itself
Apparat
– Komponent (Telefon Tel Aviv Remix)
Telefon Tel Aviv
– What It Is Without the Hand That Wields It
Telefon Tel Aviv
– Fahrenheit Fair Enough
Telefon Tel Aviv
– Sound In A Dark Room (feat. Lindsay Anderson)
Phil Ranelin
– Time Is Running Out (Telefon Tel Aviv Remix)
Telefon Tel Aviv
– TTV
Telefon Tel Aviv
– Fahrenheit Fair Enough (Prefuse 73 Bonus Beat Remix)
Slicker
– Knock Me Down Girl (Telefon Tel Aviv Remix)
Telefon Tel Aviv 
– At the Edge of the World You Will Still Float (feat. Damon Aaron)
Iannis Xenakis
– S. 709 (1994, Excerpts)
Iannis Xenakis
– Analogique A + B (1958/59, Excerpts)


Compiled and produced by Peter Wetzelsberger. Image by Niccolò Caranti (Creative Commons). All rights reserved.

Battle&Hum#55

Battle&Hum #55

(Samstag 15.03.2014)

Schwitztee und Hustensirup für eure bakteriellen Infekte und alles wird gut!

the playlist:

MC Randy Andy’s Hustensaft:

  • 1. Lou Reed (transformer) – satellite of love
  • 2. Joe Zawinul (my people) – erdäpfee blues
  • 3. Johnny Guitar Watson (ain’t that a bitch) – superman lover
  • 4. Pete Wingfield (OST bube dame könig gras) – 18 with a bullet

DJ Ridi Mama’s Kamillentee:

  • 1. Venom (black metal) – black metal
  • 2. Discoparty Brothers (?) – disco, disco! party, party!
  • 3. 2 Cellos (?) – smells like teen spirit
  • 4. Fight Rap Camp (FM4 protestsongcontest) – schmelzende zeilen

„Ich habe, glaube ich, die Zwischenstufe zwischen Tier und Homo Sapiens gefunden. Wir sind es.“ (Konrad Lorenz)

 !Wichtiger Hinweis!

Ab sofort stehen unsere Sendungen nur mehr beschnitten (ohne Musiktitel) auf der CBA Archivplattform zur Verfügung. Dies soll uns Sendungsmacher vor Urheberrechtlichen Verfolgungen schützen. Aber seid nicht traurig ihr könnt weiterhin mit Hilfe eines Passwort jede Sendung voll und ganz herunterhobeln!

Dieses Passwort lassen wir jenen interessierten welche uns ein E-Mail schreiben gerne zukommen!

Opens window for sending emailinfo@battleandhum.at

Klicket das gelbe Schlößchen (links unter der Musikdatei) an und gebet dann das Passwort ein und das Glück kommt in Strömen!

 

Zur Abstimmung HIER entlang! (Die Wahlkabinen sind nach der Sendung 72 Stunden lang geöffnet, hernach seht ihr unter demselben LINK das Ergebnis!)

Bauhaus – Burning from the Inside

-> Download: Artarium vom Sonntag, 16. März – „Godfathers of Goth or the ultimate post punk band – an appreciation“ übertitelt die ungemein brauchbare Music-Website „Louder than war“ ihre Würdigung dieser in vielerlei Hinsicht einflussvollen wie stilbildenden englischen Band. Und eröffnet das späte Loblied auch gleich mit einem entsprechenden Satz: „Few groups have been as original as Bauhaus“. Dem kann (und will) man gar nicht mehr viel hinzufügen! Endlich einmal wieder seelenverwandte Musikjournalisten aus dem Konsumorkus der Worldwideheit auszugraben, das tröstet schon über so einige Industriekriecher und Plastikkasperln hinweg. Wie heißt es auch so schön in ihrer Selbstvorstellung: „We were bored of genres and the conventional history of music; we liked so much music and we wanted to communicate it“. Es lohnt sich wohl wirklich, für derlei erfrischend unangepasste Schreibe sogar ein noch so unbedarftes Schulenglisch mal wieder kräftig abzustauben! Doch nun zum Album 😀

bauhaus_burning_from_the_insideDenn dessen gut 55-minütiger Aneinanderreihung von Musikstücken mag man sein Entstehungsjahr 1983 wahrlich nicht so recht glauben. Sowohl produktionstechnisch als auch von der stilistischen Bandbreite der Songs her ist es ein durchwegs zeitloses Album, dessen Konzept  (als ein verbindender roter Faden) wohl am ehesten in der ausladenden Vielfalt seiner unterschiedlichen Ausdrucksformen zu verorten ist. Bei jeder anderen Band aus späteren Jahren hätte man sich schon über eine solche Menge an Stilzitaten gefreut – nur Bauhaus zitieren hier eben (fast) nicht. Die meisten der von ihnen dabei verwendeten Gestaltungsmittel wurden (und werden nach wie vor) von anderen Bands zitiert. Das ist es auch, was diesem Kollektiv aus vier Kunststudenten diese überaus weitreichende Inspirationswirkung zukommen lässt – auf jeden Fall in jenen 5 Jahren der Post-Punk-Ära zwischen 1978 und 1983, in welchen sie fast ihr gesamtes Werk hervorbrachten. Bereits während der Aufnahmen zu „Burning from the Inside“ trennten sie sich erstmalig, später wiedervereinigten sie sich sporadisch immer wieder einmal, hauptsächlich zu Aufführungen des „alten“ Materials aus ihrer höchst produktiven Anfangsphase. Mich persönlich haben Bauhaus mit diesem Album schon aus mancher postpsychedelischen Seinskrise heraus gerissen. Wer sich auf die darin zum Leben erwachende Musik einlässt, hat womöglich schon einen guten Freund gewonnen… 😉

Sonstwelche Genretypisierungen und Stilzuschreibungen sind uns mörderwurscht!

„I am your slice of life“

Bauhaus