In einem fort pflanzen

Artarium am Sonntag, 21. Januar um 17:06 Uhr – Wieder so ein Wortwitz, ein doppeldeutiger. Für die Postmodernde. Juhuu! Doch was soll sich da eigentlich fortpflanzen, über die Generationen hinweg – oder wollen die uns bloß in einem fort pflanzen, die Ehestandswahrer vom ewiggestrigen Familienbimbam? Diese fürwahren Fortpflanzerl. “Die Familie ist die Geheimzelle des Staates.” Und in dieser Black Site des Herrschtums verendet das Lebendigsein unzähliger Kinder. Ich habe mich auch in der Jugendarbeit immer dagegen gewehrt, an Menschen nachzubessern, damit sie vielleicht geschmeidiger in den Fleischwolf der Gesellschaft rutschen. Gerade heute sind an allen Ecken und Enden die Funktionalisierer unterwegs, und wer sich nicht frohgemut und brauchbar verwerten lässt, wird aus “der Gemeinschaft” entfernt

väter söhne pflanzenDagegen gilt es, mit all seiner Lebenskraft, anzugehen, anzustinken – und anzuschreien. Und sich nicht aufhalten oder gar pflanzen zu lassen von irgendwelchen Altvorderen und ihren Ideologien. Es heißt ja, die Pubertät sei so etwas wie eine generelle hormonbedingte Anpassungsstörung. Schon mal in Betracht gezogen, dass die Erwachsenenwelt, in die es sich da einzufügen gilt, ein vollkommener Schwachsinn sein könnte? Ein schwindlich machendes Kettenkarussell voller Dummheit und Niedertracht, das im Begriff ist, den Ast, auf dem wir alle sitzen, endgültig abzusägen? Wer also Schwierigkeiten hat, sich an so ein Idiotenkompott anzubiedern, ist keineswegs gestört – höchstens beim Gesundsein gestört worden! Die Störung beim Pubertier ist dann allenfalls Syptom einer zutiefst verstörten und zerstörerischen Weltordnung, an die sich anzupassen ohnehin nur mittels heftiger Hirnamputation möglich wäre. Dass es der überwältigten Mehrheit letztendlich doch gelingt, soll uns jedenfalls nicht am Denken hindern. Gerade weil wir die Sendungen oft aus Befindlichkeiten heraus gestalten, wie die hierzu passende Nachtfahrt “Aus dem Tod eine Jugend machen”, bei der uns die nicht eben unschräge Musik von Knorkator begegnet ist: Und ging. Deren unendlicher Ideenscheißer Alf Ator hat ja auch schon des öfteren seinen Sohn Tim Tom (als der noch ein Kind war) zum Singen angestiftet, etwa auf Arschgesicht.

Inzwischen hat Tim Tom (der auf dem Foto) seine eigene Band Black Monster Truck und die ist (wie das nächste Lied) ziemlich cool: Am Horizont (live). Von derartigen Übergängen lassen wir uns diesmal inspirieren, wenn es um die Vermächtnisse von entlegenen Ursassen geht. Pflanzerl und Pflanzungen, wir sind ein geiles Institut.

 

Avanti Popolo

Battle&Hum #84 am Samstag, 20.01.2018, 22:00 Uhr, diesmal mit Wecker!

Ja zefix noch einmal! Da ist man mal ein halbes Jahr nicht live im Studio, sondern kümmert sich um das life und schon ist die Republik umgefärbt. Schwarz-Blau ist die neue Faselnuss! Was soll man da noch funken? Alles! Muss raus! Immer feste drauf! Nein, wir müssen dagegenhalten! Denn im Grunde sind Leute wie Kickl, Hofer und Strache für ein Ministeramt nicht vertretbar. So weit wie sich diese Obereffen  in den Rechtskurven raus lehnen, bleibt kein Schäfchen im Trockenen.

Das dürfte einem Großteil der geistigen ZwergInnen und dem Kleinformat (die Zellulose ist nicht würdig um mit solch einem Gesudel bekleckert zu werden) von Welt aber entsprechen. Die braunen Herren haben in letzter Zeit gelernt ihre zerebralen Ergüsse mit Kreide fressen zu schönen und der Boulevard sowie ein paar Millionen Hirnederln hängen ihnen an den Lippen. Bei genauerem Hinsehen bringt uns dieses neue Regieren aber eher wieder in die politische Kreidezeit zurück.

Ein populistischer Vollholler jagt den nächsten. Mittlerweile wird mir bei den Worten „wir“, „für“, „unser“, „Österreich“ schon so übel, dass ich gar nicht so viel essen kann wie ich speie! Die Bewegung für die zu Kurz gekommenen hat das christlich-sozial Kleingedruckte auch schon lange überlesen und sich einem Blender im Geilomobil verschrieben. Die Vergangenheit gehört immer wieder wiedergekäut, sonst vergessen wir welche Idioten da eigentlich als Minister herumhampeln.

Ich fasse kurz (haha) zusammen. Bumsti wurde per Fotos in seiner Jugend bei „Wehrsportübung“ (waren ja nur harmlose Paintballspiele) in Camouflage Haute Couture im Wald ertappt. Er bestellt nur ganz kühn(en) 3 Bier und setzt sein Burschenschaftskapperl in der Gedenkstätte Yad Vashem auf. Kickls Sprücheklopferkunst kennen wir schon aus Haiders Zeiten und fand ihren Höhepunkt in so manchem Wahlkampfplakat („Daham statt Islam“). Anhand dieser paar kleinen Beispiele weiß man eigentlich gleich welch Geistes Kinder Sebastian und seine Rasselbande sind. Einzig die Frauenquote im Regierungsteam ist nicht ganz so schlecht. Vielleicht hilft das ja, aber ich befürchte doof bleibt doof da helfen keine Pillen.

Wir verzagen nicht! Battle & Hum (jetzt neu!) sendet weiter bis unsere Köpfe wieder frei von schwachsinnigen Vorurteilen sind und das Land wieder begnadet  für das Schöne! Wir stimmen ein in den Chor blütenreiner Stimmbruch Stimmen der Verweigerung. Im Weckerschen Sinne von Poesie und Widerstand wird die kommende Sendung am Samstag den 20.01.2018 ab 22:00 Uhr durch den Äther flirren. Selbst wenn nur mehr ein kümmerliches Häufchen vom Widerstand, wie in „Die letzten Jedi“, übrig ist, dass im Millenium Falken Platz findet: Wir senden mit! Alerta Antifascista!

MC Wuh

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Midnight Oil

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 14. Januar – Der Kommissar entblößt seine persönlichen Musikvorlieben. Ein selbstgedrehtes Best Of aus den Midnight-Oil-Alben “Diesel and Dust”, “Blue Sky Mining” und “Capricornia”. Dieser Spazierflug durch 15 Jahre australisches Klangschaffen würdigt nicht nur die formal herausragende Band, er bietet zudem zeitgeschichtlich Einblick in eine Epoche, in der Inhalte und Botschaften sehr selbstverständlich Bestandteil von ordentlicher Rockmusik waren. Seitdem ist nicht wenig Wasser den Fluss der Verwandlung hinunter geronnen – und egal, wie gern Julian Assange “die Oils” in ihrer Frühzeit gehört oder wie “gut” sich deren Sänger Peter Garrett später als Labour-Minister ausgewirkt hat – Midnight Oil bleiben in ihrem Gesamtwerk politisch engagiert – und sogar kommerziell erfolgreich.

Midnight OilEs muss wohl so ungefähr 1989 gewesen sein, da wurde ich durch eine Album-Rezension in den SN auf Diesel and Dust aufmerksam gemacht, und zwar in einer Sprache, dass ich die Musik förmlich riechen, spüren und schmecken konnte. Im Detailgeschäft meines Vertrauens bestätigte sich sodann die Ahnung, all dies könnte zutiefst etwas mit mir zu tun haben. Natürlich erwarb ich das entsprechend besungene Werk, womit ein höchst ersprießliches Verhältnis seinen Anfang nahm. Ich war damals auf der Suche nach möglichen Synthesen von – nennen wir es mal – “widerstreitenden gesellschaftlichen Interessen”. In dem Zusammenhang verhieß die Musikwelt der Midnight Oil einiges an Anregungen – für die allgemeinheitstaugliche Darstellung von Minderheitenpositionen etwa, wie sie im Hinblick auf den unfairen Landraub an den Aborigines in ihrem Song “Beds Are Burning” zum Ausdruck kommt. Oder auch für die Seelenrettung des ausgepressten Buchhändlerlehrlings im stadtsalzburgischen Tourrorismusmarkt, der sich tagtäglich an den “Mountains Of Burma” festkrallte, um nicht vollends zu verschwinden im Sumpfstrudel des heimatseligen Mammonismus. Für mich also, aus eigener Erfahrung geprüft, die gute Ware, auch für schlechte Zeiten.

Bleibt die Frage, wo die eingangs erwähnten Inhalte und Botschaften heutzutag sind, und was der schwindlige Hund hier eigentlich mit “ordentlicher Rockmusik” meint? Das, liebe Junggurkerln jederlei Geschlechts, werdet ihr selbst beantworten müssen! Solang ihr aber noch den letzten Autotunedurchfall-Celebrityquatsch für bedeutsam erachtet, bloß weil ihn zweieinhalb Möchtegerns im Maschinenfunk nachdodeln, wird nicht viel daraus werden. Alles andere ist – abseits davon – eh gut zu hören … … ..

 

Straßenhunde, Elend oder Freiheit

Mit dem Begriff „Straßenhunde“ verbinden wir sehr unterschiedliche Bilder. Einerseits denken wir an die Freiheit und Unabhängigkeit der Straße, Sozialromantik irgendwie, andererseits tauchen vor unserem inneren Auge Bilder unendlicher Grausamkeit und schlimmster Zustände auf. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

 

Eigene Erfahrungen statt Propaganda

 

Sendungsmacherin Karin Immler, lässt 2 Menschen zu Wort kommen, die tatsächlich aus eigenem Erleben von den Straßenhunden berichten können. Sandra Pfaffinger ist Hundetrainerin aus Österreich und lebt seit 3 Jahren in Snagov, Rumänien. Dort betreibt sie die erste und einzige positiv arbeitende Hundeschule „natürlich mit Hund“ in der Umgebung von Bukarest. Außerdem engagiert sie sich für das SPEP – Stray Prevention and Education Program und betreibt unermüdlich Propaganda für Kastrationsprogramme.

Warum ist für Kastrationen im Ursprungsland spenden soviel „unsexier“ als aus Tötungen „retten“?  Sandra Pfaffinger

nach der Kastration werden die Hunde zurück in ihr Revier gebracht, wo sie von den Kumpels schon erwartet werden.

Die Hundetrainerin, die auch immer wieder Straßenhunde zu sichnimmt und verbildlich vermittelt, hat eine interessante Rechnung aufgestellt, wieviele Kastrationen mit dem Geld vorgenommen werden könnten, das der Betrieb eines Shelters im Jahr kostet. Eine beeindruckende Bilanz, die noch mehr verdeutlicht, wie wichtig Kastrationsevents, wie sie genannt werden, vor Ort sind.

Dabei geht es nicht nur darum, Hunde zu kastrieren, die tatsächlich ohne menschliche Fürsorge leben, sondern vor allem auch Hunde, die zu Menschen gehören, denen die Vorteile von Kastration zu wenig  bekannt sind bzw. die sich diese für ihre Hunde nicht leisten können.

 

Sind Straßenhunde gefährlich?

 

Bardhi Murati, seines Zeichens Dipl. Hundepsychologe & Verhaltensberater von der Hundeschule couragiert reist immer wieder nach Makedonien, unter anderem um die dortigen Straßenhundpopulationen zu beobachten. Für den Hunderundeblog hat er über die Gefährlichkeit von Straßenhunden geschrieben:

 

Gefährlichkeit von Straßenhunden in Menschenobhut

Bardhi Murati c)MuratiOb ein Tier sozialverträglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Erfahrungen, vorgeburtliche, züchterische und genetische Einflüsse sind maßgeblich daran beteiligt, wie sozialverträglich ein Individuum gegenüber Tieren oder Menschen ist. Kommunikation und soziale Kompetenzen müssen erlernt werden. Wir Menschen beeinflussen, zusätzlich zu den vorhin genannten Bereichen wie vorgeburtliche Einflüsse und Co., wie sozialverträglich unser Tier wird. Hunde relativ isoliert zu halten, oder aber schlecht geführte Welpenschulen können dazu beitragen, dass negative Erfahrungen gesammelt werden. Die Frage die sich hieraus ergibt ist jedoch, wer sich bei den Straßenhunden um genau dieses Thema kümmert. In der Regel sind es die Hunde selbst. Ein unverträglicher Hund wird lernen, dass es keinen Sinn macht sich ständig unbeliebt zu machen – denn es kann und wird Konsequenzen geben. Doch keinesfalls darf als Appell gesehen werden, alle Hunde von der Leine zu nehmen. Schließlich gibt es genügend „Die machen sich das schon aus“-Befürworter. Das klappt bei unseren Haushunden nicht so einfach. Straßenhunde sind ständig der Situation Straße ausgesetzt und kennen die Regeln und Gepflogenheiten. Doch auch hier darf nichts pauschalisiert werden. Schließlich leben Straßenhunde häufig in Großstädten und haben nicht selten sehr viel mit dem Menschen zu tun. Genauso wie Hunde, die von einem Menschen ausgesetzt wurden, auch andere frühkindliche Erfahrungen gemacht haben als jene, die auf der Straße groß geworden sind. Beeinflussungen durch den Menschen sind also niemals auszuschließen. Ob das eher Nach– oder Vorteile bringt, ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Doch nun zur eigentlichen Frage – der Gefährlichkeit.

Häufig kommt von Tierschutzorganisationen das Argument, dass ein Hund aufgrund seiner Straßenhund-Erfahrung besonders sozialverträglich ist. Auch ich bin dieser Meinung, doch mit einem wichtigen Hinweis: Ja, sind sie, sofern die Hunde auch da bleiben, wo sie sind – und zwar in ihrer gewohnten Umgebung. Nur weil ein Hund auf der Straße keinerlei Probleme innerhalb einer Hundegruppe hat heißt das nicht automatisch, dass alle Hunde toleriert werden. Hier ergibt sich schon die erste Gefahr: ein als sozialverträglich angepriesener Hund kann plötzlich, angekommen beim Menschen, nicht mehr so sozialverträglich sein wie geworben.

 

Andere Hunde zu kennen oder Sozialkontakte zu pflegen heißt nicht zwangsläufig sich zu lieben, um es vermenschlicht auszudrücken. So romantisch diese Vorstellung auch sein mag! Zum Sozialverhalten gehören auch Komponenten wie Aggressionsverhalten und Flucht. Auch die plötzliche Bewegungseinschränkung in einem Zwinger oder beim Menschen in einem Haushalt kann dazu führen, dass Verhaltensauffälligkeiten und Probleme entstehen. Es kann mitunter lange dauern, bis ein solcher Hund wirklich beim Menschen angekommen ist. Von Verhaltensstörungen bis hinzu generalisierten Angststörungen kann alles mit dabei sein. Genauso so gut kommt es aber vor, dass sie schnell zu unkomplizierten Wegbegleitern werden. Und das bei Straßenhunden zu beantworten ist nicht einfach. Sie gleichen häufig einem Überaschungsei, so wie viele Hunde aus dem Tierschutz. (Bardhi Murati)

 

Servicebox:

Sandra Pfaffinger
Hundetrainerin nach Animal Learn
Hundeschule natürlich mit Hund
Facebook
SPEP – Stray Prevention and Education Programm

Bardi Murati
Tierschutzqualifizierter Hundetrainer (Vetmeduni Vienna)
Hundetrainer der Volkshilfe Wien („A G’spia für’s Tier“)
Therapiehunde-Ausbildner (Sozial Medizinischer Dienst)
Hundeschule couragiert
Facebook

Lesetipps:

Hunde: Neue Erkenntnisse über Herkunft, Verhalten und Evolution der Kaniden , Ray & Lorna Coppinger
Streuner! Straßenhunde in Europa, Stefan Kirchhoff

Im Sinne des Tierschutzes? – Weil Wissen hilft, nicht Mitleid

 

Musik:

Hansen Band – Junger Hund
Flatt & Scruggs – Old Salty Dog Blues
Tracy Chapman – Hound Dog. a Tribute to Buddy Guy

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv .

Feedback und Kontakt: Karin Immler,  www.knowwau.com

 

 

Aus dem Tod eine Jugend machen

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 12. Januar – Und wenn es überhaupt keine Tabuthemen mehr gäbe, wäre damit das Ende der Kunstgeschichte erreicht? Oder ist unsere Gegenkultur nicht immer auch ein Aufbegehren gegen die jeweils grad aktuelle Interpretation der Herrschmächte, ihre “schöne neue Welt” sei ein neugeborenes Kindlein und ihre einzige Absicht sei Frieden auf Erden? Ich lach mich tot! Der Zyklus des Lebens hat doch nichts mit Weltpolitik zu tun – und der Markt (was immer das sein soll) ist auch kein Weltgeist, der uns “Stuf um Stufe heben will, und weiten”. Hier werden die Begrifflichkeiten (seit Jahrtausenden) höchst absichtsvoll vermischt, um dem versklavten Pöbel vorzuschwindeln, seine Armut sei Naturgesetz. So wie der unvermeidliche Tod. Ob wir aus dieser Not eine Tugend machen können?

Vor dem TodWas will der Dichter damit sagen? Sollte uns das zu denken geben? Oder sollten wir doch lieber gleich aussterben? Die international legalisierte Zergrunzung unserer Lebensgrundlagen hat immerhin ein solch erschreckendes Ausmaß angenommen, dass wir versucht sind, alle Hoffnung fahren zu lassen wie einen Schas. Davon wusste bereits der Verstopfungskünstler Martin Luther, der ja gesagt haben soll: “Lass fahren dahin…“ Desselbigengleichen schiss er, wider Erwarten genüsslich, so einen Riesenhaufen in die Landschaft, dass ihm ganz transzendent zumute ward und er darob augenblicks die Erlösung durch Gottes Gnade erfand. Was allerdings spricht Thomas Bernhard an, wenn er in seinem Buch “Die Ursache” über Salzburg sagt: “Meine Heimatstadt ist in Wirklichkeit eine Todeskrankheit oder “ein unter dieser Oberfläche tatsächlich fürchterlicher Friedhof der Phantasien und Wünsche”.  Wenn er gar ihre Atmosphäre einen “durch und durch menschenfeindlichen architektonisch-erzbischöflich-stumpfsinnig-nationalsozialistisch-katholischen Todesboden nennt?

Nach dem Tod“Ich bin Lyriker. Wenn man Gedichte schreibt, kann man den Tod nicht ausklammern. Was die Welt bewegt und im Innersten zusammenhält, sind Leben, Liebe und Tod. Der Tod ist immer da.” Das sagt Konstantin Wecker, den viele aufgrund seiner langjährigen Beschäftigung mit dem Thema als einen regelrechten “Sänger des Todes” bezeichnen. Doch sein Singen und Schreiben hat sich im Lauf seines Lebens durchaus gewandelt, sein Verhältnis zum Tod ist vom jugendlichen Wegblödeln in ein respektvolles Vertrautsein übergegangen. Und interessant ist auch, was er in diesem Kurier-Interview über die religiös-kulturelle Prägung unserer Wahrnehmung von Leben und Tod ausdrückt: “Es gibt kein Leben ohne Tod. Es ist diese schreckliche Erkenntnis der Vergänglichkeit, die man mit 30 Jahren noch nicht hat. Die Buddhisten setzen sich schon als junge Menschen damit auseinander, dass alles vergänglich ist.” Also fragen wir uns, wie denn der Tod jenseits aller Jenseitsvorstellungen gedacht werden könnte. Jenseits von “ihn wegsaufen” oder “sich mit ihm als Freund ansaufen”.

Wobei, Herman Van Veen (und der darf das) fiele da bestimmt noch Abgrundblödes zwischen allen Stühlen ein! “Ich will einen jungen, kräftigen Tod” (Textauszug):

Wenn ich dreiundsiebzig bin,
mit einem gesunden Gefühl für Tumor,
will ich bei Morgengrauen niedergemäht werden
von einem roten Mercedes,
auf dem Weg nach Hause von einem Fest,
das die Nacht über dauerte.

Oder ich bin einundneunzig,
mit silbernem Haar,
und ich sitz im Stuhl beim Friseur,
und dorthin kommen plötzlich verfeindete Mafiosi
mir ihrem Maschinengewehren
und machen aus mir ein Sieb.

Oder ich bin hundertundvier
und aus den meisten Cafés rausgeflogen,
und meine letzte Liebe,
die mich bei ihrer Tochter ertappte,
bei der sie ihren Sohn vermutete,
schneidet mich in kleine Stücke,
die sie wegwirft,

bis auf ein Stück,
aus dem sie einen Tabaksbeutel macht.

 

Bionik – Lernen von der Natur

  • Bionik – Lernen von der Natur

Was macht Bionik aus?
Welche Anwendungsgebiete gibt es?
Ist Bionik eine zukunftsorientierte Wissenschaft?

 

 

Darüber erfahren Sie Näheres in:

Berichten, Beispielen, Erklärungen und im

Interview mit der Experimentalphysikerin Ille C. Gebeshuber („Österreicher/Österreicherin“ des Jahres in der Kategorie Forschung und Expertin für Nanotechnologie und „Maschinen aus dem Urwald“)

 

  • Aktuelles
    • Club of Rome warnt vor vor „Systemkollaps“
    • Stephen Hawking hat am 8. Jänner 2018 seinen 76. Geburtstag. Er malt ein düsteres Bild von der Zukunft der Menschheit und wird er zum Mahner vor den vielfältigen Gefahren auf unserem Planeten.
    • Citizen-Science-Projekt: „Stunde der Wintervögel“
  • Ankündigungen

    • Vorträge
    • Poetry Slam, Science Slam
    • Citizen Science Conference in Salzburg
    • Science Busters


Sendungstermine dieser Sendung:

12.1.2018 16:00, 15.1.2018 16:00 und 1.2.2018 11:00

Nachhören können Sie die Sendung unter: https://cba.fro.at/357921

Died 2017

Die erste Sendung im neuen Jahr widmet sich denjenigen Musiker*innen, die uns im Jahre 2017 verlassen haben. Und derer gibt es leider doch viele.

Wir lassen uns nochmals musikalisch ergreifen von:
Chuck Berry, Ivan Loudova, Tom Petty, Gregg Allman, Andy Mandorff, Clyde Stubblefield, Aloys Kontarsky, Wilhelm Killmayer, Al Jarreau und Abdul Halim Jaffer Khan.

Die Sendung kann nachgehört werden unter: https://cba.fro.at/357219.