Battle&Hum#89

Samstag 19.05.2018 (Stairway zum Nachhören)

Hoch die internationale Solidarität!

the playlist:

MC Randy Andy’s  Revolutionäre:

  • 1. Texta (so oder so) – koida kaffee remix
  • 2. Willi Warma (?) – stahlstadtkinder
  • 3. Austria Knochenschau (?) – afghanistan
  • 4. Fuckhead (dislocation) – doom

DJ Ridi Mama’s Konterrevolutionäre:

  • 2. Mia (stille post) – komm mein mädchen
  • 3. Wailing Souls (fire house rock) – act of affection
  • 4. The worried men skiffle group (?) – owa mi loß bitte heit in ruah

„So lange der Österreicher noch Bier und Würstel hat, revoltiert er nicht.“ (Ludwig van Beethoven, Wien 1794)

Die Köhlmeier Rede

Artarium am Sonntag, 20. Mai um 17:06 UhrMichael Köhlmeier hat also eine Rede gehalten. Und zwar anlässlich des “Tags gegen Gewalt und Rassismus”, einer vom österreichischen Nationalrat alljährlich abgehaltenen Gedenkfeier, die sich auf die Befreiung des KZ Mauthausen am 5. Mai 1945 bezieht. Und in dieser Rede hat der Schriftsteller, wie es seit Jahrzehnten seine Art ist, das Entstehen von Gewalt – durch die Beobachtung von oft unbeachteten Details – dargestellt. Dass er dabei aber nicht in der Vergangenheit verblieb, sondern einzelne Zitate von aktuell regierenden Politikern aufgriff, das wird ihm seither (vor allem von denselben) heftig vorgeworfen. Multimedial überschlägt sich “die Öffentlichkeit” mitsamt Armin Wolf und es wird vor lauter Pro und Contra immer schwieriger, das Eigentliche zu fassen.

michael köhlmeier im kontrastWer die Stationen dieser Erregung hier noch einmal zusammengefasst nachvollziehen mag, kann sich den Artikel von Kontrast.at zu Gemüte führen (Foto von Johannes Zinner © Parlamentsdirektion). Ich habe die Nutzungsbedingungen verstanden und akzeptiert etcetera blabla. Aber eigentlich wollte ich doch auf etwas viel Wesentlicheres verweisen, auf jenes Entstehen von Ausgrenzung und Gewalt, wie es Michael Köhlmeier schon immer beobachtet und aufgezeigt hat: In seinem vor 35 Jahren entstandenen Hörspiel “March Movie” (runterscrollen, bis der Titel in Rot erscheint, dort gibts dann die Inhaltsangabe und auch einen Stream) deckt ein engagierter Eisenbahner nach Jahren das spurlose Verschwinden einer ganzen Blaskapelle auf. Doch anstatt, dass ihm dafür etwa gedankt würde, geht die gesamte Gesellschaft, die das Verschwundensein all dieser Menschen nicht wahrhaben will, brutal gegen ihn vor, stellt seine geistige Gesundheit in Frage und macht ihn so zum Außenseiter. Völker, hört die Parallelen! Und jetzt gehen die Mehrheitsnormalen auf Köhlmeier selbst los, weil er ihnen unangenehme Zusammenhänge ausspricht. Es erinnert geradezu grotesk an Thomas Bernhard und den Staatspreis-Skandal 1968.

Die “Brüskierten” entlarven sich selbst – durch ihre jeweiligen Reaktionen. Es gibt im Grunde eh nur zwei Arten von Menschen: Die, die von ihren eigenen Empfindungen ausgehen und so zu einer Anschauung der Welt gelangen. Und die, deren Programm eine vorgefertigte Weltanschauung ist und die daher auf alles und jedes nur ein und dieselbe Antwort geben (wenn auch immer wieder leicht variiert). In unserem Fall eben Ausländerflut, Balkanroute, Sozialschmarotzer. Ist das nicht gefickt eingeschädelt?

 

Ein Album zum Muttertag

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 13. MaiDer Muttertag ist allgemein eine höchst ambivalente Angelegenheit. Ebenso wie das Verhältnis zwischen Müttern und ihren Kindern von der Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Erfahrungen geprägt wird. Am Anfang war die Geburt, und allein dieser Beginn unseres eigenen Lebens kann schon lebensgefährlich sein. Von da an findet jegliche Entwicklung zwischen krassen Gegensatzpaaren wie Festhalten und Loslassen, Resonanz und Abgrund, Selbstbehauptung und Verbundenheit statt (um hier nur einige davon anzudeuten). Die Seelenbühne unseres Entstehens ist meist Heimat und Schlachtfeld zugleich. Inwieweit der herkömmliche Muttertag zur rituellen Bearbeitung dieser Ambivalenz taugt, darf bezweifelt werden. Margit Schreiner empfiehlt eher seine Abschaffung.

Kuh zum MuttertagEs ist wohl auch kein Zufall, dass der Film Muttertag (Die härtere Komödie) von Harald Sicheritz inzwischen zur Kultdarstellung desselben geworden ist. Sobald Widersprüchliches im Spiel ist, sind (speziell in Österreich) die Humorist_innen dafür zuständig. Also, was spielen wir in dieser Sendung – und warum die Kuh? Naturgemäß wollen auch wir die Mehrschneidigkeit des gegebenen Anlasses abbilden und greifen daher tief in den Fundus der emotionalen Assoziationen. Zum einen mit einem Klavierkonzert von Philip Glass, dem Tirol Concerto in 3 Movements, welches die Tirol-Werbung im Jahr 2000 in Auftrag gab – und später in einem Naturfilm-Soundtrack verbraten hat. (Da ist sie, die glückliche Kuh!) Das knapp halbstündige Instrumentalwerk für Klavier und Streichorchester ist eine meiner Lieblingsmusiken beim Schreiben, weil es sich gleichzeitig nicht aufdrängt und doch Energie von innen heraus freisetzt. Und zum anderen mit einer Lesung von Elias Hirschl aus seinem Roman “Hundert schwarze Nähmaschinen”, in dem er eigene Erlebnisse als Zivildiener in einem Wohnprojekt für psychisch kranke Menschen wiedergibt, diesfalls aus Kapitel 5 (Frau Brandner).

Es ist fürwahr nicht einfach, inmitten von unmittelbarem Betroffensein und ironischer Distanz (auch zu sich selbst) die Balance zwischen Faszination und Verzweiflung zu wahren, handelt es sich dabei doch um einen Ritt auf des Rasiermessers Schneide. Oder eben um einen Tanz zwischen Nähe und Distanz, wie er ja jegliche Beziehung in all ihrer Ambivalenz charakterisiert. Elias Hirschl schafft diesen Spagat sogar sehr sympathisch, wie unser Mitschnitt von den Kritischen Literaturtagen 2017 beweist.

Eine ähnlich gelungene Verbearbeitung von psychiatrischen Zivi-Erlebnissen bietet auch noch Rainald Grebe – Gilead (Gottseidank, ich bin entmündigt, Fotzefotzefotze)

Alles Liebe zum Muttertag oder Ich scheiße goldene Atomeier!

 

Mouth-Art, die Kunst der Klangerzeugung mit Mund und Mundraum

Mouth-Art, die Kunst der Klangerzeugung
mit Mund und Mundraum

Ziemlich genau vor 1 Monat und einen Tag nach der Erstausstrahlung unserer letzten Leuchtturm-Sendung zum Thema Klang fand an der Universität Mozarteum eine sehr interessante und zum Thema Klang ideal passende Veranstaltung mit dem Titel „Mouth-Arts“ statt.

Für diese Sendung haben wir das Thema aufgegriffen und berichten von der Veranstaltung, untermauert von Vortragsausschnitten und natürlich auch passender Musik, vor allem MouthArt Musik, die bei der Veranstaltung quasi „mundgerecht“ präsentiert wurde: Obertonsingen – Maultrommel – Beatboxen …
Und ebenfalls passend zum Thema Mouth-Art werden Sie auch kurze Einspielungen von Chören, die bei der Langen Nacht der Chöre am 9. Mai in Salzburg aufgetreten sind, hören.

Lassen Sie sich also überraschen, spitzen Sie Ihre Ohren und Münder– vielleicht können Sie ja auch manche der in der Sendung vorkommende Töne auch selbst produzieren und nachmachen.

Freitag 11.Mai 2018 16:00-17:00 und Mo. 14.5.2016 16:00

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/374523

 

Bäume schlagen aus

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 11. Mai – Als Kind konnte ich mir die beiden Wortbilder nicht wirklich zurecht reimen: “Pferde schlagen aus”, schon klar, aber Bäume? In meinem Hinterhof hat sich allerdings unlängst eine Geschichte ereignet, die das Ausschlagen (altertümlich für “austreiben”) der Bäume nachgerade unausweichlich illustriert. Diese Geschichte, die auch noch ein Dreiteiler ist, werde ich in dieser Sendung erzählen, die dramaturgisch passenderweise drei Stunden dauert. Zur phantasieanregenden Vorhereinstimmung sei sie allhier schon mal in Gestalt von Bildern gezeigt, den Assoziationen zu “Die Bäume schlagen aus” sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. Wenn ich so ein Baum wär, ich würd ja am liebsten zurück schlagen, und zwar mit Schmackes. Und ganz abgesehen davon, “Der Mai ist gekommen…”

Bäume bleibenJenseits von Maibaum, Volkstum und Salzburger Heimatwerk findet sich noch so einiges an Bäumen gewidmeter Frühlingsnatur. So etwa in Konstantin Weckers Lied “Der Baum”, in dem es sogleich mundartgerecht zur Unsache der Verwüstung alles Lebendigen geht: “I hab Angst. Lang lassn si de nimma aufhoitn, und da werds hold mi jetzt boid als oan vo de erstn dawischn. Angeblich spüren wir ja nichts, wir Felsn, wir Viecher, wir Bleamen, wir Bäum – angeblich habn wir kein Gefühl. Und wie wir spüren und denken, lieben und fluchen – ja hörts ihr uns denn ned schrein, den liabn langa Tag, hörts ihr uns alle mitanander ned schrein, landauf, landab, alle, die noch am Lebn sind, das is ein Wehklagen, das ist ein Jammern – ihr hörts uns bloß nimmer, weils koaner mehr aushoitn dad. I hab Angst. Jetzt tragns die ersten weg. Die wehrn si gar ned. Jetzt tretns es und knüppelns es – und die wehrn si immer no ned. Bleibts mir bloß vom Leib, ich hab eich doch nix getan, wir ham eich alle mitanander doch no nia wos doa, und dabei kanntn wir doch so guat auskumma mitanand, des konn doch ned so schwer sei, wir ghörn doch alle zsamm, wir san doch alle vom selben Schlag.“ Textauszug von Konstantin Weckers Homepage, eine Momentaufnahme…

Bäume klopfen an“Wer klopfet an?” – “Nur ein gar alter Baum.” So war es tatsächlich, in jener vorletzten Adventnacht des letzten Jahres. Und wenn meine Lieblingsnachbarin da unten nicht kurz zuvor gestorben wäre, sie hätte sich dabei wahrscheinlich zu Tode erschreckt. Fast, als ob die uralte Trauerweide extra auf sie Rücksicht genommen und mit dem Umstürzen bis nach ihrem Tod gewartet hätte. Ich erzähl ja schon den Anfang… Wollen wir hier lieber noch einen weiteren Schwerpunkt oder “roten Faden” unseres Nachtfahrtprogramms vorstellen: den völlig zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geratenen Dichter Alois Hergouth. Aus seinem Lyrikband “Umkreisung der Nacht” werden wir im Verlauf dieser Sendung ebenfalls einiges vortragen. Denn sein Werk, an das der wackere Max Oravin hier auf babelsprech.org erinnert, ist wahrhaft weltgültig:

AUCH SO KANN ES SEIN:
wie ein Glas
voll köstlicher Leere
durchstrahlt
von erloschenem Glanz

Bäume schlagen ausAUSBRUCH DES SOMMERS
der schwirrenden Schwüle:

Der Tod
trägt eine Maske aus Gras
Er blüht durch die Augen
treibt Schierling und Wein
und tänzelnde Schlangen

Entschleiert
das Licht im Zenith
Die sirrenden Schwalben

SO WAHR!
So entsetzlich wahr!

‚Bringt Steine
es totzuschlagen!’

‚Bringt Öl!’

 

Kostenlos ist nicht umsonst

Wissen aus dem Internet

In Zeiten des Internets gibt es wohl kein Thema, zu dem sich nicht ein Forum, einen Blog, eine Facebook-Gruppe oder ein Video-Tutorial finden lässt. Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt beim Suchen, findet man vermutlich zu jedem auch noch so ausgefallenen Thema etwas. Auch in Sachen Hund gibt es Ratgeber aller Art. Vieles wird sogar kostenlos zur Verfügung gestellt. Wissen zum Nulltarif sozusagen.

Das Internet stellt Informationen jeglicher Art und Weise unentgeltlich zur Verfügung. Und es wäre falsch anzunehmen, alles was da kostenlos geboten wird, sei nichts wert. Ganz und gar nicht. Die Gäste der aktuellen Sendung sind ebenfalls im World Wide Web zu finden und unterstützen HundehalterInnen auf ganz unterschiedliche Weise – kompetent und kostenlos.

Manuela Roethenbacher von Easy-DogsManuela Röthenbacher ist IT-Beraterin und Teilhaberin bei den Nürnberger Easy Dogs, einer Art Wissensplattform für modernes und gewaltfreies Hundetraining und kümmert sich dort um viele organisatorische Dinge.  Bei den Easy Dogs gibt es neben praktischen Produkten und den bekannten Trainingstagebüchern Blog-Artikel zu vielen Bereichen des Hundetrainings und des Umgangs mit Hunden. Diese Blogartikel stammen von unterschiedlichsten AutorInnen, die alle im Sinne eines modernen und gewaltfreien Umgangs tätig sind. Gerne greifen auch HundetrainerInnen, die nicht Teil des Easy-Dogs-Netzwerkes sind, auf diese Artikel zurück und verlinken sie für Ihre KundInnen.

Alexandra Lange, Hundetrainerin, Hundepsychologin und Hundeernährungsberaterin mit 4 eigenen Hunden bietet Hundetraining und Beratung online und offline an. In ihrer Facebook Gruppe „Training für Mensch und Hund“ veranstaltet sie kostenlose Challenges, Fragerunden und Live-Webinare zu verschiedenen Hundethemen.  Ihr Anliegen ist es, freundlichem Hundetraining zur Verbreitung zu verhelfen und auch Menschen zu erreichen, die zu weit weg von ihrer Hundeschule in Schauenburg sind.

Servicebox:

Alexandra Lange
Hundeschule 4 Pfoten on Tour
Facebook „Training für Mensch & Hund“Blog

Manuela Röthenbacher
Easy-Dogs
Facebook

Veranstaltungen:

Kostenlose Facebook-Challenge „Leinenrambo“,  Beginn 4.6.2018

01.06.2018: Vortrag mit Maria Rehberger: Angst und Stress beim Hund
02.-03.06. 2018: Praxisseminar mit Maria Rehberger: Hibbelhund
07.09.2018: Vortrag mit Viviane Theby: Impulskontrolle – wie sich Hunde beherrschen lernen
08.-09.09.2018: Praxisseminar zum Buch: Hunde-Uni – anspruchsvolle Aufgaben für schlaue Hunde

Musik:

Dogs View, Black Dog Cubik
Himmelhund, Reinhard Mey
Diamond Dogs, David Bowie

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv .

Feedback und Kontakt: Karin Immler,  www.knowwau.com

Musik aus Israel

Diese Sendung widmet sich den weit verzweigten Musiktraditionen Israels. Wenn wir von Musik aus Israel sprechen, dann hören wir natürlich auch Musik aus Palästina. Die Genregrenzen sind wieder offen und auch diesmal lässt nicht mal ein kleiner Überblick über diesen musikalischen Teil der Welt gewinnen, sondern immer nur subjektiv Ausgewähltes.

Also Ohren auf!!

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/374384.

Nachhören: Beware the Basilisk!

[iframe src=“https://cba.fro.at/374162/embed?&waveform=false&subscribe=true&series_link=true&description=true&title=false“ width=“100%“ height=“249″ style=“border:none; overflow-y:scroll; width:100%; height:249px;“]