Wanderbleibe und Trommelfeuer

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 28. Oktober – Wir gehen wandern um zu bleiben. Wir spazieren intervenieren. Ha! Endlich mal wieder eine vortreffliche Idee für nichtkommerzielle Spontankunnst in ansonsten mehr oder weniger öffentlichen Räumen. Die Wanderbleibe (Konzept von Friedrich Rücker und Kolleg_innen aus dem Kunstverein Salzburg – Künstlerhaus) ermöglicht es Kunstschaffenden sowie Interessierten, den ansonsten stinkfaden Nationalfeiertag bewusst jenseits von Mainstream und Mozartkugel zu „begehen“ 😀 Den Flyer und die Wanderkarte mit Stationen für die Zeit zwischen 10 und 19 Uhr gibt es als Download. „Ziel ist es die Kommunikation unterschiedlicher spontaner privater Initiativen anzuregen, zu fördern und spielerisch alternative Modelle urbaner Kommunikation jenseits kommerzieller Veranstaltungen auszuloten.“ Chapeau! Das können wir uns keinesfalls entgehen lassen – ganz im Gegentum:

Auf freundlichste Einladung von Chili & the Whalekillers werden Chriss und ich beim „Avantgardinien“ in der Jahnstraße 18 mitwirken: Jede Person, die dort bei der Klingel „Landesatelier“ Einlass begehrt, installiert sich sodann selbst mitten in eine fluktuierend junge Leseperformance – und…

Das ist ja gerade das Spannende! Immerhin ist dieses Atelier von Kathrin Huber ansonsten ein abgeschlossener Schaffensort, der allerdings an diesem 26. Oktober zwischen 12 und 17 Uhr in gewisser Weise – und in allem Respekt natürlich 😉 – zu einer öffentlichen Interaktionszone erklärt wird. Und da kunnst dann auch durchaus reagieren – auf das Stattfindende. Oder selbst der/die Stadt-Findende werden. Wir werden uns an dieser Stätte auf jeden Fall endlich wieder einmal live ereignen und den dortselbst entstehenden Stream of Subconsciousness mit unserer tonalitären Textase ebenso kon- wie inspirativ anreichern. Sprich, wir werden da auftreten und etwas vor-, bestimmt aber nichts wegtragen! Wir werden durchaus dick auf- und einige Bewusstseins-Schutzschichten abtragen. Das dürfte sich dann – bei allem gebotenen Kontrast zu einer (un)gereimten Wirklichkeit – schrecklich schön mit den anderen Beiträgen vertragen. -> Kunnst Bio?

Ich freue mich besonders auf diese passende Gelegenheit, den 2005 eigens für einen Auftritt im „alten Mark“ in der Aignerstraße verfassten Text „Staatsvertragsfeier“ darbieten zu können. Denn diese bizarre Humoreske mit verteilten Rollen bedarf des speziellen Settings von auf Staatskosten Feiernden.

Also kommt vorbei – und feiert mit uns! Schauen wir doch einfach, was dabei heraus kommt. In der Sendung am Sonntag werden wir dann von unseren Eindrücken berichten. Womöglich wandern wir auch immer weiter – bleiben also wandernd – werden wahrlich wanderbleibend – und finden uns dann mit einem Mal im Studio der Radiofabrik wieder – zum gemeinsamen Abschluss des Anfangs vom Ende. Vergesst nicht das Allerwichtigste: Immer ist irgendwie inzwischen – und wenn nicht jetzt, wo dann? Dazu spielen wir die schönsten Schlagzeugsoli, Percussion-Tracks und Band-Introductions der letzten paar Jahre, denn solches hätten wir seit der ersten Trommelfeuer-Sendung mit Gerhard Laber im November 2008 eh schon längst wieder einmal tun sollen wollen können müssen… Anyway, immer ist auch Anfang – und wir sind ein geiles Institut 😛

Das Passwort zum unbeschnittenen Sendungsdownload (mit Musik!) gibts auf Anfrage!

 

Weiherer kocht – und singt!

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 21. Oktober – Wir besuchen den bayerischen Liedermacher bei seinem Salzburg-Konzert am Samstag, 20. Oktober in der Veranda-Bar vom Mostwastl (Beginn 20:15 Uhr, Eintritt frei!) und kredenzen euch Tags darauf einige Spezialitäten aus seinem Liveprogramm. Der Weiherer wäre nämlich nicht der Weiherer, wenn er nur Lieder machte – er ist zudem noch Musikkabarettist, Alleinunterhalter und oha, Kochkünstler! Demgemäß verraten wir euch in der Sendung sein Originalrezept für ein fulminantes „Broguto“, das wir natürlich selbst nachgekocht und verkostet haben. „Rebellion als Grundhaltung“ findet sich also beim kritischen Dialektsänger in bester Hans Söllner Tradition nicht nur im Liedtext, sondern auch in der Lebensgestaltung. Also im Kühlschrank. Im Kochtopf. In der Bratpfanne…

Denn da offenbart sich die Wirklichkeit – in der Nicht-Virtualität des Handfesten und im menschlichen Nährwert des Tatsächlichen. So ähnlich wie bei uns übrigens! 🙂 Wir machen ja nicht nur Sendungen darüber, dass wir keine Ahnung haben, worüber wir eine Sendung machen sollten – nein, wir stehen auch schon mal planlos in der Radio-Lounge herum, wo uns dann aus dem Regal mit den ganzen Promo-CDs die jüngst erschienene DVD „koana von eana“ vom Weiherer entgegen springt. Das müssen wir uns unbedingt anschauen, gute Idee, schon auf „offline live“ waren uns ja Gustostückerl (bayer. „Schmankerl“) 😉 wie „Mei CD beim Saturn“ oder „Scheiß da Hund“ aufgefallen.

Wenn uns jemand eine diesbezügliche E-mail geschrieben hätte – jo, mei – die wäre wohl höchstwahrscheinlich untergegangen. Wir brauchen das Echte und Unmittelbare, den Zufall einer persönlichen Begegnung – oder zumindest den eines physikalischen Bild- und Tonträgers. Wir machen eh schon Radio für Leute, die wir nicht sehen und deren Blog-Likes für uns einen Zahlenwert bilden. Zwischendurch darf es daher zum Ausgleich gern mal wieder zwischenmenscheln – oder riechen – und schmecken! Essts öfter mit einander, dann brauchts euch weniger missverstehn, so könnte man sagen. Oder – Kommunikation kommt von Kommune, nicht von Seminar. Das heilige Ritual gemeinsamen Verzehrs heißt nicht umsonst Kommunion. Auch wenn man berechtigterweise nichts von organisierter Religion hält. Was uns jetzt wiederum direkt zum „Broguto“ führt…

Wir mögen den Weiherer. Er ist einer, der uns gut tut. Mahlzeit! 😛 Und ein Passwort zum Anhören der (copyright-bedingt ausgeblendeten) Musikbeiträge gibts gern auf Anfrage!

 

Live – Throwing Copper

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 14. Oktober – Weil Ed Kowalczyk so eine geile Sau ist, spielen wir das Album „Throwing Copper“, mit dem die Alternative-Band „Live“ um 1994 weltbekannt wurde. Es geht uns dabei um die innere Stimmung, die Kraft und die Philosophie dieser Musik – auch als antidepressives Therapeutikum in herbstlich eingetrübten Nebeltagen. Und vor allem um jene für den damals gut 20-jährigen Sänger etwas eigenen Textbotschaften! Bereits auf dem 1991 erschienenen Debutalbum „Mental Jewelry“ verarbeitete Ed Kowalczyk spirituelle Erfahrungen und prophetische Visionen, die er als Jugendlicher bei der Lektüre von Jiddu Krishnamurti entwickelte. Mit dessen Philosophie verbindet uns der Grundgedanke „Truth is a pathless land“ – Es gibt keine Methode, keine Religion, keine Theorie, die uns „zur Wahrheit führen“ könnte – wir müssen unsere Wege selbst finden. In eigener Verantwortung…

Vor allem amerikanische Kritiker nahmen daran Anstoß, dass hier ein junger Mensch in der Pose des Predigers mit abgeklärten Innerlichkeiten vor sein Publikum trat. Das seien doch eher Probleme und Themen für die zweite Lebenshälfte, die so einem heranwachsenden, also „unreifen“ Rockmusiker schlecht zu Gesicht – oder gar nicht erst zustünden. Was? Die haben auch schon länger nicht mehr gut georgelt 😛

Der ebenfalls recht selbstexperimentelle Revolutionär Rudi Dutschke bemerkte 1967 zu solcherlei unhinterfragten Denkvorgaben: „Es wird nichts vorgezeichnet. Das Vorzeichnen ist ja gerade das Kennzeichen der etablierten Institutionen, die den Menschen zwingen, etwas anzunehmen. Unser Ausgangspunkt ist die Selbstorganisation der eigenen Interessen und Bedürfnisse…“ Zurück zu Ed Kowalczyk und warum er für uns eine dermaßen geile (Rampen)sau ist: Indem wir unseren eigenen Eindrücken folgen und dem nachspüren, was er in seinem Schaffen darlebt und verkörpert, können wir uns nur möglichst ohne vorgefertigte Meinungen und Urteile auf seine Live-Darstellung einlassen:

Dazu empfehlen wir unbedingt diese drei YouTube-Videos anzuschauen – vielmehr mit den Augen des Herzens wahrzunehmen: Lightning Crashes vom Tibetan Freedom Concert 1999 – und auch noch I Alone (mit Improvisation) vom selbigen Auftritt – sowie unbedingt die Unplugged-Version von All Over You mit den wunderbaren Lyrics!

Das Passwort für den Sendungsdownload gibts wie immer auf Anfrage – und in der Sendung gibts auch echt kräftig was auf die Ohren 😀 Diesmal von Norbert, Chriss und Flobi-wan. Wir sind ein geiles Institut…