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Hunde sterben, wenn Menschen versagen

Hunde sterben, wenn Menschen versagen?!

Das klingt ziemlich dramatisch. In vielen Fällen ist es das auch und für den Hund jedenfalls tödlich! Was bringt Menschen dazu, ihren eigenen kerngesunden Hund töten zu lassen? Welche Alternativen gibt es? Wer hilft? Und was für eine Rolle spielen Tierärzte in dieser Sache?

Auf die Frage, wann es Zeit sei, sich Hilfe zu holen, meinte Barbara Antesberger „Wenn man sich nicht mehr wohlfühlt mit dem Hund“. Elisabeth Berger wünscht sich eine vorbereitende Schulung für angehende HundehalterInnen. Einig waren wir uns alle, dass zu viele Hunde unbedacht angeschafft werden. Oft wird nicht bedacht, welches Engagement notwendig ist, damit aus einem süßen Hundekind oder gar einem verwahrlosten Tierschutzhund ein angenehmer Gefährte wird. Besonders Hunde aus dem Tierschutz, die vielleicht Schlimmes erlebt haben, stellen ihre Menschen oft vor ganz spezielle Herausforderungen.

Gemeinsame Mittagspause
Gemeinsame Mittagspause

Ein wesentlicher Aspekt in der Mensch-Hund-Beziehung ist die systemische Komponente. Unsere Haustiere sind Symptomträger. Wenn sie komisch reagieren und sich  unmöglich benehmen, fordern sie ihre HalterInnen auf, sich kritisch mit dem eigenen Leben auseinander zu setzen und ganz genau hin zuschauen – vielleicht mit professioneller Hilfe.

Auch Tierärzte sind eine wichtige Anlaufstelle, wenn der Hund nicht so tut, wie sein Mensch gerne möchte. Das Tierschutzgesetz verbietet die Tötung eines Hundes ohne „vernünftigen“ Grund. Was aber ist ein vernünftiger Grund für die Tötung eines gesunden Tieres? Und welchen Rat bekommen Hilfesuchende in der Ordination ihres Tierarztes? Frau Dr. Anne Roth von der Tierarztpraxis Parsch spricht darüber, wie es ihr mit diesem Thema geht und welche Alternativen sie empfiehlt

Hunderunde Servicebox:

Literaturtipps:

Hundeschule – von Viviane Theby:
Erziehen Sie Ihren Hund effizient und mit viel Freude auf beiden Seiten. Das Buch von Viviane Theby ist ein guter und praktischer Ratgeber für Hundebesitzer, die von Anfang an alles richtig machen möchten.

Mensch und Hund – ein starkes Team:
Die Erfolgsformel für Vertrauen und Partnerschaft von Yvonne Adler und Gudrun Braun. Wohltuend und gut umzusetzen sind die Tipps und Ratschläge der beiden Praktikerinnen, denn Beziehung ist wesentlich wichtig als exakte Ausführung von Kommandos.

Patricia B. McConell: Diese Autorin hat eine ganze Reihe empfehlenswerter Bücher geschrieben, wie z.B. Das andere Ende der Leine: Was unseren Umgang mit Hunden bestimmt oder
Liebst du mich auch? Die Gefühlswelt bei Mensch und Hund. Unterhaltsam zu lesen und zugleich informativ und lehrreich.

Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone von Joachim Bauer.
Dass Gähnen ansteckend ist, wissen ja ohnehin schon alle. Aber woher kommt es, dass wir wissen, wenn es unserem Partner schlecht geht, wenn unser Kind traurig ist oder die Kollegin Kummer hat. Und wie weiß unser Hund, dass uns gerade zum Heulen ist? Der Psychoneurologe Joachim Bauer schreibt in diesem Buch über eine sensationelle Entdeckung der Neurowissenschaften, die unsere Wahrnehmung von Mensch und Tier verändert. Das Buch gibt es inzwischen auch als Hörbuch.

HundetrainerInnen und HundeverhaltensberaterInnen

Rat und Hilfe im deutschsprachigen Raum finden Sie bei bestens ausgebildeten und gewaltfrei arbeitenden KollegInnen unter:
www.voeht.atwww.trainieren-statt-dominieren.de
www.gewaltfreies-hundetraining.ch
www.berufung-hund.de
Kontakt zu den Gästen der Sendung:
Mag. Barbara Antesberger, www.tollerteam.net
Mag. Elisabeth Berger, www.online-mit-tieren.comwww.elisabeth-berger.com, FacebookGoogle+
Dr. vet. med Anne Roth, Tierarztpraxis Parsch

Die Musik zur Sendung:

(Dieses Mal sind wir unserem Motto „Musik rund um Hunde“ untreu geworden und haben uns bei der Auswahl nur vom Thema der Sendung leiten lassen.)

Konstantin Wecker und Lucio Dalla, Stirb ma ned weg
George Michael, Praying for time
Wise Guys – Ein Engel

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:06 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik oder über den Hunderunde Blog.

Feedback und Kontakt: Karin Immler,  www.knowwau.com

Heute im Studio

Heute im Studio

war es ziemlich chaotisch:  Trotz aller Absprachen gab es zeitliche Konfusionen. Der Studio PC war launisch, das Aufzeichnungsprogramm wollte nicht so, wie ich gerne wollte und das Thema war sperrig.

„Wenn Hunde sterben, weil Menschen versagen!“

In unserem Bemühen, auszudrücken, wie groß unser Entsetzen über die Tötung eines gesunden Hundes ist, und dennoch niemanden zu beschuldigen oder gar anzugreifen, haben wir erst ein bisschen um den heißen Brei herum geredet. Was dann schlussendlich dabei herausgekommen ist, halte ich für durchaus gelungen – und ich hoffe, Sie auch.

Graues Schnauzerl im Haus der Natur
Graues Schnauzerl im Haus der Natur

Unser Anliegen ist keinesfalls, jemanden zu verurteilen, sondern auch Alternativen hinzuweisen und Menschen zu sensibilisieren, in deren Umfeld sich solche Mensch-Hund-Tragödien abspielen.

Hilfe erfragen – und zulassen! Das war eine der zentralen Aussagen des Gesprächs, das ich mit Frau Mag. Barbara Antesberger und Frau Mag. Elisabeth Berger, beide bekennende Hundehalterinnen, heute im Studio der Radiofabrik führen durfte.

Es gibt Alternativen

zur Tötung eines Hundes und die Abgabe an einen anderen Platz darf kein Tabu sein. Im Gegenteil, oft öffnet sich durch diese Entscheidung die Tür ins Paradies.

Tötung dagegen ist Gewalt!

Gewalt in höchster Konsequenz! Und Gewalt kann keine Lösung sein.

Das Schlusswort von Elisabeth Berger ist ein ganz wunderbares Zitat des Nobelpreisträgers Albert Schweitzer:

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:06 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik oder über den Hunderunde Blog.

Feedback und Kontakt: Karin Immler,  www.knowwau.com

Hundeerziehung ohne Zwang!

Hundeerziehung ohne Zwang – geht das überhaupt?
Unter diesem Titel ging heute die „Hunderunde“ on air. Gast bei mir im Studio war Bettina Fuchs, Lebens- und Sozialberaterin, die mit 2 ihrer 3 Hunde, Ronja und Caruso, einen Teil ihrer Freizeit dem tiergestützten Besuchsdienst widmet. Für Frau Fuchs hat Zwang im Tiergestützten Besuchsdienst absolut nichts verloren. Ein guter Therapie- und/oder Besuchshund hat Freude an seiner Tätigkeit und konnte alles, was dafür an Fertigkeiten und Kenntnissen notwendig ist, bereits im Vorfeld in Ruhe und Schritt für Schritt erlernen. Aufmerksamkeit des Menschen, gutes Management vor Ort und gründliche Vorbereitung des Teams machen Zwang im Einsatz überflüssig.

Dorothee Schneider, Buchautorin, NLP-Coach, Trainerin und begehrte Referentin in Sachen „Hund“ sprach über fürsorgliche Machtausübung und passive Leine. Je mehr Klarheit in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund herrscht, umso weniger notwendig erscheinen Zwangseinwirkungen. So geht es weniger darum, dem Hund zu zeigen, was er nicht tun darf, sondern ihm vielmehr das lohnend zu gestalten, was er tun soll.

KontrInsp Hannes Loidl, Dienststellenleiter der Salzburger Diensthundeinspektion, erzählte über die Ausbildung der Polizeihunde. Seine Ausführungen werden all jene erstaunen, die immer behaupten, Clickertraining und Futterbelohnung sei nur etwas für Hausfrauenhunde und Tralala-Training. Denn auch bei der Polizei wird über positive Bestärkung gearbeitet und auf kleinschrittiges Lernen gesetzt. Auch KontrInsp Loidl betonte, wie wichtig es ist, dass der Hund freudig und gerne mit seinem Menschen arbeitet.

Fazit:
Egal ob Diensthund, Einsatzhund im Besuchsdienst oder Privatier auf 4 Beinen, die Lernvorgänge sind bei allen gleich. Lernen in individuellen, kleinen Schritten mit reichlich Belohnung/Bestärkung, gute Kommunikation zwischen Mensch und Hund sind ebenso wie ein klares Management die Voraussetzungen für ein Mensch-Hund-Team, um die Herausforderungen im Dienst, im Einsatz und im Alltag gut zu bewältigen.

Tara im Einsatz mit einer Schulklasse
Tiergestützter Besuchsdienst, Hund im Einsatz mit Kindern

Servicebox:
Dorothee Schneider: Hunde einfach erziehen, Die Welt in seinem Kopf – Über das Lernverhalten von Hunden

Zitat: „Qualifizierte Trainer haben ihre Emotionen im Griff und lassen sich nicht zu einer Affektbestrafung des Hundes hinreißen, weil der einen Übungsteil nicht wie gewünscht zeigt. Disziplinlosigkeit und eigene Ungeduld zerstören das Vertrauen in Lernsituationen, in die gemeinsame Zusammenarbeit und schlimmstenfalls in die Umwelt allgemein.“

Elisabeth Beck: Wer denken will, muss fühlen, Mit Herz und Verstand zu einem besseren Umgang mit Hunden

Zitat: „Stellen Sie sich vor, Sie seien Ihr Hund, der gerade eine bestimmte Übung lernt. Nehmen Sie sich wieder einen Moment Zeit, sich ganz in Ihren Hund hineinzuversetzen. Sie sind jetzt beim Training.

Wie fühlt sich die Übung an, die Sie gerade machen? Was ist leicht, was ist schwer? Was tut Ihr Herrchen/Frauchen? Was würde Ihnen beim Lernen helfen? Welche Gefühle haben Sie?“

Die Musik zur Sendung:
Danny Osmond – Puppy Love, Max Raabe – Mein Hund beißt jede schöne Frau ins Bein

Clickertraining für Diensthunde

Auch „Kommissar Rex“ wird über positive Bestärkung ausgebildet und zwar mittels Clickertraining!

Für die Hunderunde zum Thema „Hundeerziehung ohne Zwang –  geht das überhaupt?“ führte ich ein interessantes Gespräch mit dem Herrn Kontrollinspektor Hannes Loidl, halloDienststellenleiter der Diensthundeinspektion Salzburg. Was manche Menschen vielleicht überraschen wird, ist die Tatsache, dass sich die Erziehung von Diensthunden von der Methode her nicht wirklich von der Erziehung des Familienhundes unterscheidet. Positive Bestärkung ist auch hier das Mittel der Wahl und so wird bereits im Polizeihundekindergarten geclickert. Der Clicker ist also durchaus nicht nur ein Spielzeug für unterbeschäftigte „Hausfrauenhunde“, sondern ein ernsthaftes Werkzeug, mit dessen Hilfe auch Spezialisten wir z.B. Banknoten- und Dokumentenspürhunde ausgebildet werden.

KontrInsp. Loidl, an dessen Seite zur Zeit die 3jährige belg. Schäferhündin Kiara Dienst tut, über vernünftige Hundeerziehung: „human, tierschutzgerecht und effektiv“ müsse sie sein.

Weiters sprach der routinierte Diensthundeführer über „Trainieren in kleinen Schritten“ und darüber, den Hund fehlerfrei zu seinem Ziel kommen zu lassen, sodass er mit falschen Verhaltensweisen gar nicht in Berührung kommt.

Klingt genauso wie in der Hundeschule?! Ja, denn der Lernvorgang im Gehirn hängt nicht davon ab, welchen „Beruf“ der Hund ausübt, ob er ein Drogenspürhund oder ein Familienhund, ein Blindenhund oder ein Agility-Turnierstarter ist.

Das Gespräch mit Hannes Loidl gibt’s in der Hunderunde am 13. August ab 12.06 Uhr auf der Radiofabrik zu hören oder später im Hunderunde-Blog.