GÖTTERFUNK mit ROIA (live & unplugged, 04.11.2014)

GoeFu_Roia14ROIA haben Fahrt aufgenommen! Hatten die ersten beiden Longplayer noch eher lange „Gehrungszeiten“, so ist ihr neuestes Machwerk „Prototype of a Heart“ in wenigen Monaten entstanden und wird im Frühjahr 2015 präsentiert. Dem GÖTTERFUNK und seinen Zuhörern boten Nina Hochrainer, Dorian Wimmer und Paul Hochrainer schon vorab exklusive Hörproben – vom Band oder live dargeboten – aus ihrem neuen Album und erzählten, woher der Wandel in ihrem Schaffen kommt und welche Erfahrungen dahinter stecken. GÖTTERFUNK at its Best mit ROIA und Oliver Baumann am Mikro hier zum Nachhören!

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GÖTTERFUNK mit DOC J. (live & unplugged, 16.10.2014)

götterfunk_docJIn einem Alter, wo andere schon längst nur mehr ihre Greatest Hits bemühen, nimmt er sein erstes Album auf: DOC J. alias Johannes Leimgruber war am 16. Oktober Gast im GÖTTERFUNK. Älteren Semestern noch als Sänger der Groove Corporation (80er-Jahre) bekannt kehrte DOC J. jüngst nach 25-jähriger Zurückgezogenheit mit seinem Erstling „Time Fades“ in die Salzburger Musikszene zurück. Von seinem alten Mitstreiter Stootsie begleitet bot DOC J. im GÖTTERFUNK bei Oliver Baumann eine spannenden und zugleich unterhaltsame Mischung aus live-gespielter Musik, Rückblicken auf die frühe Karriere und Innenansichten seines Schaffens. GÖTTERFUNK at its best! Hier zum Nachhören.

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GÖTTERFUNK mit PLEASE MADAME (live & unplugged, 18.09.2014)

goetterfunk_please_madameDer Ohrwurm will sich nicht verabschieden. Und das ist gut so, denn mit „Be My Ending“ haben die Salzburger Überflieger PLEASE MADAME einen echten Tophit abgeliefert! Und demnächst geht’s daran den ersten Longplayer einzuspielen. GÖTTERFUNK verfolgt seit frühen Tagen schon die Karriere des Indie-Rock-Quartetts und am 18. September 2014 waren PLEASE MADAME – zwei Jahre nach ihrem ersten Auftritt – wieder zu Gast bei Oliver Baumann im GÖTTERFUNK, der Sendung für Bands und Musikschaffende aus Salzburg. Mit dabei der Ohrwurm, ihre akustischen Gitarren und jede Menge guter Laune. Hat Spaß gemacht und ist hier zum Nachhören!

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GÖTTERFUNK mit MEL (live & unplugged, 04.09.2014)

Götterfunk_Mel_smSie war wieder da!! Zwei Jahre nach dem famosen Album King Street (und ihrem letzten GÖTTERFUNK-Auftritt) meldet sich MEL – derzeit auf kleiner Österreich-Tournee – mit ihrem dritten Longplayer Go or Run zurück. 2008 nahm ihr Siegeszug mit der Debüt-EP changing ihren Anfang und seitdem geht’s im Zwei-Jahres-Rhythmus dahin. Das gilt auch für ihre Auftritte im GÖTTERFUNK. Dementsprechend stattete MEL mit dem neuen Album und einer Gitarre im Gepäck am 4. September – am Tag vor dem Release-Date – Oliver Baumann im GÖTTERFUNK-Studio einen Besuch ab und bot den Zuhörern exklusiv live gespielte Hörproben, Hintergründe und home-stories zu Go or Run. Wer das versäumt hat, darf hier jetzt reinhören. PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK mit THE DARK SHADOWS (live & unplugged, 19.06.2014)

Goetterfunk_DarkShadowsDer GÖTTERFUNK-Juni 2014 gehörte den Urgesteinen der Salzburger Rockmusik. Das Highlight dieser Kurzserie stellte der Besuch der DARK SHADOWS am 19. Juni dar. Kaum zu glauben, aber die Gründung dieser Combo geht auf das Jahr 1961 zurück. Als draufgängerische Coverband erreichten sie in den lauter werdenden 60ern einen großen Publikumskreis. Unter ihren zahlreichen Auftritten zählte jener im Grand Hotel Bad Gastein vor dem damaligen Schah von Persien zu den Höhepunkten ihrer Karriere. Nach einigen Jahren Pause ging es mit Beginn des neuen Jahrtausends in veränderter Besetzung wieder los. Vor wenigen Wochen präsentierten The DARK SHADOWS die Band ihre ersten Single mit eigenen Kompositionen. Diese und vieles mehr boten sie am 19. Juni im GÖTTERFUNK auf und hier kann man die Show noch einmal erleben! PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK mit STOOTSIE (live & unplugged, 05.06.2014)

GoeFu_StootsieUnd noch ein Urgestein der Salzburger Rockszene, das den GÖTTERFUNK besuchte: STOOTSIE, der Dorian Grey der heimischen Musiklandschaft, kann neben seinem langjährigen Mutterschiff The SeeSaw auf zahlreiche Band- bzw. Projektengagements blicken und bleibt letztlich doch stets seiner eigenen Linie treu. Frisch aus Liverpool zurückgekehrt beehrte er am 5. Juni 2014 (zum zweiten Mal) den GÖTTERFUNK, erzählte von jüngst Erlebtem, blickte auf sein kommendes (zweites) Soloalbum voraus und bot gewohnt entspannt Plausch und G’schichtln aus dem Musikbiz. Ein feines Stück Sommer-GÖTTERFUNKhier zum Nachhören. PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK mit 13THIRTEEN (live & unplugged, 29.05.2014)

Goetterfunk_1313Thirteen – das sind Mike Fink und Paul Hochrainer, zwei Salzburger Rockmusiker, die man gestrost als Urgesteine der hiesigen Musikszene bezeichnen darf. Eine Liste der Bands und Formationen zusammenzustellen, in denen die bereits gewirkt haben oder noch wirken, würde zu lange dauern. (Man denke an Ginger Rale, Clean Martin, Josh & die Emotionen oder The Notorious Barflies.)
Doch beinahe genauso lang wie die erwähnten Bands gibt es auch ihr gemeinsames Projekt 13Thrirteen. Vor rund 27 Jahren gestartet haben Fink und Hochrainer alias 13Thirteen vor wenigen Wochen ihren vierten Longplayer „Anniversary“ veröffentlicht, der nach Reife und Spielfreude, aber auffällig schnörkellos klingt. Mit zwei Gitarren und „Anniversary“ im Gepäck waren die beiden Headmaster von 13Thirteen am 29. Mai live im GÖTTERFUNK und entschnörkelten ihre neuen Songs im Studio bei Oliver Baumann noch weiter. Ein ganz besonderes Hörvergnügen hier zum Nacherleben!
PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK mit DORO HANKE BAND (live & unplugged, 15.05.2014)

GoeFu_DoroHankeBandDer Salzburgerin Dorothee Hanke wurde die Musik in die Wiege gelegt. Einer musikalischen Familie entstammend wählte Hanke zunächst den Lehrberuf, ehe sie ihrer Leidenschaft nachgab und sich ganz dem Gesang hingab. 2011 erschien ihr erstes Album „Weihnachtslieder“. Anfang 2014 meldete sich die Doro Hanke Band mit ihrem Zweitling „In[S]tant CAT“ wieder, der eine erfrischende Mischung aus Jazz, Pop und Funk auftischt.
Im GÖTTERFUNK am 15. Mai bot Doro Hanke mit ihrer hochkarätigen Band (Daniel Schröckenfuchs (keys), Tom Grubinger (dr) und Robert Friedl (Sax)) live und unplugged Auszüge aus „In[S]tant CAT“. Zudem erzählte sie über ihren musikalischen Werdegang und ließ keine Zweifel über ihre große Liebe zur Musik – eine wunderbare Sendung hier zum Nachhören. Hinter dem Mikrofon ist übrigens Oliver Baumann.
PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK mit ÁNGELA TRÖNDLE (live & unplugged, 02.01.2014)

GoeFu_TroendleDie jetzt in Wien lebende ÁNGELA TRÖNDLE zählt zu den umtriebigsten Musikern Salzburgs. In ihrer Kindheit klassisch ausgebildet beschritt die Pianistin und Sängerin bald schon die Pfade des Jazz. Mit Cellistin Sophie Abraham gründet Tröndle die Little Band from Gingerland und sorgt mit dieser für große Anerkennung bei Publikum und Presse. Ihr aktuellstes Projekt heißt Luna Lab, in dem sich Tröndle gemeinsam mit Wolfgang Zamastil dem Singer/Songwriter-Tum annähert. Mit dem Luna Lab-Album Calling im Gepäck und dem Gitarristen Andi Fürstner an ihrer Seite spielte sie live und unplugged bei Oliver Baumann im GÖTTERFUNK. Ein Leckerbissen hier hier zum Nachhören!
PW: GoeFu

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GÖTTERFUNK präsentiert SCHNÖDE BESCHERUNG (live aus der Bachschmiede, 19.12.2013)

GoeFu_SchnoedeBeWas ist aus Weihnachten geworden? Der ganz normale (Konsum-) Wahnsinn? Stillste Zeit im Jahr oder Rummelplatz für grellen Kitsch und laute Neurosen? Diesen Fragen widmet sich die SCHNÖDE BESCHERUNG. Edi Jäger und „The Godfathers of AdventStefan Schubert (git, vox), Alex Meik (b, vox) und Philipp Kopmajer (dr, vox) stemmen sich mit mehr oder weniger besinnlichen Texten und stimmungsvollen Songs der Berieselung am Weihnachsmarkt entgegen. GÖTTERFUNK präsentiert hier exklusiv im Rahmen einer zweistündigen Sendung das gesamte Programm, die SCHNÖDE BESCHERUNG live aus der Bachschmiede in Wals und Oliver Baumann wünscht gute Unterhaltung!

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GÖTTERFUNK mit THE MERRY POPPINS (live & unplugged, 21.11.2013)

GoeFu_MerryPoppinsAm 21. November 2013 waren THE MERRY POPPINS, einer der wohl größten Aufsteiger aus der Salzburger Musikszene der letzten Jahre, im GÖTTERFUNK zu Gast. Dem Künstlerkollektiv Mildenburg entsprungen tourt das Quintett regelmäßig durch Europa und auch darüber hinaus, wovon ihre jüngste DVD „Central Asia Tour 2013“ zeugt. Im GÖTTERFUNK bei Oliver Baumann erzählten sie über das Entstehen der DVD, ihren musikalischen Wege und präsentierten als besonderen Leckerbissen vier bislang noch unveröffentlichte Songs live. Und wer’s versäumt, bekommt hierseine Chance!

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LOU REED, Berlin – OCBs Radiofabrik-Album-der-Woche

Lou Reed, Berlin (VÖ: UKAdW_LR_Berlin_Cover Juli 1973, US September 1973, RCA)

Endlich lief es gut für Lou Reeds Solokarriere. Nach dem Flop seines Solodebüts hatte sich das ehemalige Mastermind der Velvet Underground auf die helfenden Hände von Mick Ronson und David Bowie bei der Produktion seines Zweitlings Transformer verlassen und mit Walk on the Wild Side prompt den ersten (und einzigen) Hitparadenerfolg gelandet. Auf der Modewelle des Glam-Rock reitend, verpasste er sich zudem ein aufreizendes Image und bespielte zahllose Bühnen auf beiden Seiten des Atlantiks. Und so war Lou Reed im Frühjahr 1973 so populär geworden, dass ihn die Leser des NME im Popularitätsranking sogar vor Mick Jagger und David Bowie stellten.

AdW_LR_Berlin_Inlay1 Doch hinter dieser Fassade waren schon wieder dunkle Wolken aufgezogen. Die ausführliche Tournee zehrte an Lou Reeds Nerven und seine Live-Band The Tots erwies sich oftmals als hölzern und in ihren musikalischen Möglichkeiten begrenzt. Zudem wurmte ihn die Tatsache, dass er in fast jedem Interview zu Transformer mehr über David Bowies Rolle dabei erzählen musste, als über seine eigene. Um diesem Ungemach zu entfliehen verfiel Reed zunehmend in die (Selbst-) Zerstörung durch steigenden Alkohol- und Heroinkonsum und ließ in Folge Wut und Zynismus freien Lauf. Musikjournalisten mieden den unberechenbaren Rocker zunehmend.

Und so wurde seine Ehefrau Bettye zum ersten Opfer ihres groben Gatten. Erst seit Jänner 1973 verheiratet ließ Lou keine Gelegenheit aus seine (vermeintliche) geistige Überlegenheit Bettye gegenüber auszuspielen und sie, während sie sich ihm in Ergebenheit und Ehrfurcht immer weiter unterordnete, auch öffentlich zu demütigen und sogar zu misshandeln. Dazu kamen noch das aufreibende Leben auf Tournee und die Begleiterscheinungen von Lous weiterhin steigender Popularität. Im Sommer 1973 hatte Bettye bereits einen Selbstmordversuch hinter sich, dessen Scheitern sie zusätzlichem Spott aussetzte. Lou hingegen hatte den Stoff für sein nächstes Album beisammen.

AdW_LR_Berlin_Inlay2Während die Popwelt hoffnungsfroh auf ein zweites Transformer wartete und RCA darauf vertraute die Label-Kollegen Bowie und Reed würden ihre Zusammenarbeit gewinnbringend fortsetzen, holte Lou überraschend Bob Ezrin, der sich als Partner von Schock-Glam-Rocker Alice Cooper einen Namen gemacht hatte, an Board. Mit dem höchsten Budget, das für ein Lou Reed/Velvet Underground Album jemals zur Verfügung stand, ausgestattet, rief er mit Ezrin eine Band zusammen, die einem Who-is-Who der Musikgeschichte gleicht: Neben den kongenialen Gitarristen Steve Hunter und Dick Wagner fanden sich Jack Bruce (b), Steve Winwood (org), Aynsley Dunbar (dr), Randy und Michael Brecker (sax, tr) und Tony Levin (b) im Studio ein.

Auf dem Plan stand, die düsterste und deprimierende Geschichte eines sich auseinander lebendenden Paares musikalisch umzusetzen, deren Zweisamkeit in Zynismus, Untreue, Gewalt, Drogensucht, Prostitution und Selbstmord endet. Ohne bis dahin jemals dort gewesen zu sein, wählte Reed die geteilte Stadt Berlin als symbolträchtiges Setting für seinen musikalischen film noir. Die Songlist bestand – wie oft auf den 70er-Alben Reeds – zur Hälfte aus bis dahin unveröffentlichten, „übrig gebliebenen“ VU-Songs und neuem Material.

AdW_LR_Berlin_Inlay3 Nach einem feuchtfröhlich gegrölten Happy Birthday bringt der Titelsong/Opener Berlin bereits ein Eigenzitat aus seinem Debütalbum, durch seine Reduktion auf zwei Strophen – die B-Teile/Bridges werden ausgelassen – und Bar-Piano in dunkelgraue Farbe getaucht, lassen die Schlußzeilen „… it was very nice, oh honey, it was paradise“ jedoch nur wenig Gutes erahnen. Die folgenden Lady Day und Men of Good Fortune, das erste eine funkige, zartbittere Hommage an Billie Holiday, das zweite ein ironischer Blick auf die unterschiedlichen Lebenschancen von Arm und Reich, ordnen sich zwar nur schwer in die Geschichte des Albums ein, dienen dafür umso passender als Stimmungsbilder.

AdW_LR_Berlin_Inlay4Nach dem ersten Einblick in die apathische Haltung des Erzählers „But me, I just don’t care at all“ lernt der Hörer mit Caroline Says I die weibliche Hauptperson der Handlung kennen. Nach Candy, Lisa und Stephanie reiht sich Caroline in die Liste des „she says“-Formats in Reeds Songwriting ein und erscheint wie ein Spiegelbild von Reed selbst: Sie ist hartherzig, fordernd und sarkastisch („she wants a man, not just a boy“). Hinter der Bezeichnung „she’s still a German(ic) queen“ wollen Reed-Kenner zudem gerne einen Hinweis auf Reeds Affäre mit Nico sehen, andere wiederum vermuten hinter dem Begriff queen eher Reeds – durch sein neues Image bewusst provoziert – unklare sexuelle Ausrichtung oder vielmehr noch ein Bekenntnis zu bi- oder homosexueller Liebe. Dem druckvollen Beat und üppig arrangierten Rock erwächst dabei ein beinahe bedrohliche Kraft, die sich im ausklingenden Gitarrenduell von How Do You Think It Feels? wiederfindet. How Do You Think It Feels? erkundet die Gefühlslage des Erzählers: Zwischen Alkohol, Schlaflosigkeit, drogenbedingter Isolation und sexueller Gier bewegt er sich auf den Abgrund zu. Untreue, Verlogenheit, Gewalt und (Selbst-)Hass, wie sie Oh Jim zeichnet, verdeutlichen eine Borderline-Situation, die in den Augen vieler Kritiker und Fans ein Spiegelbild von Reeds Gefühlswelt zu diesem Zeitpunkt darstellt.

AdW_LR_Berlin_Inlay5Mit dem Ende der ersten Schallplattenseite/des ersten Teils hat Berlin ein Stimmungsbild erschaffen, das erschütternder kaum sein könnte, und im Gegensatz zu seinem schwul-fröhlichen Vorgänger Transformer kein Lächeln zulässt. Mit der Verdichtung der Handlung auf Seite 2/im zweiten Teil erreicht das Album jedoch eine Intensität und Graustufe, die vielen Hörern und Kritikern zu intensiv wurde.

Caroline Says II – ein gebremstes Remake von Stephanie Says aus VU-Zeiten – zeigt uns die zuvor noch hochmütige Protagonistin am Boden, von Drogen gezeichnet, geschlagen und gebrochen. „Why is it that you beat me?“ fragt sie und wird mit Sarkasmus („all of her friends call her Alaska“) belohnt. Wie sehr dieser Song der Realität des Ehepaars Reed sich nähert, lässt sich erahnen, wenn man einen Interviewbeitrag Lou Reeds aus diesem Jahr kennt: „Ich brauche ein weibliches Arschloch in meiner Nähe, um mich daran zu ergötzen; ich brauche einen ergebenen Arschkriecher, den ich herumstoßen kann.“ „It’s so cold in Alaska„.

AdW_LR_Berlin_Inlay6Als vermeintliche Rechtfertigung und Strafe für Carolines Prostitution –„they say she was making it with sisters and brothers“, ihren Drogenmissbaruch („and all of the drugs she took everyone„) und mangelhaftes mütterliches Verhalten („she was not a good mother„) verliert sie ihre Kinder. The Kids – drei Akkorde in unbeschwerten 3/4–Takt gehüllt – stellt dabei eines der ambivalentesten Stücke der Popmusik dar: Dem betont unterkühlt vorgetragenen Text stellt die Mannschaft um Produzent Bob Ezrin eine bitter-süße Atmosphäre entgegen, die in unvergleichlich eindrucksvoller Weise musikalisches Handwerk, Reduktion und Leichtigkeit vereinen. Nicht zu Unrecht gilt Berlin für viele Musikliebhaber und -kritiker in dieser Hinsicht als Reeds frühes und bis heute unerreichtes Meisterstück.

AdW_LR_Berlin_Inlay7 Für den Höhepunkt von The Kids soll – der Legende nach – Bob Ezrin seinen Kindern weiß gemacht haben, ihre Mutter würde nicht mehr zurückkommen. Das dadurch provozierte, auf Band festgehaltene Heulen, Winseln und „Mummy“-Rufen der Kinder am Ende von The Kids ging und geht heute noch nicht nur Eltern durch Mark und Bein. Vielen Hörern wurde und wird es hier zu viel. Der abermals betont unterkühlte Nachsatz des Erzählers „and I am much happier this way“ spiegelt sich im folgenden „Funny thing, I’m not at all sad that it stopped this way“ (The Bed) wider, mit dem Carolines Selbstmord kommentiert wird. Doch in Anbetracht des Betts, wo sie einst ihre Kinder empfing und sich dann die Pulsadern aufschnitt, der kleinen und großen Erinnerungsstücke in dem Haus, das sie sich so mühsam erarbeitet hatten, klingen die Worte nun gebrochen und traurig, der Verlust nagt. Engelschöre markieren Carolines Entschweben aus dem Irdischen. Am Boden geblieben resümiert der Erzähler, wie alles so schön begonnen hatte („she looked like Mary Queen of Scotts“) und doch so daneben lief („just goes to show how wrong you can be“). Sad Song beschließt das emotional aufwühlendste Rock-Album bis dato. Dabei verschafft das große Finale mit deftigen Streichern und einem butterweichen Bläsersatz zum Ausklang dem Zuhörer Erlösung und Erleichterung und setzt der herausragenden Arbeit des Produzenten Bob Ezrins ein Denkmal.

AdW_LR_Berlin_Inlay8Dafür hatte Ezrin allerdings auch seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Im Versuch Lou Reeds Launen, seine Wankelmütigkeit und den Umstand, dass der Rockstar oftmals zu betrunken war um seine (Sprech-) Gesangsparts einzubringen, zu verdauen, griff auch Ezrin häufig zu Heroin. Als RCA kurz vor Ende der Aufnahmen verlauten ließ, sie würden lieber kein Doppelalbum veröffentlichen und Ezrin das fertige Werk um 14 Minuten kürzen musste – die verlorenen Minuten sind entgegen den üblichen Gepflogenheiten seitdem weder auf Bootlegs noch auf Re-releases wieder aufgetaucht – half dem Produzenten nur noch eine mehrmonatige Entziehungskur, um sein Leben wieder unter Kontrolle zu bringen.

Lou Reed hingegen kehrte schon bald wieder auf die Bühne zurück. Während die Musikpresse über Berlin fiel und mit deftigsten Abkanzelungen abtat, zeigten Fans und Musikfreunde nur Unverständnis und Ablehnung für Lous „Anti-Transformer„. Das wiederum nährte Reeds Destruktivität und Hass. Er radikalisierte sein Auftreten weiter, stellte eine nun deutlich kräftiger rockende Band (mit den Berlin-Musikern Hunter und Wagner) zusammen und gab fortan das Rock’n’Roll Animal, wovon das so betitelte Live-Album zeugen sollte. Wenige Monate später löste er auch den zweiten Teil seines Versprechens gegenüber RCA ein, das er abgegeben hatte, um das Label überhaupt erst zur Veröffentlichung von Berlin überreden zu können, und lieferte mit dem Album und der gleichnamigen Single Sally Can’t Dance einen Verkaufsrenner ab, der allerdings den Vergleich mit Berlin in keiner Weise standhält.

AdW_LR_Berlin_Inlay9Die erhoffte Anerkennung wurde Berlin erst im Lauf der frühen 80er-Jahre zuteil, indem Kritiker begannen ihre vernichtenden Erstmeinungen zu revidieren und dem mittlerweile immer mehr im Mittelmaß versinkenden Reed Anerkennung zollten. 2006 brachte Reed mit Steve Hunter in der Band Berlin etwas überraschend zum ersten Mal zur Gänze auf die Bühne und gab sich redlich Mühe seinen über die Jahre immer schlampiger gewordenen Sprechgesang am Original zu orientieren. Der von Julian Schnabel dabei entstandene Konzertfilm ist allerdings entbehrlich.

„Hörenswert – das Radiofabrik-Album der Woche“ präsentiert anlässlich seines 40. Geburtstags Lou Reeds Berlin und bringt als Bonus-Tracks zwei Aufnahmen, die in Paris während der Live-Tournée 1973/74 entstanden sind. Oliver Baumann wünscht gute Unterhaltung mit einem Albumklassiker aus dem Jahre 1973.

Playlist (des Albums)
Berlin
Lady Day
Men Of Good Fortune
Caroline Says I
How Do You Think It Feels
Oh Jim
Caroline Says II
The Kids
The Bed
Sad Song

Bonustracks (der Sendung)
Lady Day
Oh Jim (beide live in Paris, Mai 1974)

Und wer jetzt das Radiofabrik-Album-der-Woche hören will, der ist hier richtig. PW: OCP

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OCBoddity 250 (12.08.2013) – The Final Show

OCBoddity_end11 Songs to Say Goodbye“ hieß das Motto der 250. und gleichzeitig letzten Ausgabe von OCBoddity. Dabei gönnte sich Oliver Baumann einen entspannten und (kaum) wehmütigen Blick zurück auf 9 1/2 Jahre auf Rock, Pop and Indie at its Best. Rund 3000 (brandneue) Songs von ca. 1200 internationalen Bands und Musikschaffenden prägten den Weg, den OCBoddity auf der Radiofabrik ging.
Begleitet von einer Handvoll OCB-Favoriten ging dieser Weg am 12. August zu Ende. Schön war’s!

PLAYLIST
Editors, An End Has A Start
Grandaddy, I’m On Standby
Placebo, Song To Say Goodbye
The Coral, Goodbye
Ron Sexsmith, Sneak Out The Backdoor
Joseph Arthur, Say Goodbye
Talk Talk, The Party’s Over
The Rolling Stones, Going Home
Elton John, Goodbye Yellow Brick Road
Lou Reed, Goodnight Ladies
David Bowie, Rock’n’Roll Suicide (Live 73)


Zum Nachhören: OCBoddity 250 (12.08.2013) PW: OCBoddity

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OCBoddity im Juli 2013 … das Ende naht

OCB_bows_outOCBoddity geht dem Ende zu. Nach 9½ Laufzeit stelle ich die Sendung ein. Doch der Juli lief noch dreimal ganz unter dem Motto Rock, Pop & Indie at its Best and at its Newest! Mit dabei u.a. Joseph Arthur, Roque Wave, Artic Monkeys, Franz Ferdinand, Edwyn Collins usw. usw. usw. …
Auch wenn mir das gute Rockjahr 2013 die Entscheidung OCBoddity zu beenden nicht leicht gemacht hat, freu‘ ich mich schon auf ein Mehr an Freizeit und Zeit für andere (musikalische) Projekte und Abenteuer. Und im GÖTTERFUNK treib‘ ich ja ohnehin weiter mein Unwesen …
Also „falls wir uns nicht mehr hören sollten, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!“

PLAYLIST 247
Frank Turner, The Way I Tend To Be
Train, Drive By
Foals, Bad Habit
The House of Love, Money Man
The Dodos, Substance
Crime & The City Solution, American Twilight
Rogue Wave, College
Shout Out Louds, Where You Come In
Artic Monkeys, Do I Wanna Know?
Blitzen Trapper, Astronaut
Bill Ryder-Jones, Wild Swans
Josh Ritter, Evil Eye

PLAYLIST 248
We Are Scientists, Something About You
Franz Ferdinand, Right Action
The Vaccines, No Hope
Editors, A Ton of Love
David Bowie, Valentine’s Day
Pixies, Bagboy
Ivan & Alyosha, Be Your Man
Harper Simon, Eternal Question
John Grant, It Doesn’t Matter To Him
Joshua James, So Did I
Donavon Frankrenreiter, Shine
Scott Matthew, Darklands

PLAYLIST 249
Edwyn Collins, Dilemna
Suede, Snowblind
Madness, How Can I Tell You?
Portugal The Man, Modern Jesus
David Wax Museum, A Dog In This Fight
Rogue Wave, Siren’s Song
Regina Spektor, You’ve Got Time
Eleanor Freidberger, Stare At The Sun
Laura Marling, Devil’s Resting Place
Effi, Muzik
The Leisure Society, Forever Shall We Wait
Billy Bragg, There Will Be Reckoning
Joseph Arthur, Saint Of Impossible Causes


Zum Nachhören: OCBoddity 247 (08.07.2013) PW: OCBoddity


Zum Nachhören: OCBoddity 248 (22.07.2013) PW: OCBoddity


Zum Nachhören: OCBoddity 249 (29.07.2013) PW: OCBoddity

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GÖTTERFUNK mit OFFBEAT MAFIA (live & unplugged, 04.07.2013)

GoeFu_OffbeatMafiaSeit Jahren ist die OFFBEAT MAFIA als mitreißende Live-Reggae-Band bekannt. In wenigen Tagen wird die 9-köpfige Truppe aus dem Salzkammergut ihr Debütalbum „zweiundzwanzig“ präsentieren. Im GÖTTERFUNK, der Sendung für Bands und Musikschaffende aus Salzburg (und Umgebung) auf der Radiofabrik, gaben fünf OFFBEAT MAFIosi Hörproben aus dem noch unveröffentlichten Longplayer, dazu exklusive unplugged-Interpretationen und plauderten aus ihrem (Musiker-)Leben: Kurz gesagt GÖTTERFUNK at its best, mit Oliver Baumann hinterm Moderatoren-Pult! Und hier kann man’s nachhören!

PW: GoeFu

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