{"id":11215,"date":"2014-06-07T04:46:57","date_gmt":"2014-06-07T03:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=11215"},"modified":"2014-06-09T01:09:13","modified_gmt":"2014-06-09T00:09:13","slug":"von-den-besten-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2014\/06\/07\/von-den-besten-lernen\/","title":{"rendered":"Von den Besten lernen"},"content":{"rendered":"<p><strong>-&gt; Download: <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/260917\">Artarium vom Sonntag, 8. Juni<\/a> &#8211; Das Herzst\u00fcck dieser Sendung bildet eine alte ORF-Aufnahme von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oskar_Werner\">Oskar Werner<\/a> aus dem Jahr 1952, n\u00e4mlich seine Lesung von Rilkes <a href=\"http:\/\/www.gutenberg.org\/files\/24043\/24043-h\/24043-h.htm\">&#8222;Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke&#8220;<\/a>, zu finden auf der schon seit geraumer Zeit unter verschiedenen Labels kursierenden Poetry-CD <a href=\"http:\/\/www.discogs.com\/Oskar-Werner-Spricht-Rainer-Maria-Rilke-Oskar-Werner-Spricht-Rainer-Maria-Rilke\/release\/1728083\">&#8222;Oskar werner spricht Rainer Maria Rilke&#8220;<\/a>. Sind wir jetzt also vollends literarisch geworden &#8211; oder warum tun wir das? Nun, wir sind eben selbst &#8222;lyrische Menschen&#8220; (so tragen wir etwa am 18. 6. bei der KulturKeule im Das Kino sowie am 22. 6. beim Fairkehrten Fest im Nonntal aus eigenen Texten vor) und gern auch f\u00fcr jedwederlei generationen\u00fcbergreifende Begegnung mit Ausdruckskunst zu haben. Allerdings muss derlei auf Augenh\u00f6he geschehen, nicht als ehrf\u00fcrchtige Belehrung! Denn im Anfang war das Gedicht &#8211; und erst viel sp\u00e4ter wurde daraus ein Gesch\u00e4ft.<\/strong><\/p>\n<p>D<a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2014\/06\/Oskar-Werner-spricht-Rainer-Maria-Rilke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-11279\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2014\/06\/Oskar-Werner-spricht-Rainer-Maria-Rilke-300x270.jpg\" alt=\"Oskar Werner spricht Rainer Maria Rilke\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2014\/06\/Oskar-Werner-spricht-Rainer-Maria-Rilke-300x270.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2014\/06\/Oskar-Werner-spricht-Rainer-Maria-Rilke-1024x921.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2014\/06\/Oskar-Werner-spricht-Rainer-Maria-Rilke.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>och wir w\u00e4ren nicht wir, wenn wir es bei der blo\u00dfen Vorstellung eines <strong>durchaus denkw\u00fcrdigen<\/strong> Werks, noch dazu in einer schlichtweg einzigartigen Interpretation, bewenden lie\u00dfen \ud83d\ude09 Dieses Gustost\u00fcckerl an <strong>zeitloser SpokenWord-Intensit\u00e4t<\/strong> ist nicht nur an und f\u00fcr sich inspirierend und stilbildend, es bietet auch noch ein paar spezielle Anregungen f\u00fcr die <strong>Weiterentwicklung<\/strong> unserer sozialkritischen Gedanken:<\/p>\n<p><em>&#8222;Es ist eigenartig, dass sich ein Mensch, dessen Existenz von Terror bedroht ist, mit der ihn bedrohenden Instanz identifiziert, mit ihr verschmilzt, seine Identit\u00e4t einer vermeintlichen Rettung wegen aufgibt. Der Dichter Rainer Maria Rilke erfasste diese Tatsache intuitiv in seiner <strong>&#8222;Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke&#8220;<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf einem Feldzug gegen die Heiden wird dieser Cornet Rilke von Feinden umzingelt. Als Selbstschutz erlebt der Held des Gedichts die auf ihn einschlagenden blitzenden S\u00e4bel als einen lachenden, auf ihn niederrieselnden Wasserbrunnen. Um den Terror nicht zu registrieren, mit dem wir konfrontiert sind, und um die eigene seelische Einheit zu bewahren, werden wir blind. <strong>Anstatt den Realit\u00e4ten ins Auge zu schauen, halluzinieren wir eine Einheit mit dem uns bedrohenden Anderen und verlieren so die eigene Identit\u00e4t und manchmal sogar das Leben.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Dieser Prozess verursacht und steuert Gewalt, psychische oder k\u00f6rperliche. Die Wurzeln dieses uralten Mechanismus liegen in fr\u00fchester Kindheit, wenn die versorgenden Eltern versuchen, dem Kind ihren Willen aufzuzwingen. Diese Erfahrung von Gewalt bedroht jedes Kind mit dem <strong>Erl\u00f6schen seines eigenen<\/strong>, gerade erst im Entstehen begriffenen <strong>Selbst<\/strong>. Gerade solche Kinder, deren eigener Wille besonders gewaltt\u00e4tig unterdr\u00fcckt wurde, entwickeln einen verh\u00e4ngnisvollen Gehorsam und eine pathologische Treue gegen\u00fcber der Gewalt. So kommt ein Kreislauf in Gang, in dem Gewalt zur Grundlage des Seins wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zitate aus:<a href=\"http:\/\/www.irwish.de\/Site\/Biblio\/ArnoGruen\/Demokratie.htm\"><strong> Arno Gruen &#8211; Der Kampf um die Demokratie<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>-&gt; Download: Artarium vom Sonntag, 8. 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