{"id":14429,"date":"2015-08-20T05:24:11","date_gmt":"2015-08-20T04:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=14429"},"modified":"2015-08-23T19:55:06","modified_gmt":"2015-08-23T18:55:06","slug":"the-perverts-guide-to-slavoj-zizek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2015\/08\/20\/the-perverts-guide-to-slavoj-zizek\/","title":{"rendered":"The Pervert&#8217;s Guide to Slavoj \u017di\u017eek"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/294598\">Artarium vom Sonntsg, 23. August<\/a> <\/strong>&#8211; <strong>Ein Film \u00fcber Filme<\/strong> f\u00fcr die Menschen, die dem <strong>herrschenden Konsumismus<\/strong> kritisch gegen\u00fcber stehen &#8211; und die den dahinter steckenden <strong>Ideologien<\/strong> umfassend auf die Spur kommen wollen. Das <strong>Portrait eines Philosophen<\/strong>, dessen <strong>provokant zugespitzte Thesen<\/strong> oft in der schieren Masse seiner Ver\u00f6ffentlichungen untergehen. Und dessen <strong>unterhaltsame Ideologiekritik<\/strong> gern hinter <strong>Jaques Lacans<\/strong> einigerma\u00dfen <strong>vertrackter Psychoanalyse<\/strong> verschwindet. Wir wollen euch jedoch <strong>diesen Film<\/strong> gerade deshalb <strong>empfehlen<\/strong>, weil er es auf <strong>h\u00f6chst kunstvolle Weise<\/strong> bewerkstelligtt, <strong>etliche der H\u00f6hepunkte<\/strong> aus dem atemlosen Schaffen des <strong>Slavoj \u017di\u017eek<\/strong> verst\u00e4ndlich zu machen. Zun\u00e4chst ein Auszug aus unserem Artikel zur <strong><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/uncategorized\/reisen-norbert\/\">Reisen-Nachtfahrt vom Freitag, 14. August<\/a> <\/strong>als eine erste <strong>Inhaltsandeutung<\/strong>:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/perverts-guide.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-14434\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/perverts-guide-200x300.jpg\" alt=\"perverts guide\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/perverts-guide-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/perverts-guide-683x1024.jpg 683w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/perverts-guide.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Beim gegenst\u00e4ndlichen <strong>Filmtipp der Artarium-Redaktion<\/strong> handelt es sich um: <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YJ897SCgsEY\">The Pervert\u2019s Guide to Ideology<\/a><\/strong> von <strong>Sophie Fiennes<\/strong>. Wer sich, mit oder ohne <strong>sonstige Drogen<\/strong> (siehe Artwork) <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slavoj_%C5%BDi%C5%BEek\">Slavoj \u017di\u017eek<\/a><\/strong>, einen der <strong>letzten freifliegenden Philosophen der Popkultur<\/strong>, in die Pfeife stopfen will, wird und ist <strong>hiermit wunschgem\u00e4\u00df<\/strong> <strong>bedient!<\/strong> Auf seinem <strong>Parforceritt durch die Geschichte popul\u00e4rer Filmwerke<\/strong> entlarvt er einige der uns <strong>innewohnenden<\/strong> <strong>Scheinwelten<\/strong> als das, was sie letztendlich sind \u2013 und immer schon waren \u2013 <strong>Ideologien! <\/strong>Von Leni Riefenstahls <strong>\u201cTriumph des Willens\u201d<\/strong> (1936) \u00fcber den Salzburgschwachsinn <strong>\u201c<\/strong><strong>The Sond of Music\u201d<\/strong> (1965) oder Michelangelo Antonionis <strong>\u201c<\/strong><strong>Zabriskie Point\u201d<\/strong> (1970 &amp; geniale Filmmusik von Pink Floyd) bis zu neueren Kinoerfolgen wie James Camerons <strong>\u201cTitanic\u201d<\/strong> (1997) sowie Christopher Nolans <strong>\u201cThe Dark Knight\u201d<\/strong> (2008) zerpfl\u00fcckt er <strong>25 Spielfilme<\/strong> \u2013 und einige Werbespots. Besonders gelungen und hier <strong>zum Appetitmachen<\/strong> verlinkt: John Carpenters\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=18qD9hmU9xg\">\u201cThey Live\u201d<\/a>\u00a0<\/strong>(1988). <strong>Und jetzt setz die Sonnenbrille auf!<\/strong> Aber auch die <strong>Hinterfragung der christlichen Heilslehre<\/strong> anhand von Martin Scorseses <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tABnznhzdIY\">&#8222;The Last Temptation of Christ&#8220;<\/a><\/strong> ist ein paar <strong>eigene \u00dcberlegungen<\/strong> wert. Hierbei m\u00f6ge die folgende <strong>deutsche \u00dcbertragung<\/strong> helfen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich denke aber, man kann <strong>die Haltung des Christentums<\/strong> noch viel radikaler verstehen. Genau das vermittelt uns die Kreuzigungsszene in Scorseses Film: Was da am Kreuz stirbt, ist die Sicherheit (der Existenz) eines &#8222;gro\u00dfen Anderen&#8220;. <strong>Hier ist die christliche Botschaft also radikal gottlos, sprich atheistisch.<\/strong> Sie bedeutet, der Tod Christi ist kein Freikauf oder Handel, in dem Sinn, dass er durch sein Leiden f\u00fcr unsere S\u00fcnden bezahlt. (Wem bezahlen? Wof\u00fcr genau? Und so fort&#8230;) Sie bedeutet schlichtweg <strong>die Aufl\u00f6sung des Gottes, der uns den Sinn unseres Lebens sicherstellt<\/strong>. Das bedeutet auch der bekannte Ausspruch: &#8222;Eli, eli, lama sabachthani &#8211; Vater, warum hast du mich verlassen?&#8220;<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-14448\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj-300x200.jpg\" alt=\"analyze slavoj\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2015\/08\/analyze-slavoj.jpg 1683w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><em>Im Augenblick vor seinem Tod erfassen wir, was man in der (Lacan&#8217;schen) Psychoanalyse <strong>&#8222;subjective destitution&#8220;<\/strong> oder &#8222;Entmachtung des Ich&#8220; nennt &#8211; das vollkommene Heraustreten aus der Herrschaft der <strong>symbolischen Autorit\u00e4t<\/strong>, aus dem gesamten Bereich des <strong>&#8222;gro\u00dfen Anderen&#8220;<\/strong>. Naturgem\u00e4\u00df kann niemand wissen, was <strong>&#8222;Gott&#8220;<\/strong> von einem will &#8211; weil es keinen Gott gibt. Das ist jetzt der Jesus Christus, der unter anderem sagt: &#8222;Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wer nicht seinen Vater, seine Mutter,.. hasst, der kann nicht mein J\u00fcnger sein.&#8220; Freilich hei\u00dft das nicht, man soll seine Eltern jetzt aktiv hassen oder t\u00f6ten. Ich denke, dass <strong>&#8222;Famile&#8220;<\/strong> hier alle <strong>hierarchischen sozialen Beziehungen<\/strong> repr\u00e4sentiert. Die Botschaft von Jesus Christus lautet also: &#8222;Ich sterbe, aber <strong>mein Tod selbst ist die gute Nachricht<\/strong>. Er bedeutet, dass ihr jetzt allein seid &#8211; und euch frei entscheiden k\u00f6nnt. Bleibt <strong>in diesem heiligen Geist<\/strong>, der <strong>eben die Gemeinschaft der Glaubenden<\/strong> ist.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist falsch, zu meinen, die &#8222;Wiederkunft Christi&#8220; w\u00fcrde in der Form stattfinden, dass der irgendwie als menschliche Gestalt in Erscheinung tritt. <strong>Christus ist l\u00e4ngst anwesend, sobald Glaubende eine emanzipative Gemeinschaft bilden<\/strong>. Deshalb behaupte ich auch, dass der einzige Weg, wirklich Atheist zu sein, derjenige durch das Christentum hindurch ist. <strong>Das Christentum n\u00e4mlich ist viel atheistischer<\/strong> als der \u00fcbliche Atheismus, der zwar daf\u00fcr eintreten mag, dass Gott nicht existiert, dessen ungeachtet aber immer ein gewisses Vertrauen in ein &#8222;gro\u00dfes Anderes&#8220; beibeh\u00e4lt. Dieser oder dieses &#8222;gro\u00dfe Andere&#8220; kann entweder <strong>nat\u00fcrliche Notwendigkeit<\/strong> hei\u00dfen oder <strong>Evolution<\/strong> oder was auch immer. Als Menschen bleiben wir nichtsdestoweniger reduziert auf unsere Stellung innerhalb einer &#8222;zusammenstimmenden Aufforderung zur Entwicklung&#8220; oder so etwas \u00e4hnlichem. Wirklich schwierig zu akzeptieren ist jedoch &#8211; noch einmal &#8211; dass es <strong>\u00fcberhaupt nichts &#8222;gro\u00dfes Anderes&#8220; gibt<\/strong>, und somit keinerlei Bezugspunkt, der uns Sinn und Bedeutung garantiert.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Nicht einmal Slavoj \u017di\u017eek \ud83d\ude09<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntsg, 23. August &#8211; Ein Film \u00fcber Filme f\u00fcr die Menschen, die dem herrschenden Konsumismus kritisch gegen\u00fcber stehen &#8211; und die den dahinter steckenden Ideologien umfassend auf die Spur kommen wollen. Das Portrait eines Philosophen, dessen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2015\/08\/20\/the-perverts-guide-to-slavoj-zizek\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[67,68,69,15],"tags":[82,84,89,81],"class_list":["post-14429","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konzept-entwicklung","category-artarium-news","category-neue-projekte","category-sendungen","tag-filmvideo","tag-kunnst","tag-portrait","tag-review"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14429"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14429\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}