{"id":15620,"date":"2016-03-17T22:44:34","date_gmt":"2016-03-17T21:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=15620"},"modified":"2016-03-20T21:53:32","modified_gmt":"2016-03-20T20:53:32","slug":"das-kabarett-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2016\/03\/17\/das-kabarett-ist-tot\/","title":{"rendered":"Das Kabarett ist tot"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/311551\" target=\"_blank\">Artarium vom Sonntag, 20. M\u00e4rz<\/a><\/strong> &#8211; <strong>Das Kabarett<\/strong> ist <strong>nicht<\/strong> tot. Und auch <strong>nicht totzukriegen<\/strong>. So formulierte es <strong>Georg Kreisler<\/strong> schon in den 70er Jahren: <em>\u201cDer moderne Kabarettist hat eins erfasst: <strong>Bleibe sympathisch<\/strong>, dann bist du demokratisch.\u201d<\/em> Denn wie <strong>Schauspieler auf den Bretterstrich<\/strong> gehen, der ihnen die Welt bedeutet, und mit ihrer <strong>Kunst um die Gunst<\/strong> des Publikums buhlen, so wetteifern auch <strong>Kabarettisten<\/strong> (und -innen!) um <strong>Sympathien und Sendepl\u00e4tze<\/strong>, was wohl ein Grund daf\u00fcr ist, warum wirklich <strong>kritisches politisches Kabarett<\/strong> gerade hierzulande <strong>Seltenheitswert<\/strong> besitzt. W\u00e4hrend in Deutschland <strong>Satireformate<\/strong> wie <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/die-anstalt\/die-anstalt-31443710.html\" target=\"_blank\"><strong>Die Anstalt<\/strong><\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.heute-show.de\/zdf\/\" target=\"_blank\"><strong>heute-show<\/strong><\/a> prominent platziert <strong>im \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen (ZDF)<\/strong> stattfinden, beschr\u00e4nkt sich die <strong>satirische Systemkritik<\/strong> in \u00d6sterreich auf <strong><a href=\"http:\/\/www.willkommen-oesterreich.tv\/\" target=\"_blank\">Gags bei Stermann und Grissemann<\/a><\/strong>&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_15626\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg.jpg\" rel=\"attachment wp-att-15626\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15626\" class=\"wp-image-15626 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg-300x201.jpg\" alt=\"Marksalzburg\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg-300x201.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg-768x514.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2016\/03\/Marksalzburg-448x300.jpg 448w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15626\" class=\"wp-caption-text\">MARK 2007 (Foto: Angela Armstorfer)<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr uns beinah <strong><em>\u201cso sexy wie ein Quickie am Dixiklo\u201d<\/em><\/strong> (danke Volker Str\u00fcbing). Dar\u00fcber hinaus hat man sich bereits <strong>reichlichst<\/strong> \u00fcberlegt, wieso <strong>das politische Kabarett in Deutschland<\/strong> noch immer lebendig wirkt, w\u00e4hrend es <strong>in \u00d6sterreich<\/strong> fast schon versch\u00e4mt <strong>als Mumie seiner selbst<\/strong> in den <strong>Nischen des Untergrunds<\/strong> umzugehen scheint. Belassen wir es halt einmal dabei &#8211; und <strong>h\u00f6ren<\/strong>, <strong>sehen<\/strong>, <strong>sp\u00fcren<\/strong> wir uns stattdessen dortselbst um, wo eine besondere <strong>sprachliche Eleganz<\/strong> des Vortrags uns Lust auf <strong>Erkenntnisgewinn<\/strong> erwecket (Jochen Malmsheimer) oder die <strong>Ge\u00fcbtheit des Gedankengehens<\/strong> uns neu kombinierte <strong>Einsichten ins Erbe humanistischer Bildung<\/strong> beschert (Georg Schramm). Zwei solche Vortr\u00e4ge haben wir bei der <strong>Veranstaltung<\/strong> <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-5SYZEQQnN8\" target=\"_blank\">\u201cGro\u00dfe Kleinkunst\u201d &#8211; 50 Jahre Unterhaus<\/a><\/strong> (in Mainz) entdeckt. Zudem gibts den fr\u00fcheren <strong>Weltklasse-Bariton Thomas Quasthoff<\/strong>, den wir als <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PffEGkO06Y4\" target=\"_blank\"><strong>humorigen Helene-Fischer-Interpreten<\/strong><\/a> kennen, und der in seinem ersten <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Bqx-16M6E9c\" target=\"_blank\">3-Personen-Programm \u201cKeine Kunst\u201d<\/a><\/strong> einen furiosen <strong>\u201cFaust 1 und 2 in 3 Minuten\u201d<\/strong> abfeuert, <strong>dass einem die Breitseiten weh tun<\/strong>. Worum k\u00f6nnte es <strong>beim Kabarett<\/strong> also noch gehen, wenn <strong>das Private politisch<\/strong> oder <strong>das Kulturelle kritisch<\/strong> betrachtet wird?<\/p>\n<p><em>\u201cVerantwortungslose Verwaltungsfachangestellte mit Kontrollzwang, also das, was wir <strong>in Verkennung der Wahrheit Regierungen<\/strong> nennen, versuchen uns einzureden, die Voraussetzungen f\u00fcr ein anst\u00e4ndiges Duell seien inzwischen weggefallen. Aber das stimmt nicht. Im Gegentum, sie werden st\u00e4ndig mehr! <strong>Die staatlichen Organe<\/strong> aber sind nur desinteressiert, willenlos, kenntnisfrei oder zu stumpf, um empfindliche Menschen zu sch\u00fctzen oder diesen im Schadensfalle Genugtuung zu verschaffen. Nehmen wir es darum wieder selbst in die Hand, und streiten f\u00fcr das Gute, Sch\u00f6ne und Wahre! <strong>Ziehen wir die Klinge blank<\/strong> gegen rhetorische Gedankenarmut und geschmackliche Totgeburten, gegen sinnliche Verwahrlosung, <strong>gegen die Vertalkung des Gespr\u00e4chs<\/strong>, gegen die Kompostierung des Kompliments, gegen die Verrohung der Verehrung, gegen die Ver\u00f6ffentlichung alles Privaten, gegen die Verachtung des Fremden, gegen Dumpfbichelei und Herzverholzung, <strong>gegen die Lawinen von Schei\u00dfe<\/strong>, die sich durch die wirkliche wie die virtuelle Welt w\u00e4lzen und unser aller Leben bis in das letzte Filament hinein durchseuchen, <strong>gegen den ganzen verdammten Rotz<\/strong>, der da drau\u00dfen jeden Tag unwidersprochen in unser Leben geschissen wird. <strong>Forden wir sie heraus!<\/strong>\u201d<\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.jochenmalmsheimer.de\/\" target=\"_blank\">Jochen Malmsheimer<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntag, 20. 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