{"id":21691,"date":"2021-03-07T19:52:24","date_gmt":"2021-03-07T18:52:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=21691"},"modified":"2021-03-14T19:52:56","modified_gmt":"2021-03-14T18:52:56","slug":"ok-computer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2021\/03\/07\/ok-computer\/","title":{"rendered":"OK Computer"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/493069\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artarium vom Sonntag, 14. M\u00e4rz<\/a><\/strong> &#8211; Das <strong>1997<\/strong> erschienene Album <strong>OK Computer<\/strong> von <a href=\"https:\/\/radiohead.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Radiohead<\/strong><\/a> gilt als <strong>eines der wegweisendsten Werke<\/strong> der britischen Musikgeschichte (wenn man nicht zwanghaft zwischen <strong>E-<\/strong> und <strong>U-Musik<\/strong> unterscheiden muss). <strong>Diese EU-Grenze<\/strong> haben die <strong>5 Freunde aus Oxford<\/strong> ohnehin l\u00e4ngst aufgel\u00f6st, vor allem der <strong><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Jonny_Greenwood\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gr\u00fcnwald Hansi<\/a> (Jonny Greenwood)<\/strong>, der in seinen <strong>Filmmusiken<\/strong> und <strong>Soloprojekten<\/strong> schon auch mal <strong>E-Musik-Gr\u00f6\u00dfen<\/strong> wie\u00a0<strong>Krzystof Penderecki<\/strong>, <strong>Olivier Messiaen<\/strong> oder <strong>Arvo P\u00e4rt<\/strong> zu <strong>neuen Formen integriert<\/strong> hat. Gemeinsam mit S\u00e4nger <strong>Thom Yorke<\/strong> und Filmmusikmeister <strong>Hans Zimmer<\/strong> entstand k\u00fcrzlich der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2f9SItUEtJ8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Soundtrack<\/strong> <strong>zur BBC-Naturdoku Blue Planet II<\/strong><\/a>. <strong>Absolut sehens- wie h\u00f6renswert!<\/strong> Und wie alle zutiefst <strong>aus dem Leben gesch\u00f6pfte Kunst<\/strong> keines <strong>Genreschachterls<\/strong> mehr bed\u00fcrftig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21693\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer-300x300.jpg\" alt=\"OK Computer\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2021\/03\/OK-Computer.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Denn hier wird <strong>tief gesch\u00fcrft<\/strong> und einerseits <strong>kunstvoll<\/strong>, andererseits <strong>ehrlich<\/strong> das <strong>eigene Empfinden<\/strong> in erlebbarer Form dargestellt &#8211; und <strong>dadurch<\/strong> (ist es Zauberei?) etwas vom <strong>Lebensgef\u00fchl einer ganzen Generation<\/strong> ausgedr\u00fcckt. Wie das heute noch wahrgenommen wird, l\u00e4sst sich in <strong>zahllosen kritischen W\u00fcrdigungen<\/strong>, etwa anl\u00e4sslich der erweiterten <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xZUBP-uWwUE&amp;list=PLm4ovLHmWqKZyOIgnco_NkJAlxT7B8up2&amp;index=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuver\u00f6ffentlichung<\/a> 2017<\/strong> mit dem Zusatz <strong>OKNOTOK<\/strong> <strong>nachlesen<\/strong>. Und ganz gleich, ob da die <strong>musikgeschichtliche<\/strong> oder die <strong>gesellschaftliche Bedeutung<\/strong> des <strong>Stilgrenzen aufl\u00f6senden Ausnahmewerks<\/strong> im Vordergrund steht, ein Aspekt kommt dabei immer (wenn auch zwischen den Zeilen) zum Ausdruck: <strong>Die prophetische und zukunftsvision\u00e4re Dimension<\/strong>. Wollen wir das einmal explizit herleiten: <strong>Prophetie<\/strong> als Wort kommt <strong>aus dem Altgriechischen<\/strong> und hat, wie <strong>in dieser Sprache<\/strong> weithin \u00fcblich, ein sehr <strong>breites Bedeutungsspektrum<\/strong>. Keineswegs l\u00e4sst es sich auf die beiden uns gel\u00e4ufigsten <strong>Entsprechungen<\/strong> reduzieren, n\u00e4mlich <strong>\u201cf\u00fcr (einen) Gott sprechen\u201d<\/strong> und <strong>\u201cdie Zukunft vorhersagen\u201d<\/strong>. Wenn wir dazu <strong>den Begriff<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=f55XObHClOc#t=38m45s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cVertikale Resonanz\u201d<\/strong><\/a> (wie <strong>Hartmut Rosa<\/strong> ihn erkl\u00e4rt) einf\u00fchren, der <strong>Religion<\/strong>, <strong>Naturerleben<\/strong> und <strong>Kunstgenuss<\/strong> umspannt, dann k\u00f6nnen wir die <strong>Prophetie von Radiohead<\/strong> als <strong>tiefes Eintauchen<\/strong> <strong>ins eigene Empfinden<\/strong> verstehen, das eben dadurch viel <strong>zur Entwicklung aller aussagt<\/strong>.<\/p>\n<p>Wie schon so oft haben <strong>die Kolleg_innen vom Deutschlandfunk<\/strong> diesen Umstand <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/20-jahre-ok-computer-eine-platte-fuer-die-ewigkeit.807.de.html?dram:article_id=388940\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>in einem hervorragenden Artikel<\/strong><\/a> beleuchtet (und es ist <strong>Balsam f\u00fcr die Ohren<\/strong>, wenn der <strong>Musikkritiker<\/strong> tats\u00e4chlich <strong>H\u00f6rmann<\/strong> hei\u00dft). Wir erlauben uns, daraus <strong>zu zitieren:<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201cDie Digitalisierung steckt Mitte der 1990er Jahre noch in ihren Kinderschuhen. Das Internet macht die ersten Schritte: Noch gibt es keine Smartphones, keine Sozialen Medien. Und doch werden wir langsam zu von Maschinen gesteuerten Menschen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Fitter, happier \/ More productive \/ Comfortable \/ Not drinking too much\u2026<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Die menschgewordenen Maschinen bestimmen immer mehr unser Leben. Und der Computer beginnt, uns zu dominieren. Radiohead komponieren dazu einen Kultur-Skeptizismus. OK Computer: Du versprichst Gutes, wir bef\u00fcrchten B\u00f6ses. Datentransfer und Transitverkehr \u2013 alles ist in Bewegung, die Welt rauscht an uns vorbei. Die Vernetzung der Maschinen, die Vereinzelung des Menschen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Calm, fitter, healthier and more productive \/ A pig in a cage on antibiotics<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Schwein im K\u00e4fig, vollgepumpt mit Antibiotika. Die Welt ist grausam. Nat\u00fcrlich.\u00a0\u00a0 Und dein Leben ist klaustrophobisch. Oh ja, auch das.\u201d<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntag, 14. M\u00e4rz &#8211; Das 1997 erschienene Album OK Computer von Radiohead gilt als eines der wegweisendsten Werke der britischen Musikgeschichte (wenn man nicht zwanghaft zwischen E- und U-Musik unterscheiden muss). 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