{"id":23099,"date":"2022-07-03T16:56:48","date_gmt":"2022-07-03T15:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=23099"},"modified":"2022-07-10T18:28:24","modified_gmt":"2022-07-10T17:28:24","slug":"flowerpornoes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2022\/07\/03\/flowerpornoes\/","title":{"rendered":"Flowerpornoes"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/566104\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artarium vom Sonntag, 10. Juli<\/a><\/strong> &#8211; <strong>Ein Bandname zum Verlieben:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OrGd13FonIA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Flowerpornoes<\/strong><\/a> &#8211; die logische (und durchdachte) Weiterf\u00fchrung <strong>von Bl\u00fcmchensex<\/strong> <strong>zum Breitwandvideo<\/strong>. <strong>Und ein Albumtitel<\/strong>, der mich <strong>auch augenblicks<\/strong> in <strong>seinen<\/strong> <strong>poetischen Bann<\/strong> zieht: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2827346\/flowerpornoes-wie-oft-musst-du-vor-die-wand-laufen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cWie oft musst du vor die Wand laufen, bis der Himmel sich auftut?\u201d<\/strong><\/a> <strong>In den 80ern<\/strong>, als <strong>Tom Liwa<\/strong> (noch vor Blumfeld etc.) <strong>auf Deutsch<\/strong> zu <strong>texten und singen<\/strong> begann, hab ich das (wie so vieles in den 80ern) <strong>nur am Rand<\/strong> <strong>mitbekommen<\/strong>. Als aber <strong>2007 nach \u00fcber 10-j\u00e4hriger Bandpause<\/strong> das <strong>Album zur tiefgr\u00fcndigen Wiedervereinigung<\/strong> der <a href=\"https:\/\/tomliwa.bandcamp.com\/album\/morgenstimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>immerw\u00e4hrenden Kultband<\/strong><\/a> herauskam, da war ich bereiter f\u00fcr jene <strong>lyrisch verklausulierten Offenbarungen<\/strong>, die das Schaffen rund um diesen <strong>so r\u00e4tselhaft vertraut wirkenden Tom-Liwa-Kosmos<\/strong> ausmachen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-23104\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes-300x300.jpg\" alt=\"Flowerpornoes\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes-768x768.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2022\/07\/Flowerpornoes.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Auf der Suche nach <strong>erhellendem Begleitmaterial<\/strong> stie\u00df ich auf der Seite des Hamburger <a href=\"https:\/\/www.knusthamburg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>KNUST<\/strong><\/a> auf einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen <a href=\"https:\/\/www.knusthamburg.de\/programm\/tom-liwa-solo-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Text zu Tom Liwa<\/strong>,<\/a> der unter anderem das <strong>fr\u00fcher schon<\/strong> von <strong>Peter Gabriel<\/strong> eingeforderte <strong>Gleichgewicht aus Verborgenem und Hergezeigtem<\/strong> hervorstreicht, das <strong>jeglicher guten Kunst zugrunde liegt<\/strong>. Oder, wie ich das auch formulieren w\u00fcrde: <strong><em>\u201cLiebe ist ein angewandtes Paradoxon.\u201d<\/em> <\/strong>Der Autor dieser sehr <strong>lesenswerten Betrachtungen<\/strong> d\u00fcrfte der <strong>Erlanger Musiker <a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/region\/erlangen\/ich-kann-mich-auf-meine-lieder-verlassen-1.1269860\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter \u201cPoint\u201d Gruner<\/a><\/strong> (und nicht Gruber) sein der uns mit seiner Band <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/point-spielverderber\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cDie Spielverderber\u201d<\/strong><\/a> einen sch\u00f6nen Song \u00fcber <strong>Verschw\u00f6rungstheorien und Esoterikgeschwurbel<\/strong> dargebracht hat: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Br-vJs_zbEY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cIch hab das Licht gesehen\u201d<\/strong>.<\/a> &#8211; Weil der so <strong>wissend und einf\u00fchlsam<\/strong> \u00fcber das <strong>Entstehen von Tom Liwas Texten und Liedern<\/strong> zu schreiben versteht, <strong>zitiere ich ihn hier<\/strong> ausf\u00fchrlich:<\/p>\n<p><em>\u201cWie oft musst du vor die Wand laufen bis der Himmel sich auftut? Eine Textzeile und ein Albumtitel, der f\u00fcr Tom Liwa mehr sein d\u00fcrfte als nur eine rhetorische Frage. Das Suchen, das Hinterfragen, die Sehnsucht nach Vollkommenheit treibt die Kunst im Allgemeinen an. Und Tom Liwa im Speziellen. Wobei man sich den Duisburger S\u00e4nger und Songschreiber, diesen vielschichtigen Spielmann, Dichter und Philosophen, diesen Traumt\u00e4nzer und Traumdeuter kaum vorstellen kann, wie er sich zornig, mit blutiger Stirn, gegen unnachgiebige Widerst\u00e4nde wirft. Eher l\u00e4uft er um die Wand herum, springt dr\u00fcber oder spaziert einfach mitten durch \u2013 sind die Dinge doch selten das, was sie scheinen.<\/em><\/p>\n<p><em>Und genau das ist es auch, was Tom Liwa, seit er Mitte der Achtziger Jahre mit den Flowerpornoes auf der Bildfl\u00e4che erschienen ist, bis heute so faszinierend macht: Man kriegt ihn einfach nicht zu fassen. Es gibt kaum einen deutschen Songschreiber, der in seinen Liedern so viel von sich preisgibt und dennoch so r\u00e4tselhaft bleibt. Zu offenen, schwebenden Gitarrenakkorden vermengt er Autobiografisches mit surrealen lyrischen Bildern, die oft wie eine Br\u00fccke wirken zwischen dem Bewussten und dem Unterbewussten. Wenn Tom Liwa von den Schaupl\u00e4tzen seiner Kindheit und Jugend singt, dann klingt das nicht nostalgisch, sondern vielmehr wie ein Eintauchen in den gro\u00dfen, unergr\u00fcndlichen Strom der Zeit, in dem es keinen Unterschied gibt zwischen Gestern, Heute und Morgen, zwischen Geburt und Tod. Singt er von der Liebe \u2013 und das tut er fast immer, auf die eine oder andere Weise \u2013 dann kann das angesprochene Gegen\u00fcber eine Frau sein, genauso gut aber auch ein h\u00f6heres Selbst oder der innere Schweinehund.<\/em><\/p>\n<p><em>Vermutlich trifft auf Liwa das Gleiche zu, was der Humorist Wiglaf Droste mal \u00fcber Van Morrison geschrieben hat. Dessen Ges\u00e4nge seien \u201cZwiegespr\u00e4che mit seinem Gott, die manche Leute als Songs missverstehen\u201d. Dass ihm dabei nicht mal halb so viele Menschen zuh\u00f6ren wie er verdient h\u00e4tte mag ihn kr\u00e4nken oder ihm egal sein. Tom Liwa wird so oder so weiter bergeweise Songs schreiben, wird weiter mit Skepsis und Anteilnahme, mit Liebe und Spott auf die Welt und seine eigenen Befindlichkeiten blicken, wird seinen inneren Kosmos immer wieder neu vermessen, nur um festzustellen, dass er genauso begrenzt wie grenzenlos ist. Und wird uns einen Spalt weit die T\u00fcr \u00f6ffnen zu einer Welt, die immer genau so sch\u00f6n ist, wie wir sie uns ertr\u00e4umen.\u201d<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntag, 10. Juli &#8211; Ein Bandname zum Verlieben: Flowerpornoes &#8211; die logische (und durchdachte) Weiterf\u00fchrung von Bl\u00fcmchensex zum Breitwandvideo. 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