{"id":24059,"date":"2023-04-26T12:10:36","date_gmt":"2023-04-26T11:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=24059"},"modified":"2023-04-30T18:34:12","modified_gmt":"2023-04-30T17:34:12","slug":"ausloeschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2023\/04\/26\/ausloeschung\/","title":{"rendered":"Ausl\u00f6schung"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/618217\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artarium vom Sonntag, 30. April<\/a><\/strong>\u00a0&#8211; An diesem Sonntag im April j\u00e4hrt sich zum 85. Mal die <a href=\"https:\/\/www.erinnern.at\/bundeslaender\/salzburg\/salzburger-buecherverbrennung-1938-2013-interview-anlaesslich-des-jahrestages-am-30.-april-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cSalzburger B\u00fccherverbrennung\u201d<\/strong>,<\/a> die kurz nach dem <strong>\u201cAnschluss\u201d \u00d6sterreichs 1938<\/strong> von <strong>fanatisierten Salzb\u00fcrgern (und -innen!)<\/strong> inszeniert worden ist. Und auch in diesem Jahr l\u00e4dt die <strong>Inititive Freies Wort<\/strong> wieder <strong>zum Gedenken an die<\/strong> <strong>Ausl\u00f6schung von Gedanken<\/strong>, <strong>Worten<\/strong> und eben auch <strong>menschlichen Existenzen<\/strong> ins <a href=\"https:\/\/www.literaturhaus-salzburg.at\/veranstaltungen\/widerstand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Literaturhaus &#8211; zum \u201cWiderstand\u201d<\/strong><\/a> (am Sonntag, 30. April um 11:00 Uhr). Wir fragen uns, <strong>wer<\/strong> damals alles <strong>\u201cverbrannt\u201d<\/strong> worden ist und <strong>was<\/strong> die da so <strong>geschrieben<\/strong> haben, dass es gar so dringend <strong>\u201causgemerzt\u201d<\/strong> werden sollte. Wir bieten <strong>Innenansichten<\/strong> aus dem <strong>Werk von<\/strong> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stefan_Zweig#1934_bis_1942_\u2013_Exiljahre\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Stefan Zweig<\/strong><\/a> und \u00fcberlegen uns, was das mit einem Autor (oder einer Autorin) macht, wenn er\/sie <strong>in Todesangst<\/strong> aus der eigenen <strong>Sprachheimat<\/strong> weg muss.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-24070\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende-225x300.jpg\" alt=\"Licht am Ende\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2023\/04\/Licht-am-Ende.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>\u201cAber wenn auch nur ein Wahn, so war es doch ein wundervoller und edler Wahn, dem unsere V\u00e4ter dienten, menschlicher und fruchtbarer als die Parolen von heute. Und etwas in mir kann sich geheimnisvoller Weise trotz aller Erkenntnis und Entt\u00e4uschung nicht ganz von ihm losl\u00f6sen. Was ein Mensch in seiner Kindheit aus der Luft der Zeit in sein Blut genommen, bleibt unausscheidbar. Und trotz allem und allem, was jeder Tag mir in die Ohren schmettert, was ich selbst und unz\u00e4hlige Schicksalsgenossen an Erniedrigung und Pr\u00fcfungen erfahren haben, ich vermag den Glauben meiner Jugend nicht ganz zu verleugnen, dass es wieder einmal aufw\u00e4rts gehen wird trotz allem und allem. Selbst aus dem Abgrund des Grauens, in dem wir heute halb blind herumtasten mit verst\u00f6rter und zerbrochener Seele, blicke ich immer wieder auf zu jenen alten Sternbildern, die \u00fcber meiner Kindheit gl\u00e4nzten, und tr\u00f6ste mich mit dem ererbten Vertrauen, dass dieser R\u00fcckfall dereinst nur als Intervall erscheinen wird in dem ewigen Rhythmus des Voran und Voran.\u201d<\/em> So beschreibt <strong>Stefan Zweig im Exil<\/strong> r\u00fcckblickend seine verlorene <strong>Welt der Sicherheit<\/strong>\u00a0&#8211; in seinen <strong>posthum erschienen<\/strong> Erinnerungen eines Europ\u00e4ers <a href=\"https:\/\/www.fischerverlage.de\/buch\/stefan-zweig-die-welt-von-gestern-9783596902583\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Die Welt von Gestern<\/strong>.<\/a> Traurig, aber wahr.<\/p>\n<p><strong>Und die Frauen?<\/strong> Wir haben <a href=\"https:\/\/theodorkramer.at\/verlag\/autor-innen\/stella-rotenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>eine Dichterin<\/strong><\/a> entdeckt, die <strong>nach ihrer Vertreibung<\/strong> dort geblieben ist, wo man sie aufgenommen hat &#8211; und die <strong>das Tragische<\/strong> des <strong>Dichters im Exil<\/strong> in ihrem gleichnamigen Gedicht <strong>meisterhaft<\/strong> zum Ausdruck bringt. Damit wollen wir euch jetzt <strong>euren Zust\u00e4nden<\/strong> \u00fcberlassen &#8211; und euch <strong>zugleich zum Zuh\u00f6ren einladen<\/strong>, denn in unserer Sendung gibt es noch mehr zu entdecken von und mit <strong>Bertolt Brecht<\/strong>, <strong>Theodor Kramer<\/strong>, <strong>Stefan Zweig<\/strong>, <strong>Carl Zuckmayer<\/strong> und eben jener\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stella_Rotenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Stella Rotenberg:<\/strong><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Der Dichter im Exil<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Mir muss Vergessenes reichen; <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>mit Verschollenem halte ich Haus. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Aus Verd\u00e4mmerndem klaube<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>ich Scherben von Silben zu W\u00f6rtern heraus.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Das sind noch gesegnete Tage. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Scherben sind endlicher Hort. <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Wo hole ich, wenn die Verstummung kommt <\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>Buchstaben f\u00fcr mein Wort?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.friedensbuero.at\/wp-content\/uploads\/www.friedensbuero.at-salzburger-buecherverbrennung-material-buecherverbrennung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>PS. Empfehlenswerte Materialsammlung<\/strong>, <\/a>bereitgestellt vom <a href=\"http:\/\/www.friedensbuero.at\/kranichartikel\/salzburger-buecherverbrennung-nie-gehoert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Friedensb\u00fcro Salzburg<\/strong><\/a> &#8211; rund um die <strong>Salzburger B\u00fccherverbrennung<\/strong> und durchaus noch <strong>dar\u00fcber hinaus<\/strong>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntag, 30. April\u00a0&#8211; An diesem Sonntag im April j\u00e4hrt sich zum 85. Mal die \u201cSalzburger B\u00fccherverbrennung\u201d, die kurz nach dem \u201cAnschluss\u201d \u00d6sterreichs 1938 von fanatisierten Salzb\u00fcrgern (und -innen!) inszeniert worden ist. 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