{"id":26734,"date":"2025-10-14T22:51:18","date_gmt":"2025-10-14T21:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=26734"},"modified":"2025-10-19T20:06:07","modified_gmt":"2025-10-19T19:06:07","slug":"kolonialwaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2025\/10\/14\/kolonialwaren\/","title":{"rendered":"Kolonialwaren"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.media\/739423\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artarium vom Sonntag, 19. Oktober<\/a><\/strong>\u00a0&#8211; Wenn heute jemand das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N-Wort\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>N-Wort<\/strong><\/a> (f\u00fcr Menschen dunkler Hautfarbe) nicht verwenden will, dann hoffentlich deshalb, weil es (und seine noch abwertendere Variante, die <strong>schwarze Menschen als rechtlosen Besitz<\/strong> wei\u00dfer Plantagenbesitzer bezeichnet) nach wie vor <strong>die Geschichte<\/strong> eines \u00fcber Jahrhunderte ver\u00fcbten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sklaverei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Verbrechens gegen die Menschlichkeit<\/strong><\/a><strong> weiter erz\u00e4hlt<\/strong> &#8211; und zwar so, <strong>als w\u00e4re es ganz normal gewesen<\/strong>, <strong>mit Menschen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kolonialwaren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie mit Kolonialwaren<\/a> zu handeln<\/strong> &#8211; <strong>Sachen<\/strong>, <strong>die einem geh\u00f6ren<\/strong> und <strong>mit denen man machen kann<\/strong>, <strong>was man will<\/strong>. Und wenn wir uns heute <strong>so umschauen<\/strong> auf der Welt, dann <strong>wird genau die Geschichte &#8211;<\/strong><strong> von h\u00f6heren und niedrigeren Menschen und<\/strong> <strong>vom Recht der einen<\/strong>, <strong>die anderen zu besitzen und zu beherrschen &#8211; vielerorts wieder traurige Realit\u00e4t<\/strong>.<\/p>\n<div id=\"attachment_26749\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-26749\" class=\"wp-image-26749 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1-300x290.jpg\" alt=\"Kolonialwaren\" width=\"300\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1-300x290.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1-768x743.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1-310x300.jpg 310w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Kolonialwaren-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-26749\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Foto: <a href=\"https:\/\/www.schlot.at\/2008\/09\/08\/w-1160-julius-meinl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlot.at Beitrag: Julius Meinl<\/a><\/strong><\/p><\/div>\n<p>Nun haben wir <strong>in \u00d6sterreich keine <em>b\u00f6se<\/em> Kolonialgeschichte<\/strong> (wie etwa <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kongogr%C3%A4uel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>die belgische<\/strong><\/a> eine war) &#8230; m\u00f6chte man immerhin meinen. Doch wenn wir unser Augenmerk von Afrika oder <strong>\u00fcberseeischen Gebieten<\/strong> auf den <strong>benachbarten Balkan<\/strong> richten, dann sieht das schon wieder anders aus. <strong>Auch wenn es dabei nicht um den allseits begehrten Kaffee ging<\/strong>, <strong>um <em>Kolonialwaren<\/em><\/strong> <strong>und deren<\/strong> <strong>billige Inbesitznahme ging es auch im Fall von<\/strong> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichische_Kolonialpolitik#Begriffskritik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Bosnien-Herzegowina<\/strong>.<\/a> <strong>Meine eigene Familiengeschichte<\/strong> kann davon <strong>Finsteres<\/strong> berichten &#8211; und zwar von Seiten der <strong>T\u00e4ter*innen<\/strong>. Noch heute preist man etwa den <strong>Holzreichtum Bosniens<\/strong> als gewaltige nat\u00fcrliche <strong>Ressource<\/strong>. Zur Zeit der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_von_Bosnien_und_Herzegowina#%C3%96sterreichisch-ungarische_Zeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Okkupation<\/strong><\/a> (und sp\u00e4ter Annexion) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_von_Bosnien_und_Herzegowina#%C3%96sterreichisch-ungarische_Zeit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>durch \u00d6sterreich-Ungarn<\/strong><\/a> (von 1878 bis 1918) wurde <strong>mein Urgro\u00dfvater<\/strong> als ein Mitglied der <strong>\u201ck.u.k. Landesregierung\u201d<\/strong> in hohen Positionen der <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/Valentin-Miklau-Hof-und-Staatshandbuch-Bosnien-Hercegowina-1912.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cForstabteilung\u201d<\/strong><\/a> damit besch\u00e4ftigt, <strong>so viel Holz als m\u00f6glich<\/strong> aus den bosnischen W\u00e4ldern <strong>\u201czu gewinnen\u201d<\/strong>, und zwar um <strong>Schwellen<\/strong> f\u00fcr den <strong>Eisenbahnbau<\/strong> <strong>in der gesamte Monarchie<\/strong> bereit zu stellen. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tbQr1uswacY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hier ein Video seiner Villa in Sarajevo<\/strong>.<\/a><\/p>\n<p>Man kann ihn also durchaus als <strong>einen privilegierten Auspl\u00fcnderungsbeauftragten<\/strong> bezeichnen. Und jetzt schauen wir uns einmal <strong>das Verh\u00e4ltnis<\/strong> der \u00d6sterreicher*innen <strong>zu den Einwohner*innen Ex-Jugoslawiens<\/strong> an &#8211; wie es sich seit damals <strong>entwickelt<\/strong> hat &#8211; und wie es sich heute <strong>darstellt<\/strong> und vor allem <strong>anf\u00fchlt<\/strong> (und zwar f\u00fcr beide Seiten). An diesem Punkt der \u00dcberlegung kommt unweigerlich <strong>das \u00f6sterreichische T-Wort<\/strong>, n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschusch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cTschusch\u201d<\/strong>,<\/a> ins Spiel. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wElHem1KT_c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Danke<\/strong>, <strong>Lukas Resetarits!<\/strong><\/a> Und die bemerkenswerte Beobachtung, wie sich <strong>die Ausgegrenzten \u201cder ersten Generation\u201d<\/strong> verwandelten &#8230;<\/p>\n<p>Im Grunde handelt diese Sendung auch <em><strong>\u201cvom Hausneger\u201d<\/strong><\/em> und <em><strong>\u201cvom Lakai\u201d<\/strong><\/em> &#8211; zwei weiteren <strong>zutiefst abwertenden Bezeichnungen<\/strong> f\u00fcr zwei <strong>l\u00e4ngst \u00fcberholt geglaubte gesellschaftliche Positionen<\/strong> &#8211; in die wir jedoch <strong>zu unseren Lebzeiten pers\u00f6nlich<\/strong> <strong>hineinvergewaltigt<\/strong> wurden, wovon wir in Gestalt von zwei <strong>anschaulichmachenden Anekdoten<\/strong> noch berichten werden. Und davon ausgehend wollen wir versuchen, die unselige <strong>Spirale der Gewalt<\/strong> zu durchbrechen, in der <strong>viele fr\u00fchere Opfer sp\u00e4ter zu T\u00e4tern werden<\/strong> (fast schon zwangsl\u00e4ufig). Und ja, hier sind das speziell <strong>T\u00e4terinnen<\/strong>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/John-Lennon-De-Frauen-san-de-Tschuschn-vo-da-Woed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cDe Frauen san de Tschuschn vo da W\u00f6d\u201d (John Lennon auf Wienerisch)<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>PS. <a href=\"https:\/\/www.atpavillon.com\/about-us\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mwita Mataro (At Pavillon)<\/a><\/strong> hat uns durch seinen Film <a href=\"https:\/\/www.austroschwarz.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cAustroschwarz\u201d<\/strong><\/a> und mit seinem Song <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gOJCqZe-WLg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cSchwarzer Hase\u201d<\/strong><\/a> zum Nachdenken \u00fcber die <strong>Kolonialwaren<\/strong>\u00a0angeregt &#8211; und somit des weiteren auch zur <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2025\/10\/01-KolonialwarenSignation.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Gestaltung der heutigen Signation<\/strong><\/a> inspiriert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/petergabriel.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Peter Gabriel<\/strong><\/a> geht in seiner Arbeit am j\u00fcngst erschienenen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xDfsdDBePeA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cLive and Let Live\u201d<\/strong><\/a> der Frage nach, inwieweit <a href=\"https:\/\/petergabriel.com\/release\/live-and-let-live\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cForgiveness\u201d im Sinne von Nelson Mandela<\/strong><\/a> beim der f\u00fcr uns alle so notwendigen <strong>Befreiung\u00a0aus den Verstrickungen von Schuld und Rache<\/strong> eine <strong>wesentliche Rolle<\/strong> spielt &#8211; ja, <strong>geradezu unverzichtbare Voraussetzung daf\u00fcr <\/strong>ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Artarium vom Sonntag, 19. 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