{"id":27285,"date":"2026-04-14T15:35:17","date_gmt":"2026-04-14T14:35:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=27285"},"modified":"2026-04-14T22:59:36","modified_gmt":"2026-04-14T21:59:36","slug":"mir-geht-es-wie-dem-borchert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2026\/04\/14\/mir-geht-es-wie-dem-borchert\/","title":{"rendered":"Mir geht es wie dem Borchert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Artarium am Sonntag, 19. April um 17:06 Uhr<\/strong> &#8211; Mir geht es wie dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolfgang_Borchert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Borchert<\/strong>.<\/a> Naja, doch nicht so ganz. Aber schon auch irgendwie. Denn <strong>da will ein Text aus mir heraus<\/strong>, ein langer Text, f\u00fcr den ich (jedenfalls diese Woche) <strong>viel zu wenig Zeit<\/strong> habe. Und auch wenn es nicht meine Restlebenszeit ist, die da vor mir schwindet, so werde ich doch an seinem Ende <strong>mehr gesagt<\/strong> haben wollen, als mir jetzt m\u00f6glich scheint. Wie machen wir nun <strong>aus dieser Not<\/strong> vielleicht sogar eine Tugend? <strong>Thomas Bernhard<\/strong> hat einmal in der Ursache gesagt: <em><strong>\u201cAber ich deute nur an.\u201d<\/strong><\/em> Was eine gute Herangehensweise ist an ein Thema, das <strong>so bodenlos abgr\u00fcndig<\/strong> ist, dass es einem <strong>sowieso lebenslang immer zu viel<\/strong> sein wird, von den <strong>nachfolgenden Generationen<\/strong> einmal ganz zu schweigen. Also versammle ich hier alle Andeutungen &#8230; <strong>und ihr k\u00f6nnt selber weiter suchen<\/strong> &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-27289\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-181x300.png\" alt=\"Wolfgang Borchert - Drau\u00dfen vor der T\u00fcr\" width=\"181\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-181x300.png 181w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-619x1024.png 619w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-768x1272.png 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-928x1536.png 928w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer-1237x2048.png 1237w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2026\/04\/Wolfgang-Borchert-Draussen-vor-der-Tuer.png 1356w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><\/a><em>\u201cSag deinem Kumpel <strong>die Wahrheit<\/strong>, beklau ihn im Hunger, aber sag es ihm dann. Und erz\u00e4hl deinen Kindern nie von dem heiligen Krieg: Sag die <strong>Wahrheit<\/strong>, sag sie so rot wie sie ist: voll Blut und M\u00fcndungsfeuer und Geschrei. Beschwindel das M\u00e4dchen noch nachts, aber morgens, morgens sag dann <strong>die Wahrheit:<\/strong> Sag, da\u00df du gehst und f\u00fcr immer. Sei gut wie der Tod. Nitschewo. Kaputt.<\/em><\/p>\n<p><em>Denn wir sind Neinsager. Aber wir sagen nicht nein aus Verzweiflung. <strong>Unser Nein ist Protest<\/strong>. Und wir haben keine Ruhe beim K\u00fcssen, wir Nihilisten. Denn wir m\u00fcssen in das Nichts hinein wieder <strong>ein Ja<\/strong> bauen. H\u00e4user m\u00fcssen wir bauen <strong>in die freie Luft unseres Neins<\/strong>, \u00fcber den Schl\u00fcnden, den Trichtern und Erdl\u00f6chern und den offenen M\u00fcndern der Toten: H\u00e4user bauen in die reingefegte Luft der Nihilisten, H\u00e4user aus Holz und Gehirn und aus Stein und Gedanken &#8230;\u201d<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.s400511156.online.de\/corona\/Aufgaben-Winter\/11_DLK_0812_Rd_Textvorlage1.pdf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>aus \u201cWolfgang Borchert &#8211; Das ist unser Manifest\u201d<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.argekultur.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>In der ARGEkultur<\/strong><\/a> findet am <strong>Donnerstag<\/strong>, <strong>23<\/strong>. <strong>April<\/strong>, am <strong>Freitag<\/strong>, <strong>24<\/strong>. <strong>April<\/strong> sowie am <strong>Samstag<\/strong>, <strong>25<\/strong>. <strong>April<\/strong> jeweils <strong>um 19:30 Uhr<\/strong> eine <a href=\"https:\/\/www.argekultur.at\/Event\/17354\/draussen-vor-der-tuer-frei-nach-w-b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Auff\u00fchrung von Wolfgang Borcherts \u201cDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201d<\/strong><\/a> statt &#8211; in der <strong>Bearbeitung<\/strong> von <strong>Jakob Schulte<\/strong> und <strong>Johannes Br\u00f6mmel<\/strong>, die <em>\u201ceinen surrealen wie bedrohlich aktuellen Zugriff auf Wolfgang Borcherts ber\u00fchmtes Nachkriegsdrama von 1947\u201d<\/em> erm\u00f6glicht. <strong>Thematisch abgerundet<\/strong> werden <strong>alle drei Abende<\/strong> durch die <a href=\"https:\/\/www.argekultur.at\/Event\/17739\/vor-unserer-tuer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>H\u00f6r-Installation \u201cVOR UNSERER T\u00dcR\u201d im Foyer<\/strong>,<\/a> <strong>wo die Besucher*innen <\/strong><em>\u201cein weiteres zeitgen\u00f6ssisches Echo auf das St\u00fcck\u201d<\/em> <strong>erleben k\u00f6nnen<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Ich habe es als Jugendlicher gelesen<\/strong> (geradezu verschlungen) <strong>und war zutiefst beeindruckt<\/strong>. Und zwar von der unmittelbaren Direktheit und Schonungslosigkeit, mit der da <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dann_gibt_es_nur_eins!\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>die Wahrheit \u00fcber den m\u00f6rderischen Krieg<\/strong><\/a> und <strong>die nach wie vor genauso lebensbedrohliche Nachkriegszeit gesagt wird<\/strong>, <strong>eine Wahrheit<\/strong>, <strong>die so wichtig ist f\u00fcr das Verstehen der eigenen Person<\/strong> und <strong>all dessen<\/strong>, <strong>was seither geschehen ist<\/strong> und <strong>noch heute geschieht<\/strong> sowie <strong>unter bestimmten Voraussetzungen<\/strong> (die wir auch nur verstehen, wenn wir <strong>die Wahrheit<\/strong> kennen) <strong>in der Zukunft geschehen wird<\/strong> &#8230;<\/p>\n<p><strong>Eine Wahrheit<\/strong>, <strong>die mir<\/strong> von meiner Familie (die diesen Krieg und diese Nachkriegszeit noch selbst miterlebt hat) aus welchen Gr\u00fcnden auch immer <strong>weitgehend vorenthalten wurde<\/strong>. Doch auf einmal platzt eine lang versperrt gewesene T\u00fcr auf und ich denke mir: <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2025\/04\/24\/unzerstoerbar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>\u201cMan kann \u00fcber diese Dinge ja doch reden!\u201d<\/strong><\/em><\/a> Und dann gibt es <strong>auch keine Grenzen mehr<\/strong>, von denen man geglaubt hat, dass sie existieren: <strong>Ein Traum<\/strong> erweist sich als ein Schl\u00fcssel <strong>f\u00fcr die reale Geschichte von der vermeintlichen Schuld<\/strong>. <strong>Gott<\/strong> tritt auf und &#8230; <strong>resigniert<\/strong>. <strong>Der Fluss<\/strong> kann sprechen &#8230; <strong>sie spuckt den Lebensm\u00fcden an Land<\/strong> &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Werk<\/strong>,<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Drau%C3%9Fen_vor_der_T%C3%BCr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>dem wir n\u00e4her kommen wollen<\/strong>.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artarium am Sonntag, 19. 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