{"id":4185,"date":"2012-07-15T00:57:46","date_gmt":"2012-07-14T23:57:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=4185"},"modified":"2012-07-15T21:12:36","modified_gmt":"2012-07-15T20:12:36","slug":"blumfeld-testament-der-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2012\/07\/15\/blumfeld-testament-der-angst\/","title":{"rendered":"Blumfeld &#8211; Testament der Angst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Podcast\/Download: <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/61641\">Artarium vom Sonntag, 15. Juli<\/a> &#8211; Das ganze Album im Kontext von Love and Desperation <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/sendung\/love-and-desperation-norbert\/\">(Nachtfahrt vom Freitag, 13. Juli)<\/a> &#8211; oder halt einfach nur zur gepflegten Sommerdepression? Auf der Suche nach den M\u00f6glichkeiten, h\u00f6chst ambivalente Gef\u00fchlswelten textlich wie musikalisch elegant und stilvoll zum Ausdruck zu bringen, landen wir unweigerlich wieder einmal bei <a href=\"http:\/\/www.blumfeld.de\/\">Blumfeld<\/a> und ihrem nunmehr solo werkenden Frontman <a href=\"http:\/\/www.drs.ch\/www\/de\/drs\/themen\/musik\/pop-rock-musik\/323510.wer-ist-jochen-distelmeyer.html\">Jochen Distelmeyer.<\/a> Auf dem diesmal hier vorgestellten Album <a href=\"http:\/\/www.plattentests.de\/rezi.php?show=525\">&#8222;Testament der Angst&#8220;<\/a> von 2001 wird eine derartige Gleichzeitigkeit von erlebter Liebe, politischem Zorn und selbstkritischer Verstimmung in Szene gesetzt, dass sie einem therapeutischen Manifest emotionaler Authentizit\u00e4t gleichkommt &#8211; auch und gerade weil dieses Befinden nach wie vor so charakteristisch f\u00fcr unsere Zeit ist.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/07\/testament_der_angst.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4188\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/07\/testament_der_angst-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/07\/testament_der_angst-300x298.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/07\/testament_der_angst-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/07\/testament_der_angst.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Bei unserem Gespr\u00e4ch<\/strong> aus Anlass seines Salzburger Solo-Debuts im Dezember 2009 <strong>fragten wir Jochen explizit nach seinen Erfahrungen mit<\/strong> jenem Seinszustand, den man heute allgemein schwammig als <strong>Depression<\/strong> beschreibt. Und ebenso elegant, wie er bereits in der gesamten Blumfeld-Zeit <strong>diesen Aspekt menschlichen Erlebens<\/strong> verhandelt hatte, verwies er auf den Gesamtbefund der <strong>gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten 20, 30 Jahren<\/strong> und konstatierte schlie\u00dflich, dass <strong>aufgrund der massiven Auswirkungen einer in zunehmender Beschleunigung dem Erfolgsstreben gewidmeten Zivilisationskultur wohl immer mehr Menschen ihre umfassenden Empfindungen von Perspektivlosigkeit und Vereinzelung als eine wahrscheinlich behandlungsbed\u00fcrftige \u00dcberforderung wahrnehmen.<\/strong> Einige Ausschnitte aus dieser Unterhaltung k\u00f6nnt ihr im <strong>Radioportrait <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/15227\">&#8222;Jochen Distelmeyer Adventsingen&#8220;<\/a><\/strong> nachh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und auch meine damals durchaus <strong>erregten Einlassungen<\/strong> auf den wirklich <strong>untergr\u00fcndigen Verriss<\/strong> des letzten Blumfeld-Albums <a href=\"http:\/\/www.laut.de\/Blumfeld\/Verbotene-Fruechte-%28Album%29\"><strong>&#8222;Verbotene Fr\u00fcchte&#8220;<\/strong><\/a> durch <strong>Doris Knecht im profil<\/strong> (April 2006): <a href=\"http:\/\/www.dorisknecht.com\/2006\/04\/ich_moechte_teil_einer_schmett.php\"><strong>&#8222;Ich m\u00f6chte Teil einer Schmetterlingsbewegung sein&#8220;.<\/strong><\/a> Daraus erwuchs damals die <strong>Urform einer gewissen Orgelmetapher,<\/strong> die ab einem bestimmten Grad <strong>nicht mehr nachvollziehbarer Abwertung<\/strong> des besprochenen Kunstwerks oder Entwicklungswegs durchaus<strong> sexuelle Frustrationen der Poppkritik<\/strong> als Erkl\u00e4rungsansatz unterstellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ganz anders klingt das im <strong>Spiegel-Gespr\u00e4ch<\/strong> unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46707727.html\"><strong>&#8222;H\u00e4rte ist ein Aberglaube&#8220;<\/strong><\/a> &#8211; das entspricht auch meiner Erfahrung mit<strong> der Stimmigkeit des Gesamtschaffens,<\/strong> das ich vom ersten bis zum letzten Salzburg-Auftritt erlebt habe. Warum also <strong>Blumfeld und Distelmeyer<\/strong> eine Inspiration f\u00fcr junge Salzburger Bands sein sollten? Weil diese spezielle Verbindung von <strong>Emotion und Intellekt,<\/strong> von <strong>kindlichem Empfinden und literarischer Reflexion<\/strong> in der <strong>Diktatur der Mozartkugel<\/strong> und ihrem <strong>ewigen Eventsingen<\/strong> praktisch <strong>(noch)<\/strong> nicht vorkommt.<\/p>\n<p><strong>Und weil wir ein geiles Institut sind nat\u00fcrlich \ud83d\ude09<\/strong><\/p>\n<p>Hier also <strong>das Video<\/strong> zur Einstimmung: <strong><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vyoxItwkpbg\">Diktatur der Angepassten (Live)<\/a> &#8211; Gebt endlich auf!!!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podcast\/Download: Artarium vom Sonntag, 15. Juli &#8211; Das ganze Album im Kontext von Love and Desperation (Nachtfahrt vom Freitag, 13. Juli) &#8211; oder halt einfach nur zur gepflegten Sommerdepression? 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