{"id":4577,"date":"2012-09-28T05:12:13","date_gmt":"2012-09-28T04:12:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/?p=4577"},"modified":"2012-10-01T11:41:13","modified_gmt":"2012-10-01T10:41:13","slug":"das-falsche-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2012\/09\/28\/das-falsche-herz\/","title":{"rendered":"Das falsche Herz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Podcast\/Download: <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/64394\">Das Artarium vom Sonntag, 30. September<\/a> pr\u00e4sentiert den Filmemacher Cajetan Jacob &#8211; im Livegespr\u00e4ch \u00fcber seinen brandneuen Film <a href=\"http:\/\/www.gruppefilmkunst.com\/\">&#8222;Das falsche Herz&#8220;,<\/a> der hier in Salzburg vom <a href=\"http:\/\/www.veranstaltungskalender.net\/veranstaltungen\/27546_das-falsche-herz-ein-film-von-cajetan-jacob.html\">5. bis 13. Oktober im Mozartkino<\/a> gezeigt wird. <em>&#8222;Wer sich den Film ansehen m\u00f6chte sollte besser starke Nerven mitbringen. Das Falsche Herz verzichtet weitgehend auf Hollywoodklischees und setzt auf ruhige Bilder. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch: Schreckhafte Gem\u00fcter finden sich gerade im letzten Drittel des Films schnell vor den Kinot\u00fcren wieder.&#8220;<\/em> So steht es etwa auf <a href=\"http:\/\/www.vol.at\/sektendrama-im-mozartkino\/3369407\">Vorarlberg Online.<\/a> Und Cajetan selbst schreibt dazu: <em>&#8222;Unser Film ist ziemlich harter Tobak.&#8220;<\/em> Dabei kommt einem diese Geschichte von einer lesbischen Liebesbeziehung im Umfeld der skurrilen katholischen <a href=\"http:\/\/www.salzburg.com\/wiki\/index.php\/Thomas_P%C3%B6schl\">&#8222;P\u00f6schlianer-Sekte&#8220;<\/a> zun\u00e4chst ziemlich anheimelnd entgegen, etwa mit wundersch\u00f6nen Stimmungsbildern l\u00e4ngst untergegangener l\u00e4ndlicher Idylle&#8230; <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4591\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz1-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz1.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Man f\u00fchlt sich auch durch das gem\u00e4\u00dfigte Tempo der Szenenfolge in einen <strong>Heimat- oder Historienfilm<\/strong> mit einem leichten &#8222;Werner Herzog Touch&#8220; versetzt und bewundert die schon fast <strong>\u00fcberirdisch anmutenden<\/strong> <strong>Lichtstimmungen,<\/strong> die an Waldwanderungen und Sp\u00e4therbsttage erinnern.<\/p>\n<p>Doch <strong>unter der Oberfl\u00e4che<\/strong> lauert unmerklich <strong>das Grauen.<\/strong> Und es ist keinesfalls ein plakatives Grauen, m\u00f6chte man meinen! Langsam, aber sicher <strong>kippt dieser Film<\/strong> auf eine schiefe Ebene und <strong>steuert einem Abgrund entgegen,<\/strong> den man nicht f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt (oder <strong>den man lieber nicht<\/strong> als folgerichtig und konsequent <strong>erkannt h\u00e4tte!)<\/strong> Alles tr\u00e4gt in sich <strong>etwas Anbahnendes,<\/strong> etwas zunehmend <strong>Fortrei\u00dfendes,<\/strong> etwas <strong>Unausweichliches<\/strong> &#8211; und das wartet und wirkt <strong>in jeder Andeutung.<\/strong> Nicht genug, dass sich inmitten der volksgl\u00e4ubig fr\u00f6mmelnden Umgebung eine durchaus <strong>handfeste sexuelle Liebesgeschichte<\/strong> zwischen <strong>einer Adeligen und ihrem Dienstm\u00e4dchen<\/strong> entwickelt, die mit dem Fortgang der Handlung <strong>immer fordernder, elementarer und bedeutsamer<\/strong> wird. Nein, auch das <strong>katholisch-abergl\u00e4ubige Geistesgef\u00fcge<\/strong> der Dorfbewohner ringsumher ger\u00e4t durch <strong>manipulative Machenschaften<\/strong> des Hilfspfarrers <strong>Thomas P\u00f6schl <\/strong>und seiner Anh\u00e4ngerinnen immer mehr durcheinander und es entstehen <strong>so<\/strong> <strong>grausame Geheimrituale,<\/strong> dass man nicht mehr zu erkennen vermag, <strong>was zuerst da war &#8211; die Religion oder der Irrsinn.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4602\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz2-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz2-300x188.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/files\/2012\/09\/dasfalscheherz2.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Alles vermengt sich und zieht uns wie <strong>in einem Strudel zum H\u00f6hepunkt.<\/strong> Die zwei Handlungsstr\u00e4nge sind l\u00e4ngst <strong>unentwirrbar mit einander verkn\u00fcpft<\/strong> &#8211; und laufen doch nach wie vor langsam neben einander her. Wir leiden mit und <strong>wollen die verwegene Hoffnung nicht aufgeben!<\/strong><\/p>\n<p><strong>&#8222;Das falsche Herz&#8220;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JDuhpgOqgTk&amp;feature=relmfu\"> (Interview)<\/a> ist ein wesentlicher Film,<\/strong> der sich nicht scheut, <strong>in unangenehme<\/strong> oder besser weitgehend<strong> verdr\u00e4ngte Zusammenh\u00e4nge<\/strong> einzudringen. In bester <strong>Michael Haneke Tradition<\/strong> seziert er <strong>allgemein<\/strong> <strong>f\u00fcr g\u00fcltig, normal und richtig Gehaltenes,<\/strong> treibt es <strong>behutsam<\/strong> <strong>ins Extreme<\/strong> und betrachtet sodann <strong>die Entwicklung<\/strong> des Geschehens <strong>wie unter einem Mikroskop.<\/strong> Dabei widerf\u00e4hrt einem <strong>Erkennen und Verstehen<\/strong> ohne moralischen Pr\u00fcgel und <strong>ohne erhobenen Zeigefinger,<\/strong> sondern <strong>subtil zwischen den Zeilen<\/strong> als ein sehr weit hinten im Bewusstsein <strong>kaum noch wahrnehmbarer Prozess.<\/strong> Und das ist auch gut so &#8211; bei einem <strong>einerseits so brisanten<\/strong> wie andererseits derart <strong>durchdefinierten und phraseologisch zugequatschen Thema<\/strong> wie eben der <strong>Verr\u00fccktmachung des Menschen<\/strong> <strong>durch<\/strong> <strong>religi\u00f6se Wahnideen.<\/strong> Denn wo f\u00e4ngt sie an, die perfide <strong>Durchdringung des menschlichen Gewissens<\/strong> mit Begriffen wie <strong>&#8222;s\u00fcndhaft, schmutzig, schlecht&#8220;<\/strong> &#8211; und wie weit reicht sie, <strong>bis in unsere Zeit,<\/strong> diese \u00fcberhebliche <strong>Verunglimpfung<\/strong> <strong>menschlicher Sexualit\u00e4t und Selbstbestimmung<\/strong> im Namen irgend einer <strong>&#8222;h\u00f6heren&#8220; Idealvorstellung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>PS.<\/strong> Das k\u00f6nnte euch auch interessieren &#8211; die Sendung <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/artarium\/2011\/10\/28\/evangelische-deformation\/\"><strong>&#8222;Evangelische Deformation&#8220;<\/strong><\/a> mit Eindr\u00fccken von <strong>Michael Hanekes Film &#8222;Das wei\u00dfe Band&#8220;.<\/strong> Und ein <strong>Passwort zum Download<\/strong> der ungek\u00fcrzten Sendungskopie gibt es wie immer <strong>auf pers\u00f6nliche Anfrage!<\/strong> \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podcast\/Download: Das Artarium vom Sonntag, 30. 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