{"id":2318,"date":"2016-06-15T05:00:42","date_gmt":"2016-06-15T04:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/?p=2318"},"modified":"2016-06-15T05:15:51","modified_gmt":"2016-06-15T04:15:51","slug":"dahum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/2016\/06\/15\/dahum\/","title":{"rendered":"DaHum"},"content":{"rendered":"<p>Wenn der Mensch einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit von seinem schweren Geburtsort weggeht, das Sprachnest verl\u00e4sst, ich meine wirklich weit weg und nicht nur einen Mond lang. Dann geschehen merkw\u00fcrdige Dinge im Gehirn des Vagabunden oder selbstverst\u00e4ndlich auch der Vagabundin. Zuerst riecht alles nach Freiheit, jeder fremde Duft selbst die Kuhfladen stinken anders. Die verstaubten alten Wege sind \u00a0zwar genauso verstaubt aber pl\u00f6tzlich mit xenophilen Fu\u00dfabdr\u00fccken \u00fcbers\u00e4t. Alles ist neu und anders, die Dunstglocke des gewohnten Miefs wird gel\u00fcftet.<a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2320\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/K\u00fche.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Fremde rei\u00dft einem den Horizont bis zum Arsch hinunter auf. Im Idealfall l\u00f6sen sich mit der Zeit alte Denkmuster. Weil, wenn man alleine unterwegs ist, wird alles nur auf einen selbst zur\u00fcck geworfen. Es bedarf keines gro\u00dfen, geistigen Wurfs um zu entdecken, dass die dortigen keine \u201eDasigen\u201c sind, aber dieselben Bed\u00fcrfnisse hegen. Pflegen sie doch genauso wie wir ihren K\u00f6rper mit einem Dach \u00fcber dem Kopf, einer ordentlichen Mahlzeit, \u00a0diversen Genussmitteln und nat\u00fcrlich Geborgenheit f\u00fcr den Geist und die Seele. Gerade in einem weit entfernten Kulturkreis, sagen wir Indien, macht das Neue nat\u00fcrlich auf den ersten Blick einen sonderbaren Eindruck. Da sind in Wirklichkeit richtig echte Affen und Esel auf den Stra\u00dfen unterwegs! Aber im Grunde sind wir alle 37\u00b0 warme Wasserschl\u00e4uche. \u201eSame same\u201c wie man in Indien zu sagen pflegt.<\/p>\n<p>Bitte eine \u00dcberdosis Globusli, dann wird\u2019s schon noch mit der Highmat! Fr\u00fcher hab ich es mit den Strom verarbeitenden, schweren Jungs von Metallica gehalten. \u201eAnywhere I roam, where I lay my head ist home.\u201c war meine Kopfhymne. Es war geradezu mein Credo ohne festen Wohnsitz zu sein, sans domicile fixe! F\u00fcr eine gewisse Zeit lang sogar als U-Boot. Wie spie\u00dfig ein Obdach, sagt euch los. Home ist kein Kastl! Als sich meine Heimat wieder einmal gen Osten neigte und nur das Herz mein zu Hause war, stiegen nach einigen Wochen merkw\u00fcrdige Gedanken in mir auf. Pl\u00f6tzlich gaben mir die Kreuze auf einem alten britischen Friedhof Ruhe und Geborgenheit. Der nationalsozialistisch-katholische Todesboden der fernen Heimat erschien mir weich und tr\u00f6stend. Aus dem Heim<em>w\u00e4h<\/em> wurde tats\u00e4chlich so etwas wie Schmerz, aber auch ein Gef\u00fchl der Freiheit, eine Kl\u00e4rung des alten Erinnerungsschlamms.<\/p>\n<p>Siehe da, was hilft oder besser gesagt was bricht die alten Krusten auf und birgt Heilung? Genau, der Humor! Wor\u00fcber l\u00e4sst sich in der Fremde vortrefflicher Lachen als \u00fcber die eigenen Schw\u00e4chen und Absonderlichkeiten? Richtig: nichts! Wenn \u00fcber Wochen nur fremde Zungen das Fell trommeln und pl\u00f6tzlich ist da ein M\u00fchlviertler und wir belustigen uns eine geschlagene halbe Stunde an der Phrase: \u201eHoit, do is jo koa Glandaaaaa!\u201c und deren komischen Phonetik, dann ist das derart erl\u00f6send und \u201eTellerklappenScheurand\u201c sprengend, dass einem ganz pfingstig ums Heim bzw. Herz wird.<\/p>\n<p>Mit der Zeit kam eine Sehnsucht in mir auf die immer gr\u00f6\u00dfer wurde, desto mehr Wasser den Ganges hinunterfloss. Es war eine Kulinarische, Liebe geht eben durch den Magen. Mein Willkommensmahl in \u00d6sterreich bestand aus einer deftigen Frittatensuppe und noch deftigeren Schweinsbratw\u00fcrsten mit Sauerkraut. \u00a0War das geil! Nach Monaten des Vegetarismus, haben mein Darm und sein Ausgang mir einige Beschwerden bereitet, ich erspare euch Details.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/Flade-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2323\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/Flade-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/Flade-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/Flade-2-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/battleandhum\/files\/2016\/06\/Flade-2.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Heimat wird sehr oft \u00fcber(bewertet) Kindheitserinnerungen definiert. Im Nebel der Vergangenheit abstrahieren Gef\u00fchle, sie blasmusizieren durch einen Sepiafilter und jodeln am Ende aus der braunen Lederhose. Kommen Weihrauch, Weihnacht, Ostern und Bierwerbung zusammen entsteht ganz schnell ein neues Wappentier mit Fahne, der Bundeswolpertinger! Am sch\u00f6nsten sind die Erinnerungen welche von Ger\u00fcchen wachgerufen werden, womit zumindest die Herkunft des Wortes HEIMAT (Die Heumahd. Das Abschneiden des zu trocknenden Grases, welches f\u00fcr die Sicherstellung der Versorgung unserer geliebten Nutztiere im winterlichen Stall ben\u00f6tigt wird!) bewiesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ja! Jetzt haben wir den springend Punkt gehascht! <u>Heimat ist der Geruch von Gras<\/u>!\u00a0 Wie das Leben so spielt ist am Ende wahrscheinlich alles doch viel banaler und wir werden uns ein letztes Mal heim drehen. Adieu! Home ist tats\u00e4chlich ein Kistl!<\/p>\n<p>Kuhfladen, Weihwasser, Bratw\u00fcrste, Berge, Sch\u00e4ferhunde, T\u00f6chter und S\u00f6hne finden in <a href=\"http:\/\/battleandhum.at\/index.php?id=39\">Battle&amp;Hum<\/a> ein Zuhause, alles kann sich bei uns heimelig f\u00fchlen. Denn wir ackern die Scholle durch, ihr werdet platt wie eine Flunder sein! Mensch! Am kommenden <em>Samstag (18.06.2016) ab 22:00<\/em> Uhr geben wir unserer Heimat ein neues akustisches Gesicht, mitten in die Fresse! Battle&amp;Hamm! Mahlzeit!<\/p>\n<p>MC Wuh<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn der Mensch einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit von seinem schweren Geburtsort weggeht, das Sprachnest verl\u00e4sst, ich meine wirklich weit weg und nicht nur einen Mond lang. Dann geschehen merkw\u00fcrdige Dinge im Gehirn des Vagabunden oder selbstverst\u00e4ndlich auch der Vagabundin. 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