{"id":5956,"date":"2016-07-05T17:53:11","date_gmt":"2016-07-05T17:53:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/?p=5956"},"modified":"2016-07-10T23:36:10","modified_gmt":"2016-07-10T23:36:10","slug":"wohin-wir-uns-sehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/sendung\/wohin-wir-uns-sehnen\/","title":{"rendered":"Wohin wir uns sehnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/320201\" target=\"_blank\">Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. Juli<\/a><\/strong> &#8211; <strong>Thomas Bernhard<\/strong> hat einmal sinngem\u00e4\u00df gesagt, dass er sich <strong>weder am Ort der Abreise noch an jenem der Ankunft<\/strong> wirklich wohl f\u00fchle, sondern immer <strong>nur dazwischen<\/strong>, <strong>im Unterwegssein<\/strong>. (Ich glaub, das steht in <em><strong>Wittgensteins Neffe<\/strong><\/em>, aber dreht mir da bitte kein Kreuz draus!) Jedenfalls hat <strong>diese Beobachtung<\/strong> etwas mit unserem Thema <strong>\u201cSehnsuchtsorte\u201d<\/strong> zu tun, wie wir diese Sendung auch <strong>urspr\u00fcnglich betiteln<\/strong> wollten, was naturgem\u00e4\u00df gar nicht geht, weil der Begriff schon <strong>in abernen Reisedokus belutscht<\/strong> wurde <strong>UND<\/strong> zudem verd\u00e4chtig <strong>nach Rosamunde Pichler<\/strong> schmeckt oder wie <strong>die predictable Quatschtante<\/strong> halt hei\u00dft. So fest steht immerhin viel, dass <strong>\u201cwohin wir uns sehnen\u201d<\/strong> nicht unbedingt <strong>ein Ort im r\u00e4umlichen Sinn<\/strong> sein muss &#8211; und dass <strong>\u201ces\u201d<\/strong> auch in uns <strong>Bewegung<\/strong> bewirkt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5962\" src=\"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen-300x200.jpg\" alt=\"reisen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen-768x511.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen-451x300.jpg 451w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/reisen.jpg 1515w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Mag sein, dass <strong>unsere Reiselust<\/strong> also mehr mit dem zu tun hat, <strong>wer<\/strong> oder <strong>wie<\/strong> wir gern sein m\u00f6chten, als nur damit, <strong>wo wir uns befinden<\/strong>. Mag auch sein, dass es vielmehr darum geht, <strong>wo<\/strong> (oder womit) wir uns <strong>in unserem Leben<\/strong> gerade aufhalten. Kann durchaus sein, dass wir <strong>mehr sehen<\/strong>, wenn wir dann tats\u00e4chlich das <strong>Meer sehen<\/strong>. Aber egal, ob es sich um <strong>ein \u00e4u\u00dferes Reiseziel<\/strong> oder um <strong>einen inneren Zustand<\/strong> handelt, und wie auch immer die zwei miteinander wechselwirken &#8211; es entstehen <strong>Bewegung<\/strong>, <strong>Entwicklung<\/strong> und <strong>Ver\u00e4nderung<\/strong>. Wir sind stets <strong>unterwegs zwischen Geburt und Tod<\/strong>, auf <strong>Lebensreisen im Werden und Vergehen<\/strong> &#8211; und bleiben dabei <strong>hoffentlich nie<\/strong> \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume hinweg <strong>festgebackene Sparschweinderln des immergleichen Immobilienb\u00fcros<\/strong>&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5969\" src=\"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen-300x200.jpg\" alt=\"chillen\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen-768x511.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen-451x300.jpg 451w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2016\/07\/chillen.jpg 1515w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Viel versprechender<\/strong> als das schon sprichw\u00f6rtliche <strong>\u201cZiele setzen\u201d<\/strong> oder anders gesagt, die Frage <strong>\u201cWohin wir wollen\u201d<\/strong> (denn wer wei\u00df das schon), scheint mir die Untersuchung <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/12\/Essay-Begehren-Oeffentlichkeit\" target=\"_blank\"><strong>\u201cWie wir begehren\u201d<\/strong><\/a> zu sein. Die als <strong>Kriegs-<\/strong> und <strong>Konfliktreporterin <\/strong>bekannte deutsche <strong>Journalistin<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2016-06\/friedenspreis-des-deutschen-buchandels-carolin-emcke-journalistin-sueddeutsche\" target=\"_blank\"><strong>Carolin Emcke<\/strong><\/a> versucht <strong>in einem Essay mit diesem Titel<\/strong> mehr \u00fcber <strong>das Entstehen ihrer sexuellen Pers\u00f6nlichkeit<\/strong> zu erfahren, indem sie in ihrer <strong>Kindheit und Jugend<\/strong> nach ersten Anzeichen <strong>eigenst\u00e4ndigen<\/strong> (und von der Norm abweichenden) <strong>Begehrens<\/strong> forscht. Auch <strong>das eigene Erinnern<\/strong> kann eben eine <strong>Reise zu den inneren Sehnsuchtsorten<\/strong> sein, wenn man sie denn unternimmt. In diesem Sinne w\u00fcnschen wir ringsumher <strong>einen gedeihlichen Sommer<\/strong> sowie in jedweder Hinsicht <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3HW_jP0wQ3A\" target=\"_blank\"><strong>eine gute Reise!<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. Juli &#8211; Thomas Bernhard hat einmal sinngem\u00e4\u00df gesagt, dass er sich weder am Ort der Abreise noch an jenem der Ankunft wirklich wohl f\u00fchle, sondern immer nur dazwischen, im Unterwegssein. 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