{"id":9775,"date":"2025-03-11T19:31:01","date_gmt":"2025-03-11T19:31:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/?p=9775"},"modified":"2025-03-15T14:31:19","modified_gmt":"2025-03-15T14:31:19","slug":"triptychon-zur-traurigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/uncategorized\/triptychon-zur-traurigkeit\/","title":{"rendered":"Triptychon zur Traurigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>&gt; Sendung: <a href=\"https:\/\/cba.media\/701551\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 14. M\u00e4rz<\/a><\/strong> &#8211; <em>\u201cUnd, wie f\u00fchlst du dich jetzt nach diesen \u00dcbungen?\u201d<\/em>, fragt <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=L1VXoBXFq1w\"><strong>der freundliche Arzt<\/strong><\/a> aus dem Internet. Mir f\u00e4llt spontan <strong>eine Antwort<\/strong> heraus: <em>\u201cIch habe <strong>Angst<\/strong>. <strong>Angst<\/strong> vor meinen <strong>Schmerzen<\/strong>. Und <strong>Angst<\/strong> vor meiner <strong>Traurigkeit<\/strong>.\u201d<\/em> Da schau her. Das heutige <strong>Sendungsthema<\/strong> ist eines der <strong>schwierigsten<\/strong> und <strong>unzug\u00e4nglichsten<\/strong> von all den <a href=\"https:\/\/www.die-inkognito-philosophin.de\/blog\/traurigkeit-trauer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Gef\u00fchlskonglomeraten<\/strong>,<\/a> die wir bislang in unseren <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/?s=traurig&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Perlentauchereien<\/strong><\/a> untersucht haben. <strong>Eine Herausforderung<\/strong>, die sich aber auch <strong>zunehmend aufdr\u00e4ngt<\/strong>. Seit einiger Zeit kommen mir n\u00e4mlich vermehrt Menschen unter, die eine geradezu <strong>traurigkeitsvermeidende \u00dcberlebensstrategie<\/strong> zu verfolgen scheinen. Die also <strong>alles<\/strong>, was sie in diesen Gef\u00fchlszustand versetzen k\u00f6nnte, <strong>von vorn herein von sich fernhalten<\/strong>. Die vielleicht, <strong>so wie ich<\/strong>, <strong>Angst<\/strong> davor haben<strong>?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9777\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-300x225.jpg\" alt=\"Triptychon zur Traurigkeit 1\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-1-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Traurigkeit ist wie ein Schleier<\/strong>. Ich hab mal versucht, mir etwas zugleich so <strong>ungreifbares<\/strong> wie auch <strong>massives<\/strong> vorzustellen wie <strong>\u201cbleiernen Nebel\u201d<\/strong> (der sich \u00fcber die Seele legt oder so \u00e4hnlich). Ein sich beinah unmerklich ausbreitendes <strong>Gespinst<\/strong>, das <strong>in uns eindringt<\/strong> und <strong>uns von allen Seiten umgibt<\/strong>, <strong>sich in weiterer Folge zu einer immer undurchdringlicheren Barriere verdichtet<\/strong>, <strong>die uns von dort<\/strong>,<strong> wo wir unser Lebendigsein<\/strong> <strong>sp\u00fcren w\u00fcrden<\/strong>, <strong>regelrecht abtrennt<\/strong>. Da kommen mir <strong>Bilder von Betonbunkern<\/strong> und <strong>Kernkraftwerken<\/strong> in den Sinn, von eingesperrtem Lebenwollen, das bei jedem Versuch, nach au\u00dfen durchzudringen, <strong>an seinem Gefangensein scheitert<\/strong>. Da steht <strong>eine Wand<\/strong> <strong>zwischen mir und der Welt<\/strong>, <strong>zwischen ich und du<\/strong>, <strong>zwischen einem traurigen Kind und der unendlichen Landschaft seiner Tr\u00e4ume<\/strong>. <strong>Das ist wie damals<\/strong>, <strong>als <em>du<\/em> mich<\/strong> <strong>nicht verstanden<\/strong> &#8211; <strong>nicht gesehen<\/strong>, <strong>nicht gesp\u00fcrt<\/strong>, <strong>nicht wahrgenommen<\/strong> &#8211; <strong>hast<\/strong>. Es f\u00fchlt sich heute noch so an, wenn ich <em>entt\u00e4uscht<\/em> bin. Oder ist es <strong>\u201cnur\u201d<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.die-inkognito-philosophin.de\/blog\/entwicklungstrauma\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>ein Flashback?<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9782\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-300x223.jpg\" alt=\"Triptychon zur Traurigkeit 2\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-300x223.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-1024x763.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-768x572.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-1536x1144.jpg 1536w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-2048x1525.jpg 2048w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-2-403x300.jpg 403w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Traurigkeit erz\u00e4hlt Geschichten<\/strong>. Nat\u00fcrlich <strong>nicht gerade dann<\/strong>, wenn wir in ihr <strong>versinken<\/strong>. Doch sobald wir uns wieder <strong>lebendig<\/strong> f\u00fchlen, k\u00f6nnen wir <strong>ganz ohne Zwang zuh\u00f6ren<\/strong>. Als ich gestern in den ziemlich genialen Dokumentarfilm <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/film\/dokumentarfilmzeit\/was-tun-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u201cWas tun\u201d<\/strong><\/a> geraten bin, hat sich mir so eine Geschichte geradezu <strong>elementar ereignet<\/strong>, dass ich <strong>wieder ganz neu neugierig<\/strong> auf das <strong>unendliche Land<\/strong> hinter meiner <strong>Traurigkeit<\/strong> geworden bin. <a href=\"https:\/\/www.was-tun-film.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Der Film<\/strong><\/a> behandelt die <strong>Situation von Sexarbeiterinnen<\/strong> in den <strong>Bordellen von Bangladesh<\/strong>, an und f\u00fcr sich <strong>ein zutiefst trauriges Thema<\/strong>, und mir fiel auf, dass ich dabei <strong>nichts von dem<\/strong> empfand, <strong>was ich<\/strong> sonst <strong>als das traurige Gef\u00fchl<\/strong> bei mir <strong>kenne<\/strong>. Ich wunderte mich dar\u00fcber &#8211; und <strong>ging innerlich auf die Suche<\/strong>. Kurz darauf begegnete mir <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Redoy.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Redoy<\/strong>,<\/a> den Regisseur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michael_Kranz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Michael Kranz<\/strong><\/a> als <em>\u201cmeinen besten Freund\u201d<\/em> und <em>\u201cmein bengalisches Herz\u201d<\/em> bezeichnet &#8211; <strong>und ich erkannte mich selbst<\/strong>. In einer heftigen Ersch\u00fctterung von <strong>zugleich Weinen und Lachen<\/strong> endlich wieder <strong>ganz<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9805\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-300x225.jpg\" alt=\"Triptychon zur Traurigkeit 3\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2025\/03\/Triptychon-zur-Traurigkeit-3-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Traurigkeit kann eine Spur sein<\/strong>. <strong>Dorthin<\/strong>, wo sich <strong>R\u00e4ume auftun<\/strong> und <strong>neue Wege er\u00f6ffnen<\/strong>. Neu insofern, als sie vielleicht <strong>schon lang nicht mehr betreten worden<\/strong> sind. Weil wir gelernt haben, sie zu <strong>vermeiden<\/strong>. <strong>Weil wir \u00fcberlebt haben<\/strong> (und das ist <strong>definitiv<\/strong> ein Grund zum Feiern). Nichtsdestoweniger sind es <strong><em>unsere<\/em> Wege<\/strong>, auf denen wir <strong>als gl\u00fcckliche Kinder im Sonnenschein unserer Neugier herumtrubeln<\/strong> und <strong>dabei auch die Abenteuer des Waldes und der Finsternis entdecken und bestehen<\/strong>. Es kommt nur darauf an (und zwar schei\u00dfegal wie alt wir sind), <strong>neugierig zu bleiben<\/strong> und sich schon auch mal <strong>\u00fcberraschen zu lassen<\/strong>. <strong>Oder wollt ihr die totale Langeweile?<\/strong> Den schleichenden Erstickungstod <strong>durch immer dieselbe Reiz-Reaktions-Routine? <\/strong>Den Schleier der Traurigkeit <strong>anheben<\/strong>, die Geschichte dahinter <strong>verstehen wollen<\/strong>, der Spur ihres R\u00e4tsels <strong>folgen<\/strong> und <strong>das Geheimnis ergr\u00fcnden<\/strong>. <strong>Mit sich selbst auf Du<\/strong> &#8211; das ist <strong>ein guter Anfang<\/strong> f\u00fcr das <strong>Frage-und-Antwort-Spiel<\/strong> mit der <strong>Welt da drau\u00dfen<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Lust auf mehr? Einfach mittauchen und <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/nachtfahrt\/files\/2021\/08\/Station-ID-Thomas-Oberender.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gut zu h\u00f6ren.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 14. M\u00e4rz &#8211; \u201cUnd, wie f\u00fchlst du dich jetzt nach diesen \u00dcbungen?\u201d, fragt der freundliche Arzt aus dem Internet. Mir f\u00e4llt spontan eine Antwort heraus: \u201cIch habe Angst. Angst vor meinen Schmerzen. 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