{"id":1113,"date":"2013-01-02T19:34:29","date_gmt":"2013-01-02T19:34:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/?p=1113"},"modified":"2013-01-02T19:36:53","modified_gmt":"2013-01-02T19:36:53","slug":"lou-reed-transformer-ocbs-radiofabrik-album-der-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2013\/01\/02\/lou-reed-transformer-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/","title":{"rendered":"LOU REED, Transformer \u2013 OCB\u2019s Radiofabrik-Album-der-Woche"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1114\" alt=\"AdW_LRT_Cover\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Cover-300x300.jpg\" width=\"220\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Cover.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Cover-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Im Sommer 1970 stieg <strong>Lou Reed<\/strong> bei <strong>The Velvet Underground<\/strong> aus. Trotz dreier \u2013 heute als Meilensteine gefeierter, damals weittestgehend ignorierter \u2013 Alben und einer ausf\u00fchrlichen Tour, die den gr\u00f6\u00dften Teil des Jahres 1969 ausf\u00fcllte, sah sich das Mastermind der <strong>Velvets<\/strong> in einer Sackgasse. Dass er der verbleibenden Band, die bald kein Originalmitglied mehr aufweisen sollte, mit <strong><em>Sweet Jane<\/em><\/strong> und <strong><em>Rock\u2019n\u2019Roll<\/em><\/strong> erste Hitnummern hinterlie\u00df, war zum Zeitpunkt des Ausstiegs nicht absehbar, doch <strong>Reed<\/strong> sollte die Songs sehr bald in sein Repertoire \u00fcbernehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Der R\u00fcckzug <strong>Lou<\/strong> <strong>Reed<\/strong>s aus dem Musikgesch\u00e4ft in den Familienbetrieb seines Vaters sollte nicht lange dauern. Bereits im Herbst 1971 brach der New Yorker Musiker, nunmehr ohne fixe Band an seiner Seite, nach London auf, um dort f\u00fcr RCA sein erstes Soloalbum einzuspielen. Trotz namhafter Unterst\u00fctzung (u. a. durch Tastengenie <strong>Rick Wakeman<\/strong>) und zahlreicher in VU-Zeiten bereits erprobter Songs geriet das Deb\u00fct zum kommerziellen und k\u00fcnstlerisch Fehlstart.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Doch anstelle dem Album nun durch eine Tour auf die Spr\u00fcnge zu helfen, entschied sich <strong>Reed<\/strong> durchaus \u00fcberraschend daf\u00fcr schnellst m\u00f6glich einen neuen Longplayer aufzunehmen. Unterst\u00fctzt wurde diese eigenwillige Entscheidung durch den Umstand, dass sich ihm der im Sommer 1972 als \u201e<em>Ziggy Stardust<\/em>\u201c zum Superhype aufsteigende <strong>David Bowie<\/strong>, seinerseits gl\u00fchender Verehrer von Reeds Songwriting, als Produzent antrug.<\/span><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1116 alignright\" alt=\"AdW_LRT_Bowie_Reed_Dorchester_Hotel_16_07_72\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Bowie_Reed_Dorchester_Hotel_16_07_72-250x300.jpg\" width=\"180\" height=\"220\" \/><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Und so sa\u00df <strong>Reed<\/strong> im August 1972 wieder in einem Londoner Aufnahmestudio, dieses Mal umgeben von Studiomusikern, die <strong>Bowie<\/strong> eiligst zusammengetrommelt hatte. Mit dabei war auch <strong>Mick Ronson<\/strong><\/span><\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">, der geniale Arrangeur und Gitarrist, an <strong>Bowie<\/strong>s Seite. Im Gegensatz zum Vorg\u00e4nger verzichtete <strong>Reed<\/strong> dieses Mal auf altes Songmaterial und lie\u00df sich vom Duo <strong>Bowie\/Ronson<\/strong> auch bei den Arrangements wei<\/span><\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">t<\/span><\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">e<\/span><\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">stgehend leiten. Die Br\u00fccke zu seinem bisherigen Schaffensumfeld wollte <strong>Reed<\/strong> wohlweislich aber nicht abbrechen und so wurde <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> zum eigentlichen Anschlussst\u00fcck an VU-Zeiten. In etlichen Songs tum<\/span><\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">meln sich schrille, der New Yorker Szene und speziell dem Umfeld <strong>And<\/strong><strong>y Warhol<\/strong>s entnommene Charaktere. <strong><em>Andy\u2019s Chest<\/em><\/strong> \u2013 ein Track, der dem in VU-Kreisen als \u201eLost Album\u201c bezeichneten Werk entnommen ist \u2013 bringt Reeds Mentor direkt ins Gespr\u00e4ch. <strong><em>Vicious<\/em><\/strong> soll auf einen Wunsch Warhols hin entstanden sein und enth\u00e4lt die grell-homoerotische Zeile \u201e<em>You hit me with a flower!<\/em>\u201c. <strong><em>New York Telephone Conversation<\/em><\/strong> widmet sich der Szene-Sucht nach Small Talk und Oberfl\u00e4chlichem. Eine farbenkr\u00e4ftige Portion an schwulem Kitsch und Glamour serviert <strong><em>Make Up<\/em><\/strong>.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Das gr\u00f6\u00dfte Denkmal f\u00fcr Warhol\u2019s Clique setzte Reed allerdings mit seinem ersten echten Single-Durchbruch: <strong><em>Walk on the Wild Side<\/em><\/strong>. Ohne Umschweife und Worth\u00fclsen gew\u00e4hrt\u00a0 Reed Einblicke in das bunte Treiben in und um Warhols \u201eFactory\u201c: Transsexualit\u00e4t, Drogenmissbrauch und Oralverkehr. Musikalisch unverwechselbar wurde <strong><em>Walk on the<\/em><\/strong> <strong><em>Wild Side<\/em><\/strong> vor allem durch <strong>Herbie Flowers<\/strong>\u2018 doppelten Bass \u2013 Kontra- und E-Bass, wodurch <strong>Flowers<\/strong> auch seine Studiogage verdoppeln konnte \u2013 und das abschlie\u00dfende Saxophon-Solo, das gerne f\u00e4lschlicherweise <strong>David Bowie<\/strong> zugeschrieben wird, tats\u00e4chlich aber von dessen Sax-Lehrer Ronnie Ross eingespielt wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\"><strong><em>Hangin\u2018 \u201aRound<\/em><\/strong> erinnert an <strong><em>Wild Child<\/em><\/strong> aus dem Vorg\u00e4ngeralbum und etabliert <strong>Reed<\/strong> als \u201eNew Dylan\u201c, verdankt seinen locker treibenden Groove <strong>Mick Ronson<\/strong>\u2019s Gitarre, \u00e4hnlich wie <strong><em>I\u2019m So Free<\/em><\/strong> und <strong><em>Wagon Wheel<\/em><\/strong>, das <strong>Bowie<\/strong> zugeschrieben wird. Stimmlich h\u00f6rbar wird das Produzentenduo in der Coda zu <strong><em>Satellite of Love<\/em><\/strong>, einem eigentlich f\u00fcr das letzte VU-Album <strong><em>Loaded<\/em><\/strong> aufgenommenen Song. Als Arrangement-Meisterst\u00fcck bezeichnet <strong>Reed<\/strong> selbst Ronsons Streichersatz zu <strong><em>Perfect Day<\/em><\/strong>, einem romantischen Kleinod in \u00be-Takt, das 25 Jahre sp\u00e4ter mit einem veritablen Who\u2019s-Who der Rockbranche als Line-Up dem Wohlt\u00e4tigkeitsfonds <em>BBC Children in Need<\/em> \u00fcber 2 Mio. \u00a3 einspielte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Als perfekte Sperrstunden- bzw. Schlussnummer erweist sich <strong><em>Goodnight Ladies<\/em><\/strong>. <strong>Herbie Flowers<\/strong> (an der Tuba) hatte auf Bowies Gehei\u00df kurzerhand eine Dixieland-Band zusammengetrommelt, die der traurigen Schilderung eines einsamen Fernsehabends einen bizarr am\u00fcsanten Kontrapunkt schenkt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1126\" alt=\"AdW_LRT_Bowie_Reed_Ronson_live_Royal_Festival_Hall_08_07_72\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Bowie_Reed_Ronson_live_Royal_Festival_Hall_08_07_72.jpg\" width=\"430\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Bowie_Reed_Ronson_live_Royal_Festival_Hall_08_07_72.jpg 430w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_Bowie_Reed_Ronson_live_Royal_Festival_Hall_08_07_72-300x159.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\"><strong><em>Transformer<\/em><\/strong> und <strong><em>Walk on the Wild Side<\/em><\/strong> verschafften <strong>Lou Reed<\/strong> auf beiden Seiten des Kontinents Top-20-Platzierungen in den Hitparaden und so heuerte er <strong>The Tots<\/strong>, eine weitestgehend unbekannte Bar-Rock-Kombo an, um ihn durch die USA und nach Europa zu begleiten. Auch wenn etliche aufwendig und facettenreich arrangierten Songs von <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> nicht ins live-Repertoire passten, stellten <strong><em>Satellite of Love<\/em><\/strong>, <strong><em>Vicious<\/em><\/strong>, sp\u00e4ter auch <strong><em>Perfect Day<\/em><\/strong> und vor <\/span><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">allem <strong><em>Walk on the Wild Side<\/em><\/strong> jahr(zehnt)elang Show-H\u00f6hepunkte dar. Reed selbst erl\u00e4uterte in einem 11-min\u00fctigen Monolog auf dem Live-Album <strong><em>Take No Prisoners<\/em><\/strong> Herkunft und Entstehung des Songs.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">Selbst wenn <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> nach wie vor als Reeds bestes Album gilt und von zahlreichen Rockmagazinen zu den Top-Rock-Alben aller Zeiten gew\u00e4hlt wurde, f\u00e4llt das Urteil des K\u00fcnstlers selbst zur\u00fcckhaltend aus und schon damals war <strong>Lou<\/strong> <strong>Reed<\/strong> offenbar mit dem Ergebnis, nicht restlos zufrieden. Auch der Umstand, dass <strong>Bowie<\/strong>s Namen allzu stark mit <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> verkn\u00fcpft wurde, schmeckte dem egozentrischen Songwriter nicht. So fand sich, als <strong>Reed<\/strong> schon ein Jahr nach der Ver\u00f6ffentlichung von <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> wieder im Aufnahmestudio stand, niemand aus dem \u201eErfolgsteam\u201c wieder.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">\u201eH\u00f6renswert \u2013 das Radiofabrik-Album der Woche\u201c pr\u00e4sentiert anl\u00e4sslich seines 40. Geburtstags <strong>Lou Reed<\/strong>s <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> und bringt als Bonus-Tracks zwei Demo-Versionen, drei live-Nummern, die wenige Tage nach der Ver\u00f6ffentlichung in New York entstanden sind, und die Radio-Werbung zu Transformer.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\">OCB w\u00fcnscht viel Spa\u00df mit einem Albumklassiker aus dem Jahre 1972.<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>PLAYLIST (des Albums)<\/strong><br \/>\nVicious<br \/>\nAndy&#8217;s Chest<br \/>\nPerfect Day<br \/>\nHangin&#8216; &#8218;Round<br \/>\nWalk on the Wild Side<br \/>\nMake Up<br \/>\nSatellite of Love<br \/>\nWagon Wheel<br \/>\nNew York Telephone Conversation<br \/>\nI&#8217;m So Free<br \/>\nGoodnight Ladies<br \/>\n<strong>Bonustracks (der Sendung)<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1127 alignright\" title=\"Transformer_Backside\" alt=\"AdW_LRT_back\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2013\/01\/AdW_LRT_back-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><br \/>\n<\/strong>Radio-Ad<br \/>\nHangin&#8216; &#8218;Round (Acoustic demo)<br \/>\nPerfect Day (Acoustic demo)<br \/>\nVicious<br \/>\nSatellite of Love<br \/>\nWalk On The Wild Side (alle live NYC, December 1972)<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small\"><a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/show.php?lang=de&amp;eintrag_id=68185\" target=\"_blank\">Zum Nachh\u00f6ren<\/a> PW: OCP<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommer 1970 stieg Lou Reed bei The Velvet Underground aus. Trotz dreier \u2013 heute als Meilensteine gefeierter, damals weittestgehend ignorierter \u2013 Alben und einer ausf\u00fchrlichen Tour, die den gr\u00f6\u00dften Teil des Jahres 1969 ausf\u00fcllte, sah sich das Mastermind der &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2013\/01\/02\/lou-reed-transformer-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":89,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3999,3991,3989,3994,3993],"tags":[],"class_list":["post-1113","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-3999","category-album-der-woche","category-horenswert-by-ocb","category-lou-reed","category-ocb-presents"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/89"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1113"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1140,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1113\/revisions\/1140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}