{"id":570,"date":"2011-08-16T10:23:49","date_gmt":"2011-08-16T10:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/?p=570"},"modified":"2011-08-16T10:23:49","modified_gmt":"2011-08-16T10:23:49","slug":"david-bowie-station-to-station-ocbs-radiofabrik-album-der-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2011\/08\/16\/david-bowie-station-to-station-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/","title":{"rendered":"DAVID BOWIE: Station To Station &#8211; OCB&#8217;s Radiofabrik-Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-572\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Cover-150x150.jpg\" alt=\"Station To Station\" width=\"200\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Cover-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Cover-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Cover.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><span lang=\"EN\">Zerr\u00fctteter hat man den Magischen nie gesehen als im Herbst 1975: <strong>David Bowie <\/strong>war zum Superstar geworden, hatte mit \u201e<em>Fame<\/em>\u201c seine erste Nummer 1 in den USA abgeliefert, mit dem Bestseller-Album \u201e<em>Young Americans<\/em>\u201c seine Plattenfirma gl\u00fccklich gemacht und nicht weniger als sieben Studioalben in f\u00fcnf Jahren fertiggestellt. <\/span><br \/>\n<span lang=\"EN\">Doch zugleich mit dem gro\u00dfen Erfolg kamen auch die gro\u00dfen Verirrungen: Sein Kokain-Konsum fra\u00df seinen bescheidenen Reichtum auf, den Rest verschlang sein Management-Unternehmen \u201eMainMan\u201c um Tony DeFries und in seinem wachsenden Interesse f\u00fcr Okkultes und Fern\u00f6stliches war der einstmals schillernde Bowie zum blassen D\u00fcrrling verkommen, der anstelle zu schlafen lieber den verborgenen D\u00e4monen in seinem unterk\u00fchlten Anwesen in den Hollywood Hills nachstellte, noch bevor er eine diffuse Begeisterung f\u00fcr Faschismus und F\u00fchrerkult entwickelte.<br \/>\nIn diesem Sumpf trieb Bowie seinem eigenen Untergang entgegen, ehe ihn <em>Nicolas Roeg <\/em>als Hauptdarsteller f\u00fcr sein \u201eAu\u00dferirdischer-kommt-auf-die-Erde-und-scheitert\u201c-Drama \u201e<em>The Man Who Fell To Earth<\/em>\u201c engagierte. Damit verbunden war die Verpflichtung sich w\u00e4hrend der Dreharbeiten vom Kokain fernzuhalten. Diese Drogen-Pause sollte Bowie einerseits einen klareren Kopf erm\u00f6glichen, ihm aber auch seine Isolation und Einsamkeit im selbst gebauten Goldk\u00e4fig offenbaren: Stoff genug um sich wenig sp\u00e4ter ins Studio zu begeben und seine Begleitband mit S\u00e4tzen wie \u201eNow I\u2019d like to record a song [that] I haven\u2019t written yet!\u201c zu konfrontieren. Und so gestalteten sich die Aufnahmearbeiten zu <em><strong>Station To Station<\/strong><\/em>. St\u00fcckwerk aus Bowies Kopf wurden zusammengesetzt bis \u2013 im Gegensatz zu bisherigen Aufnahmearbeiten \u2013 nach Wochen des \u00dcberarbeitens das heute als Meisterwerk gepriesene Album fertig war.<br \/>\n\u201e<em>Station To Station<\/em>\u201c zeigt den \u201eThin White Duke\u201c, wie sich Bowie nun selbst nannte, an einer musikalischen Wegkreuzung: Der \u00fcber 10-Minuten lange Titeltrack als Opener nimmt den H\u00f6rer zun\u00e4chst auf eine Zugreise, bringt trocken stampfende Rhythmen, sich empor arbeitende Songteile und spricht offen an, was sich im Inneren des Meisters abspielte: \u201eIt\u2019s not the side-effects of the cocaine, I\u2019m thinking that it must be love \u2013 it\u2018s too late to be hateful!\u201c \u201e<em>Golden Years<\/em>\u201c \u2013 schon Monate vorher als Single ver\u00f6ffentlicht \u2013 nimmt Anleihen am Plastic Soul des Vorg\u00e4nger-Albums \u201e<em>Young Americans<\/em>\u201c (1975), ehe \u201e<em>Word On A Wing<\/em>\u201c in christlich-religi\u00f6sem Rahmen Bowies Verlorenheit und Sehns\u00fcchte thematisiert \u201eOh Lord, I\u2019m trying hard to fit among your scheme of things!\u201c.<br \/>\n\u201e<em>TVC 15<\/em>\u201c bringt in Honky-Tonk-Piano und \u201eDoo-Wap\u201c-Feeling getr\u00e4nkt eine Liebesgeschichte zwischen Frau und Fernseher und stellt nicht zuletzt aufgrund des verbremsten Tempos den schw\u00e4chsten Track des Albums dar. Dem entgegen kracht der Funk-Rocker \u201e<em>Stay<\/em>\u201c mit Killer-Riff und furiosem Gitarrensolo herein, um abermals die Liebessehnsucht des Isolierten zu untermauern. Abgeschlossen wird das nur sechs Tracks umspannende Album mit Bowies zweifellos bester Coverversion, die ihrerseits etliche Covers nach sich ziehen sollte (u.a. von <em>Cat Power <\/em>und <em>George Michael<\/em>): \u201e<em>Wild Is The Wind<\/em>\u201c nimmt <em>Nina Simones <\/em>Interpretation einer alten Country-Ballade und hebt sie auf eine romantisch-erotische Ebene, zeigt Bowies zu diesem Zeitpunkt bemerkenswert ausgereifte Stimme und setzt dem Album so einen unwiderstehlichen Schlusspunkt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Live.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-574\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/08\/AdW_db_Live-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"165\" \/><\/a>Mit dem frischgepressten Album im Gep\u00e4ck begab sich Bowie mit seiner genialen Band (mit Carlos Alomar, George Murray, Dennis Davis), die er f\u00fcr die Tour \u201eRaw Moon\u201c taufte, auf die <strong>\u201e<em>Isolar<\/em>\u201c-Tour<\/strong>. Im Gegensatz zu den Jahren zuvor lie\u00df er jegliche Kost\u00fcmierung und anderen Schnickschnack weg, kleidete sich in schwarz-wei\u00df und konzentrierte sich auf der B\u00fchne allein auf seinen Gesang. Die Reaktionen in Amerika und Europa waren ungeteilt: Der beste Bowie!<br \/>\nEMI legte <em><strong>Station To Station <\/strong><\/em>2010 in verschiedensten Formaten (1 oder 3 oder 5 CDs) neu auf und erg\u00e4nzte zudem das zigfach gebootlegte <em>Konzert im Nassau Coliseum <\/em>(Uniondale, NY). \u201eH\u00f6renswert \u2013 Das Radiofabrik-Album der Woche\u201c bringt sowohl Station To Station als auch einige H\u00f6rproben aus dem Live-Programm der Isolar-Tour und OCB w\u00fcnscht viel Spa\u00df dabei!<\/span><br \/>\n<span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\"><br \/>\n<strong>PLAYLIST des Albums<\/strong><\/span><\/span><br \/>\nStation To Station<br \/>\nGolden Years<br \/>\nWord On A Wing<br \/>\nTVC 15<br \/>\nStay<br \/>\nWild Is The Wind<br \/>\n<span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: small\"><strong>BONUSTRACKS der Sendung<br \/>\n<\/strong><\/span> Panic In Detroit<br \/>\nBand Intro \/ Changes<br \/>\nWord On A Wing<br \/>\nStay (alle live Nassau Coliseum 1976)<br \/>\n<\/span><br \/>\nUnd wer&#8217;s h\u00f6ren will &#8230; klickt <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/show.php?lang=de&amp;eintrag_id=48861\" target=\"_blank\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zerr\u00fctteter hat man den Magischen nie gesehen als im Herbst 1975: David Bowie war zum Superstar geworden, hatte mit \u201eFame\u201c seine erste Nummer 1 in den USA abgeliefert, mit dem Bestseller-Album \u201eYoung Americans\u201c seine Plattenfirma gl\u00fccklich gemacht und nicht weniger &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2011\/08\/16\/david-bowie-station-to-station-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":89,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3991,45,3989],"tags":[],"class_list":["post-570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album-der-woche","category-david-bowie","category-horenswert-by-ocb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/89"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":584,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570\/revisions\/584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}