{"id":672,"date":"2011-12-08T11:55:21","date_gmt":"2011-12-08T11:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/?p=672"},"modified":"2011-12-08T12:04:14","modified_gmt":"2011-12-08T12:04:14","slug":"david-bowie-hunky-dory-ocbs-radiofabrik-album-der-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2011\/12\/08\/david-bowie-hunky-dory-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/","title":{"rendered":"DAVID BOWIE, Hunky Dory &#8211; OCBs Radiofabrik-Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_front.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-673\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_front-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_front-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_front.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Als <em>John Peel<\/em> 1970 im Rahmen einer BBC-Session <em>David Bowie<\/em> bat, er m\u00f6ge ein paar Worte zu <strong><em>Space Oddity<\/em><\/strong>, seinem bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg, sagen, korrigierte Bowie den Moderator sch\u00fcchtern mit den Worten \u201emeinem einzigen Erfolg\u201c. Daran sollte sich auch in den n\u00e4chsten Monaten nichts \u00e4ndern. <em>Bowies<\/em> Alben und Singles \u2013 mit der oben erw\u00e4hnten Ausnahme \u2013 waren durchgehend Flopps. Und dennoch nahm ihn <em>RCA<\/em> im Fr\u00fchjahr 1971 unter Vertrag und diese Chance wollte sich der 24-j\u00e4hrige <em>Bowie<\/em> nicht entgehen lassen. Er st\u00fcrzte sich in die Arbeit, um endlich seinen Durchbruch zu schaffen.<br \/>\nNachdem er mit zwei Side-Projects unterschiedliche Erfolge erzielt hatte &#8211; <em>Herman\u2019s Hermits<\/em>-S\u00e4nger <em>Peter Noone<\/em> erreichte mit <em>Bowies<\/em> <strong><em>Oh! You Pretty Things<\/em><\/strong> immerhin die Nr. 12 der britischen Charts, w\u00e4hrend die mit <em>Freddi Buretti<\/em> als Co-S\u00e4nger k\u00fcnstlich ins Leben gerufene Band <em>Arnold Corns<\/em>, der bereits s\u00e4mtliche Bandmitglieder der sp\u00e4teren <em>Spider From Mars<\/em> angeh\u00f6rten, floppte \u2013 war der Fundus an aufnahmew\u00fcrdigen Songs f\u00fcr das vierte <em>Bowie<\/em>-Album bereits im Sommer 1971 \u00fcbervoll. Mit <em>Ken Scott<\/em> als Produzent und <em>Mick Ronson<\/em> als kongenialen Partner und Arrangeur begab sich <em>Bowie<\/em> ins Studio um ein f\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse konventionelles Album aufzunehmen. Einfache, harmonische Melodien, der verst\u00e4rkte Einsatz der zw\u00f6lf-saitigen Gitarre, w\u00e4hrend <em>Ronsons<\/em> kratzende Les Paul beinahe unbenutzt blieb, und das virtuose Klavierspiel <em>Rick Wakemans<\/em>, der sich wenig sp\u00e4ter gegen die <em>Spider From Mars<\/em> und f\u00fcr <em>Yes<\/em> entscheiden sollte, pr\u00e4gen das schlie\u00dflich im Dezember 1971 ver\u00f6ffentlichte <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong>.<br \/>\nThematisch pendelt das Album zwischen gel\u00e4ufigen <em>Bowie<\/em>-Themen: Wo einerseits ein betr\u00e4chtliches Ma\u00df an (vermeintlicher) Selbstsicherheit aufgetischt wird (<strong><em>Changes<\/em><\/strong> er\u00f6ffnet mit \u201eStill don\u2018t know what I was waiting for\u201c das Album), treten dahinter \u201e\u00dcbermensch\u201c-Phantasien hervor, wie sie schon das Vorg\u00e4nger-Album <strong><em>The Man Who Sold The World<\/em><\/strong> gr\u00e4sslich zeichnete (\u201eYou gotta make way for the homo superior\u201c (<strong><em>Oh! You Pretty Things<\/em><\/strong>)). Einsamkeit (<strong><em>Eight Line Poem<\/em><\/strong>), Weltvergessenheit ((<strong><em>Is There<\/em><\/strong>) <strong><em>Life On Mars<\/em><\/strong>?), Selbstzweifel (\u201eI\u2019m sinking in the the <strong><em>Quicksand<\/em><\/strong> of my thoughts\u201c) bis hin zu v\u00f6lliger seelischer Orientierungslosigkeit (<strong><em>The Bewlay Brothers<\/em><\/strong>) bilden den Gegenpol. Dazwischen stehen das freudige <strong><em>Kooks<\/em><\/strong>, das Bowie f\u00fcr seinen frisch geborenen Sohn <em>Zowie<\/em> &#8211; heute der umjubelte Filmemacher <em>Duncan Jones<\/em> \u2013 geschrieben hatte, das etwas \u00fcbertrieben wirkende <em>Biff-Rose<\/em>-Cover <strong><em>Fill Your Heart<\/em><\/strong> und eine Menge Verneigungen vor pr\u00e4genden Pers\u00f6nlichkeiten (<em>Andy Warhol<\/em>,<em> Song For Bob Dylan<\/em>) und gro\u00dfen Vorbildern: <strong><em>Queen Bitch<\/em><\/strong> als Tribut an <em>The<\/em> <em>Velvet Underground<\/em> und <em>Lou Reed<\/em>, den er als Produzent schon wenige Monate sp\u00e4ter mit dem Album <strong><em>Transformer<\/em><\/strong> und der Single <strong><em>Walk On The Wild Side<\/em><\/strong> wieder ins Rampenlicht zur\u00fcckschieben sollte.<br \/>\nDer wohl herausragende Track auf <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong>, was im amerikanischen Slang so viel hei\u00dft wie \u201ealles paletti\u201c, ist aber wohl das gro\u00dfartige <strong><em>Life On Mars?<\/em><\/strong>, das <em>Bowie<\/em> in den folgenden Jahrzehnten regelm\u00e4\u00dfig in seine Live-Programme aufnahm. Mit seiner als Auftrag erhaltenen \u00dcbersetzung des Chansons <em>Comme d\u2019habitude<\/em> gescheitert \u2013 Paul Anka machte mit <em>My Way<\/em> das Rennen \u2013 behielt sich <em>Bowie<\/em> zumindest die Akkordfolge des Sinatra-Klassikers im Kopf und kreierte damit seine Geschichte vom traurigen \u201egirl with the mousy hair\u201c, das sich ins Kino begibt (\u201e&#8230; and she\u2018s hooked to the silver screen\u201c) um der Trostlosigkeit des Lebens zu entkommen (\u201eIs there life on Mars?\u201c). <em>Ronsons<\/em> stimmungsvolle Streicher-Arrangements komplettieren dabei die Erhabenheit des Songs. (Ein \u00e4hnlicher Geniestreich des bereits verstorbenen Gitarristen ist \u00fcbrigens auf <em>Lou Reeds<\/em> <strong><em>Perfect Day<\/em><\/strong> zu h\u00f6ren.)<a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_back.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-674\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_back-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_back-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2011\/12\/AdW_db_HD_cover_back.jpg 266w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><br \/>\nAufgrund seiner Schlichtheit und der hier noch bescheidenen Attit\u00fcde <em>Bowies<\/em> z\u00e4hlt <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong> heute zweifellos zu den Top-Alben des Pop-Genies, vielen durchaus namhaften K\u00fcnstlern gilt es sogar als sein Bestes. Als es kurz vor 1972 die L\u00e4den erreichte ohne gro\u00dfe Aufmerksamkeit zu erregen, war <em>Bowie<\/em> mit seinen Mitmusikern, die er nun <em>Spider from Mars<\/em> getauft hatte, schon l\u00e4ngst wieder im Studio, bastelte in seiner Gedankenwelt am androgynen Superstar <em>Ziggy Stardust<\/em> und hatte daher keine Zeit <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong> zu promoten. Erst im Sog des bahnbrechenden Nachfolgers (<strong><em>The Rise and Fall of Ziggy Stardust<\/em><\/strong> <strong><em>and the Spiders from Mars<\/em><\/strong>) wurde auch <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong> zum Top-Seller (Nr. 3 der britischen Albumcharts) und <strong><em>Life on Mars?<\/em><\/strong> 1973 von RCA, die bemerkte, dass sie nun auf ihre Rechnung kommen k\u00f6nnte, als Single auf den Markt geworfen (Nr. 13 der Carts).<br \/>\nAnl\u00e4sslich seines 40. Geburtstags pr\u00e4sentiert \u201eH\u00f6renswert \u2013 Das Radiofabrik-Album der Woche\u201c <em>David Bowie<\/em>s <strong><em>Hunky Dory<\/em><\/strong> und bringt als Bonus-Tracks eine Handvoll Aufnahmen, die es nichts auf das Album schafften, darunter das in letzter Minute noch herausgenommene <strong><em>Bombers<\/em><\/strong>, das <em>Jacques Br\u00e8l<\/em>-Cover <strong><em>Amsterdam<\/em><\/strong> und die Neuaufnahme des <strong><em>The Man Who Sold The World<\/em><\/strong>-Titels <strong><em>The Supermen<\/em><\/strong>. Und OCB w\u00fcnscht viel Spa\u00df dabei!<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Playlist (des Albums)<br \/>\n<\/strong>Changes<br \/>\nOh! You Pretty Things<br \/>\nEight Line Poem<br \/>\nLife on Mars?<br \/>\nKooks<br \/>\nQuicksand<br \/>\nFill Your Heart<br \/>\nAndy Warhol<br \/>\nSong for Bob Dylan<br \/>\nQueen Bitch<br \/>\nThe Bewlay Brothers<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Bonus Tracks (der Sendung)<br \/>\n<\/strong>The Supermen<br \/>\nBombers<br \/>\nAmsterdam<br \/>\nLooking For A Friend (Live at the Beeb)<br \/>\nShadow Man (Original Version of 1971)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als John Peel 1970 im Rahmen einer BBC-Session David Bowie bat, er m\u00f6ge ein paar Worte zu Space Oddity, seinem bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg, sagen, korrigierte Bowie den Moderator sch\u00fcchtern mit den Worten \u201emeinem einzigen Erfolg\u201c. 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