{"id":900,"date":"2012-06-08T19:36:41","date_gmt":"2012-06-08T19:36:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/?p=900"},"modified":"2012-06-08T19:40:43","modified_gmt":"2012-06-08T19:40:43","slug":"david-bowie-the-rise-and-fall-of-ziggy-stardust-and-the-spiders-from-mars-ocbs-radiofabrik-album-der-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/2012\/06\/08\/david-bowie-the-rise-and-fall-of-ziggy-stardust-and-the-spiders-from-mars-ocbs-radiofabrik-album-der-woche\/","title":{"rendered":"DAVID BOWIE, The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars &#8211; OCB&#8217;s Radiofabrik-Album-der-Woche"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><strong><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-901\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Cover.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Cover.jpg 868w, https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Cover-300x293.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/a><span lang=\"EN\"><span style=\"font-size: medium\">David Bowie<br \/>\nThe Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders from Mars<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong>(V\u00d6 6. Juni 1972, RCA)<\/p>\n<p>So klar, wie an diesem regnerischen Abend des J\u00e4nner 1972, als <em>David Bowie<\/em> in seinen gelb-schwarzen Overall geh\u00fcllt und mit einer Les Paul \u00fcber den Schultern an den Hausmauern der Heddon Street f\u00fcr sein n\u00e4chstes Album-Cover posierte, waren Pl\u00e4ne und Zielsetzung des extravaganten Musikers selten zuvor gewesen: Jetzt war er dran mit einer Handvoll schnittiger Songs, sexueller Provokation und dem Konzept eines ausgeflippten Rockstars die Pop-Welt zu erobern!<\/p>\n<p>Name und Idee f\u00fcr <em>Bowies<\/em> in Hinkunft pr\u00e4gendes Alter Ego <em>Ziggy Stardust<\/em> entstammen den (musikalischen) Erzeugnissen zweier von bescheidenem Ansehen und m\u00e4\u00dfigem Erfolg gezeichneter Rocker: Der seltsam t\u00f6nende Rockabilly <em>The Legendary Stardust Cowboy<\/em>, aus Texas, spendete den Namen und <em>Vince Taylor<\/em>, ein unberechenbarer Rock\u2019n\u2019Roller aus London, lieferte die Geschichte des Rock-Musikers, der in Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung die Bodenhaftung verliert und schlie\u00dflich von seinen Fans ermordet wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Young_Ziggy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-905\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_Young_Ziggy.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"270\" \/><\/a>Die Story allein, die au\u00dferhalb des Titelsongs auf <strong><em>The Rise And Fall Of Ziggy Stardust<\/em><\/strong> \u2026 ohnehin kaum erz\u00e4hlt wird, war <em>Bowie<\/em> aber zu wenig. Schon Jahre zuvor erkannte er, dass vor allem das Spiel mit der Sexualit\u00e4t weitaus gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit erregen konnte. 1971 war sein Cover zu <em>The Man Who Sold The World<\/em>, das ihn in einem langen Kleid zeigte, in den USA verboten worden. Auch die zugekn\u00f6pfte britische Presse lie\u00df sich durch so manche Textzeile <em>Bowies<\/em> irritieren, fand aber in der Verwirrung der Post-Beatles-Zeit neben den <em>Rolling Stones<\/em> kaum spannendere Interviewpartner als den anfangs \u00fcberaus sch\u00fcchternen <em>Bowie.<\/em> Dieser verstand es das Interesse f\u00fcr seine Person mit zunehmendem Geschick zu nutzen und erkl\u00e4rte im J\u00e4nner 72 <em>Michael Watts<\/em> vom <em>Melody Maker<\/em>: \u201eIch glaube, ich bin schwul und bin es immer gewesen.\u201c Und sp\u00e4testens, als <em>Bowie<\/em> w\u00e4hrend seines Top-of-the-Pops-Auftritt im folgenden April seinem kongenialen musikalischen Partner und Gitarristen <em>Mick Ronson<\/em> den Arm l\u00e4ssig \u00fcber die Schultern legte, begann das Spiel mit der (Homo-)Sexualit\u00e4t zu wirken.<\/p>\n<p>Vor diesem grell angelegten Hintergrund befand sich <em>Bowie<\/em> zudem in einer bemerkenswerten Bl\u00fctezeit seiner Schaffenskraft. <em>Hunky Dory<\/em>, das zu dieser Zeit str\u00e4flich untersch\u00e4tzte Vorg\u00e4ngeralbum zu <em>Ziggy Stardust<\/em>, war gerade erst ver\u00f6ffentlicht, da stand <em>Bowie<\/em> mit seiner Band <em>The Spiders From Mars<\/em> \u2013 <em>Mick Ronson<\/em> (Gitarre), <em>Mick \u201eWoody\u201c Woodmansey<\/em> (Drums) und <em>Trevor Bolder<\/em> (Bass) \u2013 bereits wieder im Studio und nahm Song um Song auf, dieses Mal mit deutlich rockigerer Ausrichtung als auf dem Vorg\u00e4nger. Aufgrund dieses veritablen Songschwalls wurde die Play-List f\u00fcr <strong><em>The Rise And Fall Of<\/em><\/strong> \u2026 gute f\u00fcnf Mal umgeschrieben und stand im M\u00e4rz 1972 fest.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_early_live2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-908\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_early_live2-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"260\" \/><\/a>Und es konnte kaum perfekter klingen: Das langsam anschwellende Herzklopfen von <strong><em>Five Years<\/em><\/strong> zieht den H\u00f6rer gleich zu Beginn magisch in seinen Bann und berichtet vom hysterischen Treiben der Menschen, nachdem der Bericht vom bevorstehenden Weltuntergang in f\u00fcnf Jahren verbreitet war. Die Spannung aus einem der besten Songs <em>Bowies<\/em> \u00fcberhaupt l\u00f6st sich erst im swingenden <strong><em>Soul Love<\/em><\/strong> auf, ehe <strong><em>Moonage<\/em><\/strong> <strong><em>Daydream<\/em><\/strong> Sci-Fi-Gefilde durchpfl\u00fcgt und verschlungen auf <em>Stanley Kubricks <\/em>Film<em> 2001<\/em> verweist, den <em>Bowie<\/em> gerne als seine Hauptinspiration in diesen Tagen anf\u00fchrt (\u201eI\u2019m a space invader, I\u2019m a rock\u2019n\u2019rollin\u2018 bitch for you!\u201c). Dessen ungeachtet stellt <strong><em>Moonage Daydream<\/em><\/strong> mit seinem schleppendem Groove und den sph\u00e4rischen Klanggeb\u00e4uden ein weiteres Highlight in Bowies Songwriting dar und im ausklingenden Solo stellt <em>Mick Ronson<\/em> sein Talent zur Schau! Mit <strong><em>Starman<\/em><\/strong>, dem Single-Vorboten und einer in seiner Mach-Art klassischen <em>Bowie<\/em>-Nummer, bleibt der interstellare Kontext erhalten. Erwartet wird einer, der durch seine Landung allen den Verstand rauben wird \u2013 eine Thematik wie man sie von den Vorg\u00e4ngeralben <em>Bowies<\/em> durchaus kannte, doch wird der negative Grundton auf <strong><em>The Rise And Fall Of Ziggy Stardust \u2026<\/em><\/strong> durch ein positiveres Stimmungsbild ersetzt.<\/p>\n<p>Diesem unwiderstehlichen Er\u00f6ffnungsquartett bleibt durch den <em>Ray Davies<\/em>-Song <strong><em>I Ain\u2018t Easy<\/em><\/strong> das Kr\u00f6nende verwehrt. In Anbetracht der &#8222;ausgemisteten&#8220; Nummern \u2013 \u201eH\u00f6renswert\u201c bietet sie als Bonustracks auf \u2013 stellt sich seit 40 Jahren Fans und Kritikern gleicherma\u00dfen die Frage, warum das halblustige <strong><em>It Ain\u2019t Easy<\/em><\/strong> bleiben durfte. Umso zielsicherer er\u00f6ffnet <strong><em>Lady Stardust<\/em><\/strong> \u2013 zwei Jahre zuvor f\u00fcr <em>Marc Bolan<\/em> geschrieben \u2013 die zweite Album-H\u00e4lfte und verlagert den inhaltlichen Fokus auf das eigentliche Thema des Albums (\u201eAnd he was alright, the band was all together\u201c). Mit <strong><em>Star<\/em><\/strong> karikiert <em>Bowie<\/em> seinen eigenen Anspruch \u2013 ebenfalls Tage zuvor dem Melody Maker offenbart \u2013 bald ein ganz gro\u00dfer zu sein: \u201eI could do with the money [\u2026] and I could fall asleep at night as a Rock\u2019n\u2019Roll Star\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_fellatio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-910\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_fellatio-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"290\" \/><\/a>\u00c4hnlich dem Er\u00f6ffnungsfeuerwerk stellt auch das finale Quartett des Albums eine bemerkenswerte Einheit dar. Das (ebenso wie <em>Moonage Dayfream<\/em>) bereits mit <em>Freddy Buretti<\/em> als <em>Arnold Corns<\/em> aufgenommene <strong><em>Hang On To Yourself<\/em><\/strong> erfuhr ein kr\u00e4ftigeres Arrangement und diente <em>Bowie<\/em> w\u00e4hrend der folgenden Tour als unwiderstehlich rockender Opener, gefolgt vom Titelsong <strong><em>Ziggy Stardust<\/em><\/strong> mit seinem unverkennbaren, knarzenden Riff und der Kurzfassung des inhaltlichen Konzepts (\u201eMaking love with his ego \u2026\u201c).<\/p>\n<p>Als \u201elast-minute-songs\u201c hatte Bowie <strong><em>Suffragette City<\/em><\/strong> \u2013 von <em>Mott The Hoople<\/em> zugunsten von <em>All The Young Dudes<\/em> verschm\u00e4ht \u2013 und <strong><em>Rock\u2019n\u2019Roll Suicide<\/em><\/strong> geschrieben. W\u00e4hrend das eine zu sattem Rock frech den Konflikt zwischen M\u00e4nner- und Frauenliebe thematisiert\u00a0 &#8211; \u201eWam bam thank you, \u00a0ma\u2019am\u201c bleibt unvergleichlich &#8211; zelebriert der Schlusssong in <em>Ronsons<\/em> deftiges Streicherarrangement gebettet das scheinbar logische Ende des Rockstars.<\/p>\n<p>So kraftvoll und schwerelos das Album auch heute nach 40 Jahren noch erscheint, so sehr nagten Bowies Arbeitseifer \u2013 er griff in den Folgemonaten <em>Iggy Pop, Mott The Hoople<\/em> und <em>Lou Reed<\/em> unter die Arme \u2013 und vor allem die Figur von <em>Ziggy Stardust<\/em> an ihrem Sch\u00f6pfer, der immer tiefer in seine Rolle verfiel. Zudem zehrte die ausf\u00fchrliche 15-monatige Tournee, die <em>David Bowie<\/em> zum Superstar in Gro\u00dfbritannien und in den USA werden lie\u00df, an K\u00f6rper und Seele und er verfiel trotz des finalen Rock\u2019n\u2019Roll Suicide am 3. Juli 1973 im Hammersmith Odeon in den Folgejahren dem Kokainkonsum, der ihn mehrmals an den Rand des Lebens f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich seines 40. Geburtstags pr\u00e4sentiert \u201eH\u00f6renswert \u2013 Das Radiofabrik-Album der Woche\u201c <em>David Bowie<\/em>s <strong><em>The Rise And Fall OF Ziggy Stardust And The Spiders From Mars<\/em><\/strong> und bringt als Bonus-Tracks eine Handvoll Aufnahmen, die zum Teil in letzter Minute noch aus der Playlist des Albums genommen wurden, darunter Songperlen wie das entz\u00fcckende <strong><em>Velvet Goldmine<\/em><\/strong> oder der Kracher <strong><em>Sweet Head<\/em><\/strong><em>,<\/em> der thematisch in das Ziggy-Konzept gepasst h\u00e4tte. <strong><em>John, I\u2019m Only Dancing <\/em><\/strong>\u2013 Bowies zweifellos schwulster Song \u2013 und Mott The Hooples <strong><em>All The Young Dudes<\/em><\/strong>, mit dem Bowie der bereits aufgegebenen Band ihren gr\u00f6\u00dften Hit schenkte, entstanden wenige Tage nach der Ver\u00f6ffentlichung von <strong><em>Ziggy Stardust<\/em><\/strong>. OCB w\u00fcnscht viel Spa\u00df dabei!<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_david_iggy_lou.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-912\" src=\"https:\/\/blog.radiofabrik.at\/ocblog\/files\/2012\/06\/AdW_db_ZS_david_iggy_lou-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"300\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Playlist (des Albums)<br \/>\n<\/strong>Five Years<br \/>\nSoul Love<br \/>\nMoonage Daydream<br \/>\nStarman<br \/>\nIt Ain\u2019t Easy<br \/>\nLady Stardust<br \/>\nStar<br \/>\nHang On To Yourself<br \/>\nZiggy Stardust<br \/>\nSuffragette City<br \/>\nRock\u2019n\u2019Roll Suicide<\/p>\n<p><strong>Bonus Tracks (der Sendung)<br \/>\n<\/strong>Velvet Goldmine<br \/>\nJohn I\u2019m Only Dancing<br \/>\nMott The Hoople, All The Young Dudes (Bowie On Backing Vocals)<br \/>\nHoly Holy<br \/>\nSweet Head<br \/>\nRound\u2019n\u2019Round<br \/>\nUnd wer&#8217;s h\u00f6ren will &#8230; klickt <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/show.php?lang=de&amp;eintrag_id=17482\" target=\"_blank\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Bowie The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders from Mars (V\u00d6 6. 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