Z‘breesld

Battle&Hum #157 am Samstag, 17.01.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Entfleischung!

Jetzt ist schon wieder wer gestorben, es wird überhaupt zu viel gestorben. Die ganze Welt ist ein Gräberfeld. Wie jedes Jahr im Jänner halten wir Rückschau auf dieses Gräberfeld und graben aus den frischen Gräbern nochmal die toten Musiker:innen aus. Wer hat aller ein Bankl grissen? Kommt anscheinend von: die Totenbank (Brett, Bahre) anreißen, also anzeichnen, abmessen. Meine persönliche Lieblingsumschreibung von Sterben ist: den Holzpyjama anziehen, das klingt so richtig gemütlich.

Wir von Battle&Hum sind immer so positiv gestimmt und finden es durchaus passend das neue Jahr mit dem Tod zu beginnen. Wir lassen ein paar Künstler:innen noch einmal zu Gesang kommen oder hören uns Songs an, die wir uns normalerweise vielleicht gar nicht anhören würden. Den Ausdruck „zerbröselt“ (zbreesld) finde ich auch ganz gut. Kann sich wer an Avengers: Infinity War erinnern? Da zerbröselt es die halbe Menschheit, die zerfallen durch ein Fingerschnippen von Thanos zu Staub.

Sich verbrennen lassen ist, glaub ich,  eine passable Form der Bestattung. Da wird man nicht von Würmern und Maden gefressen. Sicher nicht so grauslich das Verbrennen. Kein Verwesungsgestank, aber gut, zwei Meter unter der Erde riecht das eh keiner. Also Asche zu Asche. Einzig der Bestattungsmethode der Parsen kann ich noch was abgewinnen: die legen ihre Toten in sogenannte „Tower of Silence“ und lassen die Leichname von Geiern und Raben auffressen. Recycling durch Wirbeltiere, Vogelschiss gibt auch guten Dünger.

Jetzt drope ich noch ein paar Namen die am kommenden Samstag (17.01.2026), ab 22:00 live aus den heiligen Hallen der Radiofabrik, wahrscheinlich zu Gehör gebracht werden. Straight outta Arbeitsgemeinschaft Nonntal.

DJ Ridi Mama nimmt sich vielleicht Peter, Paul and Mary an, Peter Yarrow ist gestorben. Oder wird es doch Marianne Faithfull, die den Löffel mit 78 abgegeben hat? Mit Puppen hat er auch immer gerne gespielt, der Michael: David Johansen von den New York Dolls hat ins Gras gebissen. Obwohl, ich vermute Michael wird als alter Freizeitwiener was von Walther Soyka spielen. Ach ja, Ozzy Osbourne ist auch in die ewige Dunkelheit eingegangen aber dem wurde schon zu Genüge gehuldigt.

Ich muss etwas gestehen: ich kannte Pere Ubu nur so vom Hörensagen und muss sie nun, durch den Tod von Frontmann David Thomas zu meinen persönlichen großartigen Neuentdeckungen 2025 zählen. Davon kommt ganz sicher etwas… Auch ein Großer des Austropop hat die Patschen aufgestellt, Manfred Tauchen. Der legendäre Jazz Schlagzeuger Jack DeJohnette hat die Sticks ebenso für immer zur Seite gelegt. Seid froh dass sich eine lange Jazznummer in unserem Format nicht ausgeht! Ich würde euch nicht verschonen. Mit Jimmy Cliff und Chris Rea sind ebenfalls noch zwei Musikgrößen am Jahresende verschieden. Mögen wir uns nicht am Weg zur Hölle befinden! Gesundheit!

MC Randy Andy