Battle&Hum#158

Samstag 21.02.2026 (Stairway zum Nachhören)

Eine musikalische Adrenochrom Kur für alte Säcke!

 

Johannes W. & Jakob W.:

  1. Gzuz (der sampler 3) – schnapp!
  2. Morad (single) – soñar
  3. DJ Chosen Few (I am fucking hardcore) – name of the dj
  4. LX (dopeboy dreams) – edibles

 

DJ Ridi Mama’s & MC Randy Andy’s:

  1. Sleaford Mods (the demise of planet X) – the good life
  2. Franz Fuexe (nihilismus 0.0) – jeder tog da söwe scheiss
  3. Sepultura (roots) – roots bloody roots
  4. Refused (the shape of punkt o come) – new noise

 

„Wenn sich die Lage bessert, dann wird alles noch gut werden.“ (Johann Nestroy)

 

 

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dazwischen

Der etwas andere Kunstfilm oder der Versuch einer Deutung.

Schräge Vögel (so heißt auch die Filmreihe) luden ins Das Kino zur Premiere (Montag 16.02.26, 19:00) vom Studio West Kurzdokumentarfilm: IN BETWEEN. Ein Doppelporträt (Regie: Wolfgang Tonninger). Das Gewölbe war gesteckt voll, ausverkauft, ein Straßenfeger. Die beiden Hauptprotagonisten Norbert K Hund und Christopher Schmall waren natürlich auch anwesend und stellten sich nach dem Film mit Wolfgang Tonninger so manch „blöder“ Frage. Darf Kunst politisch sein? Sicher, alles ist politisch nur im Sport hört man immer ein mimimi.

„Im Nonntal essen sie keine Hasen“, könnte auch ein Titel für diesen feinen, intimen Film sein. Weil Hasen isst man nicht, die lässt man hoppeln. Schräge Vögel sind sie auch, die Beiden porträtierten, aber im äußerst positiven Sinn. Eigentlich sind sie zwei Radiomacher mit einem etwas anderem Ansatz, ein bisschen wie die Radiofabrik im Sumpf. Ihre Flaggschiffsendung „Artarium“ ist beinahe jeden Sonntag (bis auf den 1. Im Monat) um 17:06. Der Sonntagabend ist somit der beste Radiotag der Woche, zuerst „Artarium“, dann umschalten auf FM4 „Im Sumpf“ und dann zum Schlafen noch ein wenig „Graue Lagune“. Mit der Perlentaucher Nachtfahrt setzen sie noch einen 3h Block jeden 2. Freitag drauf. Gut zu hören.

Jetzt komme ich aber wieder auf die Bilder zurück, so ein Film besteht ja hauptsächlich, no na ned aus Bildern. In dieser 35 Minuten Doku sind einige ganz fantastische Bilder gezeichnet. Wer sich vor Spoiler fürchtet sollte jetzt nicht mehr weiterlesen, ist aber eh kein Thriller bei dem die Suspense verloren geht. Meine persönliche Lieblingsszene ist die, ich nenne sie mal so, Easy Rider Szene auf der Hellbrunner Allee. Norbert auf dem Fahrrad, der Blick grimmig aber nicht ohne Selbstironie. Die Kunst kommt mit dem Fahrrad, oder wer die PS im Herzen hat braucht keine Verbrennungsmotoren.

In einer anderen Einstellung sieht man Chris (Schmall) und Chris (Gradl) durch den Wald wandern, das Grün und kräftige Baumstämme sollen uns vielleicht auf die im vollen Saft stehende junge Generation hinweisen. Hier ist die Liebe und das Spüren Hauptthema. Es hat etwas von Romeo und Julius nur stürzt sich keiner über die Clemens-Holzmeister-Stiege sondern es wird geschmust. Starke Szene!

Man könnte natürlich hinter der nächsten Ecke Weihrauch riechen, vom Selbstbeweihräuchern, aber das wäre zu kurz gegriffen. In diesem Film kehren Zwei ihre geplagte Seele heraus und schaffen Poesie. Auch die Couchszene zeugt von Mut: Norbert K Hund liegt ausgestreckt auf einer alten Couch, die schwere Erbluft atmet und erzeugt durch sein wohlig warmes Brummen eine Stimmung als würde Harry Rowohlt aus Pu der Bär vorlesen. Norbert’s kleiner „Winnie the Pooh“ liegt dabei auf seiner Brust und bekommt zum Abschied noch einen Kuss. Sieht man in diesen Zeiten auch selten, dass sich ein erwachsener Mensch mit Kuscheltier zeigt. Starke Szene!

Ich sag mal Prädikat sehr sehenswert. Also geht ins Kino, lest mehr Gedichte, werdet wie die Kinder und vor allem esst keine Hasen!

(Zu sehen in ausgewählten Lichtspielhäusern [demnächst auch auf FS 1]  und am 26.03.2026 für Radiofabrik Mitglieder beim Radiofabrik Stammtisch in der Arge Nonntal.)

 

Andreas Woldrich

Drüsentrieb

Battle&Hum #158 am Samstag, 21.02.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Jungendsprache!

Michael aka DJ Ridi Mama ist ein richtiger Magister und zwar in der Biologie, ein regelrechter Fischflüsterer. Wie es sich für ambitionierte Wissengschaftler (ich bin kein richtiger Magister, nur Hobbyurologe) gehört, machen wir auch hin und wieder Feldforschung, also direkt am Fisch bzw. Mensch. Das Forschungsgebiet war in einem Haus aus Fels und nannte sich Punkrockkonzert. Wir wollten wissen ob das Gnack schon knackt oder ein ordentlicher Pogo schon noch geht?

Jakob W. & Johannes W.

Gnæd, The Äth und Hauptäct Franz Fuexe und ja, am Ende ist alles nass von Bier und Schweiß. Unser Assistent Johannes war auch mit, aus ihm spricht noch der jugendliche Leichtsinn. Siehe da, auch er verlor sich im Moshpit. Franz Fuexe zeigten uns mit Nachdruck wo der Hammer hängt oder wie es genau auf die 12 geht. Noch kein Takt gespielt und schon sucht der Sänger Körperkontakt mit dem Publikum und das ging fast bei jedem Song so. Man hat direkt ein bisschen Angst ihm in die Augen zu schauen, vielleicht will er ja nur spielen. Großes Konzert.

Auch dem Novizen hat es außerordentlich gut gefallen. In der Postpubertät bzw. Adoleszenz ist das mit den Trieben und Drüsen ja noch eine sehr heikle Sache und sie vertragen keinen Aufschub. Das Sekret muss raus. Man soll sie nicht aufhalten, die heranwichsenden äh, heranwachsenden jungen Menschen. Das sogenannte Coming of Age ist kein Honigschlecken, für uns alle, da geht’s rund im Körper und Geist.

Paul McCarthy – White Snow Dwarf (Bashful)

Ein gutes Abführmittel für angestaute Aggressionen, verwirrte Weltverlorenheit und Identitätssuche ist nach wie vor: Musik! Vor allem live genossen, wie wir eingangs erfahren haben. Durch dieses Ventil kann einiges entweichen und es tut keinem weh, außer vielleicht einigen Pogopartner:innen. Schweiß und Blut (oder wars Bier?) gehört dazu.

Wir Altvorderen haben uns nun gedacht, „Na hören wir doch mal rein in die Jugend!“ und deshalb haben wir uns zwei männlicher Vertreter der unter 20 jährigen eingeladen. Am kommenden Samstag den 21.02.2026 kommen Johannes W. (15J.) und Jakob W. (19J) zu uns ins Studio der Radiofabrik. Live ab 22:00 Uhr hören wir ihre Musik aus dem unsichtbaren Jugendzimmer schallen. Digga, das crazy!

MC Randy Andy

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Battle&Hum#157

Samstag 20.12.2025 (Stairway zum Nachhören)

We hear dead people!

 

MC Randy Andy’s dead people:

  1. Pere Ubu (the modern dance) – non-alignment pact
  2. DÖF (same) – arafat
  3. Gang of Four (entertainment!) – love like anthrax
  4. New York Dolls (same) – looking for a kiss

 

DJ Ridi Mama’s Leichenschmaus:

  1. The Stone Roses (second coming) – love spreads
  2. Molden, Resetarits, Soyka, Wirth (yeah) – bad language
  3. Jimmy Cliff (wonderful world, beautiful people) – vietnam
  4. Marianne Faithfull (broken english) – working class hero

 

„Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2 Korinther 3, 6)

 

 

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Z‘breesld

Battle&Hum #157 am Samstag, 17.01.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Entfleischung!

Jetzt ist schon wieder wer gestorben, es wird überhaupt zu viel gestorben. Die ganze Welt ist ein Gräberfeld. Wie jedes Jahr im Jänner halten wir Rückschau auf dieses Gräberfeld und graben aus den frischen Gräbern nochmal die toten Musiker:innen aus. Wer hat aller ein Bankl grissen? Kommt anscheinend von: die Totenbank (Brett, Bahre) anreißen, also anzeichnen, abmessen. Meine persönliche Lieblingsumschreibung von Sterben ist: den Holzpyjama anziehen, das klingt so richtig gemütlich.

Wir von Battle&Hum sind immer so positiv gestimmt und finden es durchaus passend das neue Jahr mit dem Tod zu beginnen. Wir lassen ein paar Künstler:innen noch einmal zu Gesang kommen oder hören uns Songs an, die wir uns normalerweise vielleicht gar nicht anhören würden. Den Ausdruck „zerbröselt“ (zbreesld) finde ich auch ganz gut. Kann sich wer an Avengers: Infinity War erinnern? Da zerbröselt es die halbe Menschheit, die zerfallen durch ein Fingerschnippen von Thanos zu Staub.

Sich verbrennen lassen ist, glaub ich,  eine passable Form der Bestattung. Da wird man nicht von Würmern und Maden gefressen. Sicher nicht so grauslich das Verbrennen. Kein Verwesungsgestank, aber gut, zwei Meter unter der Erde riecht das eh keiner. Also Asche zu Asche. Einzig der Bestattungsmethode der Parsen kann ich noch was abgewinnen: die legen ihre Toten in sogenannte „Tower of Silence“ und lassen die Leichname von Geiern und Raben auffressen. Recycling durch Wirbeltiere, Vogelschiss gibt auch guten Dünger.

Jetzt drope ich noch ein paar Namen die am kommenden Samstag (17.01.2026), ab 22:00 live aus den heiligen Hallen der Radiofabrik, wahrscheinlich zu Gehör gebracht werden. Straight outta Arbeitsgemeinschaft Nonntal.

DJ Ridi Mama nimmt sich vielleicht Peter, Paul and Mary an, Peter Yarrow ist gestorben. Oder wird es doch Marianne Faithfull, die den Löffel mit 78 abgegeben hat? Mit Puppen hat er auch immer gerne gespielt, der Michael: David Johansen von den New York Dolls hat ins Gras gebissen. Obwohl, ich vermute Michael wird als alter Freizeitwiener was von Walther Soyka spielen. Ach ja, Ozzy Osbourne ist auch in die ewige Dunkelheit eingegangen aber dem wurde schon zu Genüge gehuldigt.

Ich muss etwas gestehen: ich kannte Pere Ubu nur so vom Hörensagen und muss sie nun, durch den Tod von Frontmann David Thomas zu meinen persönlichen großartigen Neuentdeckungen 2025 zählen. Davon kommt ganz sicher etwas… Auch ein Großer des Austropop hat die Patschen aufgestellt, Manfred Tauchen. Der legendäre Jazz Schlagzeuger Jack DeJohnette hat die Sticks ebenso für immer zur Seite gelegt. Seid froh dass sich eine lange Jazznummer in unserem Format nicht ausgeht! Ich würde euch nicht verschonen. Mit Jimmy Cliff und Chris Rea sind ebenfalls noch zwei Musikgrößen am Jahresende verschieden. Mögen wir uns nicht am Weg zur Hölle befinden! Gesundheit!

MC Randy Andy

 

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Battle&Hum#156

Samstag 20.12.2025 (Stairway zum Nachhören)

Schafe, Ochsen, Esel und Rentiere müssen auch mal, eure zwei Hirten misten den Stall aus!

 

DJ Ridi Mama’s Kometen:

  1. Cari Cari (anaana) – mechikko
  2. Ernst Molden (fliagl) – nochtschwoim
  3. Yasmo & die Klangkantine (augen auf und durch) – geh ma net
  4. Elvis Presley (elvis‘ christmas album) – here comes santa claus

 

MC Randy Andy’s Sternspritzer:

  1. FJØRT (couleur) – südwärts
  2. Das Trojanische Pferd (same) – fahrstuhlmusik (mein herz)
  3. Beirut (gulag orkestar) – prenzlauerberg
  4. Arik Brauer (same) – dschiribim dschiribam

 

„Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.“ (Friedrich Nietzsche)

 

 

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Wie ein Komet

Battle&Hum #156 am Samstag, 20.12.2025, 22:00 Uhr, diesmal mit Ox und Esel!

In Salzburg hat die Tradition des Adventsingens einen leicht bräunlichen „Nazipan“ Beigeschmack. Erstmals im Jahr 1946 veranstaltet, von einem gewissen Tobi Reiser und Karl Heinrich Waggerl beide waren Antisemiten und tief in das Rektum des NS-Staats vorgedrungen. Reiser war in Sachen Volkskultur besonders radikal und wollte ein Trachtenverbot für Juden und Jüdinnen. Ein besonders belastetes Bundesland mit kontaminierten Straßennamen und Schulen. Wo ist die Karl Heinrich Waggerl Mittelschule in Wagrain, genau in der Karl Heinrich Waggerl Straße. Man kann gar nicht so viel Kekse essen wie man erbrechen will, mehr ein Adventreihern als Singen.

Wahrscheinlich kein Ochse……

Es gibt hier am „menschenfeindlichen architektonisch-erzbischöflich-stumpfsinnig-nationalsozialistisch-katholischen Todesboden“ einige antisemitische Grauslichkeiten aus vergangenen Tagen. Zum Einen, ein bereits entferntes (1785)  Relikt des mittelalterlichen Antisemitismus, die sogenannte „Judensau“ am Salzburger Rathausturm. Eine besonders diffamierende bildliche Darstellung (meist ein Steinrelief) von einem Schwein das als Juden erkennbare Menschen säugt oder auf sie defäkiert. In Deutschland auch häufig an Kirchen zu finden, viele sind heute noch vorhanden. Mehr Information findet sich im oben hinterlegten Link. Diese alten Schimpfwörter rund um „Saujud“ etc. wurden von den Nazis wieder aufgegriffen und neu befeuert.

Selbst im 21 Jahrhundert besteht nach wie vor ein gewisser Stumpfsinn in Salzburg. Im Jahr 2001 wurde in der Kaigasse eine Gedenktafel mit einem Zitat aus Theodor Herzl’s Tagebuch enthüllt:  „In Salzburg brachte ich einige der glücklichsten Stunden meines Lebens zu.“  Sommer 1885 Dr. Theodor Herzl 1860-1904. Der im Tagebuch folgende, essentielle Satz fehlte allerdings: „Ich wäre auch gerne in dieser schönen Stadt geblieben, aber als Jude wäre ich nie zur Stellung eines Richters befördert worden.“ Im Jahr 1885!! Dieser zweite Satz wurde von Künstlern der Sommerakademie der Bildenden Künste mit schwarzem Stift ergänzt und auch die Bemerkung: (Begründer des Zionismus) wurde hinzugefügt. Diese Künstler wurden prompt wegen schwerer Sachbeschädigung angezeigt und es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Die Sache entwickelte sich zu einem kleinen Skandal und nur durch Intervention vom damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil wurde die Tafel ergänzt und das Gerichtsverfahren eingestellt. Aber einen Haufen NS-belastete Straßennamen nicht ändern wollen… typisch Salzburg… im Schatten der Mozartkugel!

Schon ein Esel…

Schon mal aufgefallen, Jesus der Nazarener war Jude. Wie geht das alles eigentlich zusammen? Ach ja, dann zimmert man sich halt schnell ein Weltbild in dem die Juden kollektiv des Gottesmordes beschuldigt werden. Deshalb gibt’s im Stall zu Battlehum nix mit „Oh du fröhliche“ oder „Schneeflöckchen weiß Röckchen“ und besinnlich Glühwein saufen. Ungeschminkt und ohne Keks vor dem Mund treiben wir im Battle-Adventsingen den Reiser aus und schicken dem Waggerl ein Sackerl mit Gaggerl! Am 20.12.2025 ab 22:00 live aus dem Stall zu Battlehum gehen wir musikalisch in uns und schämen uns für Jahrhunderte von Antisemitismus in Europa.                                  שָׁלוֹם

MC Randy Andy

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Battle&Hum#155

Samstag 15.11.2025 (Stairway zum Nachhören)

Ein wilder Tanz der Hormone, wir wissen nicht mehr ob , oder !

DJane Uli:

  • Bipolar Feminin (single) – süß lächelnd
  • Yasmo (kein platz für zweifel) – wer hat angst vorm weißen mann
  • Derya Yıldırım & Grup Şimşek (yarin yoksa) – cool hand
  • Dives (wanna take you there) – ego

 

Djane Jacky:

DJ Ridi Mama:

  • Baits (all filler no killer) – fucking fake
  • Pipilotti Rist (?) – I am a victim of this song
  • Mandelkern (single) – bissi busy
  • Georg Danzer (raritäten vol.2) – vorstadtcasanova

 

MC Randy Andy:

  • DAF (alles ist gut) – rote lippen
  • Drahdiwaberl (werwolfromantik) – fleischwolf
  • Peaches (rub) – dick in the air
  • Östro 430 (keine krise kann mich schocken) – sexueller notstand

 

„Gender is between your ears, not between your legs.“ (Chaz Bono)

 

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Riot Grrrls

Battle&Hum #155 am Samstag, 15.11.2025, 22:00 Uhr, diesmal mit Östrogen!

Manchmal kennt sich der kleine Andreas nicht mehr aus, da wird es ihm zu viel mit den Geschlechtern. Darf ein „Manderl“ noch mit einem „Weiberl“? Auch die Bundeshymne schafft er textlich nicht mehr. Die kleine Monika ist vom dritten Geschlecht überfordert und die kleine Joanne und Alice werfen die Flinta* ins Korn. Getrennt geschlechtliche Toiletten sollen zur Festung werden, da dürfen keine Transmenschen rein. Gut bei den Pronomen steig ich auch manchmal aus, aber vielleicht liegt das mehr an meiner grammatikalischen Legasthenie. Eventuell sollte man für die Wienwoche eine Exkursion ins Qwien (Wiens queeres Kulturzentrum) in den Lehrplan einbauen, da könnten wir uns in Sachen Geschlechterdiversität weiterbilden. [Alle Personen, die in diesem Absatz auftreten, sind frei erfunden, jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.]

Der klassische Krieg der Geschlechter sollte sich mittlerweile schon überholt haben, könnte man meinen. Nein, der Zeitgeist so mancher Zeitgenossi*nnen hat die Zeitmaschine entdeckt und es geht mit Vollgas rückwärts. Willkommen bei den Morlocks. Derweil ist es doch so schön, wenn diese Heteronormativität zerplatzt und sich die Menschen aus dem Kastldenken emanzipieren. Klatscht euch doch die angestaubten Rollenbilder auf den Bauch. Ja sicher, laut Biologie gibt’s nur zwei Chromosomenpaare die das Geschlecht bestimmen. XX und Aktenzeichen XY ungelöst… haha! Da fällt mir gleich so ein deppada Witz aus der alten Zeit ein: „Was ist ein Mann in Salzsäure? Ein gelöstes Problem.“

Damals, als der Oberste Gerichtshof das dritte Geschlecht beschloss, hüpfte mein Verstand vor Glückseligkeit fast aus dem Schädelbehältnis hinaus. In your face lieber Gott, es gibt neben Adam und Eva auch noch Franzi und das ist gut so. Das haben sich die Menschen nämlich selbst ausgedacht und Dir somit all Deine Deutungshoheit genommen. Nix Deuteronomium, sondern Verfassungsgesetz! Diversität rules!

Um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen haben wir uns zwei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts eingeladen. Oder wurden wir von ihnen herausgefordert, ich weiß es nicht mehr. Wir werden auf jeden Fall den klassischen Geschlechterkampf einkochen bis alles verdampft ist und keinen Sinn mehr ergibt. Wir haben uns zwei Riot Grrls ins Studio geladen die uns hoffentlich nicht das Fell über die Ohren ziehen werden. Uli Loskot ist ihres Zeichens selber Sendungsmacherin, sie sorgt für eine bessere Welt in der hoffnungslos optimistischen Sendung „The Good News“ und hat in einer Sendereihe (Wohlstand) versucht uns Lebenswelten an der Donau näher zu bringen. Die zweite im Bunde ist Žaklina Ćustić-Woldrich (der Name kommt mir bekannt vor), ihres Zeichens Vollzeitfeministin und Vollzeitmutter.

Also, seid willkommen zu einer zweistündigen (22:00-24:00) queer-feministischen Sondersendung am Samstag den 15.11.2025, in der ein für alle Mal geklärt wird, wer die Pantoffeln anhat und unter den Hosen steht. Oder ist es eh Rock wie Hose, Hauptsache die Musik schiebt. Die zwei Schieber vom Dienst, DJ Ridi Mama und MC Randy Andy machen natürlich wie immer auf dünne Hose und postulieren im Rausch der Hormone: Geschlechter aller Völker, vereinigt euch!

MC Randy Andy

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Battle&Hum#154

Samstag 20.09.2025 (Stairway zum Nachhören)

Wir gehen ran an die Buletten und machen euch das Leben dolce!

 

DJ Ridi Mama’s junge Römer:

  1. The Jam (the gift) – town called malice
  2. Grossstadtgeflüster (muss laut sein) – ich muss gar nix
  3. DJ Fastcut (dead poets) – odia gli indifferenti
  4. Ozzy Osbourne (no more tears) – mama, I’m coming home

 

MC Randy Andy’s Berliner Weisse:

  1. Die Türen (kapitalismus blues band) – grunewald is burning
  2. Ton Steine Scherben (keine macht für niemand) – rauch-haus-song
  3. Falco (einzelhaft) – auf der flucht
  4. Tocotronic (golden years) – bye bye berlin

 

„Ick sitze da un‘ esse Klops

uff eemal klopp’s

Ick kieke, staune, wundre mir,

uff eemal jeht se uff die Tür.

Nanu, denk ick, ick denk nanu

jetz isse uff, erst war se zu!

Ick jehe raus und kieke

und wer steht draußen? Icke!“

(Klopslied, Musik: Kurt Weill, Text: unbekannt, Berliner Mundart

 

 

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