Battle&Hum #160 am Samstag, 18.04.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Hüftschwung!
Als Kind des kalten Krieges wächst man zwischen zwei Stühlen auf und findet womöglich auf Beiden gemütliche Stellen zum Lümmeln. Auf der einen Seite versprach die Idee eines bärtigen Deutschen die ewige Gleichheit und auf der Anderen lockte ein Clown mit schneller Küche und immergleichem Geschmack. Der Kommunismus hat es nicht überlebt und letztlich seine Kinder mit Haut und Haaren gefressen. Am anderen Teichufer frisst gerade Donald der Horrorclown die Reste von Demokratie und Freiheit. A big beautiful fail.
Mein Herz schlägt zwar links aber selbst damals ist mir das Eingesperrt sein der Menschen auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs suspekt gewesen. Der Hüftschwung von Elvis war immer verheißungsvoller als der Stechschritt sowjetischer Soldaten. Leider wird der Traum der großen Freiheit nun auch in den USA in den Boden getrumpelt. Die Popkultur als subversive, rebellische Kraft scheint jetzt gerade in ihrem Geburtsland an der Mutterbrust der Freiheit zu verhungern. Längst tot geglaubte, konservative Ideologien schleichen aus ihren fauligen Gräbern und schrecken die weltoffenen, lebenden Geister mit ihrem schaurigen Tanz ums goldene Kapital.
Michael und ich, wir wollten irgendwann mal eine Pilgerreise ins gelobte Land der Popmusik machen. Momentan ist die Reise auf Eis gelegt, die würden uns gleich ins Alligator Alcatraz verfrachten. Begonnen hätten wir unsere Wallfahrt naturgemäß in New York, ein Radiofabrik Pickerl direkt an die Tür des ehemaligen CBGB’s Club geheftet. Anschließend über Tennessee (das haben wir schon so gerne, den Menschen das Land nehmen aber ihre Wörter und Begriffe verwenden) nach Tupelo ein Grabkerzerl für den King anzünden. Dann den Highway 61 visited, einmal rauf bis nach Duluth, His Bobness preisen und per Niederwerfung wieder runter nach Louisiana. Im Delta gibt’s dann heilende Schlammbäder im Mississippi und Soulfood vom Feinsten. Zum Abschluss darf ein Joint bei den Hippies in San Francisco nicht fehlen. Gehet hin in Frieden!
Erzbengel Michael und Reverand Andy werden am kommenden Samstag (18.04.2026) das untergehende Abendland des Pop mit einem Hochamt preisen, dass ihr die Engel rülpsen hört. Livehaftig, ab 22:00 werfen wir euch ein paar Perlen der US-amerikanischen Popgeschichte und vielleicht auch ihrer Gegenwart vor. In nomine sexis et drogi et rockus rolli!
Andreas Woldrich
