Battle&Hum #160 am Samstag, 16.05.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Arbeitnehmerveranlagung!
„Fallende Blätter (Kuolleet lehdet)“ ist der neueste Film (2023) von Aki Kaurismäki und auch die Vollendung der proletarischen Reihe, eine Tetralogie. Der Film tröpfelt so dahin wie das Leben, aufstehen, arbeiten gehen, was zum Essen zusammenkratzen und schlafen gehen. Verdammt, da muss doch noch irgendwas sein im Leben? Ja, Alkohol, nebenbei saufen und oder eine andere durch Suchtmittel herbeigeführte Selbstzerstörung. Der triste Alltag von einem 8 to 5 Arbeitstag holt einen nicht unbedingt ab, da will man lieber im Bett bleiben. Der ewige Drang zur Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung reißt einen dann doch aus den Federn.
Wie auch im Film vermittelt wird, gibt es an eintöniger Arbeit nichts Schönes, was man zu Heldentum verklären könnte. Nein, da rinnt eher das Hirn bei den Ohren hinaus und die Lebenslust verschimmelt in der Jausenbox. Die romantische Liebe sprengt eventuell noch die Ketten der Stumpfsinnigkeit, wie der Film suggeriert. Oder spielt das Leben doch nur mit uns, wie der Wind mit fallenden Blättern? Wir sind zur Arbeit verdammt, besser gesagt zu einer gewissen kreativen Ausdrucksweise, sonst würden wir verkümmern. Also, es muss was getan werden! Die gebratenen Tauben fliegen durch Lohnarbeit auch besser in den Mund.
Der ganz, ganz linke Punker:innentraum von wegen „Propaganda der Yuppieschweine, Arbeit hat man besser keine“ hat wirklich no future. Nur in den Tag hineinleben macht auf Dauer nicht wirklich glücklich, oder? Was wäre eigentlich, wenn wir zum Großteil keine Arbeit mehr hätten, weil die KI Roboter alles übernommen haben? Super, nur mehr Pina Colada in the shade! Wait, wer zahlt den Rum? Hier kommt der Begriff Paradies-Paradoxon ins Spiel. Wenn alles automatisiert ist und kein Lohn mehr gezahlt wird, wer soll dann die Wirtschaft in lichte Wachstumshöhen zwirbeln? Das moderne Pendant zur paradiesischen Wurst, die einem in den Mund wächst im Schlaraffenland, wäre wohl die bedingungslose Grundsicherung. Eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit, sagen wir auf 25-30 Stunden könnte Milch und Honig wieder zum Fließen bringen. Die paar verbliebenen Arbeitsplätze könnte man verdoppeln.
Frische Visionen, mehr Freizeit, Kunst und Kultur braucht die Arbeiter:innenbewegung. Vielleicht bringen die zwei bescheidenen Arbeiter im Soundgarden des Herrn neuen Schwung ins Game? Musik hilft immer bei der Arbeit, da geht gleich viel mehr weiter oder die eintönigen Handgriffe werden vieltönend. Doch am Sonnabend den 16.05. rufen wir euch aus den Hallen der (Radio)Fabrik zu: „Aus der Hand!“ Legt die Arbeit nieder und genießt die heiße Platte aus musikalischem Arbeiterlied Aufschnitt, die wir euch ab 22:00 Uhr, ganz und gar live servieren. Alles zu werden, strömt zuhauf!
Andreas Woldrich

