Status Queer

Battle&Hum #161 am Samstag, 20.06.2026, 22:00 Uhr, diesmal mit Stolz!

Ja, ja, es gibt nur zwei Geschlechter sagt die Biologie bzw. ein abweichendes Chromosom. Das Y bestimmt, wann ein Mann ein Mann ist. Wir haben die Antwort, also kein Airplay mehr für „Männer“! Wenn es doch so simpel wäre, nur Adam und Eva und vielleicht noch‘n Appl und’n Ei. Das einfache Dualitätsprinzip funktioniert sehr gut in der Elektrotechnik, da werden Stecker (male) und Buchsen (female) ja gerne so bezeichnet und keiner steckt was falsch zusammen. Die Witzbolde von ABB/Eden benennen ihre Sensoren sogar nach Adam und Eva.

Aber die Natur macht ganz ohne monotheistischer Schöpfergestalt was sie will und das ist auch gut so. Den alten Zausel (Gott, nicht Wowereit) braucht kein Mensch. Manchmal sprudeln die Hormone que(e)r durcheinander oder außen hängt ein Schwellkörper dran, aber innen ist eine Gebärmutter gewachsen oder Eierstöcke. Das Testosteron lässt den Damenbart sprießen und die Muskeln wachsen. Soweit ich weiß, gab es Hermaphroditismus schon immer, beim Menschen zwar selten aber doch. Also, nix gibt’s was es nicht gibt. In Indien sind die sogenannten Hijra’s (Trans- und Intergeschlechtliche Personen) schon seit Jahrhunderten gesellschaftlich toleriert, teilweise auch integriert (segenbringende Gäste bei Hochzeiten etc.), natürlich auch oft in prekären Umständen (Sexarbeit) lebend.

copyright © Oliver Schopf, Der Standard, www.oliverschopf.com

Da dachte ich mir, das kann doch nur gut sein, wenn diese einzementierte Heteronormativität ein bisschen aufgeweicht, der genetische Knoten gelöst und ein drittes Geschlecht eingeführt wird. Doch denkste, die konservativ bedirndelten und kleinkarierten Schnäuzhadern Alpenländler:innen (die geistige Versteinerung geht durchaus um den Erdball, bis zu den Rocky Mountains) wehren sich unerbittlich gegen eine blühende Vielfalt. So als wäre eine Kommode namens Leben ohne Schubladen nicht möglich.

Selbst einstige Kämpfer:innen für die Gleichberechtigung taumeln wie Untote aus Tante Emmas Laden und grenzen Transmenschen ganz vehement im Namen des Feminismus aus. Fantasievollen Menschen wie Schrifsteller:Innen traut man ja eher eine gewisse Weltoffenheit zu, noch dazu wenn ein Hauptprotagonist homosexuell gezeichnet wurde. Nein, auch hier sollen die dicken Mauern Hogwarts alles Abweichlerische draußen halten. Ein paar schwarze Schafe, die einen Geschlechtswechsel ausnutzen werden, wird es zwar immer geben, aber die sollte man eigentlich sofort als Heuchler:in (ich wollte jetzt nicht „Arschloch“ schreiben…) erkennen.

Ein geschlechtsvergessenes Miteinander soll unsere Devise sein, lasst uns doch zwirbeln mit was und wem es uns gefällt und wenn wer ganz unzwirbelhaft asexuell ist, ist es auch wurst! Battle&Hum unterstreicht diese schöne Utopie mit einer wunderbaren Sendung gerade richtig zum Pride Month im Juni, am 20.06.2026 ab 22:00 Uhr! Vielleicht verbrennen sich die rechten Recken und Burgfräuleins beim Sonnwendfeuerhüpfen ja das Spatzi? Gender is between your ears, not your legs! Spin that shit!

Andreas Woldrich

 

(PS: Für alle Interessierten, derzeit läuft eine Ausstellung von Herrn Oliver Schopfs Werken (Einladung) im Karikaturmuseum Krems, geht noch bis 31.01.2027!)