Artarium am Sonntag, 19. Juli um 17:06 Uhr – “Seit einem viertel Jahrhundert … eine der ersten Sendungen auf der Radiofabrik … CornerRadio … ebenfalls seit 25 Jahren mit dabei … unser lieber Kollege Alex Habitzreuther …” So und so ähnlich klingen die sich in letzter Zeit häufenden Würdigungen seines bemerkenswerten Engagements, das ihn seit 1999 nicht nur als Radiomacher, sondern vor allem als gestaltgebende Gestalt im JuZ Corner auszeichnet. Demnächst “geht er”, wie man das gemeinhin zu nennen pflegt, “in Pension” – und in dem Zusammenhang fällt schon auf, dass er der weiteren Entwicklung seines Lebens, seiner Arbeit sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen Wirkung ungemein entspannt entgegensieht. Ein guter Grund, ihn zu einem Gespräch über seine Sicht auf das letzte Vierteljahrhundert einzuladen.
Denn der entschiedene Verfechter umtriebiger Gelassenheit (oder war es gelassene Umtriebigkeit?) unterstützt uns ja auch noch in der Programmkommission und lässt darüber hinaus sowohl “Rund um den Radioschorsch” als auch bei anderen Gelegenheiten, etwa wenn “Echte Menschen Live” einander begegnen, mit seinen Einsichten aus einem ganzheitlichen, nicht abgespaltenen Leben aufhorchen. Genau so etwas wollen wir einmal in einer Livesendung “einfangen”, weil wir neugierig darauf sind, wie sich zum Beispiel gemeinsam erlebte Musikkultur auf die Gruppendynamik in einem Jugendzentrum auswirkt oder wie überhaupt ein sicherer Ort (ein unverbunkerter Schutzraum) für die Jugendlichen entsteht, die mit sexuellen Orientierungen und Identitäten jenseits des angeblich allgemein Üblichen experimentieren möchten … oder was überhaupt Integration sein könnte in einem Stadtteil mit so vielen verschiedenen kulturellen und lebensgeschichtlichen Voraussetzungen und Hintergründen … und … oder …
Wie sagte schon der alte Zen-Meister? “Man wird sehen.” Und so oder so ähnlich wird sich unser Gespräch auch entwickeln, irgendwie organisch, von einer Wendung des Lebens zur vielleicht überraschenden nächsten. Oder wie sagt der Corner-Radio-Macher? “Weil es ein Medium ist, das präsent ist, wo man spontan sein kann, wo man Menschen zusammen bringt, die sonst nicht zusammenkommen würden …” Und dann war da noch etwas “mit jener speziellen Hirnverdrahtung, die es einem überhaupt erst ermöglicht, die oft sprunghaften Veränderungen junger Menschen wertzuschätzen …”
Man wird sehen …