GÖTTERFUNK präsentiert HOT PANTS ROAD CLUB (live & unplugged, 15.11.2012)

Der Hot Pants Road Club zählt zweifellos zu den festen Größen im nationalen wie internationalen Musikgeschäft. Dabei ist nur wenig bekannt, dass mit Matt Baumann (bass) und Markus Marageter (keys) auch zwei Salzburger dem renommierten Musikerkollektivs angehören. Bei Oliver Baumann im Götterfunk präsentieren die Funk-Götter Songs aus ihrem brandneuen Album Uhlala live & unplugged! Wer das versäumt hat, bekommt hier noch eine zweite Chance!

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GÖTTERFUNK präsentiert das Rock’n’Bichl-Festival (01.11.0212)

GÖTTERFUNK, die Sendung für Bands und Musikschaffende aus Salzburg, präsentiert ein weithin noch unbemerktes Highlight des Salzburger Rockjahres: das Rock’n’Bichl. Bereits zum siebten Mal stieg am 29. September 2012 am Rauchenbichl Salzburgs größtes Privat-Rock-Festival. Vom Verein ‚Freunde der Rockmusik‘ organisiert gingen sechs Rockformationen aus Stadt und Land Salzburg, die Schweizer Band Shezoo und das traditionelle Mixed Project zu Werke und boten den rund 500 Zuschauern ein deftiges Spektakel. Oliver Baumann vom Götterfunk war auch (mit Aufnahmegerät) dabei, pickt einige musikalische Perlen des Abends heraus und blickt gemeinsam mit Musical Director Roland Jelinek zurück auf’s 7. Rock’n‘Bichl!

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OCBoddity 228 – 230 (Oktober 2012)

Drei Sendungen OCBoddity gab’s im Oktober und jede davon war gefüllt mit brandaktuellen Songs, Stories und Konzerthinweisen: Rock, Pop und Indie at its Best – von und mit Oliver Baumann, wie gewohnt. Mit dabei unter anderen Placebo, Calexico, Admiral Fallow, Jens Lekman, Paul Banks, Ben Gibbard, Jason Lytle, Me & My Drummer, Bonaparte und John Cale! Und wer’s versäumt hat, bekommt eine zweite Chance, auch ohne Prolo-Attitüde!

PLAYLIST OCBoddity 230
Morning Parade, Blue Winter
The Vaccines, I Always Knew
Ben Folds Five, Michael Praytor – Five Years Later
Get Well Soon, A Gallows
Bonaparte, Manana Forever
Animal Collective, Today’s Supernatural
Band of Horses, Knock Knock
Artmagic, You
Beach House, Myth
Me & My Drummer, Down My Couch
Sun Kil Moon, Among The Leaves
Woven Hand, Long Horn

PLAYLIST OCBoddity 229
The Gaslight Anthem, Blue Dahlia
The Killers, The Way It Was
Placebo, B 3
Keane, Souvereign Light Cafe
Paul Banks, Over My Shoulder
Admiral Fallow, Old Fools
Ben Kweller, Mean To Me
Benjamin Gibbard, A Hard One To Know
Jason Lytle, Department of Disappearance
Cat Power, Ruin
Bat For Lashes, All Your Gold
Mel, Slowly Sinking

PLAYLIST OCBoddity 228
John Cale, Scotland Yard
Calexico, Splitter
R.E.M., Try Not To Breathe
Jason Collet, I Wanna Rob A Bank
Admiral Fallow, Isn’t This World Enough
David Wax Museum, Unfruitful
The Tallest Man On Earth, 1904
High And Low, Tell Me The Meaning Of Things
Stubnblues, Da Wind Vom Meer
Jens Lekman, I Know What Love Isn’t
Glen Hansard, High Hope
Richard Hawley, Leave Your Body Behind You

Zum Nachhören: OCBoddity 230 (29.10.2012) PW: OCBoddity
Zum Nachhören: OCBoddity 229 (22.10.2012) PW: OCBoddity
Zum Nachhören: OCBoddity 228 (22.10.2012) PW: OCBoddity

GENESIS, Foxtrot – OCB’s Radiofabrik-Album-der-Woche

Als sich das heute legendäre Genesis-Line-up Tony Banks, Phil Collins, Peter Gabriel, Steve Hackett und Mike Rutherford im August 1972 in den Londoner Island Studios niederließ, blickte die Band auf bescheidene Erfolge zurück: Das Vorgängeralbum Nursery Cryme schaffte es nur in Italien in die Höhen der Albumcharts und auch live schien alleine das Publikum im Aylesbury Friars Zeuge ihrer furiosen Darbietungen sein zu wollen. Dennoch hatte Peter Gabriel mit seiner Maske des alten Mannes erstmals mutig mit Theatralik und Verfremdung experimentiert und auch einige Songs des bevorstehenden Albums waren bereits erprobt und zurechtgeschliffen: Watcher of the Skies eröffnete schon seit einiger Zeit das live-Set, Can-Utility and the Coastliners war einige Änderungen in Titel, Ablauf und Länge durchwandert und das Instrumentalstück Horizons erwies sich live mehrmals als passender Übergang.

Zudem hatte sich Phil Collins stampfend-rockiges Schlagzeugspiel hörbar stilprägend entwickelt. Was auf Nursery Cryme oftmals nur angedeutet blieb, sollte Foxtrot markant Wucht und Prägnanz verleihen. Bereits das sich beängstigend anschleichende Stakkato zu den eröffnenden Mellotron-Akkorden von Watcher of the Skies vertreibt die vermeintliche Lieblichkeit früherer Genesis-Tage. Desillusionierung und Realitätsverlust beherrschen zudem die Texte auf Foxtrot, Verlust und Scheitern als Kontinuum der Menschheit („Watcher of the skies, watcher of all – his is a world alone, no world is his own.“) Auch Time Table – „Why can we never be sure till we die?“ – setzt da fort, ehe Get ‘Em Out By Friday eine zornig, sarkastische Anklage gegen Bauspekulantentum auffährt, an deren Spitze sich Politik und Wissenschaft gewinnbringend verbrüdern, um eine wohnungsfreundliche Maximalgröße von Menschen festzusetzen. Mit Can-Utility and the Coastliners frönt das Quintett seinem Hang zu Legenden und Mythen und erzählt von König Knuts missglücktem Versuch das Meer zu befehligen.

Mit dem an eine Bach-Suite angelehnten Instrumental Horizons gönnt Steven Hackett dem Hörer eine Verschnaufpause, ehe mit Supper‘s Ready das längste, verschlungenste und zugleich wuchtigste Stück nicht nur dieses Albums hereinbrechen sollte. Einer angeblich realen  übersinnlichen Wahrnehmung Peter Gabriels zugrunde liegend erzählt die Rock-Sonate in sieben Abschnitten die Geschichte zweier Liebender auf deren wechselhaftem Weg zu Friede und Erlösung. Inhaltlich bisweilen schwer zu erfassen, bedient sich Gabriels Text zahlreicher biblischer und mythologischer Motive, vom Ägyptischen Pharao Ikhnaton über Narcissus hin zum Neuen Jerusalem. Nicht weniger facettenreich sind die musikalischen Landschaften gestaltet: Neben wiederkehrenden (Leit-)Motiven und internen Textzitaten prägen Tempo- und Taktwechsel, dynamische Hakenschläge und wechselnde Instrumentierung das monströse Stück.

Am Ende der fast 23 Minuten, die Supper’s Ready umfasst, darf sich auch der Hörer erlöst fühlen. In seiner Dichte kaum beim ersten Mal zu erfassen, sollte Supper’s Ready die größte musikalische Herausforderung im Oevre von Genesis bleiben. Nicht zuletzt aufgrund dieses konzeptionellen Kraftakts attestiert Musikkritiker Stephen Thomas Erlewine (allmusic) sehr treffend, Foxtrot sei eines der wenigen Art-Rock-Alben, das tatsächlich sowohl art als auch rock biete.

Bei ihren live-Shows waren sich Banks und co. der Aussagewucht und Komplexität der neuen Stücke durchaus bewusst: Aufwändigeres Instrumentarium und ein inhaltlicher Leitfaden durch Supper‘s Ready in den Programmheften für das Publikum mussten her. In der Aufführung selbst aber wurde Peter Gabriel nun endgültig zum Frontman der Band. Er nützte die immer länger werdenden Erzählungen zwischen den Songs um die notwendigen Pausen zu überbrücken und sponn reichlich entrückte Geschichten. Seine Verkleidungen – vom fluoreszierendem Make-Up über Fledermausflügeln und Fuchsmaske hin zum Blumen-Kostüm – loteten gezielt provokant die Grenzen zwischen Überraschung und Verstörung aus.

Foxtrot – dessen Namensgebung von seinen Schöpfern nie erläutert wurde und sich nur vage aus einer Textzeile aus Willow Farm (Teil V von Supper’s Ready) erschließen lässt – erreichte Platz 12 der britischen Albumcharts. Die anschließende Tournee etablierte Genesis als feste Größe im europäischen Musikschaffen und brachte die Band zum ersten Mal auch in die USA. So bescheiden ihr Eindruck auf das amerikanische Publikum dabei noch war, so stark sollten die amerikanischen Großstädte, allen voran New York City, auf die Band wirken. Musikkenner und -kritiker sehen gerne in Supper‘s Ready das Präludium zum opus grande The Lamb Lies Down on Broadway.

„Hörenswert – das Radiofabrik-Album der Woche“ präsentiert anlässlich seines 40. Geburtstags Genesis Foxtrot und bringt als Bonus-Tracks die auch aufgrund ihrer kleinen Pannen legendäre live-Intro-Geschichte zu Supper’s Ready aus dem Rainbow Theatre 1973 und die zeitgleich mit dem Album veröffentlichte Single Happy The Man, die auf kuriose Weise musikalisch eher an Cat Stevens erinnert, als für das Album repräsentativ zu wirken und keinen Einzug in die Hitparaden fand.

OCB wünscht viel Spaß mit einem Albumklassiker aus dem Jahre 1972.

PLAYLIST (des Albums)
Watcher of the Skies
Time Table
Get ‘em out by Friday
Can-Utility and the Coastliners
Horizons
Intro to Supper’s Ready (Bonus Track der Sendung)
Supper’s Ready
I. „Lover’s Leap“
II. „The Guaranteed Eternal Sanctuary Man“
III. „Ikhnaton and Itsacon and Their Band of Merry Men“
IV. „How Dare I Be So Beautiful?“
V. „Willow Farm“
VI. „Apocalypse in 9/8 (Co-Starring the Delicious Talents of Gabble Ratchet)“
VII. „As Sure As Eggs Is Eggs (Aching Men’s Feet)“
Happy The Man (Bonus Track der Sendung)

Zum Nachhören PW: OCP