Mir geht es wie dem Borchert

Artarium am Sonntag, 19. April um 17:06 Uhr – Mir geht es wie dem Borchert. Naja, doch nicht so ganz. Aber schon auch irgendwie. Denn da will ein Text aus mir heraus, ein langer Text, für den ich (jedenfalls diese Woche) viel zu wenig Zeit habe. Und auch wenn es nicht meine Restlebenszeit ist, die da vor mir schwindet, so werde ich doch an seinem Ende mehr gesagt haben wollen, als mir jetzt möglich scheint. Wie machen wir nun aus dieser Not vielleicht sogar eine Tugend? Thomas Bernhard hat einmal in der Ursache gesagt: “Aber ich deute nur an.” Was eine gute Herangehensweise ist an ein Thema, das so bodenlos abgründig ist, dass es einem sowieso lebenslang immer zu viel sein wird, von den nachfolgenden Generationen einmal ganz zu schweigen. Also versammle ich hier alle Andeutungen … und ihr könnt selber weiter suchen

Wolfgang Borchert - Draußen vor der Tür“Sag deinem Kumpel die Wahrheit, beklau ihn im Hunger, aber sag es ihm dann. Und erzähl deinen Kindern nie von dem heiligen Krieg: Sag die Wahrheit, sag sie so rot wie sie ist: voll Blut und Mündungsfeuer und Geschrei. Beschwindel das Mädchen noch nachts, aber morgens, morgens sag dann die Wahrheit: Sag, daß du gehst und für immer. Sei gut wie der Tod. Nitschewo. Kaputt.

Denn wir sind Neinsager. Aber wir sagen nicht nein aus Verzweiflung. Unser Nein ist Protest. Und wir haben keine Ruhe beim Küssen, wir Nihilisten. Denn wir müssen in das Nichts hinein wieder ein Ja bauen. Häuser müssen wir bauen in die freie Luft unseres Neins, über den Schlünden, den Trichtern und Erdlöchern und den offenen Mündern der Toten: Häuser bauen in die reingefegte Luft der Nihilisten, Häuser aus Holz und Gehirn und aus Stein und Gedanken …”

aus “Wolfgang Borchert – Das ist unser Manifest”

 

In der ARGEkultur findet am Donnerstag, 23. April, am Freitag, 24. April sowie am Samstag, 25. April jeweils um 19:30 Uhr eine Aufführung von Wolfgang Borcherts “Draußen vor der Tür” statt – in der Bearbeitung von Jakob Schulte und Johannes Brömmel, die “einen surrealen wie bedrohlich aktuellen Zugriff auf Wolfgang Borcherts berühmtes Nachkriegsdrama von 1947” ermöglicht. Thematisch abgerundet werden alle drei Abende durch die Hör-Installation “VOR UNSERER TÜR” im Foyer, wo die Besucher*innen “ein weiteres zeitgenössisches Echo auf das Stück” erleben können.

Ich habe es als Jugendlicher gelesen (geradezu verschlungen) und war zutiefst beeindruckt. Und zwar von der unmittelbaren Direktheit und Schonungslosigkeit, mit der da die Wahrheit über den mörderischen Krieg und die nach wie vor genauso lebensbedrohliche Nachkriegszeit gesagt wird, eine Wahrheit, die so wichtig ist für das Verstehen der eigenen Person und all dessen, was seither geschehen ist und noch heute geschieht sowie unter bestimmten Voraussetzungen (die wir auch nur verstehen, wenn wir die Wahrheit kennen) in der Zukunft geschehen wird

Eine Wahrheit, die mir von meiner Familie (die diesen Krieg und diese Nachkriegszeit noch selbst miterlebt hat) aus welchen Gründen auch immer weitgehend vorenthalten wurde. Doch auf einmal platzt eine lang versperrt gewesene Tür auf und ich denke mir: “Man kann über diese Dinge ja doch reden!” Und dann gibt es auch keine Grenzen mehr, von denen man geglaubt hat, dass sie existieren: Ein Traum erweist sich als ein Schlüssel für die reale Geschichte von der vermeintlichen Schuld. Gott tritt auf und … resigniert. Der Fluss kann sprechen … sie spuckt den Lebensmüden an Land

 

Ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Werk, dem wir näher kommen wollen.

 

Breaking Glass (Film Soundtrack)

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 12. April – Seit einiger Zeit tauchen sie wieder öfter auf, die 70er und 80er Jahre, speziell im Hinblick auf die radikalen Einflüsse von Punk, New Wave und D.I.Y. (“Do it yourself”) auf die Musikkultur jener Zeit und darüber hinaus auf weite Teile des Musik- und Kunstschaffens bis heute. Zeit für einen Zeitsprung oder Die Zeitkapsel ist hiermit eröffnet: Wir schreiben das Jahr 1980. In Großbritannien zerfällt die Gesellschaft in gewaltsamen Unruhen. Margaret Thatcher hetzt berittene Polizei gegen demonstrierende Arbeiter*innen. “Anarchy in the UK”. Die Hymne der Sex Pistols aus dem Jahr 1976 hat die Eskalation längst vorweg genommen. Punk mischt das kulturelle Selbstverständnis einer ganzen Generation auf. Und da erscheint der Film “Breaking Glass” mit Hazel O’Connor.

Breaking GlassProduziert von jenem Dodi Fayed, der 18 Jahre später zusammen mit Lady Diana bei einem Autounfall Im Jahr 1980 jedoch, genau an der Grenze zwischen gewohnten Rock-Strukturen und unerhörten Punk- und New-Wave-Sounds, im Umbruch der althergebrachten Verwertungsindustrien und noch bevor alternativ selbstbestimmte Lebens-, Öffentlichkeits- und Marktformen für Bands erfunden und ausprobiert werden konnten, da dazwischen – im Inbetween –erzählt sich uns die etwas andere Geschichte der No-Future-Generation in ihrem lebensbejahenden Kampf mit den verlogenen Verhältnissen, in denen sie sich auf ihrer Suche nach Liebe (was denn sonst, seit Anbeginn der Menschheit, seit jeder Geburt seither) zunächst fassungslos wiederfindet. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Protagonistin in ihren Versuchen, “die Welt da draußen mit ihrer Botschaft zu erreichen”, ganz ähnliche Erfahrungen macht wie Pink aus dem etwa zur selben Zeit und ebenfalls in England entstandenen Pink-Floyd-Opus “The Wall” – nämlich von der Menschenvernichtungsmaschine der Musikindustrie bis zum Zerbruch ausgebeutet und ausgewrungen zu werden.

Und auch die Rettungs- und Erlösungsphantasien aus der Nazibildwelt kommen bei beiden Hauptfiguren vor – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Wobei man hier schon fragen kann, inwieweit die jeweiligen Erlöserposen“Die anderen als Lichtgestalt vor den Naziumtrieben retten” (Breaking Glass) oder “Zur Rettung der Gesellschaft selbst zum Diktator werden wollen” (The Wall) nicht zwei Seiten desselben Scheiterns auf der Suche nach Liebe sind, wie Arno Gruen das in dem Kapitel über linke und rechte Rebellen aus “Der Verlust des Mitgefühls” nahelegt.

“Then comes „Will You?“, the jewel. Tender, almost fragile, then broken open by saxophone. For me, it was the first time I realized Hazel could devastate as well as rage.”, schreibt Howard Salmon in einer Betrachtung des Soundtracks wie auch des Films und seiner Begleitumstände. Lesenswert! Und auch für mich als ein Perlentaucher in vielerlei Hinsicht ist dieser Song eine herausragende Kostbarkeit. Zeigt er doch die Feinfrequenz und Behutsamkeit auf, die uns allen in dem Moment der Resonanz eigen ist, wenn wir der Liebe (wieder oder zum ersten Mal) begegnen.

Nur von dort aus können wir maßnehmen (erkennen und feststellen) inwieweit Weltpolitik, Wirtschafts-, Gesellschaftsordnung, whateveroder wir selbstvom eigentlichen Leben abweichen. Es ist die Perspektive des Neugeborenen. Alles andere ist Breaking Glass.

 

Glaub nicht alles, was du denkst

 

Und überhaupt: Die Texte des Albums mit ihrer in biblisch-apokalyptischen Bildern verpackten radikalen Zivilisationskritik sind gut 45 Jahre nach ihrem Erscheinen allemal eine neuerliche Betrachtung und Interpretation (aus heutiger Perspektive) wert. Hier die komplette Tracklist mit sämtlichen Lyrics. Allein schon die Titel der Songs lassen Freunde und *innen der gepflegter Metapher interessiert aufhorchen: “Writing On The Wall” (Menetekel), “Monsters In Disguise” (Angepasstendiktatur) oder “Big Brother” (Kontrolle, Überwachung, Zensur). Ein zeitloses Aufbegehren.

In dieser Hinsicht hat Breaking Glass ein noch darüber hinaus weisendes und aus heutiger Sicht geradezu prophetisches Stück zu bieten, nämlich “Eighth Day”, ein an die biblische Vorlage angelehnter alternativer Schöpfungsmythos, in welchem der Mensch am vorletzten Tag “zu seinem Ebenbild” Maschinen erschafft, die am achten Tag durchdrehen und das biologische Leben auf dem Planeten zerstören. Soweit, so gruselig. Passt allerdings, wiewohl vor 45 Jahren ausgesagt, erstaunlich präzise in die derzeitige Diskussion rund um die Gefahren künstlicher Intelligenz:

 

In our image, let’s make robots for our slaves
Imagine all the time that we can save
Computers, machines, the silicon dream
Seventh he retired from the scene

And he said, “Behold what I have done
I’ve made a better world for everyone
Nobody laugh, nobody cry
World without end, forever and ever”
Amen, amen, amen

On the eighth day machine just got upset
A problem man had never seen as yet
No time for flight, a blinding light
And nothing but a void, forever night

He said, “Behold what man has done
There’s not a world for anyone
Nobody laughed, nobody cried
World’s at an end, everyone has died”
Forever amen, amen, amen

 

Na dann, Gute Nacht

 

WOMAD (Peter Gabriel Live 1982)

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 29. März – “It was a simple idea; to create a festival out of all the brilliant music and art made all over the world, stuff made outside of the mainstream – music that wasn’t getting on the radio and was even harder to find in record stores …” Dem können (und wollen!) wir abhelfen. Weil der Liveauftritt von WOMAD-Mitbegründer Peter Gabriel aus dem Jahr 1982 jüngst liebevoll überarbeitet als Download-Album veröffentlicht wurde, spielen wir es, in einer Reihe von Peter-Gabriel-Arbeiten, die unsere Sendungen seit Jahren immer wieder inspirieren, begleiten, befruchten … Über die Vielseitigkeit seiner kreativen Arbeit haben wir hierorts auch schon vieles gesagt, also wollen wir uns heute mit seinem Engagement für eine egalitäre Weltkunst und Weltmusik beschäftigen.

Peter Gabriel Live at WOMAD 1982Ich erinnere mich noch gut, was für eine plötzliche Gefühlserweiterung ich beim erstmaligen Hören der “Drums Of Makebuko” erlebte – und seitdem begreife und schätze ich Peter Gabriels Beitrag zu einer Neuentdeckung Afrikas und noch darüber hinaus zu einer wirklich spannenden Neuentdeckung der Welt. Die bis in die Gegenwart wirkende Lebendigkeit rund um Konzept/Idee der Gründenden – das erste WOMAD war kommerziell ruinös – der Gegenentwurf zu den schon von Pasolini vorhergesagten und von Ignacio Ramonet auf den Punkt gebrachten Globalitären Regimen, die auf nichts anderes abzielen als die Einebnung aller Kulturen, die Entlebendigung aller Menschen und die Verdinglichung (also beherrschbar und ausplünderbar und für Geld/Machtgewinn verkäuflich/handelbar machen) allen Lebens, dessen sie auch nur irgendwie habhaft werden. Habhaft werden, dingfest machen, einsperren und für eine imaginierte Größe (“Ich bin eine gute Mutter”, “Make Deutsches Reich great again”, “Weltmarktführer”) enteignen, entselbsten, entlebendigenmissbrauchen!

Der Gegenentwurf besteht darin, das Eigene, das hinter der Angstgrenze nach wie vor bestehende Unverletzte, Unzerstörte, das dem Überleben zugrunde liegende Leben wieder gleichrangig, gleichberechtigt, “auf Augenhöhe” mitbestimmen, mitentscheiden, mitgestalten zu lassen. Den Geschichten, die es uns erzählt, zuzuhören. Seine Lieder zu lernen und gemeinsam zu singen. Die Bilder, die es zeichnet, wieder in uns aufsteigen zu lassen und zusehen, woraus sie entstehen. Und den Tanz des Lebens zu feiernzumalsind wir das alles nicht selbst?

 

WOMAD – World of Music, Arts and Dance

 

Binario Due

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 22. März – Binario bedeutet im Italienischen Bahnsteig oder Bahngleis und dient uns hier als Metapher für unsere Begegnung mit dem Nichtbinären. Binario Due bedeutet also, dass es nicht mehr nur eingleisig weiter geht, auf einer einzigen eingleisigen Strecke, die genau zwei festgelegte Schienen hat, rechts/links, schwarz/weiß, männlich/weiblich. Nein, da ist noch mindestens ein anderer Bahnsteig, von dem aus Reisen in ganz andere Richtungen möglich sind. Diese anderen Geleise bestehen zwar wiederum aus jeweils zwei Schienen … aber nicht einmal hier endet unsere Metapher: Biologisch bestehen wir ja alle aus zweiDer Umgang mit nichtbinären Geschlechtsidentitäten regt zur Selbstbestimmung an in einer von Rollenklischees und Geschlechterstereotypen eingeengten Welt.

Binario DueZur Klarstellung vorweg: Wir wollen in dieser Sendung einfach ein paar Beispiele aufzeigen, wo sich erste Risse im vermeintlich so festen Definitionsgefüge bilden (und Definition ist ja immer auch Herrschaft, wie uns Begriffe wie “Definitionshoheit” verraten). Und wir wollen auch zu ein paar “anderen” Denk-, Sicht- und Wahrnehmungsweisen einladen, die uns Mut machen können, neue Wege auszuprobieren. Dies alles, weil wir selbst erfahren haben, wie weh es tut, in ein Korsett, eine Zwangsjacke oder ein viel zu enges Schachterl gezwungen zu werden, nur weil jemand anders damals geglaubt hat (oder immer noch glaubt?), das müsste so sein. Wir aber sind in between

Irgendwann in den 70er Jahren tauchten ein paar langhaarige Familienväter in der Welt des Progressive Rock auf, die auf eine angenehm andere Art als sonst üblich von Liebe und Beziehung sangen. Nicht in der hörgewohnten Weise, dass es sich, wenn zwei Menschen zusammen kommen, natürlich nur um einen eindeutigen Mann und eine eindeutige Frau handeln kann, Yeah Baby, was denn auch sonst? Das war die damals aus allen Schalltrichtern auf eine/n eintönende “Normalität”, die jeder nicht heteronormative Mensch als zutiefst verletzende, penetrante Propaganda erlebte.

Die inzwischen nicht mehr ganz so langhaarigen Familiengroßväter der Rockgruppe YES stellten innerseelische Entwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen jedoch jenseits der Chiffren und Codes dar, die mit angeblich selbstverständlichem Mannfraupimperanto assoziiert werden. Das war (und ist) dermaßen wohltuend, dass deren Altersdarbietung von “And You And I” Live in Montreaux hier bestaunt gehört. Und die Bilder, die es beim Hören aufsteigen lässt, unserer Phantasie zur Erweiterung ihrer Möglichkeitsformen beim UmGestalten unseres Selbst dienlich sein mögen …

In den 80er Jahren beschrieb Peter Gabriel das “Geheimnis eines wirklich guten Lovesongs”. Es gehe dabei darum, dass nicht explizit ausgedrückt werden dürfe, ob es sich bei der besungenen Liebe um die zwischen einem Mann und einer Frau oder zwischen zwei sonst irgendwie anderen Menschen oder überhaupt zwischen zwei Lebewesen handle. Das müsse unausgedrückt offen und so der Imagination der Zuhörenden überlassen bleiben, damit es ein wirklich wesentliches Lied über die Liebe sein könne. Umfassend inklusivund so wahr: “Love To Be Loved”

Irgendwie kommen wir noch in die GegenwartAuf einer spirituellen Reise zum Geist des Widerstands, der wie “da Wind in die Bam” durch unsere Träume weht, womöglich? Jedes Beharren auf “den eigenen Sinn” und somit auf “die eigenen Sinne” ist ein Akt des Widerstands und der Keim eines Aufbruchs: “Il prossimo treno parte dal binario due.” Der nächste Zug fährt von Gleis zwei. Wir sind viele und unsere Möglichkeiten sind unendlich. Die wahren Abenteuer sind im Kopf weil die wahren Veränderungen zuerst in uns selbst stattfinden. Also dann

 

Gute Reise!

 

Querschläger Gegenwind 35 / 900

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 15. März – Nunmehr, was wäre Werbung in einem nichtkommerziellen Medium? Und wenn ja, wie könnte das ausschauen oder besser noch, sich anhören? Schließlich sind wir ja im Radio und “Das Beste gibt es nicht zu kaufen.” Bewirkt solch Vorhaben nicht gehörigen Gegenwind? Mitnichten. Denn “auf etwas aufmerksam machen” und “anderen davon erzählen“ – ja, auch “das, womit man gute Erfahrungen gemacht hat, anderen nahebringen wollen” und “es daher weiter empfehlen” – all das bedeutet in seinem ursprünglichen Sinn “für etwas die Trommel rühren”, also ganz allgemein “dafür zu werben”. Und so wollen wir heute für eine weit jenseits des Durchschnittsblues und der verflachten Texte agierende Musikkapelle werben, die uns schon seit einiger Zeit begleitet.

Querschläger - Gegenwind 35_900Die Rede ist von der Lungauer Band Querschläger und weder sie noch ein Vertrieb, eine Agentur oder ein Veranstalter haben uns für dieses Unterfangen auf irgendeine Weise bezahlt, begütert oder begünstigt. Darauf käme es nämlich an bei der “kommerziellen Werbung”, der wir uns aus guten Gründen enthalten – auf die jeweilige “Gegenleistung”. Und da finden wir uns auf einer Linie mit den sympathischen Nichtangepassten wieder, die ihr feines Jubiläumskonzert aus dem Salzburger Landestheater (vom 10. Oktober 2025) nicht nur in beachtlicher Tonqualität aufgenommen haben, sondern sämtlichen Verwertungsinteressen zum Trotz als Gratis-Download verfügbar machen. Naturgemäß bewerben sie auf diesem Konzert auch ihr aktuelles Album “Gegenwind”, das tun wir hiermit genauso – völlig gegenleistungslos, versteht sich. Ihr Kommentar zur Geldübermacht, die sich gegen jede Selbstbesinnung/Selbstbestimmung richtet, ist hier nachzulesen und geht so:

 

“glabst den schmårrn und trotzdem kimmst vom regn in de traufn
weil da teife weil da teife scheißt en greaßan haufn”

 

Wie das alles zusammenhängt mit dem uns seit Jahrhunderten gefickt eingeschädelten Schmårrn, der Kirche, den Nazis und den Brüdern Grimm, das wollen wir in unserer nächsten Perlentaucher-Nachtfahrt mit dem Titel “Eigensinnig” noch eingehender untersuchen. Die Querschläger jedenfalls, so viel steht fest, sind im allerbesten Sinn “eigensinnig” – das lässt sich nicht nur in den Texten von Fritz Messner nachlesen, das lässt sich auch in der 35jährigen Bandgeschichte mit über 900 Konzerten und 17 Tonträgern (Bootlegs nicht mitgerechnet) nachvollziehen. Daher also 35 / 900

 

Für die heutige Sendung in der Reihe “Das ganze Album” werden wir einige Stücke aus diesem Programm – sowohl neueste Gegenwind-Lieder als auch alte Hådern – auswählen, so dass ihr Lust aufs gesamte Jubiläumsmenü bekommt … Mahlzeit!

 

Das Herz ist ein Muskel

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 22. Februar“Das Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust” vom Hamburger Musikkollektiv Früchte des Zorns ist eines jener Lieder, auf das wir uns mit unserer langjährigen Radiokollegin Rosi Krenn jederzeit hätten einigen können. Die unermüdliche Beschützerin und Ermutigerin jeglicher Art von normabweichenden, unangepassten, speziellen, diversen und auch sonst “in keins von den üblichen Schachterln passenden” Lebensentwürfen ist vor kurzem und also leider viel zu früh von uns gegangen. Wenn man sie – ob ihres vielfältigen Engagements für so viele – als jemand beschreiben möchte, die (in den Worten von Roxy Music) “Both Ends Burning” war, dann darf man auch sagen, dass es für das Licht der Welt besser gewesen wäre, wenn sie noch etwas länger geleuchtet hätte …

Das Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust

Freiheit statt Schubhaft – Foto: Rosi Krenn

Kennen gelernt haben wir uns im sogenannten “Streiklager” der Aktion Freiheit statt Schubhaft. Während der Jugoslawienkriege flüchteten Kriegsdienstverweigerer (natürlich illegal, wie auch sonst?) zu uns nach Österreich. Sie sollten nach damals “Restjugoslawien” zurück abgeschoben werden, wo ihnen als Deserteure, also wegen “Fahnenflucht”, oftmals sogar die Todesstrafe drohte. Ein Umstand, der die Rosi bis ins Herz verletzte, was sie auf dieser mehrmonatigen Dauerkundgebung nach außen hin immer wieder in aller Drastik und Deutlichkeit zum Ausdruck brachte. Nach innen jedoch verströmte sie eine inspirierende Atmosphäre von Wohlwollen und Gastfreundschaft, die ich rückblickend als angenehm bestätigend und zugleich als in sehr einladender Weise herausfordernd empfand. Langsam wird mir klar, was für einen wesentlichen Beitrag sie dadurch auch zu meinem ersten Radioauftritt im Ö1-Feature “Im Schatten der Mozartkugel” geleistet hat, welches dort in ihrer Gegenwart aufgenommen wurde.

Und sie lebt sogar im Untertitel dieser Sendereihe weiter: Die Idee dafür, was ein Kunst- beziehungsweise Kunnst-Biotop eigentlich ist und wie sich sein Sinngehalt, seine Bedeutung beschreiben ließe, entstand damals auch unter ihrer Mitwirkung:

“Und das, was wir unter Kultur verstehen, ist, dass Menschen etwas machen, das vergleichbar ist mit einem Biotop. Das vergleichbar ist mit einem kleinen Tümpel, mit einem Schlammloch, da stehen drei Bäume, da ist ein hohes Gras – und irgendwann einmal zwischen Nachmittag und Abend kommen dort zwei Verliebte vorbei oder ein Dichterling oder sonst irgendjemand, einfach Menschen. Und die genießen das. Und denen sagt das was. Und das ist in keiner Statistik festzuhalten, das kann man in keinem Subventionsansuchen rechtfertigen – und das kann man in keiner Weise systematisch dingfest machen.”

Nur folgerichtig wurde ihre Sendung “Radio Stachelschwein” dann fast genau 20 Jahre nach unserer ersten Begegnung im Rahmen der Feier “15 Jahre Radiofabrik” 2013 mit einem Radioschorsch für “Soziale Visionen und deren Verwirklichung” ausgezeichnet. Und – hier schließt sich dieser Kreis – ich durfte diesen Preis damals überreichen und auch die entsprechende Laudatio halten. Wenn ich mir überlege, was ichvor allem zu Rosis Wesensart und Gestimmtheitnoch sagen könnte, dann möchte ich diesen Ball jetzt an euch weiterspieleneine kleine Aufgabe: 

Lasst uns einen Moment lang gemeinsam innehaltenund den ganz am Anfang dieses Artikels zitierten Songtitel (der ihre Wesensart, wie ich meine, recht gut auf den Punkt bringt) wie einen einfachen Satz auf uns wirkenWas spüren wir da? Was hören wir in uns? Was erzählt erüber das Leben?

 

“Das Herz ist ein Muskel in der Größe einer Faust.”

 

PS. “Nichts ist vergeblich.”

 

Das Leben geht weiter

Sendung: Artarium vom Sonntag, 25. Januar – Aus gegebenem Anlass wiederholen wir diesmal unsere Sendung vom 27. April 2025 mit dem Titel “Unzerstörbar”. Mit ihr wurden wir vor einiger Zeit für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert und die Verleihung desselben findet jetzt am Donnerstag, 22. Januar im ORF-RadioKulturhaus statt. Im DrehPunktKultur erschien unlängst ein Bericht darüber, was uns “hinter den Kulissen” bei der Gestaltung dieser Sendung noch beschäftigte. Denn wiewohl sie sich mit dem Gedenken an die Salzburger Bücherverbrennung von 1938 auseinandersetzt, beleuchtet sie das Leben jener “Nachgeborenen”, die den Nationalsozialismus gerade nicht mehr selbst erlebt haben, jedoch von seinen Folgen betroffen sind.

Das Leben geht weiterWir erinnern uns noch gut an die Begegnung der Generationen, die wir gemeinsam mit Marko Feingold am jüdischen Friedhof und in der Salzburger Synagoge inszeniert und als ein bleibendes Dokument für das Archiv der Freien Radios aufbereitet haben. Jetzt, wo die letzten Überlebenden allmählich aussterben”, ist es an der Zeit, die Aufgabe des Bewahrens und des Erzählens dieser Geschichte(n) an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Denn was die Kinder und die Enkel und bald auch die Ur …und so weiter… enkel in ihrem jeweiligen Leben antreffen, das ist eingefärbt und geprägt von dem, was ihre Vorfahren erzählt, verschwiegen oder umgedeutet haben. Das Ringen ums eigene Überleben inmitten von all den Leerstellen in den Familiengeschichten qualifiziert uns zu “Zeitzeugen der nächsten Generation”. Und damit ist auch die Möglichkeit verbunden, unsere “Leerstellenforschung” als Geschichte(n) weiter zu erzählen.

Ob und wie wir diese Chance für uns nutzen, ob und wie wir unser Leben für die Mitwelt fruchtbar machen, ob und wie wir dabei Schmerz und Lust erleben (und uns erlauben, auch zu zeigen, was wir fühlen), das bleibt der freien Entscheidung jeder und jedes einzelnen überlassen. Und, um der verbreiteten Angst vor Leerstellen, leeren Räumen oder der Leere an sich entgegenzuwirken, die Theaterpädagogin Peetra Jendrzejek prägte den Begriff des “kreativen Vakuums”, der bedeutet, dass jede noch offene Frage eine Sogwirkung zu ihrer eigenen Beantwortung entfaltet.

 

Und wir, die wir leben, sind schöpferische Wesen, die (auch unbewusst) antworten.

 

Wie klingt Afghanistan?

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 18. Januar – Zwei Biertrinker unterhalten sich während einer Veranstaltung namens “Afghanistan-Abend” und geraten dabei rund ums eigentliche Thema in ihre ureigensten Betrachtungsweisen. “Suchanfragen im Internet geben die kollektive Unwissenheit wieder.” Ein Schlüsselsatz aus diesem urkomischen Kopftheater, der uns hilft zu verstehen, auf welch oft verschlungenen Wegen sich Wissen, Halbwissen und Unwissen, vermengt mit Emotionen und stets in Weiterentwicklung begriffener Erinnerung, zur Vorstellung von etwas werden, von dem man dann glaubt, dass es genau so ist, wie man es jetzt gerade gesagt hat. In dem Hörspiel “Wie klingt Afghanistan?” von Thomas Glatz lässt sich eindrucksvoll und unterhaltsam nachvollziehen, wie und woraus “Für wahr gehaltenes” entsteht …

Wie klingt Afghanistan?Das Afghanistan-Thema gerade jetzt aufzugreifen hängt mit dem Umstand zusammen, dass mein Kollege Christopher Schmall und ich selbst für den 28. Radiopreis der Erwachsenenbildung nominiert sind und dass die Rede zum Preis heuer von einer beeindruckenden Frau gehalten wird, und zwar von Manizha Bakhtari, Botschafterin in Österreich und Tochter des großen afghanischen Literaten Wasef Bakhtari. Der exzellente Dokumentarfilm “Die letzte Botschafterin” begleitet die kämpferische Diplomatin, die sich für Frauenrechte und Demokratie in ihrer Heimat einsetzt und die sich nach wie vor standhaft weigert, das Taliban-Regime auch nur im entferntesten als eine “Regierung” anzuerkennen. Auf ein offizielles Entlassungsschreiben des inzwischen von den “Terroristen” (wie sie die Taliban öffentlich nennt) geführten Außenministeriums reagierte sie so: “Tja, mein Herr, ich nehme keine Befehle von ihnen an, auch nicht von ihrem islamischen Emirat.”

Die letzte BotschafterinAls ich diesen Film auf Einladung vom Wolfgang Tonninger in der match.box zum ersten Mal sah, war ich gerade so sehr mit mir als 11-jährigem beschäftigt, der den Tod seines Vaters noch nie wirklich betrauern und verarbeiten hatte können, dass ich ihn regelrecht “links neben mir sitzen” spürte. Und als wir beide diese sehr lebendige Frau dabei beobachteten, wie sie immer weiter kämpfte und nicht aufgab, dabei aber nie ihre “gefährlichen” Gefühle wie Angst, Trauer und Zweifel am Sinn des ganzen unterdrückte und wie sie dann noch beim Begräbnis ihres Vaters öffentlich weinte, während sie ein Gedicht von ihm vorlas, da wurde uns beiden klar, dass wir damals genau so eine Mutter gebraucht hätten, die unserer Wut, unserer Verzweiflung und unserem Zusammenbruch standhalten würde und die nicht ausweichen, nicht ablenken und nicht mit ungeeigneten Mitteln wie Geld, Geschenken und erregter Betriebsamkeit versuchen würde, drüber hinweg zu trösten. Uns stiegen Tränen in die Augen. Tränen des Bedauerns, dass wir das damals nicht erlebt hatten. Und Tränen der Freude, dass auf ein Mal ein so deutliches Gegenbild zu einer im wahrsten Sinn verrückten (von uns und unserer Welt und vom Leben massiv ver-rückten) Person, die wir als Mutter gehabt hatten, vor uns erschien.

 

Ein kleiner Vogel flog, als der Wald brannte, mit einem Schnabel voll Wasser immer wieder vom Fluss zum Feuer und wieder zurück. Damit könne er doch den Waldbrand nicht löschen, sagten die anderen Tiere zu ihm. „Es ist das, was ich tun kann. Das gibt mir das Gefühl, etwas bewirken zu können – und nicht nur ohnmächtig zuzuschauen.“ Ob der Waldbrand auf diese Weise erfolgreich bekämpft werden kann, das ist eine andere Frage, ergänzt Manizha Bakhtari diese Geschichte (die sie von ihrem Vater erzählt bekam). Und für mich ist die Rede, die sie halten wird, schon der Preis

 

Hören sie genau hin

 

Preissnbeisser

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 28. Dezember – Zum Tag der unschuldigen Kinder vollführen wir wieder einen Zeitsprung. Und zwar in jene Zeit, in der wir wie von selbst anfingen, hinter der “heilen Welt”, die man uns vorführte (und in die man uns verführte?), jene “anderen Welten” zu erahnen, die das Wesentliche berühren und nicht bloß ein schöner Schein sein wollen. Und wir wollen einen Freund und Weggefährten würdigen, der uns über die Jahre hinweg mit seinem Sprachwitz und seiner rhetorischen Kampfkunst immer wieder zur Selbstbehauptung ungeachtet auch widerlichster Umstände inspirierte. Er hat nicht nur (zu unser aller Vergnügen) die Wortschöpfung “Preissnbeisser” geprägt, sondern auch weise Einsichten wie: “Mutter kann durch nichts zersetzt werden” formuliert. Da kommt Freude auf

PreissnbeisserCaspar August Welpentier – kein anderes Symbolbild könnte unsere heutige Themenassoziation besser versinnbildlichen zumal am Tag der unschuldigen … Auweh! Und wir werden sowohl die Entstehung des Wortes “Preissnbeisser” als auch den Besuch beim Salzburger Adventsingen anschauen, bei dem uns die Unschuld in den wohligen Worten Karl Heinrich Waggerls im wahrsten Sinn (block)flöten ging, rückblickend betrachtet … Zu solchen Zeitreisen ist ein gewisses Maß an Mut erforderlich, auch vertrauenswürdige Begleiter können in diesen finsteren Nächten (und auf der Suche nach dem Licht) unverzichtbar sein. Also unternehme ich dieses Abenteuer heute gemeinsam mit einem guten Freund, der viele brauchbare Berufungen in sich vereint: So ist er etwa ausgewiesener Hüter des Buchwissens, olfaktorischer Ingenieur, Räuchermeister, Rauhnachtsforscher und vor allem erfahrener Welt(en)reisender, mit dem ich schon öfter unterwegs war.

Liebes unsichtbares Publikum, auch dieses Jahr neigt sich seinem Ende entgegen, wundersamerweise jedoch so, dass es “das neue” bereits in sich trägt, dass also das eine aus dem anderen hervor, eins in das andere übergeht, geschmeidig oder auch mit krassen Brüchen, wahrscheinlich eh wieder sowohl als auch, egal – weil Zeit ja ohnehin nicht vergeht, sondern schlicht und ergreifend IST. Auf jeden Fall will ich euch dafür danken, dass ihr uns auf unseren Expeditionen begleitet habt und ich wünsche mir, dass unsere Reisen euch auch auf euren Wegen hilfreich begleiten.

 

Was und wie Realität ist liegt im Auge des Betrachters.

 

Licht und Schatten

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 21. Dezember – Licht und Schatten ist ja nun wirklich ein vortreffliches Thema zur Wintersonnenwende, weil es die physikalischen Gegebenheiten dieses Phänomens auf den naturwissenschaftlichen Punkt bringt. Nichtsdestoweniger sind rund um diesen winterlichen Wendepunkt im Verhältnis von (Erd)Schatten und (Sonnen)Licht auch allerhand andere Aggregatzustände, etwa in der menschlichen Psyche und auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen wahrnehmbar. So berichten Artgenoss*innen verschiedentlich von einem Schwinden der Lebenskraft oder einem Gefühl des Ausgezehrtseins. Und auch von einer Art Zuspitzung innerer Konflikte, sozusagen von dramaturgischen Höhepunkten im inneren Ringen mit ihren willkommeneren und auch unangenehmeren Anteilen.

Licht und SchattenUm jedoch diese Betrachtungen nachhaltig zu entlangweiligen, wird die Hüterin der Licht-Schatten-Verhältnisse bei der Radiofabrik-Bildbearbeitung, Luca Standler, ein paar ergänzende und erweiternde Ebenen in die hier angefangenen Überlegungen einbringen.

Es ist durchaus erstaunlich, was auch nur eine kleine Veränderung in Helligkeit oder Kontrast für den Gesamteindruck des endgültigen Bildes bewirken kann! In dem Zusammenhang sei den Obermoralisten und Leistungszauber*innen des Persönlichkeitsentwicklungsperfektionissimus (und vielleicht sind das auch nur ein paar mir selbst innewohnende Schattenkinder) folgende Überlegung ins Stammhirn geschnitzt: “Je heller du das Licht machst, desto dunkler (und also schärfer, schwärzer – aber eben auch deutlicher) werden die Schatten.” Und sind das nicht deine eigenen schattigen Stellen, der/die du ein leuchtendes Leben uns vorzuführen versuchst? Oder eigentlich besser bloß dir selbst? Denn wir sind in dem Fall nichts anderes als dein sichtbares Publikum. Allerdings ungern – denn wie heißt es schon seit Goethe: “Man merkt die Absicht und man ist verstimmt.” Wenn wir bemerken, wir wurden nur zum Bejasagen deines Richtigseins abkommandiert …

Soweit unser Einblick in die “Dark Side”. Und weil diese Sendung ziemlich genau eine Stunde nach der planetarischen Umkehr von “immer noch dunkler” zu “ab jetzt wird es wieder heller” stattfindet (was wir auch durchaus zu feiern vorhaben), wenden wir uns jetzt wieder der “Bright Side” zu: Schlussnummer zur heurigen Finsterwerdung (wusstet ihr, dass es einen Unterschied zwischen Finsternis und Dunkelheit gibt?) soll demnach “Let’s Not Shit Ourselves (to Love and to Be Loved)” von den Bright Eyes sein, worin Conor Oberst eine der schönsten Liebesgeschichten ever erzählt:

 

And my father was there
In a chair by the window
Starin‘ so far away
I tried talking just whispered
So sorry so selfish
He stopped me and said
Child, I love you regardless
There’s nothing you could do
That would ever change this
I’m not angry, it happens
But you just can’t do it again

 

Darkness?