Artarium am Sonntag, 11. Oktober um 17:00 Uhr – Zum 50. Jubiläum? Eines im Jahr 1973 erstmals erschienen Albums? Heuer? Nun, bei diesem im wahrsten Sinn epochemachenden Kapitel der Musikgeschichte soll in unserem Fall auch meiner persönlichen Erstbesteigung – besser gesagt Erstbehörung – im Jahr 1976 gedacht werden. So wie jedweder erstmaligen Begegnung mit diesem Stück musikalischen Selbstausdrucks, das jedesmal und für jede(n) eine Tür zu einer bislang so noch nie betretenen Welt öffnet. “The Dark Side Of The Moon” von Pink Floyd war das erste Konzeptalbum, bei dem die erzählte Geschichte sowie ihre klangliche Umsetzung eine vom Anfang bis zum Ende ineinander übergehende Einheit bildeten, dass die Assoziation mit den zwei Seiten des besagten Himmelskörpers unvermeidlich ist …
Oder sind es gar drei Seiten? The Bright Side (Vollmond), The Dark Side (Neumond) sowie “Another Dark Side” (The Far Side of the Moon), nämlich die Rückseite des Mondes, die wir von der Erde aus nie zu Gesicht bekommen? Bei der psychologischen Vielschichtigkeit der auf diesem Album vermittelten Gedanken und Gefühle und bei all seiner musikalischen Komplexität drängen sich doch jede Menge an weiterführenden philosophischen Betrachtungen auf, die wir zuerst einmal jedem einzelnen System, das diese außergewöhnliche Erlebniswelt bereist, sowie seiner ganz individuellen Sicht zum Weiterspinnen überlassen wollen … Gemeinsam mit Ben-Luca Malzer, der mit diesem Album auf einem anderen Weg als ich in Berührung gekommen ist und dabei doch sehr ähnliche Erfahrungen gemacht hat (eine Tür öffnet sich und ein neuer Raum will betreten werden), entdecken wir das immer gleiche Phänomen des “in Resonanz Gehens” mit einer neuen Welt – einem Musikwerk der Extraklasse, das schon bei seinem ersten Erscheinen die Welt der Wahrnehmung verändert hat.
Dabei bleiben sowohl die äußeren, formalen Entwicklungsschritte der Band hin zu diesem wirklich bewusstseinserweiternden (Zeitzeugen bestätigen dies) Meisterwerk – etwa das Cover-Artwork von Hipgnosis oder die Entstehung des Gesamtsounds und “Echoes” – wie auch persönliche und gesellschaftliche Bedingungen – etwa Roger Waters‘ Verlusttrauma oder die allgemeine Depression nach den weithin als unvollendet empfundenen Aufbrüchen der späten 1960er Jahre – nicht unerwähnt. Der gemeinsame Nenner ist und bleibt, sich mit allen Sinnen darauf einzulassen.
Oder eben: “All you need is love … und genau so is es a.”