Besuch in Kainbach

Letzten Mittwoch habe ich mit drei Kollegen aus dem Lebenshilfevorstand das Johannes von Gott Pflegezentrum Kainbach der Barmherzigen Brüder in der Nähe von Graz besucht. In Kainbach werden an die 600 Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen betreut. Natürlich nicht in einem einzigen Gebäude, sondern auf einem riesigen Gelände, auf dem sogar Land- und Forstwirtschaft betrieben wird. Auch wenn man eine andere Philosophie vertritt – die Lebenshilfe betreibt kleine dezentralisierte übers ganze Bundesland verteilte Einheiten, muss man sich von Kainbach beeindruckt zeigen. Die Einrichtung gilt auch als Krankenanstalt, es ist immer zumindest ein Arzt anwesend. Die Betreuer in den Wohnbereichen sind PflegehelferInnen oder Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger, die hausintern eine pädagogische Ausbildung erhalten. Daneben gibt es die unterschiedlichsten Therapieangebote, eine Schwimmhalle und einen Turnsaal.
Auf dem Gelände gibt es auch ein Beisl und ein kleines Geschäft, dass – besonders am Wochenende – auch von den Nachbarn gerne genutzt wird. Das Personal ist sehr freundlich, jeder grüßt, fast alle Klienten machen einen zufriedenen Eindruck. Man trifft in Kainbach auch Klienten, die früher bei der Lebenshilfe in Salzburg waren und meist wegen psychischer Probleme hier nicht mehr betreut werden konnten. Eine Reise von Salzburg nach Kainbach ist schon mit dem Auto eine lange Angelegenheit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es ein Unding, was den persönlichen Kontakt zwischen Klienten, die nach Kainbach kommen und ihren in Salzburg lebenden Verwandten sehr schwierig macht. In Salzburg mangelt es aus Kostengründen an entsprechenden Plätzen und das ist eigentlich ein Armutszeugnis. Hier ist dringend Abhilfe gefordert.
Michael Russ

Sendung 5: „Die Willkommen in Salzburg Redaktion kocht“

Die Willkommen in Salzburg Redaktion kocht.

Diesmal haben wir eine besonders „schmackhafte“ Sendung, in der das Willkommen in Salzburg Redaktionsteam Lieblingsgerichte aus den jeweiligen Ländern vorstellt. Wir kochen gern und glauben das es ein gutes Thema ist um die verschiedenen Kulturen, die hier in Salzburg leben, ein wenig kennen zu lernen.
Aus Russland haben wir ein wunderbares Blini Rezept von Marina und Katja. Tuba und Güler erzählen uns wie man türkisches „Su böregi“ kocht, auf deutsch Wasser Börek. Danijela, Katerina, und Sanja stellen eine typische Balkanspeise vor, nämlich Gibanica. Aus dem Nordwesten Mexikos zeigen uns Haydeé und Maria wie man eine quesadilla macht und Mirjam und Eva kochen ein typsiches Salzburger Gericht: Pofesen.

Wie immer gibt es alle Beiträge in fünf Sprachen: Je ca. 10 Minuten in Deutsch, BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Türkisch, Russisch und Englisch.
Die Sendung zum Nachhören gibt es hier.

Und hier die Rezepte, die in der Sendung „gekocht“ werden:

Pofesen:
Zutaten (die Zubereitung wird in der Sendung erklärt):
Toastbrot oder Milchbrot
Powidl (= dunkle Zwetschkenmarmelade)
Milch zum Eintauchen
Eier
Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Braten

Gibanica:
Zutaten (die Zubereitung wird in der Sendung erklärt):
1/2kg Blätterteig,
4 Eier,
400-500g. Frischkäse oder Topfen,
1/2 Pkg. Backpulver,
1 Prise Salz und etwas Öl

Wasserbörek:
Teig: 2 eier, 1 teeglas milch, 2 wasserglas Mehl, Salz
belag: weiskäse (von der kuhmilch)
die oben genannten zutaten zu einem Teig formen, in sechs teile teilen und ausrollen,
sollten bisschen größer werden als ihr blech oder pfanne und 30 min. ausruhen lassen

in einem grossen topf 3 liter wasser mit viel salz und der saft einer zitrone zum kochen bringen,
die ausgerollten teige einzeln 30 sek. kochen rausnehmen und ins kalte wasser damit.
die teige gut abtropfen lassen und ins blech oder pfanne auslegen (bitte darauf achten das
die teige nicht aalglatt daliegen). je nach geschmack nach 2 teigen oder in der mitte (also nach drei teigen)mit weiskäse belegen.

Pfanne: beide seiten 15min. bei geringer hitze
Backofen: 200°C 30 min. backen bis es goldbraun ist

BLINI:
Zutaten (die Zubereitung wird in der Sendung erklärt):
0,5 ltr Milch
1 Ei
0,1 kg Butter
20 gr Sonnenblumenöl
0,4 kg Mehl
1 Packung Trockengerm ( 7gr)

Flour Tortilla Recipe

12 tortillas (depending upon the size and thickness)
Ingredients:
2 cups all purpose flour
1/4 cup vegetable shortening, cut into pieces
1/2 tsp. salt
1/2 tsp. baking powder
3/4 cup warm water

Directions:
In a bowl, blend flour, salt, baking powder and shortening until it resembles fine meal.

Add warm water, a little at a time, to flour mixture and toss until liquid is incorporated.

Form dough into a ball and kneed on a floured surface until dough is smooth and elastic. Divide, and make 12 smaller balls. Cover and let stand at least 30 minutes.

Cooking Tortilla:
Roll each ball of dough on a floured surface to make 6 or 7 inch sized tortillas. Place on a pre-heated griddle or cast iron skillet and cook till medium golden on both sides.

Remove to a basket lined with a cloth towel or put between a towel until cool. After the tortillas have cooled completely, store them in a plastic bag.

Corn tortilla recipe
These delicious corn tortillas are easy to make, though best made with a tortilla press if you can get hold of one.
You must use masa harina, cornmeal will not work

Servings:
12 tortillas (depending upon the size and thickness)
Ingredients:
500g masa harina
400 to 500 ml water
1 teaspoon table salt
Directions:
Mix the salt, masa harina and half of the water together to form a dough. Add more water as required, you are looking for a stiff, pliable dough.
Rest for 30 minutes, then shape into 50 g balls. Place 1 ball between two thin plastic sheets  and using a tortilla press, press into shape.
This can be done with a rolling pin but it is a bit tricky as they tend to fall apart easily.
On a hot griddle or in a heavy frying pan, cook the tortillas for a few minutes a side.

Flour quesadilla recipe

Place in a slightly heated Teflon pan, a flour tortilla. Place thin pieces of cheese on one side of the tortilla and fold the tortilla to cover the cheese. Flip the quesadilla and finish cooking until the cheese melts and the outside of the tortilla looks slightly brown. To accompany the quesadilla, you can  add avocado slices with a pinch of salt inside the quesadilla and it will taste wonderful!

Pension oder so

Am 1. Oktober war der internationale Seniorentag. Obwohl ich seit Juli die 5 vorne habe, altersmäßig meine ich, habe ich ihn nicht gefeiert. Aber nachdenken musste ich schon, nicht in meiner Funktion als auch schon bald Senior, sondern als Lebenshilfe-Vorstandsmitglied.
Nachdem die Nazis ganze Generationen von Menschen mit Behinderung umgebracht haben, gab es über Jahrzehnte nur wenige Senioren mit Behinderung in Österreich. Jetzt werden es mehr und das stellt uns vor einige Aufgaben. Lebenshilfeeinrichtungen müssen adaptiert werden, in Salzburg gibt es inzwischen zwei Wohnhäuser für ältere Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Das ist auch durchaus machbar, kann auf gute Weise gelöst werden.
Eine ganz andere Sache ist die Pensionsfrage. Klienten der verschiedenen Behinderteneinrichtungen erwerben keinen Pensionsanspruch, sie haben auch kein Gehalt, sondern nur ein Taschengeld, im Fall der Klienten der Lebenshilfe Salzburg sind das monatlich 80 bis 100 Euro. Das ist in den Landesgesetzen geregelt. Wirklich befriedigend ist das nicht.
Wenn die Krise vorbei, die Verwaltung reformiert ist und sonst einige Voraussetzungen erfüllt sind, kann man das ja vielleicht ändern. Klingt nicht realistisch, meint ihr, stimmt schon, aber ab und zu muss man sich auch für unrealistische Ziele einsetzen.
Michael Russ

Ernst nehmen

Sehr viele Menschen mit Beeinträchtigungen werden von der Öffentlichkeit oft nicht ernst genommen und das ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Deshalb muss es unser Ziel sein, Menschen, die Probleme haben bei etwaigen Sachen, so gut es geht zu unterstützen. Viele Menschen trauen Menschen mit Beeinträchtigungen oft nichts zu, weil sie nicht wissen, was wir können und so werden wir oft aus unverständlichen Gründen ausgeschlossen.
Ein kleines Beispiel: seit einigen Monaten leiten Klienten der Lebenshilfe mit Unterstützung von Betreuern das Geschäft „Lebensart“, in dem wir unsere selbst produzierten Produkte verkaufen.
Darunter Kerzen, Glasprodukte und Holzarbeiten.
Wir können es gemeinsam schaffen, Ausgrenzung zu verhindern. Denn „Es ist normal verschieden zu sein“ – Zitat von Richard von Weizsäcker. Wir können es gemeinsam schaffen, denn nur gemeinsam haben wir eine Chance.
Viele Menschen haben oft Angst davor selber einkaufen zu gehen, weil sie unsicher sind und weil sie von anderen Menschen beobachtet und nicht ernst genommen werden.
Dies wollen wir für die Zukunft gemeinsam verhindern.
Maco Buchinger

Schulische Trauerspiele

Dass in Salzburg jetzt sogar die Hauptschule der Diakonie, die ja gegründet wurde, um schulische Integration zu leben, Kindern mit Behinderung nicht mehr das volle Schulprogramm bieten kann, wird wohl auch diejenigen überrascht haben, die sich mit dem Thema schulische Integration näher befassen. Wenn man auch in dieser Schule in Zugzwang kommt, muss die Lage wirklich ernst sein.
Es ist inzwischen ja ein alter Hut, dass nicht alle Kinder mit Behinderung, die eine Volksschule besuchen, auch einen Platz in einer Integrationsklasse einer Hauptschule bekommen. Immer wieder gibt es hier unfreiwillige Wechsel in die Sonderschulen, weil es an den Hauptschulen – meist aus finanziellen Gründen – nicht ausreichend Integrationsplätze gibt.
Natürlich sind die österreichischen Sonderschulen sehr gut, aber für die Kinder ist es natürlich hart, auf einen Schlag aus der gewohnten Klassengemeinschaft zu fallen, noch dazu aus Gründen, die 10jährige nicht verstehen werden. Eine Gesamtschule bis zur 8. Schulstufe, in der für alle Kinder Platz ist, hätte schon vieles für sich. Aber da wir das berühmte österreichische „Des hom ma no nie so gmocht!“ wohl so laut erschallen, dass vorher die Schulmauern einstürzen. Eher wird da noch eine zusätzliche Ebene in der Schulverwaltung eingezogen, weil dann kann man die Schuld noch besser hin und her schieben. Das kostet zwar was, aber da sparen wir noch ein bisschen bei der Integration, net wohr?
Michael Russ

Sendung 4: Arbeit finden

Die Willkommen in Salzburg Redaktion beschäftigt sich diesmal mit dem Thema „Arbeit finden“.

Erfahrungen einer russischen Neo-Salzburgerin mit der Jobsuche kommen ebenso zur Sprache
wie Siegfried Lochner vom Arbeitsmarktservice Salzburg und Margit Öppmayr vom Verein VEBBAS.

Wie immer gibt es alle Informationen in fünf Sprachen: Je ca. 10 Minuten in Deutsch, BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), Türkisch, Russisch und Englisch.

Weiterführende Links:

Arbeitsmarktservice Salzburg

Arbeit hat Zukunft – Beratungsstelle für Arbeitsuchende in der zweiten Lebenshälfte

Verein VEBBAS – Beratung zur Integration von ZuwanderInnen in den Österreichischen Arbeitsmarkt

Die Sendung zum Nachhören

Arbeit finden

Remembering means working. About the remembrance of Sinti and Romanies, who died during the nazi terror

Has Austria learnt its lesson from history? What about Austria’s part of responsibility for the Holocaust? Developments on the local level indicate the country’s temper very well. Efforts to remembrance of Sinti and Roma, who were deported to Concentration Camps from Salzburg, was an unpopular issue in council meetings in the 1980s. Huge protests took place against the installation of a Roma and Sinti monument. Today one cannot doubt that at least the officials of Salzburg stick by their historical responsibility. What effect did this change of mind during the last 20 years have?
Georg Wimmer has created the following broadcast, about the forms of remembrance projects of schools and NGO’s.

Lebenshilfe-Fest

Haben gestern ein Fest gefeiert, so ein richtig ordentliches. Zwischen 500 und 600 Leute, mit und ohne Behinderung. Im Lehrbauhof am Rande der Stadt. Viel Musik, viel Essen, Trinken nur gemäßigt – das Saufen, um in Stimmung zu kommen, kann unsereins getrost den Nachwuchspolitikern überlassen. 600 Luftballons wurden in den Himmel gejagt, in engem Kontakt mit dem Flughafen, weil die da oben – die Piloten – stehen da nicht so drauf, dass ihnen ein paar hundert grüne Kugeln die Einflugschneise zupflastern. Beim Feuerwerk um 22 Uhr detto, auf die Art von Beleuchtung sind sie nicht heiß die fliegenden Mädels und Jungs. Aber abgesehen davon störst du da draußen niemand, wenn du einmal so richtig abfeiern willst. Nachbarn sind dort rar gesät. Der Lehrbauhof kann reichlich Platz zur Verfügung stellen, die Lebensküche reichlich Nahrung, gute Ideen kann man selber mitbringen. Haben wir gemacht, davon haben wir von der Lebenshilfe reichlich, also optimale Kombination für ein gelungenes Fest. Allen hat es gefallen. Darum werden wir das bei Gelegenheit wiederholen, denke ich jetzt mal.
Michael