Szenenwechsel Linz mit Marie

Zu Gast im Linzer Szenenwechselstudio: Marie. Ob Souldiva oder Hip-Hop-Queen, Marie bewegt sich auf allen Parketten. Im Radiogespräch erzählt die Musikerin und Sängerin von ihrem Job als Tontechnikerin und dem Frau-sein im Musikbusiness im Allgemeinen. Im Frühjahr erscheint ihre EP, produziert von Def Ill.

In der zweiten Hälfte der Sendung hören wir Musik aus Eferding und Ottensheim. Weil dort kann man den Szenenwechsel jetzt auch empfangen. (auf 102,4 Mhz)

http://www.mariemusic.at/

Sendung hören: https://cba.fro.at/389592

Marie by Katharina Schreiber

Chumbawamba – Anarchy

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 9. Dezember – Nun ist das Freie Radio eben auch eine Einrichtung, um das eine oder andere Vermächtnis des Freien Lebens vor dem Vergessen der Vielflatterer zu bewahren. Vor allem, wenn es sich dabei um die Nachlässe derer handelt, die “im großen Geschäft”, sprich im Scheißhaufen dieser um Geldzweck und Kaufzwang kreiselnden Aufmerksamkeitsindustrie nicht genug “einbringen”, um sie zur gefälligen Untenhaltung des Publikums zu verbrauchern. Oder um jene seltenen Exemplare der Gattung Mensch, die trotz heftiger Nötigung lebenslang zwischen den Kategorien wohnen blieben – und sich so jeder Einteilung ins allgemein Übliche entzogen. Ein Schaffenserbe des vielgestaltigen Kunst- und Musik-Kollektivs Chumbawamba möge uns hierfür zum guten Beispiel gereichen:

Chumbawamba - Anarchy 2002Denn die ursprünglich der Punk- sowie Hausbesetzerbewegung im Norden von England entstammende kreativ-anarchistische Truppe mit dem durchaus eigenwilligen Namen Chumbawamba, die nunmehr nach 30 produktiven Jahren leider den Bühnenbetrieb eingestellt hat, war speziell in den 90ern regelmäßig in Salzburg zu Gast – und inspirierte dadurch viele Nichtangepasste auf geradezu osmotische Weise, indem sich ihre lustvoll dargelebte Wesensart mit den Seinsweisen der an diesen Auftritten Teilnehmenden verband. Im Musikarchiv der Radiofabrik schlummern sogar noch Live-Mitschnitte solch elementarer Ereignisse. Was Chumbawamba vor allem auszeichnet, ist ihre hemmungslose Gestaltungsfreude beim Plündern der Popkultur. Nie waren sie Teil jener folklorisierten Zombieparties, die als Immerwiederauferstehung des Punk dessen ewigwährende Selbstverwurstung zelebrierten. Ganz im Gegentum, schon in den 80ern “reclaimten” sie Melodien und Klangzitate, wodurch sie sich zu den Pionieren des Sampling gesellten. In weiterer Folge eigneten sie sich auch noch mannigfache musikalische Stilrichtungen an, die sie stets erfrischend unbotmäßig zu immer neuen Soundcollagen und Selbstaussagen verbearbeiteten…

Chumbawamba verstanden es, die Gesetzmäßigkeiten des Musikbusiness (die sie zutiefst verabscheuten) für die Verbreitung ihrer Inhalte zu nutzen, ohne selbst darin aufzugehen. Ein Höllenritt auf des Rasiermessers Schneide. Das soll uns doch ein ganzes Album wert sein. Eigentlich nicht nur eins!

“In a world full of no-ones – I am someone!”

 

Zum 25. Todestag von Frank Zappa

Am 4.12. 1993, also vor 25 Jahren, ist Frank Zappa von uns gegangen. Dies nimmt sich Tuning Up zum Anlass,um mit seinen Hörer*innen in das Zappa’sche Universum einzudringen. Die unbändige Schaffenskraft – Zappa war ein wahrer Workaholic – hat sich zu Zappas Lebzeiten in 66 offiziellen Alben niedergeschlagen. Aber auch nach Zappas Tod war der Zappa Family Trust nicht untätig und hat in den letzten 25 Jahren ganze 55 Alben veröffentlicht – viele von ihnen als Mehrfach-Tonträger. Tuning Up widmet sich nun ausschließlich diesem reichen Nachlass, wobei hier auch viele bekannte Stücke in anderer Form wiederauftauchen.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/389805.

Jean-Luc [CC BY 2.0, via Wikimedia Commons]

Aber eine Stunde Sendung war für Tuning Up hier nicht genug. Deshalb haben sie sich für diesen Anlass mit Wolfgang Baumgartner zusammengetan und in dessen Radiofabrik-Sendung Jazzcafé, am Mittwoch den 5.12.2018 um 21 Uhr, wird der Jazzfaktor in Zappas Schaffen ausführlich behandelt.

Jazzcafe nachhören unter: https://cba.fro.at/390062.

„Music is the best“ (Frank Zappa in Packard Goose aus Joe’s Garage Act III).

Damalsheutemorgen

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 25. November“Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen – und die Zukunft gestalten.” Dieses Zitat von August Bebel (Schriftsteller und Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie) gibt einen Aspekt der titelgebenden Wortschöpfung wieder. Wobei Damalsheutemorgen durchaus auch den Seinszustand von jemandem beschreiben könnte, für den das heutmorgendliche Aufwachen schon ziemlich lang her ist, aus welchen Gründen auch immer. Merke: Zeit ist ein Phänomen, dass sich oft gar nicht in Stunden messen lässt. Deshalb soll diese Sendung dem Zeitlosen gewidmet sein, das in früheren Zeiten Kultstatus hatte, sowie seiner zeitgemäßen Vermittlung im Hier und Jetzt, auf dass dieses reiche Vermächtnis auch für zukünftige Gestaltungen zur Verfügung stehe.

Damalsheutemorgen - "Der letzte Hahnenschrei" (Arik Brauer Privatsammlung)In würdiger Vertretung des Hasen begleitet mich Timna Pachner, die doch tatsächlich nach Arik Brauers Tochter benannt ist – und zudem in der Radiofabrik-Lehrredaktion das unerhört!-Magazin mit entwickelt. Gemeinsam wollen wir das kultige Erbe der Familie Brauer bereisen und einer der allezeit legendärsten Radiosendungen beiwohnen: dem Schalldämpfer von Axel Corti. Im Hintergrund lauert die Frage, was eigentlich so eine Kultsendung ausmacht, damals wie heute – und morgen. Oder, wie sich ein zeitloses Damalsheutemorgen bewirken ließe, als Gegengewicht zum vergangenheitslosen Aktualitätsgehechel der immer schneller werdenden medialen Beschleuderung… Nicht, dass wir diesen hochphilosophischen Fragenkomplex in der knappen Stunde, die uns zur Verfügung steht, hinreichend gründlich zerantworten könnten. Aber ein paar Gedanken- und (vor allem) Gefühlsanstöße zum Thema sollten sich schon ausgehen. Zwischen den Zeiten, zwischen den Zeilen, hinter den Gründen und auch unterm Bewusstsein. Mir ist es ja längst ein Bedürfnis, womöglich Wesentliches aus diesen Schätzen des Damals zu heben – und so den nächsten Generationen zu vermitteln.

Und deshalb versteht sich das “etwas andere Kunnst-Biotop” namens Artarium oder auch Nachtfahrt-Perlentaucher in seiner Gesamtheit als ein Archiv vieler rundherum angeschwemmter Spezialitäten in oft überraschenden Zusammenhängen. Da lassen sich dann zum Beispiel Sendungen mit Axel Corti oder Zitate von Arik Brauer sowie ein Album der Band Zeitzeuge finden.

 

Wissen statt Gewalt – was gutes Training ausmacht

Vanessa hat eine 8jährige Cane Corso Hündin mit Namen Lotta. Lotta ist im Alter von dreieinhalb Jahren bei Vanessa eingezogen und bald hat sich herausgestellt, dass professionelle Hilfe vonnöten ist.  Es begann eine Reise durch die deutsche Trainingslandschaft, von der Vanessa in der aktuellen Hunderunde berichtet.  4 TrainerInnen waren es insgesamt, mit denen Vanessa und Lotta zusammengearbeitet haben. Anfangs war immer der Profibonus schlagend, weil die ambitionierte Hundehalterin selbstverständlich davon ausgegangen war, dass die Trainerin ja schließlich wissen musste, was sie da tat. Und doch kam immer auch der Moment, in dem das Bauchgefühl Vanessa dazu bewog, weiterzusuchen.

frau mit hund„Alle Trainerinnen hätten erkennen müssen, dass ich von der Rasse keine Ahnung hatte. Und es wäre gut gewesen, wenn ich durch die Trainer mehr über die Art, die Charkatereigenschaften, die Verhaltensweisen etwas mehr gelernt hätte.“

Vanessa bildete sich auf eigene Faust weiter und lernte vieles über Hunde und über ihre Lotta. Zu guter Letzt ist sie auch bei einer Trainerin gelandet, bei der sie sich gut aufgehoben fühlt. Ihre Ansprüche an Lotta hat sie an die Möglichkeiten angepasst, ihre Erwartungen dort und da reduziert. Und sie hat gemeinsam mit Lotta einen guten Weg gefunden, der ihnen beiden guttut.

 

Trainerin mit Leib und Seele

 

Rosee Riggs ist Inhaberin der Hundeschule Good Dog Practice und bemüht sich auf vielfältige Weise um ein freundliches Miteinander zwischen Mensch und Tier. Rosee ist gebürtige Engländerin und lebt mit ihren Hunden im niederösterreichischen Gloggnitz. Rosee ist Erwachsenenbildnerin in den Bereichen Schauspiel und Ensemblebildung und als Trainerin für Teambildung und Führungskompetenzen gefragt. Auch in ihrem Zweitberuf als Hundetrainerin wendet sie sich an die Menschen mindestens ebenso wie an die Hunde.

Abgesehen von fundiertem Wissen brauchen HundetrainerInnen ihrer Meinung nach sehr viel Kreativität, damit Mensch und Hund am Training nicht nur Spaß haben, sondern als Team, das einander vertraut, nach Hause gehen.

„Eine Mensch-Hund Beziehung, die auf gegenseitiges Vertrauen baut, ist ein Stück Lebensqualität.“

rosee riggs mit hundFür Rosee Riggs ist es wichtig, auch kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Mensch und Hund gemeinsam angenehme Dinge machen und sich nicht ständig unter Druck setzen.

Neben der Arbeit mit ihren KlientInnen leitet Rosee Riggs zusammen mit ihrer Kollegin, Patricia Bisztron, das Ausbildungszentrum ISCP – Austria, das Seminare und Workshops für Menschen in Hundeberufen und auch für interessierte HundehalterInnen, anbietet.

 

Servicebox

Vanessa vom Karweg
Rosee Riggs
Good Dog Practice
Ausbildungszentrum ISCP – Austria (The International School for Canine Psychology and Behaviour Ltd – ISCP)

Modernes Hundetraining:
Trainieren statt dominieren
Initiative gewaltfreies Hundetraining
VÖHT-Vereinigung österreichischer HundetrainerInnen und -verhaltensberaterInnen

 

Literaturtipps

Rosie Lowry,  Die stille Kommunikation der Hunde verstehen
Ute Blaschke-Berthold, Das Kleingedruckte in der Körpersprache des Hundes“
Dorothee Schneider, die Welt in seinem Kopf
Suzanne Clothier, Es würde Knochen vom Himmel regnen
John Bradshaw, Hundeverstand
Kurt Kotrschal, Einfach beste Freunde, warum Menschen und andere Tiere einander verstehen, Hund und Mensch, das Geheimnis unserer Seelenverwandtschaft

Musik

Simon and Garfunkel, Filmmusik aus A dogs purpose
Dean Martin und Nat King Cole, Open up the dog house
Ilse Werner, Ich möchte dein Schiwawa sein

 

Sendung anhören

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv .

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

 

Liebe Battlemaniacs!

Leider spielts heute (17.11.2018 22:00) keine Livesendung, wir leiden an akutem Lichtmangel und hören momentan nur Beethoven! Das wollen wir euch nicht antun.

Dafür bekommt ihr eine alte Sendung aus dem Jahre Schnee (2016) um die Ohren gepackt. Eine Ausgabe vom November, mit Stargast O.B.X.T.! (Natürlich gibts da auch keine Abstimmungsmöglichkeit.)

Bis dann im Dezember, traditionelles Adventsingen in Battlehem! (15.12.2018 22:00)

Diese schamanische Reise

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 18. November – Dass die Auszeichnung der Radiofabrik heuer zum ersten Mal nicht als Schorsch, sondern als Georgina (also in weiblicher Gestalt) vergeben wurde, das hat viel mit Teresa Lugstein zu tun, der allzu zu früh verstorbenen Mädchenbeauftragten des Landes Salzburg und langjährigen Sendungsmacherin von Teresas Frauenzimmer. Als in der Programmkommission beraten wurde, ihr diesen Radiopreis als Anerkennung ihres medialen Lebenswerks posthum zuzusprechen, da fiel mir sogleich der Chumbawamba-Song “Georgina” ein. Die Parallelen zwischen Teresas Engagement und den Inhalten der britischen Band sind unüberhörbar, etwa bei Gleichberechtigung, Empowerment und Emanzipation. Und dann gibt es noch diese schamanische Reise, über deren Bericht ich stolperte:

Georgina und die schamanische ReiseEs sorgte damals schon für einiges an Aufsehen, dass die als unheilbar krank geltende Frau, die seit Jahren auf einen Rollstuhl angwiesen war, mit einem Mal wieder selbst gehen konnte. Wesentlich für diese, von ihr als “Wunder” erlebte Entwicklung, war eine schamanische Reise, auf die sie sich mit der Fragestellung “Wie kann ich ein stimmiges Leben führen?” begeben hatte. Über diese Form der “Heilung” berichten ein ORF III Beitrag von Bernhard Hain sowie ihre eigene Erfahrungsbeschreibung auf der Homepage der Foundation for Shamanic Studies in Europe. Diese, auf den Prinzipien des “Core-Schamanismus” nach Dr. Michael Harner aufbauende Praxis andersweltlicher Kommunikation unterscheidet sich für uns von den vielerlei eher obskuren Angeboten ähnlicher Namensprägung. Doch wo ziehen wir die Grenze zwischen seriöser Spiritualität und bloßer Gschaftlhuberei? Nach welchen Kriterien beurteilt die Programmkommission Sendungen zwischen persönlichem Empfehlen und kommerzieller Werberei? Wo endet der Bericht vom Interessanten jenseits des Üblichen und wo beginnt der Jahrmarkt der Eitelkeiten, die Abhängigkeit vom Esoterischen – oder das Kasperltum der Missionierung?

Als Beispiel dafür, wie angenehm unaufgeregt Teresa Lugstein eine schamanisch Praktizierende präsentiert hat, sei hier die Folge “Schamanismus als Herzensweg” aus Teresas Frauenzimmer empfohlen. So kann das gehen