Battle&Hum#96

Samstag 20.04.2019 (Stairway zum Nachhören)

Musik um den Heiland aus dem Grab zu locken, Hosianna in der Höhe!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s Eier:

  • 2. Brujeria (single ?) – viva presidente trump
  • 3. Sateliti (single ?) – audi
  • 4. Fadoul (habibi funk) – al zman saib

MC Randy Andy’s Rammler:

  • 1. Beastie Boys (paul’s boutique) – egg man
  • 2. Nirvana (bleach) – big cheese
  • 3. Marilyn Manson (portrait of an american family) – cake and sodomy
  • 4. Helge Schneider (es rappelt im karton) – scrapple from the apple

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“ (Pipi Langstrumpf)

Vielkommen Osternreich

> Sendung: Artarium vom Osternsonntag, 21. April – Und Jesus sprach: “Macht irgendwas mit Hasen!” Oder wie wäre solch ein behoppeltes Auferstehungsfest sonst möglich gewesen? Verdanken wir es den Christen oder doch den Germanen? Oder irgendeinem lustigen Papst, der eine Vorliebe für irgendwas mit Eiern hatte? Die Kirchengeschichte war ja immer schon reich an bizarren Einfällen jenseits von Sinn und Verstand, also versuchen wir diesmal auch eine “etwas andere” Deutung: Von den Germanen über den “deutschen” Papst bis hin zu Rammstein. O du mein Osternreich, ich bezwetschkige mich vor jedem Obstgarten! Dein ist das Dings und das Bums in Ähnlichkeit, Hasen. Wir senden das Frühlingsfest des Eierlikörs aus der Alpenfestung der guten Laune. Und jetzt Andacht an den Empfängnisgeräten!

OsternreichWie wir aus unserer langjährigen Befassung mit der abendländischen Popkultur gelernt haben, geschieht längst nichts mehr Neues unter der Sonne. Aber es gibt noch unendlich viele Möglichkeitsformen, das Vorhandene in immer neue Zusammenhänge zu stellen, um ihm dergestalt unbekannte Bedeutungen zu entlocken. Und genau das wollen wir hier und jetzt tun. Denn die einzelnen Beiträge, etwa von Tommy Krappweis (Hasen), von Hagen Rether (Papst) oder von Klaus Kinski (in der Fassung von Seid was ihr wollt als “Kinskis Villon” bekannt) haben wir allesamt schon zur einen oder anderen Gelegenheit gespielt. Nur dieses Mal ergeben sich bislang unentdeckte Betrachtungsweisen durch Beiziehung aktueller Ereignisse. So hat der Ratzinger Sepp (als inzwischen “emeritierter” Ex- oder halt irgendwie noch Zweit-Papst) kürzlich festgestellt, dass die sexuelle Revolution der 68er für das Missbrauchssystem in der katholischen Kirche verantwortlich ist. Brimborium in senilis trullala? Oder wie meine Fußpflegerin sagt: “Das Grundproblem ist das Bedürfnis so vieler Menschen, lieber etwas zu glauben als sich wirklich auszukennen.” Aber was reg ich mich auf… Spannen wir doch einen Bogen von der Zwangschristianisierung der Ureinwohner über die Kondomwerbung in Polen bis hin zur allerkünstlichsten Lufterregung der letzten Tage, dem Rammstein-Video “Deutschland” (hier über einen Zeitungsartikel aus der Schweiz, um die feuilletonweite Schnappatmerei zu umschiffen). Jössasna!

Hat es noch nie einen Diskurs gegeben? Hat sich auch Geschichte nie ereignet? Schlag nach beim Slowenen oder “Kärnten deibt bleutsch!” Lauter Luftnummern zwecks Auflage und Einschaltquote. Was lässt sich sonst noch sagen? Osternreich ist eine theologische Seppublik – und wir wünschen euch trotz alledem frohe Eier!

 

An einem Sonntag im April

> Sendung: Artarium vom Palmsonntag, 14. April – Das dritte deutschsprachige Album der sehr speziellen Element Of Crime rund um Sänger und Texteschreiber Sven Regener erschien im Jahr 1994 und passt allein schon vom Titel her perfekt in diesen Frühling. Und es passt endlich auch einmal die stilistische Zuordnung zum Gefühlsgehalt des hier Gehörten: “Melancholisch-chansonesk” sei deren Musik laut Wikipedia-Artikel, da waren wohl diesmal wortkreativere Autor_innen am Werk als sonst üblich in Klugscheißingen. Ob das daran liegt, dass der erwähnte Herr Sven seit seinem Debütroman “Herr Lehmann” vor allem als Schriftsteller unterwegs ist? Hoffnung ist eben rar in diesen Unzeiten, da bastelt man sich lieber selbst eine, aus jeder noch so alten “Stirbt-zuletzt-Tube” vom Papierstrand der Möglichkeitsform

An einem Sonntag im AprilSeit ihrem ersten deutschtextigen Album “Damals hinterm Mond” hab ich mich immer wieder gern in den abgründigen Miniaturen dieser Meister des gefährdenden Gefühls verloren. In ihren oftmals surreal anmutenden Liedern treffen sich Anmut und Resignation, Extase und Verzweiflung, Erschrecken und Gelassenheit in unglaublich ausgewogener Ambivalenz. Viel später erst hab ich sie live gesehen: Ihre Präsenz und Präzision in all der erkennbaren Verlebtheit, das setzte erst recht noch eins drauf! “An einem Sonntag im April” schließt mit einem wunderschönen Chanson, von dem die hervorragende Interpretation der Diseuse Georgette Dee fast noch bekannter ist. “An Land” spielt (wie viele von Regeners Texten) mit den Naturgewalten, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Menschen wirken. Wir lieben das mit der Kuh:

Heute wird wohl kein Schiff mehr gehn
und keiner geht vor die Tür
Alle sind heute verschüchtert
nur ich bin es nicht, und das liegt an dir
Am Fenster fliegt eine Kuh vorbei
da kommt jede Hilfe zu spät

Ein Glas auf die Kuh und eins auf die See

Präzision und Melancholie jenseits von Fieberzapferlromantik und Gute-Laune-Radio. Wir hegen die Hoffnung, dass es noch Hoffnung gibt. Ein Glas auf uns!

 

Eventhundeschule – ein neuer Trend?

Früher gab es einfach „Hundeschule“ mit Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene, Vorbereitungskurse auf die Begleithundeprüfung und dergleichen. Heute werden Fun-Tickets, Krimitouren und Specials für Ostern, Weihnachten und Halloween angeboten. Ist das einfach nur ein Gag, ein vorrübergehender Trend oder eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Hundeschule?

Raphaela Niewerth ist Konzeptionistin, Autorin, Hundetrainerin und natürlich auch selbst Hundehalterin. Ihre Firma Hundeschulkonzepte biraphaela niewerthetet fix und fertige Konzepte für HundetrainerInnen und Hundeschulen an, darunter  Event-Konzepte, wie zum Beispiel eine Krimitour oder die Wasserspiele für heiße Sommertage.

Heidrun Pusch von respektiert, Professionelles Tiertraining in Klagenfurt, bietet Erlebnistouren für Menschen mit Hund an. Das Geheimnis der Spitalberghexe, die Krimitour „Das verschwundene Gemälde“ und neuerdings auch Dog’s Escape sind beliebte Touren, an denen die ganze Familie teilnehmen kann.

 

Qualitätszeit mit Hund

Spiel, Spaß und Spannung bieten solche Konzepte und vor allem „Qualitätszeit mit Hund“. Der sogenannte Alltagsgehorsam bleibt dabei keinesfalls auf der Strecke. Ganz im Gegenteil, spielerisch und abwechslungsreich und auf den jeweiligen Erziehungsstand, Alter und Gesundheitszustand der einzelnen Hunde angepasst, werden sitzenbleiben, liegenbleiben und dergleichen in unterschiedlichen Situationen perfektioniert.

 

„Lernen die Menschen, wie viele tolle Dinge sie mit ihrem Hund erleben können und wieviel Spaß es macht, Zeit mit dem Hund zu verbringen, ist das wohl die beste Art des Tierschutzes, die wir Hundetrainer betreiben können“ Raphaela Niewerth

Tierschutz mit Erlebnischarakter

In der Hundeschule militärisch auf und ab zu marschieren, passt nicht mehr so recht in unsere Zeit, wie Raphaela Niewerth meint. HundehalterInnen freuen sich über kreative Angebote, die auch familientauglich sind,  Leistungsdruck muss nicht dabei sein.

Nicht jede HundetrainerIn kann oder mag solche Erlebnisangebote selbst zusammenzustellen. Für diesen Fall bietet Hundeschulkonzepte nicht nur Konzepte für Basiskurse, sondern auch für Krimitour  & Co, die gerne genutzt werden.

Servicebox

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Raphaela Niewerth
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Termine

„Das Geheimnis der Spitalberg-Hexe“
2 – 3 Std. Erlebnistour
13.04.2019 15:00

Krimitour: „Das verschwundene Gemälde“
2 – 3 Std. Kriminalfall lösen
18.05.2019 15:00

DOG´s ESCAPE
Das Exit Game für Mensch und Hund
2 – 3 Std. Rätsel lösen
08.06.2019 15:00

Literaturtipps

Krimiwanderungen mit Hunden: Aktivideen für Hundetrainer und Tour-Guides von Eva Pretscher

Musik

Baha Man, Who let the dogs out
I’m no Angel – The Winery Dogs
Dolly Parton, Me and little Andy

 

Sendung anhören

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per APP immer am 2. Mittwoch im Monat um 12:08 Uhr und am 2. Donnerstag im Monat um 19:08 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik, über den Hunderunde Blog oder direkt über das Archiv .

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

klimakrise

Klimakrise

Dazu gibt es in wieder Grundlageninformationen, Hintergründe, Statements, Vorträge und einen Bericht von, mit und über die Bewegung „Fridays for Future“. Dazu habe ich die Freitags-Demonstation und das „KLassenzimmer“ am Mozartplatz begleitet und bringe akustische Impressionen (Reden, Interviews, Transparent-Inhalte, ..) und Eindrücke in der Sendung.

Sehr interessante Aspekte zum Thema Klimaschutz und Mobilität lieferte dort der Experte und Klimapolitik-Kritiker Winfried Wolf, der sich mit der Macht der Mobilitätsindustrie und der Notwendigkeit einer auch kritischen Betrachtung von Mobilität und Elektroautos auseinandersetzt.

 

 

Ein Vortrag der Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb, den sie im Rahmen der Vortragsreihe „Grundlagen des Klimawandels und der Klimapolitik“ gehalten hat, wird ebenfalls in der Sendung behandelt.

 

Sendungstermine auf den Frequenzen und im Stream der Radiofabrik:
Fr. 12.4.2019 16:00, Sa. 13.4.2019 11:00 Uhr, Mo. 15.4.2019 16:00 Uhr

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/402961

Über eine Rückmeldung zur Sendung / zu den anderen Sendungen wie Kommentare, Anregungen, Kritik, Wünsche freue ich mich sehr. Sie können dies gleich hier eintragen.

RadfahrerInnen tut euch zusammen, bildet Kritische Massen!

In Salzburg jeden letzten Freitag im Monat um 17:00 Uhr im Kurgarten zwischen Kongresshaus und Schloss Mirabell. Premiere in diesem Jahr ist der Freitag nach Ostern, 26. April.

 

Wir treffen uns bei jedem Wetter. Zur Not fahren wir wenigstens ein paar Meter bis in die Academy Bar, ins Wernbacher oder ins Shakespeare.
Überdies kann’s in Salzburg auch Ende Dezember schon mal 15 Grad haben – oder nach Ostern schneien 😉

Ab Ende Mai rockt & rollt die Critical Mass auch im Radio!

Jeden letzten Freitag im Monat auf 107,5 FM (oder 97,3 im Süden der Stadt) – der Frequenz der Radiofabrik – von 17:30 bis 18:00 Uhr.

Wer mitmachen will ist herzlich eingeladen.

Alle anderen: ladet eure Handys auf und bringt Bluetooth-Boxen zur Critical Mass mit zum Live-Streamen Radiofabrik.at — oder FRApp installieren!

Es scheint mir nicht vermessen, die Überwachung zu fürchten.

Warum vermessen wir uns selbst?

Wenn wir unsere Fitness tracken und auch sonst mittels Smartphone und PC (meist ohne Absicht) 24 Stunden am Tag jede Menge Daten über uns generieren – wer hat dabei die Kontrolle über wen? Welchen Nutzen ziehen wir selbst daraus? Und was haben Krankenversicherungen, große Unternehmen oder die Politik davon?

Die Soziologin Dhenya Schwarz von der RWTH Aachen hat sich wissenschaftlich mit diesen Fragen beschäftigt. Mit ihrer spannenden Arbeit zum Thema „Digitale Selbstvermessung“ gewann sie den Nachwuchspreis des Netzwerks Zukunftsforschung. Ende März sprach sie darüber in einer JBZ-Montagsrunde vor vollem Haus.

Mehr dazu am Mittwoch, 10. April um 17:00 Uhr in Radio Bob.
Auf 107,5 — der Frequenz de Radiofabrik in Salzburg und im (Live-)Stream zum an- & nachhören.

 

 


Nicht alles, was technisch möglich ist, muss umgesetzt werden. Aber die Verführung, dass dies geschieht, ist groß. Bei der Vermessung des Selbst geht es um Fitness, Gesundheit, Wissen, Sicherheit, Produktivität und (Selbst)-Optimierung.

Die Palette reicht von der bekannten Smartwatch, die Schritte zählt und den Puls misst, bis hin zur High-Tech-Kloschüssel. Die könnte permanent den Urin der Benutzer und Benutzerinnen analysieren. Und so ganz leicht den Arbeitgeber über eine Schwangerschaft oder eine beginnende Zuckerkrankheit informieren. Damit aber auch über den rechtzeitigen Kündigungszeitpunkt — noch bevor die Angestellte davon erfährt.

Mehr und bessere Daten können Politik und Wissenschaft dienen, zum Beispiel auch der Gesundheitsvorsorge oder der Verkehrsplanung. Doch der Grat zum Missbrauch ist schmal, weiß die junge Soziologin: Es wird immer leichter präzise festzulegen, was als gesund oder krank, schön oder hässlich gilt; und ebenso festzustellen, wer sich wann wo wie bewegt und aufgehalten hat, dabei wen getroffen hat und was dabei gesprochen oder konsumiert wurde – an Nahrung, Wasser, Energie, ebenso wie an TV-Sendungen.

Die Einführung von Smart Metern und die Umrüstung des eigenen Hauses in ein Smart Home könnten Kosten sparen (dem Versorger meist mehr als dem Verbraucher) und der eigenen Bequemlichkeit dienen, aber auch zur Einschränkung unserer Freiheit führen. Spätestens dann, wenn wir damit rechnen müssen, dass diese Daten über kurz oder lang in falsche Hände geraten – in der Wirtschaft oder in der Politik.

Eine fortschreitende Ausweitung der Selbstvermessung macht es zudem immer schwerer, zwischen Freiwilligkeit und subtilem Zwang zu unterscheiden. Orwells Großer Bruder und die von Huxley beschriebene Schöne neue Welt lassen grüßen! Eva von der Radiofabrik ergänzt dazu: „Von Juli Zehs Corpus Delicti ganz zu schweigen“.