Burn The World

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 31. März – Um das Jahr 1990 herum tauchte in Salzburg ein junger Mann aus England auf, der uns mit Hingabe und Begeisterung von einem Musiker namens Roy Harper erzählte. Dieser sei schon seit den 60ern in der britischen Musikszene aktiv und habe einige der erfolgreichsten Rockgrößen maßgeblich beeinflusst, ja sogar mit ihnen zusammen gespielt, ohne jedoch selbst jemals “berühmt” geworden zu sein (außer in Insiderkreisen). Wer denn da so alles dabei gewesen sei, fragte ich, und hörte Namen wie Led Zeppelin, Pink Floyd, Jethro Tull, Kate Bush und Paul McCartney. Davon durchaus beeindruckt kaufte ich mir eine (damals noch) Schallplatte, auf der das eigenartige Stück “Burn The World (Part 1)” enthalten war, das auch der Ausgangspunkt für unsere heutige Hörreise sein wrd …

Roy Harper - Burn The WorldDenn der gute Mann da auf dem Cover ist nicht nur eine sozusagen unberühmte Berühmtheit. Es hat sehr gute Gründe, weshalb ihn so viele anerkannte Größen aus der Wunderküche der Rockmusik als einen wesentlichen Ideengeber für ihr künstlerisches Schaffen und ihre Weiterentwicklung begreifen. Nicht nur, dass er ein beachtlicher Gitarrist und ein hochkomplexer Lyriker ist, nein, da ist nocht etwas anderes: Roy Harper ist eine Art nimmermüder Ideenschleuderer, ein Darstellungsschamane seiner eigenen Innenwelt, der einfach nur einen Entwurf nach dem anderen “raushaut” zur freien Entnahme und “to whom it may concern”. Der Begriff Ent-Wurf ist hier wichtig, denn seine Werke sind irgendwie unfertig, sind Skizzen, Andeutungen, Ideen, gerade so weit ausgearbeitet, dass man erkennen kann, worum es geht – und doch zugleich so interpretationsoffen und zum Selbstweiterbasteln einladend, dass man sie gern aufgreift, sich anverwandelt und zu etwas Neuem und Eigenem umformt, gestaltet, transformiert. So gelangt das, was einer sieht, durch viele andere nach außen

Burn the World – ein Verwandlungsphänomen. Und gerade diese 1990 entstandene Arbeit über das Verbrennen der Welt – was wird hier angesprochen – Klimawandel? Revolution? Gewalt? Hass? Vergebung? Tod? Auferstehung? Wiedergeburt? – diese Collage aus Bildern und Visionen, aus An- und Bedeutungen, aus Klängen, Schreien, rasenden Empfindungen und einem offenen Ende – dieses im Jahr 1990 als gut 18minütiges Livesolo in London aufgezeichnete Inspirationskonglomerat kann uns zum Verwandeltwerden wie zum selbstmächtigen Verwandeln anregen.

Burn the World – es ist höchste Zeit.

 

I killed my mother

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 24. März – Es kommt sehr darauf an, wozu man “hässliche Bilder” verwendet. Indem man etwa über die Beschaffenheit von Gewalt berichtet, wie sie entsteht, gegen wen sie sich richtet und was sie letztendlich bewirkt. Der junge Regisseur Xavier Dolan ist ein Meister in der Darstellung des Abgründigen und führt uns vor Augen, wie sich weitgehend verheimlichter Missbrauch von Macht für seine Opfer anfühlt und auf ein ganzes Gemeinwesen auswirkt. In seinem ersten Spielfilm “I killed my mother” flößt er uns fast unmerklich ein Gefühl dafür ein, auf welch verzweifelt tragische Weise die unerkannte Schuld der Verursacherin mit dem alles Lebendige bedrohenden schlechten Gewissen des ihr Ausgelieferten kollidiert. Dabei hat sich die Mutter doch nur Enkelkinder von ihrem schwulen Sohn gewünscht.

I killed my MotherÜber die Bildwelten des queeren Kino-Wunderkinds mag man sich aus Geschmacksgründen streiten, zu den von ihm gewählten Themen passen sie allerdings stets wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, wie das Video zu “College Boy” von Indochine eindrucksvoll zeigt. Dieser Kurzfilm/Clip wurde wegen seiner drastischen Gewaltdarstellung noch dazu in Verbindung mit “christlicher Symbolik” vehement kritisiert und ist daher im Zuge der Mundgerechtmachung des kommerziellen Internets (andere nennen es Zensur) kaum irgendwo im Original zu finden. Ähnlich ergeht es auch vielen Videos der französischen Anarchistenband Achab, deren “Un Monde formidable” wir uns und euch im heutigen Kontext nicht vorenthalten wollen. Thomas Bernhard, Edward Snowden, Julian Assange? – Als Nestbeschmutzer (und Schlimmeres) gilt, wer auf verborgene Verbrechen hinweist.

Womit wir wiederum beim eingangs erwähnten Film “I killed my mother” ankommen. Was auf der einen Seite als völlig normal gilt, als ganz und gar natürlicher Wunsch “jeder Mutter”, nämlich von ihren Kindern Enkelkinder “zu bekommen”, das erweist sich auf der anderen Seite als unerkannter emotionaler Missbrauch, der bei seinen Opfern Schuldgefühle gegenüber ihrem eigenen Gesundsein und Lebenwollen hervorruft. Eine klassische Täter-Opfer-Umkehr also, die aufzudecken, zu benennen und einer sie weitgehend ignorierenden Gesellschaft ins Bewusstsein zu stellen, sicher kein Verbrechen ist – sondern ein unschätzbarer Verdienst am Gemeinwohl.

Noch dazu unter Zuhilfenahme von so wunderbarer Musik wie etwa dieser hier.

PS. Portrait von Xavier Dolan aus dem Jahr 2011, das auch die recht spezielle Entstehungsgeschichte seines ersten Films “I killed my mother” beleuchtet.

 

lt88-Wettererscheinungen: Winde, die Teilchen transportieren

Wettererscheinungen.

Und zwar Wettererscheinungen der besonderen Art. Es geht um  Winde, die Teilchen transportieren.

Gerade vor einigen Tagen hat uns ja wieder Saharastaub erreicht. Der gelb gefärbte Himmel die Sicht ziemlich eingeschränkt, Das Sonnenlicht bringt nur mühsam durch diese Staubschichten. Wir werden uns im Laufe des Sendung dieses Phänomen näher ansehen. Stoffe werden durch Luftbewegungen, Winde und Wirbel über weite Strecken verfrachtet und abgelagert.

Und diese Stoffe können Sahara Staub also Sandkörner, Giftstoffe oder auch gefährliche Radioaktivit

 

ät sein, wie wir es vor nunmehr 38 Jahren direkt bei uns erlebt haben.

  • Erstausstrahlung am 5.4.2024 18:00-19:00 auf den Kanälen der Radiofabrik Salzburg
  • Erstausstrahlung der modifizierten Version auf den Kanälen von Radio Helsinki: 16.4.2024 ß8_30-09:30 Leuchtturm (helsinki.at)

Nachzuhören unter: https://cba.media/659406

 

Grave Wisdom

Playlist für die Sendung vom 16.03.2024 (Stairway zum Nachhören)

 

Requiem für meinen Vater, Ernst Woldrich † 21.01.2024

 

  • Bohren & der Club of Gore (black earth) – grave wisdom
  • Blasmusikkapelle Brixlegg (?) – la montanara
  • Barbara Streisand (?) – memory
  • Friedrich Smetana (mein vaterland/má vlast) – die moldau/vltava
  • Paul Plut (herbarium) – luft

Lesung: Johannesevangelium 14, 1-6

  • Conchita & Ina Regen (single) – heast as net
  • Mira Lu Kovacs (single) – only time

Rauskehrer: Montanara Chor – tief drin im böhmerwald

 

Requiem für Papa

Jetzt ist schon wieder wer gestorben! Mein Vater ist im Jänner verblichen (was für ein Wort)!

Er steht plötzlich da, der Tod und lässt keinen vorbei, ist ganz stumm und leblos wie ein Stein. Es wird ganz kalt, alleine, die Augen starren ins Leere, die Zeit ist der Tod!

Am kommenden Samstag 16.03.2024 wird es keinen Battle geben, mehr so eine Totenmesse. Ich spiele wieder ein paar Lieder fürs Grab, es wird ein Innehalten, ein Stehenbleiben, wir werden alle sterben!

Also ab 22:00 maximum black.

 

Traurige Grüße

MC Randy Andy

Ariadne von Schirach

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 17. März – Vorab erst mal von Schirach. Dieser Name. Da war doch was, abgesehen von dem von uns sehr geschätzten Schriftsteller Ferdinand von Schirach. Genau, der böse Baldur, der zur Zeit des 2. Weltkriegs als Gauleiter von Wien für die Judendeportationen verantwortlich war und der deshalb auch im Nürnberger Prozess verurteilt wurde. Der war ihr Großvater. Als ebenfalls Nachfahr von zumindest angebräunten Ahnen interessierte es mich zunehmend, wie die Kinder und Enkel der damals Verantwortlichen mit ihren Familiengeschichten umgehen. Und da stieß ich auf einen Vortrag von Ariadne von Schirach, in dem sie einen überaus bemerkenswerten Satz prägte: “Martin Heidegger, den wir trotz seiner Angebräuntheit und sehr schlimmer Verfehlungen als klugen Denker achten wollen…”

Ariadne von SchirachUngefähr zur selben Zeit entdeckte der Hase ihr Buch “Du sollst nicht funktionieren” und davon angeregt auch seine Liebe zur Philosophie. Spätestens als er ihr nächstes Werk “Die psychotische Gesellschaft” zu sich genommen (und mir weiter empfohlen) hatte, beschlossen wir, irgendwann einmal unbedingt eine Sendung über diese Denkerin zu machen, die zugleich lebensfroh und verwegen in Erscheinung tritt. Man kann es auch so sagen: Bei ihr wohnen Gefühl und Verstand sehr nah beieinander und kommen wie zwei benachbarte Saiten auf einem Instrument auch gemeinsam in Schwingungen. Diesen Umstand erkennt, ja erspürt man besonders dann, wenn man sie live lesen oder eben vortragen hört. Für die vielen, die das nicht persönlich unmittelbar erleben können, haben wir diese Buchvorstellung aus dem Literaturzentrum Hamburg als Beispiel gewählt. Es geht dabei um ihre jüngste Veröffentlichung “Glücksversuche”, einen Essayband mit dem schönen Untertitel “Von der Kunst, mit seiner Seele zu sprechen.” Die Autorin lädt uns darin ein, ihre Selbstversuche nachzuvollziehen.

Das ist insofern erfrischend, als hier nicht “eine Bescheidwissende” daher ratgebert, wie wir, genau nach Rezept und erstens, zweitens, drittens glücklichere Menschen werden könnten oder gar müssensollen. Stattdessen denkt, spürt und erlebt sie uns hier dar, was für sie zur Entwicklung einer sinnvollen Lebensweise beitragen kann, die nicht in Gehorsamkeit gegenüber was auch immer für Autoritäter*innen, sondern die in eine selbst zu entdeckende, selbst zu erschaffende und selbst zu gestaltende Daseinsform mündet – die noch dazu imstande ist, ihre Ambivalenzen auszuhalten.

Es ist also eine Ansammlung von Angeboten, auf die wir uns einlassen können, sie auszuprobieren oder auch nicht, aus der wir auswählen können, was sich für uns als stimmig anfühlt, was entsprechend sein könnte, was uns neugierig macht, hier und da tiefer einzudringen und (das erinnert mich jetzt an die Kreisky-SPÖ in den 70ern) “ein Stück des Wegs gemeinsam zu gehen.” Nicht zuletzt (und hier schließt sich ein Kreis) habe ich mich in ihre Stimme verliebt, die viel von dem fühlbar macht, was sie mit ihren Gedanken ausdrückt. Fühlen und Denken ergänzen einander vortrefflich.

 

Und überhaupt, einen Ariadnefaden können wir doch alle gut gebrauchen …

 

Querdenker*innen == Beleidigte Leberwürste?

Sendetermin: Dienstag, 5.März 2024 um 20 Uhr auf der Radiofabrik Salzburg

Der Protest der Querdenker*innen, Massnahmengegner*innen und Co wirft immer noch Fragen auf. Wie kommt deren Feindschaft zum „System“ zustande? Das 2022 veröffentlichten Buch „Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus“ von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey stellt die These auf, dass sich diese Feindschaft durch ein übersteigertes Bedürfnis nach individueller Souveränität erklären lässt. Der Protest, der sich daraus ergibt, wird als demokratiegefährdend gesehen.

beleidigte demonstrant*innen

Anhand lobender und kritisierender Rezensionen des Buches zeichnen wir die zentrale These des Buchs nach und diskutieren, was wir davon halten.

Peter Gabriel – i/o (das Album)

> Sondersendung: Artarium vom Sonntag, 10. MärzJa, da schau her, eine Doppelstunde. Warum denn das? Weil Peter Gabriel (nicht der evangelische Pfarrer aus Hallein) ein neues Album herausgebracht hat. Und das ist uns eine Betrachtung wert, die über das übliche Vorstellen und Abspielen desselben hinaus geht. Nicht, dass wir es nicht spielen würden – allerdings erst in der zweiten Stunde, nachdem wir zuvor einige inhaltliche Anregungen aus dem Gabriel’schen Gesamtwerk beleuchten wollen. Über das Album i/o selbst (das bei uns im Dark-Side-Mix stattfinden wird) ist eh schon allerhand Sinnvolles gesagt worden. Über seine eigenartige Entstehung lässt sich auch auf Wikipedia noch einiges erfahren. Dass Peter Gabriel uns sowohl im Artarium als auch bei der Nachtfahrt schon länger begleitet, dürfte bekannt sein.

Peter Gabriel i/o CoverDas erste, was uns aus dem neuen Album ins Auge sprang, war das KI-generierte Video zu “Panopticom”. Allein dieser Begriff und die dazu angestellten Überlegungen aus der wundersamen Welt im Kopf des Erfinders würden längere Studien erfordern. Die Ideen dahinter sind aus einer selbstermächtigenden Umkehrantwort auf jenes im 18. Jahrhundert von Jeremy Bentham erdachte “Panopticon” entstanden, das später als Grundkonzept für die Gefängnisarchitektur diente und als Urstruktur jedweder zentralisierter Überwachung gilt. Dass sich ein ausgewiesener Menschenrechtsaktivist wie Peter Gabriel, immerhin Mitbegründer von Organisationen wie Witness und The Elders, für die Umkehrung oder besser noch Auflösung unterdrückerischer Machtverhältnisse einsetzt, liegt auf der Hand. Dass er uns in seine vielschichtigen Überlegungen dazu, dahinter und noch darüber hinaus einlädt, das ist eine Herausforderung an unsere Phantasie – und erfordert eben ausführlichere “Studien” im Sinn eines Überwindens von überkommenen Vorstellungen, Denkstrukturen und Gefühlsgewohnheiten

Doch wie soll das gehen? Hier kommt die andere Seite von Peter Gabriel ins Spiel, die uns schon immer fasziniert und beeindruckt hat. Und hier tut sich eine mögliche Verbindung zwischen der Innenwelt jedes Einzelnen und der “Welt da draußen” mit all ihren scheinbar so unverrückbaren Gegebenheiten auf. “Sind es die falschen Geschichten, die wir uns kollektiv erzählen?” fragt sich der Biologe und Genetiker Johannes Vogel. Der selbst- und therapieerfahrene Musikkünstler Peter Gabriel hat sich in seinen Arbeiten immer wieder dort hinein versetzt, wo diese entstehen.

In der Psyche von Menschen in Extremsituationen wird deutlich, was da alles aus dem Abgrund des Unbewussten empor steigt, um uns entgegen aller Absichten “fernzusteuern”. Zum Beispiel “Intruder” (1980) oder “Mercy Street” (1986) oder auch “Darkness” (2002)immer wieder lebt sich Peter Gabriel als Protagonist innerseelischer Vorgänge dar, die mit seiner eigenen Gefühlswelt verbunden sind, und das spürt man auch. Jetzt führt er auf “Live and let live” einen neuen Begriff ein – “Forgiveness”, einen Schlüssel zur persönlichen wie auch kollektiven Befreiung.

 

Wie auch immer das gemeint sein sollte, wir wollen es uns genauer anschauen.

 

PS. Mitlesen macht schlau: Die Songtexte zum ganzen Album von Peter Gabriel.

 

Auf der Fährte des …

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. März – Und wieder einmal verbinden wir zweierlei. Unsere gemeinsame Fahrt auf der Fährte des Lebens und das, was wir neuerdings unter unendlichen Möglichkeitsformen als interessante Spuren erschnuppern. Es gibt eine neue Ausstellung inmitten all der bekannten, oft schon verblassten und im “Wind Of Change” verwehten Fundstücke vergangener Expeditionen. “Nein, zurück wollen wir reisen zum Ursprung der Sprache, zu den Quellen der Musik und den Wurzeln der Bilder und Träume.” Machen wir uns also auf den Weg – zu uns selbst und zu dem, was uns Menschen verbindet. Wir zeigen euch, was uns auf dieser Reise begegnet und was wir für lebenswertvoll erachten. Wir stellen unsere Eindrücke als dreistündigen Hörfilm in eure Seelenlandschaft

Auf der Fährte des ...Einige der Entdeckungen, die wir unterwegs gemacht haben, wollen wir euch zur näheren Betrachtung anempfehlen, zumal sie auch in uns so einiges an Denk-, Gefühls- und Wahrnehmungserweiterung über uns selbst und die Welt, in der wir leben, zum Vorschein bringen. Hier sei zuallererst ein Lied von Robert Herbe mit dem Titel “Das Festival ist abgesagt” erwähnt. Haben wir überhaupt auch nur ansatzweise verstanden, was die Zeit der Lähmung während der Corona-Pandemie in unseren Leben angerichtet hat – und wie sehr uns ihre psychischen Spätfolgen immer noch beeinträchtigen? Die unmittelbare Darstellung des Kultur-Lockdowns aus der Sicht des engagierten Lichtbildners erreicht uns heute wie in einer Zeitkapsel konserviert und ermöglicht so eine nachträgliche Neuberechnung unserer tatsächlichen Position. Chapeau! Wir leben und bewegen uns einerseits in uns selbst, entwickeln uns dabei hoffentlich weiter, befinden uns andererseits aber im Austausch mit der Außenwelt.

Auf der Fährte des ...Eine Annäherung an all das, was “da draußen vor sich geht” (und was sich eben auch in den Menschen abspielt) bietet “Agries Meres” von Yannis Paxevanis, mit dem der mannigfach ausgezeichnete Dokumentarfilm AGORA II von Yorgos Avgeropoulos beginnt, hier auf Deutsch (in der ARD-Mediathek):

Wenn die Lüge zur schönen Wahrheit wird
Wenn die Farben in Schwarz versinken
Wenn der Frühling sich wie Winter anfühlt
Wenn das Feuer nicht mehr wärmt

Hart sind die Zeiten

Weitere Annäherungen daran, wie die inneren Bewegungen mit den Zuständen um uns her in Verbindung stehen, stellen noch andere (mehr als nur) Musikprojekte vor: Sampling the World von Arthur Henry, ein ambitionierter Versuch, mit Bildern und Sounds das Gemeinsame von Menschen mit dem Lebensgefühl in ihren jeweiligen Heimatorten einzufangen – und wiederzugeben. Unlängst erschien ein Video mit dem Titel “I remix the people of KYIV” und versetzte uns auf die Fährte seiner Arbeiten, die bezeugen, dass “da draußen” viel mehr Einfühlsame umgehen als wir glauben …

Auf der Fährte des ...So wie auch Yevgeniy Breyger, aus dessen Buch “Frieden ohne Krieg” wir in dieser Nachtfahrt das Gedicht “Streu.Obst” zweistimmig vortragen werden. Unsere Begegnung mit ihm bei seiner Lesung im Literaturhaus hat einen längst überfälligen Kontakt von erlittenen Schrecklichkeiten mit einer tiefen Gefühlswahrnehmung für das Lebendigsein geschlossen. Etwas, wonach wir schon immer und immer wieder suchen, findet sich auf der Fährte des … Alles? Nichts? Lebens? Peter Gabriel hat es in “Live and let live” so formuliert: “Just how much does it have to hurt before you let go the pain? Just how deep does it have to be before you yearn to be free again?” Der Begriff “Forgiveness” muss auf jeden Fall noch näher untersucht werden, was so wie hier damit gemeint ist und inwieweit er sich als Schlüssel zur Befreiung vom erlebten Unrecht eignet (wir werden dem in einem Artarium nachgehen). Eins ist deutlich wahrnehmbar: Es riecht verdächtig nach einem möglichen Ausweg aus der Spirale der Gewalt in und um uns.

Folgen wir dieser Fährte

Every wound can lock you away
You can walk or you can choose to remain
Everyday can pass you by
While you were holding the key

 

lt87-Klimawandel

Das Thema der heutigen Sendung ist natürlich aktuell und wird es leider auch in Zukunft bleiben: Der Klimawandel.

Und dazu gibt es ja eine Menge an Informationen im Internet, in den Medien, bei Vorträgen, Diskussionen und Ausstellungen.

In der Wissenschaft wird sehr viel zu diesem Thema gearbeitet und publiziert. Es gibt auch Organisationen und Einrichtungen, die sich der Wissenschaftskommunikation zu diesem Thema widmen und die wissenschaftlichen Fakten einer breiten Öffentlichkeit verständlich darstellen wollen. Darüber und über weitere Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit diesem Thema werden wir in der Sendung berichten.

Erstausstrahlung: 1.3.2024 18:00 Radiofabrik Salzburg

Nachzuhören unter: https://cba.media/653402