Artarium am Sonntag, 20. September um 17:06 Uhr – Machen wirs kurz: Im Jahr 2025, als wir selbst gerade mit der Produktion unserer dokumentarischen Erzählung “IN BETWEEN. Ein Doppelportrait” beschäftigt waren, geriet ein lieber Kollege, den ich noch aus seiner Salzburger Zeit kenne, in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Mwita Mataro hatte da soeben seinen Film “Austroschwarz” erfolgreich in die Kinos gebracht, dessen Themen und Hinterfragungen vor allem mich selbst zu ein paar Nachforschungen im Kolonialwarengeschäft meiner Vorfahr*innen inspirierte. Und so sollte Kunst unserer Ansicht nach funktionieren, dass sie immer auch Anregungen zu wiederum neuen und eigenen Verbearbeitungen anbietet. So stellen wir euch heute das auf Vinyl bereits erschienene Soloalbum “Austrodrama” von Mwita Mataro vor …
Einige der Songs daraus hat er auf seinem YouTube-Kanal (auch als recht schräge, launige Musikvideos) auch schon vorab veröffentlicht. Die komplette digitale Playlist wird sich dann noch bis zum CD-Release im Oktober Zeit lassen … Wir spielen jedoch bereits heute “das ganze Album”, zumal wir finden, dass es gehört gehört (danke, Wolf Haas). Wir, das sind diesmal Der kleine Ich und Ben-Luca Malzer, der mich auf erfrischendste Weise schon beim Digitalisieren der “Schallplatte” (yes, it’s analogue, so wie damals) mit seiner zeitlosen Hardware unterstützt hat. Was uns sogleich in die klanglichen Finessen des vorliegenden Musikwerks einsteigen lässt. Der Produktion hört man die langjährige Erfahrung des Sängers von At Pavillon im Funkpop Indierock whatever jedenfalls genreverschmelzenden Musikbetrieb deutlich an – und auch sämtliche am Zustandekommen von einem so runden und schillernd vielseitigen “Austrodrama” wie diesem Beteiligten tragen zu seinem Gelungensein bei. Allein die Texte, die ich bemerkenswert finde, könnten da für meinen Geschmack noch deutlicher klingen …
Zum Beispiel “Es begann alles mit Feuer”
Hast du’s kommen geseh’n, kommen geseh’n, kommen geseh’n?
Hör’s auf dir schönzureden, schönzureden, schönzureden
Du weißt, nichts wird, wie’s früher einmal war
Schau mich an, wenn ich mit dir red‘, schau mich an
Die Blumen am Feldrain sind keine Blumen mehr
Sondern bunte Farbflecken, oder viel mehr
Bäume führen einen endlosen Tanz um uns rum
Es begann allеs mit Feuer, dann kam Strom
Es begann allеs mit Feuer
Es dampft aus dem Kopf, aus dem Kopf, aus dem Kopf
Du schaust zum Himmel auf, Himmel auf, Himmel auf
Beobachtest die Wolken, du schaust ihnen nach
Kann sein, dass sie von mir sind? Kann das sein?
Hören wir auf, in Metaphern zu reden
Hören wir auf, in Zahlen zu leben
Du weißt, es begann alles mit Feuer, dann kam Strom
Es begann alles mit Feuer
Mwita Mataro – Austroschwarz in progress

Gelderen, Hugo van / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons






