Folge 7 (20.12.2019) „Weihnachtstexte, alles Lug und Trug?“ zur Diskussion gestellt

Aussagen in der Folge 7:

  • Rund 40.000 ha sind in Österreich verbaut und ungenutzte Industrie- und Gewerbebrachen sowie leerstehende Häuser (Österreichische Hagelversicherung), das entspricht rund 4 mal der Fläche von Innsbruck.
  • Rund 10.000 Wohnungen stehen in Salzburg leer (LH Wilfried Haslauer, SN Interview vom 04.12.2019).
  • Bodenverbrauch in Österreich derzeit rd. 12 ha/Tag (Umweltbundesamt)
  • 99% der Europäer lebt unter einem lichtverschmutzten Himmel, für 60% ist die Milchstraße nicht sichtbar (Helle Not).

Aviv Geffen & Steven Wilson

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 26. Januar – Die Idee zu einer vertiefenden Sendung über das Zusammenwirken der beiden Musiker Aviv Geffen und Steven Wilson kam uns bereits vor zwei Wochen in den Sinn, als unsere Präsentation des ersten Blackfield-Albums von einigen technischen Schwierigkeiten begleitet wurde. Aus der Notwendigkeit, die ersten 10 Minuten lauter Stille (oder Roaring Silence – danke, Manfred Mann), nachträglich mit entsprechendem Inhalt zu füllen, entstand eine interessante Collage über die traumatischen Erfahrungen von Aviv Geffen sowie seine daraus resultierenden Friedensaktivitäten. Was aber verbindet ihn mit Steven Wilson und worin besteht das Momentum ihres gemeinsamen Schaffens? Wo kommen die beiden her? Eine Annäherung in Anekdoten und Klangbeispielen.

Aviv Geffen und Steven Wilson - Kongeniale KollegenBeleuchten wir dazu einmal die Väter dieser zwei Künstler und wie verschieden sie doch sind. Der eine ist Dichter und Liedermacher, war zunächst Offizier in der israelischen Armee und wandte sich danach so radikal der Friedensbewegung zu, dass sein Werk aus einigen Medien des Landes sogar verbannt wurde. Dabei ähnelt Yehonatan Geffens Frühwerk (ganz im Geist der 70er Jahre) den damals in Österreich populären Liedern von Arik Brauer – witzig, verspielt, sozialkritisch. So etwa sein Klassiker “Hatsarich Haze” (hier mit Textübertragung aus dem Hebräischen). Ein Dichter und Dissident also. Durchaus eine Inspiration. Der andere wollte, dass sein Sohn schon als kleines Kind Gitarre lernt, Steven Wilson aber mochte das gar nicht. “Erst” mit 11 Jahren interessierte ihn das Instrument und dessen Klang wieder: Er schrubbelte mit einem Mikrofon an den Saiten entlang und stellte aus diesen Sounds erste übereinander geschichtete Aufnahmen her. Daraufhin baute ihm sein Vater eine Mehrspurmaschine – und gleich auch noch einen Vocoder. Er war nämlich Elektronikingenieur. Auch ein Glück! Wozu das letztendlich (nach gut 30 Jahren) führen sollte, konnte damals keiner wissen. Heute ist es gut zu hören!

Seit 2009 arbeitet sich der multiple Autodidakt nun schon an den progressivsten Alben der 70er und 80er Jahre ab – als ein bis in ultimativste Feinheiten mehr als nur originalgetreu remixender Tontechniker. Seine diesbezügliche Arbeitsweise sowie das Verzeichnis der von ihm bearbeiteten Werke sind höchst beeindruckend. Und wenn ich das grandiose “Würm”, den finalen Part von “Starship Trooper” vom “The Yes Album”, in der Steven-Wilson-Version höre, nein, vielmehr erlebe, dann…

Eure Ohren werden Augen machen!

PS. Naturgemäß noch einmal das legendäre Video zu “The same asylum as before“ von Steven Wilsons Soloalbum “To The Bone” (zudem als Visual auf seiner Tour).

 

Battle&Hum#103

Samstag 18.01.2020 (Stairway zum Nachhören)

Heute graben wir die Toten von letztem Jahr wieder aus und machen das Neue Jahr fresh!

the playlist:

DJ Ridi Mama’s  wilde Horde:

  • 2. Ernst Molden und der Nino aus Wien (unser österreich) – de spur von dein        nokatn fuass im saund
  • 4. Lo-Pan (sasquanaut) – dragline

MC Randy Andy’s Perchten:

„Death is not the end.“ (Bob Dylan)

Mundartcoverversionen

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 19. JanuarDie Erkenntnis, dass sich Lyrik oftmals viel besser im jeweiligen Dialekt “übertragen” lässt als in einer Hoch- oder Schriftsprache, die zieht sich schon seit Jahren durch unser Radiomachen wie ein roter Faden. Speziell bei “Lyrics”, also bei Songtexten, bewirkt die Mundart eine “Übertragung” von Stimmung und Atmosphäre in den heimischen Kulturkontext. Bestes Beispiel hierfür sind die kryptisch surrealen Texte von Bob Dylan, die vielen nach wie vor als (hochsprachlich) unübersetzbar gelten. Ihre Interpretationen durch die zwei Wolfgänge Ambros (auf wienerisch) und Niedecken (auf kölsch) haben seine Songs jedoch schon längst in den deutschsprachigen Gefühlsraum eingepflanzt. So vermitteln “Mundartcoverversionen” zwischen den Kulturen – und zwar unmittelbar.

MundartcoverversionenDieses Bild passt ungemein, soll uns aber nicht in die Irre führen. Ernst Molden & Der Nino aus Wien ergehen sich auf ihrem Album “Unser Österreich” naturgemäß auch in Mundartcoverversionen – halt von eh schon heimischen “Fundstücken des Austropop”. Wir dagegen wollen uns den heimischen Interpreten zuwenden, die aus den Abgründen internationaler (meist englischsprachiger) Musikkunst aufgetauchte Perlen in ihren jeweiligen Regionalsprech überführen. Wie fühlen sich Stücke von Tom Waits, Billy Joel, Michael Jackson, Donovan, Bob Dylan sowie Lou Reed an, wenn sie in einem Wiener, Salzburger oder Vorarlberger Dialekt vorgebracht – und zudem noch musikalisch daran angepasst werden? Eine volkskundliche Studie im Dienste der Aufmerksamkeit frei nach Thomas Oberender: “Hören sie genau hin!”

Wo aber bleiben die * und -innen? Genau – bis jetzt keine einzige Frau, geschweige denn… Um diese Unwucht zu beheben, erweitern wir das ursprüngliche Konzept und präsentieren immerhin EINE Coverversion eines Mundarttitels: Conchita Wurst & Ina Regen mit “Heast as net”, ursprünglich vom salzkammerguten Weltmusikmeister Hubert von Goisern. Die Freibeuter der Heimat und das etwas andere Jodelbiotop. Bei uns spielts eben – und daher stammt auch die Idee zur heutigen Betrachtung – in jeder Hinsicht Granada. Wir sind ein geiles Institut.

 

lt37 – Aurora

Das  Thema dieser Sendung, zu dem mich meine Gastvorlesungen, die ich in Ende Jänner 2020 im hohen Norden, in Finnland  halten werde, inspiriert haben, beschäftigt sich unter anderem mit Himmelslichtern.

De Zauberwelt der Nordlichter, die ich letztes Jahr trotz eines Abstechers nach Lappland nicht als Aurora, sondern vielmehr als besondere Lichterscheinungen, auch am Tag feststellen konnte, wird uns durch die Sendung begleiten. Wir werden in des Sendung der Frage nachgehen, wie / wann / wo entstehen diese spektakulären Himmelserscheinungen und wie wirken sie sich aus. Aber auch andere Himmelserscheinungen werden in der Sendunge behandelt und erklärt.

Und als Musik hören Sie heute  wieder einmal mit Salzburgbezug – von der Straßenmusikantin Anna Kolovsk und dem Straßenmusikanten Aleksander Kolovski die Two Bellows, deren CD ich nach langem Lauschen ihrer Musik direkt am Markartsteg erworben habe.

Sendungstermine: 10.1.2020 16:00

nachzuhören unter: https://cba.fro.at/438709

Hundefüttern schwer gemacht?!

Im Laufe der Zeit wurde uns das Hundefüttern ganz schön schwergemacht. Man fragt sich manchmal wirklich, wie es früher ging, dass Hunde satt wurden und ihr Futter gut vertragen haben. Inzwischen gibt es Legionen von Fertigfutteranbietern mit mehr oder minder wohlklingenden Philosophien dahinter. BARF ist nicht mehr nur BARF, sondern teilt sich in diverse Fraktionen auf, die einander gar nicht grün sind. Hinzu kommen vegetarische und vegane Strömungen und neuerdings auch Hundefutter auf Insektenbasis.

Als HundehalterIn kann man da schon leicht verzweifeln, zumal die eigenen Lager- bzw. Tiefkühlkmöglichkeiten mitunter ebenso begrenzt sind, wie die zeitlichen Kapazitäten.  Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich mag es nicht gerne kompliziert. Und es muss auch gar nicht kompliziert sein, zumindest nicht aus der Sicht meiner beiden GesprächspartnerInnen in der aktuellen Hunderunde.

 

Nachhaltigkeit im Hundenapf

Anke Jobi ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Autorin, Bloggerin und geschätzte Referentin. Ihr Konzept Clean Feeding ist sozusagen „quadratisch, praktisch, gut“ und wurzelt in ihrer eigenen Fütterungsgeschichte. Der Knackpunkt, sich kritisch mit den herkömmlichen Fütterungsansätzen und speziell dem Barfen auseineinanderzusetzen, waren die großen Fleischmengen, die Hunde angeblich brauchen.

Anke Jobi, Cleanfeeding c)anjaauerbach

Dabei weiß man heute, dass Hunde Kohlehydrate im Allgemeinen gut verwerten können und auch gut vertragen. Natürlich nicht alle, ein Blick auf die Herkunft der Rasse lohnt sicht jedenfalls bei der Futterzusammenstellung. Denn Rassen, die aus Gegenden ohne Ackerbau stammen, vertragen Getreide beispielsweise oft nicht so gut. Sie sind sozusagen genetisch nicht darauf vorbereitet.

 

Allesfresser und ABAM

Ihre eigenen Hunde, der fast 13-jährige Parson Russell Terrier Leo und die 7-jährige ungarische Mischlingshündin Lucy, sind dem Vernehmen nach sehr unkomplizierte Fresser und nehmen alles Dargebotene gut an. Wenn ein Hund konsequent sein Futter verweigert, hat das möglicherweise eher gesundheitliche als geschmackliche Gründe und sollte abgeklärt werden, meint die Ernährungsberaterin, die auch ABAM  – „Abstauber bekommen alles mögliche“ nach Tierartz Dr. Rückert – einiges abgewinnen kann.

Auch die Angst vor Kohlehydraten im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen sieht Anke Jobi differenziert. Kohlehydrate lösen keinen Krebs aus, so die Ernährungsberaterin. Hat ein Hund allerdings bereits Tumore, sollte dies natürlich bei der Fütterung berücksichtigt werden.

„Getreide verursacht keinen Krebs“

Den Clean Feeding-Blog gibt es seit 2016 und er ist ein wahrer Fundus an interessanten Informationen rund ums Hundefutter.

Ihr Wissen gibt Frau Jobi außerdem in Form von Artikeln für Hundemagazine wie Partner Hund, DogsToday, SitzPlatzFuss, etc. weiter. Auch Onlinekurse für HundehalterInnen und eine Ausbildung für ErnährungsberaterInnen gibt es bei Clean Feeding.

 

Mitspracherecht für den Hund

Auch für Tina Hillebrand, Tierheilpraktikerin und Tierkommunikatorin, ist Füttern keine komplizierte Angelegenheit. Ihr Zugang lautet: fragen wir doch den Hund selbst.

Tierkommunikation statt Rezeptbuch

Tina Hillebrand, Tiere anders behandeln

Ihrer Erfahrung nach wissen Tiere sehr gut, was ihnen bekommt und was nicht. Und als HundehalterIn darf darf man dem Hund auch gerne die Wahl lassen, mit zu entscheiden, was in seinem Magen landet.

Das gilt im Übrigen nicht nur für das, was tatsächlich im Futternapf landet, sondern auch für alles „Zwischendurch“. Leckerchen, Belohnungshappen und Betthupferl sind letztlich auch Futter und wirken auf die eine oder andere Weise auf den Hund. Auch Kräuter und diverse Nahrungszusätze, deren Nützlichkeit nicht verallgemeinert werden sollte, sind nicht automatisch für jeden Hund gleich sinnvoll.

 

„Futter ist alles, was der Hund frisst.“

Da sie die Schwierigkeiten der HundehalterInnen erkannt hat, bietet Sie einen Selbstlernkurs „Futterklarheit“ an, der die HundehalterInnen mit dem notwendigen Wissen ausstattet. Denn erst wenn wir verstehen was in einem konkreten Produkt enthalten ist, können wir auch Enntscheiden ob wir das für unseren Hund kaufen möchten oder nicht. Dabei geht es um das Verstehen von Futtermitteldeklarationen unabhängig vom Namen des Ernährungskonzeptes.

Ein Rezept, dass Tinas verstorbene Hündin für sich selbst erfunden hat, verrät sie in diesem Blogartikel. https://tiere-anders-behandeln.de/schlemmerkugeln-fuer-deinen-hund/

 

 

 

Servicebox

Jobi Anke
www.clean-feeding.de
www.facebook.com/cleanfeeding/

Tina Hillebrand
tiere-anders-behandeln.de/
www.facebook.com/WegbegleiterinTinaHillebrand/
tiere-anders-behandeln.de/blog/
https://www.facebook.com/groups/TiFiVerhalten/

Selbstlernkurs „Futterklarheit“
Onlinekurs Clean Feeding, Rationsgestaltung

Lesefutter

Anke Jobi, Clean Feeding,

Musik:

Poodle Dog, Gary Floyd Band
Old grey dog, Jimmy Scott

Sendung anhören – Achtung: neuer Sendeplatz

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream am 2. Mittwoch im Monat um 12.06 und am 2. Samstag im Monat um 14:06 Uhr. Alle Sendungen können im Internet nachgehört werden und zwar hier.

Feedback und Kontakt: Karin Immler, www.knowwau.com

Blackfield

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 12. Januar – Es war einmal ein Musiker. Und der war richtig berühmtin Israel. Leider war er auch an jenem 4. November 1995 zugegen, als ein religiös-fundamentalistischer Rechtsextremer (diesen Begriff kann man sich auf der Zunge zergehen lassen) den damaligen Regierungschef Jitzak Rabin ermordete. Das hat unseren Musiker verstört, wie sich gewiss denken lässt. Trotzdem hat er weiter Musik gemacht – und dieses traumatische Erlebnis auch immer wieder in seiner Kunst verarbeitet. Doch nichts ist seitdem wie es vorher war, nicht nur für den Musiker Aviv Geffen, sondern auch für die gesamte Nahostregion sowie für den Weltfrieden an sich. Einige Jahre nach diesem “Incident” gründeten der Frontmann von Porcupine Tree, Steven Wilson und besagter Aviv Geffen ihre Band Blackfield.

BlackfieldDie Musik von Blackfield eignet sich hervorragend zur Untermalung jeder Winterdepression. Oder einfach nur Schwermut, Sehnsucht und all das, was sich als Melancholie verstehen lässt. Dabei schwingt allerdings stets auch die Perspektive des “trotzdem Weitermachens” mit, die hier bereits angeklungen ist. Keine Aufforderung zu Scheißdrauf und Suizid – wiewohl es etwa im Song Cloudy Now heißt: “We are a fucked-up generation!” Nein, vielmehr jene geniale Melange aus Traurigkeit und Freude, die wir als speziell für die jüdische Kultur charakteristisch ansehen. Diese emotional intensive Gleichzeitigkeit von einander eigentlich widerstrebenden Eindrücken erfährt durch die Zusammenarbeit mit dem ausgewiesenen Soundtüftler Steven Wilson eine ungemein dichte Präsenz, hat der als “Prog-Wunderkind” gepriesene Vielschaffende doch schon eine gehörige Anzahl von Alben aus der Blütezeit des Art- und Progressive Rock wiederaufbereitet, von Jethro Tull über King Crimson und Roxy Music bis Yes (um einige der bekannteren Bands zu nennen). Darüber hinaus tritt Steven Dampf in allen Kanälen bei Blackfield auch noch als zweiter Sänger und Gitarrist in Erscheinung, und zwar keinesfalls nur nebenbei. Seine diesbezügliche Herkunft sei durch das über 2-minütige Gitarrensolo aus Time Flies vom Porcupine-Tree-Album The Incident deutlich gemacht. Legendär.

Zur Herkunft von Aviv Geffen möchten wir das Video zur frühen Solo-Version von Cloudy Now (auf hebräisch) empfehlen. Da haben sich jetzt zwei gefunden, die ihre Welten miteinander verschmelzen, dass es gut tut – und weh! Wir spielen daher das erstaunliche Erstlingswerk ihres gemeinsamen Bandprojekts – und freuen uns traurig.

 

Könige – Kings


Könige – Kings ist diesmal das Motto der ersten Tuning Up Sendung im neuen Jahr – passend zum Datum, den 6.1., dem Dreikönigstag.

Die königliche Musik dazu stammt von:
King Henry VIII., Elvis Prelsey, Peter Cornelius, Mozart, Josquin, B.B.King, The Kinks, King Oliver, The Royal Drummers of the Court of Mwami

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/441720.

Number 9

Tuning Up befasst sich in dieser Sendung mit der rätselhaften Zahl 9 und ihren vielfältigen musikalischen Bezügen, wobei hier mehr textliche als rein musikalische Merkmale den Ausschlag geben.

Mit Musik von The Robins, Ludwig van Beethoven, Moon Hooch, Frank Zappa, The Beatles, The Clovers u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.fro.at/438426.