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Malmoe fragt
Malmoe
enthält in der nächsten Nummer einen zweiseitigen Schwerpunkt zum Thema „Zukunft Freier Radios in Österreich“. Nachfolgend meine Antworten.
Hörsturz #2: Video killed the radio Star
Wie FS1 das Fernsehen in Salzburg retten wird (von Alf Altendorf)

(Scribble: Steffi Marquet 2011)
Lesen Sie auch unaufhörlich von der Krise des Fernsehens? Ich tu es. Lesen Sie dauernd vom Kollaps des Radios? Ich tu es nicht. Die Krise des TV ist eine hausgemachte. Kein anderes Medium stand so für Paternalismus wie Fernsehen: Oben in der Anstalt sendete die Macht, es war urteuer, urkompliziert und dem Proporz ausgeliefert. Die Macht redete von Unabhängigkeit, meinte aber Unabhängigkeit von öffentlicher Kontrolle. Was die Masse der Manipulierten dennoch band, war das Wir-Erlebnis: „Hast Du gestern gesehen?“. Ja, hatte man. Gab ja sonst nix.
Die wachsende Vielfalt ab Mitte der 1990er im TV – durch die Sprengung der Monopole und die Demokratisierung der Technologie über billiges Videoequipment – kam für die Flimmerkiste zu spät: Das Netz, anfangs von den mächtigen Medienmachenden als Spielerei von und für Minderheiten belächelt, war nur kurz eine Welt der Meinungen und der Texte – und schnell eines der Bilder: Bilder, die niemand mochte und alle saugten – Pornografie. Und spätestens seit YouTube sendet die Masse ihre eigenen bewegten Bilder.
TV verkommt zum Unterschicht-Phänomen. Das untere Drittel des Digital-Divides ist zu ungebildet zum aktiven Rezipieren über Internet. Kein TV zu besitzen, gilt bei Gebildeten hingegen heute als cool.
Sein Radio entsorgt niemand. Es ist billig, einfach, funktioniert. Radio stand auch nie so im Focus der Macht. OK, bei Goebbels vielleicht. Der moderne Volksempfänger war seit den 1960ern der Fernsehapparat. Wer einwendet, dass ja „Ö3 das Äquivalent zum sozial- demokratischen Umbau Österreichs in den Seventies“ gewesen sei, also revolutionär, muss sich genauso fragen: Warum fällt ähnliches im ORF-TV nie vor? ORF123 ist altbacken wie immer. Und die zuletzt mit Getöse eingeführte Online-Videothek keine Antwort auf den Relevanzverlust. Vielleicht besser so. Wer will noch ein sublimes Verlautbarungsmedium, in dem politische Parteien herumrühren? Spielplatz für den Schauferlkampf von Laura Rudas plus Entourage? Nein, ich nicht.
Für mich gerettet hat das Medium Radio der Aufstieg der Freien Radios. Empfänger sollen zu Sendern werden? Kein Problem, ist Kernkonzept. Internet? Welcome, die Radiofabrik ist genauso Internet-Station und wird laufend online ausgebaut. Relevanzverlust? Aber geh´! Oder glauben Sie allen Ernstes, dass Sie Ausbildung und physische Gemeinschaft mittels E-Learning und digitalem Lagerfeuer beheizen können? Diese Qualitäten sind Off-Line Qualities, und in welche Kanäle diese wirken – analog, digital, neuronal oder in das „Quanten-Radio anno 2050“ – ist nicht unser Problem. Wir werden dort sein.
Anfang 2012 wird mit FS1 das „Erste Freie Fernsehen Salzburgs“ starten. Das dritte Community TV Österreichs, führend initiiert von der Radiofabrik. Und – seien sie gespannt! – wir werden uns einiges einfallen lassen, wie sich Radio und TV ergänzen, pushen, forcen. Und nebenbei wird FS1 das Fernsehen in Salzburg retten. Denn FS1 ist ihr Fernsehen. Von Ihnen. Mit Ihnen. Durch Sie. Und Sie werden sich dafür wieder ein Gerät kaufen.
Erschienen f. den Hörsturz#2 der Radiofabrik
Hörsturz #1: Mehr Sendungsbewusstsein
Über ein starkes Stück Salzburger Rundfunkgeschichte (von Alf Altendorf und Georg Wimmer)
Es war ein Treppenwitz, dass die Radiofabrik bei ihrer Gründung in der Kategorie Neue Medien geführt wurde. Und das 1998, zu einer Zeit, als das Internet zur Eroberung der Welt ansetzte, als das Medium Radio schon im Greisenalter war und Bert Brecht mit seiner Radiotheorie, wonach aus Hörern Produzenten werden sollten, schon ein halbes Jahrhundert lang schalldicht unterm Rasen ruhte. Wirklich neu am Freien Radio war der offene Zugang.
Obwohl sich kaum jemand etwas darunter vorstellen konnte, wurde die Idee, einen Radiosender zur Plattform von medial Unterrepräsentiertem zu machen, in Salzburg erstaunlich effizient umgesetzt. Auf der Radiofabrik senden Alleinerziehende, Arbeitsuchende und Anarchisten, Betagte, Bisexuelle, Bands aus Salzburg, Charismatische, DJs, Esoterisch-Angehauchte, Emanzipierte, Fremdsprachige, Frauen, Globalisierungskritische, Heteros, Interessierte, Jugendliche, Jazzfreunde, Kinder, Kulturstätten und Künstlerinnen, Leidenschaftliche, Literaten und Märchenerzähler, Musikschaffende, Missbrauchte, Neo-Salzburger, Omnipräsente, Operettenfreunde und Postkapitalistische, Progressive, Querulantinnen, Rastafaris und Rockmusikalisch- Versierte, Seniorinnen, Schauspielende, Schwermetallfans, Tier- und Umweltschützer, Unbeugsame, Vinylliebhaber und Volksmusikerinnen ebenso wie Weitgereiste, Yamswurzelessende, Xenophile, Zeitgenossen der Zivilgesellschaft.
Dennoch ist die Radiofabrik mehr als nur Plattform, ihre Tochtergesellschaft MIR (Menschen in den Rundfunk) mauserte sich zum größten Ausbildungszentrum für freie Radio- und TV-ProduzentInnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Lehrredaktion wurde kürzlich mit dem Young European Broadcast Award ausgezeichnet.
Diese Erfolge gründen auch auf der guten finanziellen Basis, die in Salzburg für eine nicht-kommerzielle Medienszene geschaffen wurde. Dank des „Fonds für Alternativ-Medien & Kreativität des Landes Salzburg“ ist nicht nur die Radiofabrik abgesichert. Seinerzeit mit mehrheitlichem Beschluss des Landtags eingeführt, werden inzwischen 50 Prozent der Landesmedienabgabe – also fünf Millionen Euro – in künstlerisch und experimentell orientierte Projekte in den Bereichen Internet, Print, Radio und TV investiert. Neben der Radiofabrik werden vier weitere Freie Sender in den Bezirken zu einem Drittel aus diesem Topf gefördert, ebenso das landesweite Community TV „FS1“. Die Sender holen dafür Mittel in dreifacher Höhe von Bund und Brüssel ins Land.
Initiiert wurde der Fonds durch den Salzburger Bürgermeister David Brenner, der seit dem Wechsel von Heinz Schaden als EU-Kommissar nach Brüssel im Rathaus regiert, und Landeshauptfrau Gerlinde Rogatsch. Rogatsch führt im Chiemseehof die Konzentrationsregierung aus allen Parteien, nachdem Wilfried Haslauer als Vizekanzler der Grün-Schwarzen Koalition nach Wien ging. Salzburg folgte mit dem Fonds der Auflage des Europäischen Gerichtshofs, der die Einhebung der Landesmedienabgabe an Förderpolitik im Kultur und Medienbereich knüpfte. Ein Musterprozess war damals vom Dachverband der Salzburger Kulturstätten und der Radiofabrik angestrengt worden. Salzburg wurde verurteilt, weil es die UNESCO-Konvention zur Unterstützung von Community Medien verletzt hatte.
Genützt hat es allen. Die intensive Zusammenarbeit der Alternativ-Medien mit der Vielzahl an ebenfalls dotierten Film- und Kulturinitiativen, den Hochschulen und Ausbildungsstätten und den kommerziellen Medien hat Salzburg zu einem „Creative Media Hotspot“ gemacht: „Forget Berlin, move on to Salzburg“ ist ein Schlagwort, dem immer mehr Kreative folgen. Die Kombination aus hoher Lebensqualität, lokalen Berufschancen und einem inspirierenden Klima auf der Achse München-Wien erklärt die hohe Dichte an Multimedia-Producern, Kreativ-Agenturen und AVDesignern, die die Stadt bevölkern und für volle Lokale in den Abendstunden sorgt.
Die Freien Radios senden dank des alternativen Medienfonds in allen Teilen des Bundeslandes. Die Studios in Seekirchen, St. Johann, Saalfelden und Tamsweg sind an Kulturvereine angeschlossen und produzieren jeweils bis zu 20 Stunden in der Woche, darüber hinaus übernehmen sie das Mantelprogramm der Radiofabrik. Der offene Zugang genießt hier nach wie vor absoluten Vorrang vor dem Prinzip der „Durchhörbarkeit“. Neue soziale Bewegungen erhalten vom Freien Radio ungebrochene redaktionelle Aufmerksamkeit. Dies war schon in den Anfängen der Radiofabrik bei Protesten von GlobalisierungskritikerInnen rund um das World Economic Forum WEF in Salzburg der Fall. Fortgesetzt wurde die so genannte „Aktionsberichterstattung“ einen Sommer lang bei der Besetzung der Oberndorfer Au, wo UmweltschützerInnen den Bau des dreizehnten Wasserkraftwerkes der Salzburg AG entlang der Salzach verhinderten.
Als im Zuge des letzten MigrantInnen-Streiks die Baustelle des Kapuzinerbergtunnels zwei Wochen lang lahmgelegt wurde, sendete der Freie Rundfunk täglich fünf Stunden vom Ort des Geschehens und moderierte Streitgespräche zwischen Bauleitungen, ArbeiterInnen, Gewerkschaften und Kunstschaffenden, die den Streik mit Performances und Interventionen unterstützten. Die Bilder von den Protesten lieferte das Salzburger Community Fernsehen FS1, das sich vor Kurzem mit einer Reihe von Kulturinitiativen mit audiovisuellem Schwerpunkt als lokaler Mediencluster im leer stehenden ehemaligen ORF-Landesstudio einquartiert hat.
Der öffentlich-Rechtliche Rundfunk produziert nach der Übernahme der Generalintendanz durch Gerhard Zeiler (70) ausschließlich in Wien. Ausgestrahlt werden seine drei Programme für den deutschen Sprachraum aber über Tele 5 aus München, weil es dort günstigere Einkaufskonditionen für Hollywood Filme gibt.
In Salzburg erfreut sich Bert Brechts Radiotheorie seit dem Rückzug des ORF ungeahnter Popularität. So viele HörerInnen wollen selber Radio machen, dass demnächst weitere Frequenzen beantragt werden müssen. Der deutsche Dramatiker wusste: „Wer was zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm daran. Noch schlimmer sind Zuhörer daran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.“ Das kann in Salzburg nicht mehr passieren.
Alf Altendorf ist Geschäftsführer d. Radiofabrik
Georg Wimmer ist Chefredakteur d. Radiofabrik
Hörtipp: Blinde im Blues (Teil 2) – The Sky is Crying Blues Radio
Teil 2 der Sendereihe „Blinde im Blues“ beginnt in in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorbei war es mit arm sein und an der Straßenecke ein paar Dollar verdienen. Jetzt beginnt die Zeit, in der die blinden Musiker, die in der Öffentlichkeit bekannt waren, auch ordentlich davon leben konnten und mitunter Superstarstatus erhielten.
Die Sendung Blinde im Blues (Teil 2) gibt es zum Nachhören auf http://cba.fro.at/42953
Hörtipp: Blinde im Blues (Teil 1) – The Sky is Crying Blues Radio
Die Radiofabrikanten Gerd Hufnagl und Chris Holzer haben als Hommage an das Ohrenblicke-Projekt in ihrer Sendereihe „The Sky is Crying Blues Radio“ ein Special zu Blinden im Blues gestaltet.
Die Sendung „Blinde im Blues“ (Teil 1) gibt es zum Nachhören auf http://cba.fro.at/42467
Radiopreis der Erwachsenenbildung für Ohrenblicke. Radiokunst von Blinden und Sehenden
Die Radiofabrik gewinnt neuerlich den Radiopreis der Erwachsenenbildung. In der Sparte „Experimentelles/Interaktives“ geht der Preis ex aequo an die Ohrenblicke-Redaktion der Radiofabrik sowie an „Im Sumpf“ von FM4.
Aus einer Rekordzahl von 106 Sendungen von 11 Sendern kürte die Jury Anfang November in sieben Kategorien die diesjährigen Sieger beim Radiopreis der Erwachsenenbildung. Die Auszeichnungen gehen diesmal an Ö1, FM4, Radio Orange sowie an die Radiofabrik Salzburg. Die Radiofabrik wird somit zum vierten Mal in Folge mit diesem wichtigen Radiopreis geehrt. In der prämierten Sendung geht es unter anderem um den angeblich korrekten Sprachgebrauch im Umgang mit Blinden und Sehbehinderten sowie um ein Fotoprojekt von Blinden.
„Das ist ein großartiger Erfolg für die die Ohrenblicke-Redaktion und erstklassige Arbeit der Radiofabrik“, freut sich Alf Altendorf, Geschäftsführer von Salzburgs Community Radio. Er erneuert die Forderung nach einem Gebührensplitting auf Landesebene: „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit unserem Partner Land Salzburg, vermissen aber eine finanzielle Beteiligung an unseren Aktivitäten aus der Landesmedienabgabe. Geld, das vorhanden ist, aber nicht in den Medienbereich fließt“. Viel weiter sei der Bund, der im Rahmen des NKRF-Nichtkommerziellen Rundfunkfonds Community Medien immer stärker fördert. Diese Gelder werden aus dem Gebührenanteil des Bundes gespeist. „Eine ähnliche Lösung“, so Altendorf „wünschen wir uns auch für das Bundesland, was Absicherung und Ausbau unserer preisgekrönten Projekte garantieren würde“.
„Das rechnet sich: Wirst Du geschoben, dann ziehe! Wirst Du gezogen, dann schiebe!“ v. Alf Altendorf (Apropos 08/2010)
Grundregeln des Kampfsports – von daher kommen diese Rules – gelten auch im Kommunikationsalltag. Ich werde immer wieder gefragt, warum „Förderungen notwendig sind?“. Meint im Subtext, „man könne sich X sparen, weil bei Y auch gespart werden müsse, und überhaupt Z viel wichtiger sei“.
EINLADUNG zum offenen Redaktions-Starttreffen am Do, 4. März., ab 18.00 Uhr in der Radiofabrik. Jede/r, egal ob blind, sehbehindert oder sehend, ist eingeladen, Teil der Redaktionsgruppe „Ohrenblicke“ zu werden!
Das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden und Sehenden“ möchte die Potentiale von Blinden und Sehenden nutzen.
In diesem integrativen Audioprojekt steht die gemeinsame Gestaltung von Radiosendungen im Vordergrund. In der Radiofabrik in Salzburg, bei Radio Z in Nürnberg und dem Verein Blinde und Kunst e.V. in Köln werden Redaktionsgruppen aufgebaut, die gemeinsam Sendungen & Beiträge gestalten. Die entstandenen Produktionen werden über die Freien Radios in Österreich und Deutschland als auch den projektbegleitenden Weblog verbreitet. Zum Projektabschluss im Herbst 2011 werden die Produktionen auch auf einer Audio-DVD veröffentlicht werden.
Das Projekt „Ohrenblicke“ verfolgt, wie die Freien Radios, einen partizipativen Ansatz, inhaltlich gibt es keine Vorgaben zur Gestaltung der Sendungen. Technische und inhaltliche Betreuung gibt es von Seiten der Radiofabrik. Vorkenntnisse sind für die Mitarbeit am Projekt keine erforderlich, das nötige Know-how wird in begleitenden Workshops vermittelt, die die Mitwirkenden kostenlos besuchen können.
Jede/r, egal ob blind, sehbehindert oder sehend, ist eingeladen, Teil der Redaktionsgruppe „Ohrenblicke“ zu werden!
Über die Produktion von Radiobeiträgen hinaus bietet das Projekt, die Möglichkeit als blinder oder sehbehinderter Mensch zu einem selbstständigen Audioproduzenten zu werden, einen kreativen Umgang mit Technik zu erlernen und künstlerische Ausdrucksformen durch Audioproduktionen zu entdecken.
Im Anschluss sind alle Interessierten im RadioClub, dem monatlichen Stammtisch der Radiofabrik, im ARGEbeisl willkommen!
Die Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg sendet in Salzburg und Umgebung auf den Frequenzen 107,5 & 97,3 MHz (Cablelink 98,6 MHz) Sie versteht sich als Sender mit der größten Meinungsvielfalt in dieser Stadt. Bevorzugt erhalten Menschen und Gruppen Sendeplätze, die in den traditionellen Medien unterrepräsentiert sind. In Bezug auf die Zahl der ehrenamtlichen RadiomacherInnen und die in den letzten Jahren erhaltenen Auszeichnungen zählt die Radiofabrik zu den erfolgreichsten Freien Radios im deutschsprachigen Raum. Die internationale Ausrichtung der Radiofabrik wird durch die Vielzahl der bereits durchgeführten EU-Projekte deutlich.
Kontakt: office@radiofabrik.at, 0662-842961 (Barbara Winkler / Georg Wimmer)
Blinde Menschen hören besser!
Scheinbar sichert das Sehvermögen „allein“ den Zugang zur Welt. Flimmern und flackern doch allerorts die matten Scheiben und schnellen Schnitte. Buntheit regiert…
Sprachlich wird Blindheit oft negativ besetzt: „blind läuft man in die Katastrophe“, ist „mit Blindheit geschlagen“, kaum der Rede wert, es handelte sich nur um „blinden Alarm“. Dagegen wird in Redewendungen wie z.B. „blinder Glaube“, „blinde Liebe“, „blindes Vertrauen“ und dem „blinden Vermögen“ einer Kunst oder Fertigkeit wie z.B. dem Musizieren ein Wissensbereich angesprochen, der jenseits der schlichten kognitiven Rationalität liegt. Nur wenige Menschen haben eine Vorstellung davon wie es ist blind zu sein. Immerhin: Das Schließen des Auges, assoziiert das Blindsein eines jeden in jenem Augenblick. Blindheit ist nicht nur Verlust des Lichtes, sondern auch Chance zur Dunkelheit.
Sehbehinderte Menschen erfahren sowohl in der Berufswahl als auch bei Freizeit- beschäftigungen im Vergleich zu Sehenden starke Einschränkungen. Diese Menschen besitzen jedoch aufgrund ihrer Behinderung meist einen überdurchschnittlich gut ausgeprägten Hörsinn, haben aber selten die Möglichkeit ihre hohen auditiven Fähigkeiten kreativ einzusetzen. Radio ist ein barrierefreies Medium, das von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gleichermaßen genutzt werden kann.