Geboren am 4. Mai

In Tuning Up gibt es diesmal Musik von – und natürlich auch für – am 4. Mai Geborene:
Tauchen Sie ein in die Birthday Party und feiern Sie mit Marianna Martines, Dick Dale, Ron Carter, Guy Warren oder Ivan Wyschnegradsky.

Nachzuhören unter: https://cba.media/776217

The Joshua Tree Album

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 10. Mai – Es war im Jahr 1987 und ich hatte einen der begehrtesten Studentenjobs ergattert, den man damals in Wien kriegen konnte: 2 Monate als Chauffeur und “Mädchen für vieles” bei den Dreharbeiten von Jean-Jaques Annauds Film “The Bear”. Noch dazu im Ausland, wie das früher hieß, wenn es sich um die italienischen Dolomiten handelte. Die “Auslandszulage”, die dabei fällig wurde, bedeutete richtig viel Geld! Davon würde ich, wieder in Wien, ein Jahr lang bequem leben können. Schnitt. Auf dem Weg nach Südtirol begegnete mir in einem Tankstellenshop (ich musste ja zu der Zeit “nicht aufs Geld schauen”, wie man so sagt) eine käuflich zu erwerbende Musikkassette mit dem soeben erst erschienenen Album “The Joshua Tree” von U2. Gesehen. Gekauft. Spontan

The Joshua Tree (Cover Foto)Nochmal Schnitt. Das Album wird seit seinem Erscheinen sowohl von der Kritik wie auch vom Publikum als herausragende Produktion und als für die gesamten 80er Jahre (sound)stilprägend gewürdigt. Und wir haben es bislang in unserer Sendung noch nie in gebührender Weise zu Gehör gebracht. Bis jetzt. Vielleicht trifft es sich ja ganz gut mit dem Umstand, dass U2 es mit Brian Eno und Daniel Lanois gemeinsam vor genau 40 Jahren auf sehr spezielle Weise produziert haben. Auf jeden Fall hat es mich, der ich damals fast schon obsessiv mit der Herstellung von ungewöhnlichen Gefühlssounds auf Sythesizern zu Gange war, gründlich angeregt sowie zu neuen Herangehensweisen inspiriert. So verdanke ich etwa den nach tagelangem Geschussel zuletzt doch noch erfolgreichen Versuchen, diverse klangliche Atmosphären aus “Mothers Of The Disappeared” auf dem Casio CZ-5000 nachzubauen, eine lebenslange Aversion gegen digitale Klangerzeugung.

Jetzt noch ein Schrittin die Gegenwart: Nachdem ich nun in letzter Zeit ein paar jüngere Kolleg*innen (und ihre Arbeiten) kennen gelernt habe, die sich auch heute mit ganz ähnlichem befassen wie ich damals, nämlich mit dem Erschaffen vielschichtiger Soundstrukturen unter Verwendung von klassischen analogen Synthesizern zum Beispiel, möchte ich einige der höchst außergewöhnlich aufbereiteten Stücke aus dem Album “The Joshua Tree” hier auch als “inspiratives Anhörungsmaterial über die Generationen hinweg” weiterempfehlen, allen voran das wunderschöne “Exit”

 

Sehr zum Wohl

 

Vom Fallen zum Fliegen

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 8. Mai – Es gibt zwei Formen menschlicher Bewegung (oder besser Bewegtheit?), bei denen wir “den Boden unter den Füßen verlieren” oder aber “das Gewohnte hinter uns lassen, weil wir bemerken, dass uns Flügel wachsen”. Beiden gemeinsam ist “die etwas (eigentlich sogar sehr) andere Fortbewegung” – nämlich durch die Luft. Der Unterschied zwischen Fliegen und Fallen besteht lediglich in der bewussten Steuerbarkeit. Während das Fallen (hier kommt auch “fallen gelassen werden” ins Spiel) ein passiver Vorgang ist (es passiert uns), wird das Fliegen als eine aktive Handlung begriffen, bei der wir uns entscheiden können, wie und womit wir uns über die Hindernisse erheben und die Distanz zwischen uns und unserem Ziel überwinden. Doch was ist mit dem Landen?

Vom Fallen zum Fliegen„Das Leben ist seinem inneren Wesen nach ein ständiger Schiffbruch. Aber schiffbrüchig sein heißt: nicht ertrinken. Das Gefühl des Schiffbruchs, da es die Wahrheit des Lebens ist, bedeutet schon die Rettung. Und darum glaube ich einzig an die Gedanken Scheiternder.“

José Ortega y Gasset

Mit dem Gefühl, zu fallen (und zwar ins Bodenlose) kenn ich mich aus. Es ist stets verbunden mit dem Gefühl, nicht gehalten und auch nicht aufgefangen zu werden. Dadurch fühlt es sich wie (von jemandem) fallengelassen werden an. In weiterer Folge wie (von jemandem) weggeworfen und in einen Abgrund ohne Aussicht auf Wiederkehr hineingestürzt worden zu sein. Merkt ihr, wie hier das passive Erleiden nach seiner aktiven Verursachung fragt: Wer hat mir das angetan?” Als das Kind ein Kind war, hat es das alles genau so erlebt und empfunden. Doch was ist heute?

Vom Fallen zum FliegenEinschub zwecks Steigerung der Spannung: Wer weiß, was das für ein schöner Regenbogen … und weshalb und seit wann der hier an dem Türmchen neben der Ausfahrt der Garage vom Barmherzigen-Brüder-Spital angebracht ist? Die überraschende Antwort findet sich in dem Buch “ERINNERN STADT VERGESSEN” aus dem Mosaik-Verlag. Und auch in diesem Link

Zwischen dem Fallen und dem Fliegen kommt das Landen. Das Zwischenlanden zunächst. Lange Zeit hat das ehemalige Kind immer dann, wenn es sich im Gefühl des Fallens wiederfand, versucht, aus dieser Bewegung des Abstürzens direkt in eine Bewegung des Fliegens überzugehen. Was soll ich sagen – es war ungeheuer anstrengend, hat letzten Endes nicht funktioniert, und die dabei eingesetzten Mittel haben sich mit der Zeit als ungesund erwiesen. Inzwischen hat es gelernt, bei sich selbst innezuhalten, also dort zu landen, wo das Leben und das Überleben sind.

Vom Fallen zum FliegenUnd von da aus und immer wieder von da aus kann es beginnen, die schier unendlichen Möglichkeiten, die in seiner Lebenskraft, in seiner Lebensweisheit und in seiner alles umfangen wollenden Lebendigkeit schon immer vorhanden waren und vorhanden sind und ja, vorhanden sein werdenvon Grund auf neu und unverbeultauszuprobieren und mit ihnen herum zu spielen, bis es sie gezielt anwenden kann.

Die Unendlichkeit des Lebens in dir selbst. Das ist die Ressource, ohne deren Erschließung kein kompliziertes frühkindliches Trauma “neu verhandelt” werden kann. Und seien wir ehrlich, wir, die wir aus Zivilisationistan kommen, haben das alle. Das Fliegen(können) aber, wie ich es verstehe, das sich aus immer wieder von neuem Gelandetsein ergibt, das hat nichts mit chemisch induziertem Überfliegertum zu tun. Es kann vielmehr sein, dass einem dadurch Flügel wachsen, dass das Herz als zahllose rote Fühler durch die Rippen kommt, um einen Menschen zu berühren.

 

In diesem Sinne

 

lt125-Chernobyl

Chernobyl – 40 Jahre danach

Seit der Reaktorkatastrophe von Chernobyl im Jahre 1986 sind nunmehr schon über 4 Jahrzehnte vergangen. Wir haben die damals ausgetretenen und über die Luft und den Regen verbreiteten radioaktiven Teilchen immer noch messbar und zum Teil in Konzentrationen über dem Grenzwert in unserer Gegend.

In dieser Sendung wollen wir uns nun damit beschäftigen, wie es damals war, wie es heute ist und was wir aus den Erfahrungen lernen können, bzw. wie wir uns schützen können.
Denn die Gefahr von weiteren nuklearen Katastrophen ist gerade heute ja sehr hoch – von Atomkraftwerken im Kriegsgebiet über unsichere Atomreaktoren in Betrieb, Atommüll, bis hin zur Gefahr von Atombomben und deren verheerende Auswirkungen.