Sex & Maschinen – Poesie am Grossrechner (ORF Matrix – 01/2008)

Geschichten über Sexualverhalten mit Technologieeinsatz, von Alf Altendorf (ORF Matrix – 01/2008)

Bronzefarben schimmerte das Haarknäuel durch den Saal. Glitzerte im Licht von Grafiken und Diagrammen, projiziert weit vorne. Weit hinten schlief sie, Gesicht auf das Buch, versteckt in einem Farbrausch aus Haar. Ich war verliebt. Weiterlesen

No Future (5/2007, Beitrag „Generation Sexkoffer“)

(Beitrag „Generation Sexkoffer“ – 2007, Löcker Verlag)

No Future“. Wer dabei an den Punk-Slogan denkt, liegt falsch. Oder auch nicht. „No Future“ stand in riesigen Lettern auf dem Poster an der Wand. Kein Wunder, dass sich meine Eltern Sorgen machten. Wahrscheinlich wäre es OK gewesen, wenn es ein Punk-PinUp gewesen wäre. Mit einem greinenden Johnny Rotten,  oder – besser – den gitarreschwingenden Clash. Die ich alle erst später zu hören angefangen habe.

Mit jungen Leuten mit wilden Frisuren, in dreckigen Klamotten. Die „dir den Finger zeigen“. Irgendeiner der unvermeidlichen Musikfanposter, den pubertierende, protestierende Jugendliche an Wände pappen.

Damit hätte ich bestenfalls meinen rechtsnationalen Grossvater provozieren können. Für den sowieso alles mit Schlagzeug „Negermusik – Getrommle“ war. Nur: provozieren wollte ich nicht. Eher Pessimismus plakatieren. Bewältigen. Irgendwie so. Weiterlesen

„Sex & Maschinen – Stalking“ (ORF Matrix 02/2007)

(Erschienen in ORF Matix 02/2007)

Die Mailbox Ihres Mobiltelefons ist voll. Der SMS-Speicher sowieso. Sie werden ständig angerufen, gehen aber nicht mehr rann. Sie schalten ab. Ruhe.  An ihrer Wohnungsglocke wird Sturm geläutet. Sie unterbrechen mit dem Schraubenzieher den Saft für das Ding. Sie schauen aus dem Fenster. Ein Ihnen bekanntes Auto parkt vor Ihrer Tür. Eine Ihnen wohlbekannte Gestalt hängt drinnen ab. Sie ziehen die Vorhänge zu. Drehen den Fernseher an. Den Laptop auf. Weiterlesen

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Zum Abpfeifen (Malmoe 33, 2006)

Das Match der Netzkultur-Fördermodelle: Wie schlägt sich der Wiener Ansatz gegen England und Schweden? Ein Blick über den Spielfeldrand. (Malmoe 33, 2006)

Während die Ball-WM zu Ende ist und neue Rekorde an Fouls, gelben Karten und Ausschlüssen eingefahren hat, geht ein anderes Spiel munter in die Verlängerung: Seit 2005 prügelt sich die Wiener Netzkultur-Szene unter dem Titel „netznetz“ selbstverwaltet um knappe fünfhunderttausend Euro Fördergeld. Weiterlesen

„Sex, Drugs, Perlscripts – die Party ist vorbei“ (Malmoe, 11/2004)

(Erschienen in Malmoe 22, 11/2004)

Netzkultur: Utopien bröckeln, Zeit für Fragen

Der TechWestern Internet pustete Anfang 1990 Medienkunst ins Zentrum von Innovation. Kondensation: neue Disziplin Netzkunst. Netzkünstler*innen, Freibeuter in Skills & Improvisation (DER Traum jedes IT-Jobprofilings), prägten maßgeblich die neue “cultural-rooted” Info-Elite als Systemarchitekten. Das war neu. Kunst als R&D-Division. Outsourced. Weiterlesen