Unkus letzter Tanz.

Eines Tages begegnete dem schönen Zigeunermädchen eine Dichterin, und sie sprach es freundlich an. Das Mädchen gewann Zutrauen zu der fremden Frau; bald hatte es sich mitten in ihr Herz getanzt. Und nun konnte die Dichterin gar nicht anders, als ein Buch über Unku zu schreiben. So entstand das Kinderbuch „Ede und Unku“.*

* Alex Wedding: Ede und Unku. Malik-Verlag: Berlin 1931. Alex Wedding ist das Pseudonym von Grete Weiskopf. Sie war Jüdin und Kommunistin. „Ede und Unku“, ein „proletarischer Kinderroman“, war ihr erstes Kinderbuch. Die handelnen Personen sind identisch. Erna Lauenburger, genannt Unku, und die Sintifamilie, der sie angehörte, lebten damals auf einem Wohnwagenplatz in Berlin.

Erna Lauenburger lebte ab Mitte der dreißiger Jahre im sogenannten Zigeuner-Gemeinschaftslager in Magdeburg. Was ist mit ihr geschehen? Eine Spurensuche von Jörg Depta.

Das Feature ist eine Produktion von Radio Corax im Rahmen des Projekts “Niemals Vergessen”. Gestaltung: Jörg Depta

Das Feature wird erstmalig in der Sendung “Niemals Vergessen! Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Eine Spurensuche in Halle/S., Magdeburg und Nordhausen.” bei Radio Corax 95,9 mhz am Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 17:00 Uhr, ausgestrahlt.

Das Leid des Franz Rosenbach und die deutschen Wunderwaffen

Der Sinto Franz Rosenbach wurde während der Zeit des Nationalsozialismus in verschiedene  Konzentrationslager verschleppt. So auch in das Konzentrationslager Mittelbau Dora am Rande der Stadt Nordhausen. In einem gigantischem unterirdischem Stollensystem wurden hier die sogenannten deutschen Wunderwaffen, die V1 und die V2 gebaut. 20000 Häftlinge starben dabei. Franz Rosenbach überlebte die Arbeit. Und er überlebte auch den mörderischen Todesmarsch am Ende des Krieges durch den Harz.

Nach dem Krieg weigerte sich die Bundesrepublik Deutschland über 40 Jahre, ihm die deutsche Staatsbürgerschaft anzuerkennen. Auch eine Entschädigung für die Zwangsarbeit in Dora bekam er nicht.

Das Feature über Franz Rosenbach und das Konzentrationslager Mittelbau Dora ist eine Radio Corax-Produktion im Rahmen des Projektes „Niemals Vergessen“. Gestaltung: Jörg Depta

Das Verschwinden der Sinti und Roma aus der Stadt Halle/S.

Am 03. März 1943 wurden die letzten noch lebenden Sinti und Roma aus dem Zigeunersammellager in Halle/S. in das Zigeunerlager nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Keiner von ihnen kam je von dort zurück.

Jörg Depta begab sich auf die Spurensuche in der Stadt Halle/S., in der kein Denkmal, kein Gedenkstein, keine Ausstellung an das Schicksal der Sinti und Roma der Stadt in der Zeit von 1933 – 1945 erinnert.

Das Feature ist eine Produktion von Radio Corax im Rahmen des Projekts „Niemals Vergessen“. Gestaltung: Jörg Depta

Das Feature wird erstmalig in der Sendung „Niemals Vergessen! Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Eine Spurensuche in Halle/S., Magdeburg und Nordhausen.“ bei Radio Corax 95,9 mhz am Donnerstag, den 11. Juni 2009 um 17:00 Uhr, ausgestrahlt.

Antiziganismus. Geschichte, Kontinuitäten, Ursachen

Antiziganismus ist in Europa weit verbreitet. In nahezu allen Staaten werden Menschen als „Zigeuner“ diskriminiert und teilweise verfolgt. Außerdem scheint es unmöglich zu sein, eine Beschreibung von Sinti und Roma jenseits romantisierender oder ablehnender Stereotype zu finden. Antiziganismus existiert in verschiedenen Formen seit über 500 Jahren und hat sein Vernichtungspotential im nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma offenbart. Auf diesen Zustand trifft eine auffällige Leerstelle politischer und theoretischer Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht.

Andreas March hat über Geschichte, Kontinuitäten und Ursachen des Antiziganismus mit Kathrin Herold gesprochen. Sie ist Mitherausgeberin des Buches „Antiziganistische Zustände. Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments“.

64 Jahre Befreiung des KZ Dora-Mittelbau

Am 9. April jährte sich zum 64. Mal die Befreiung des KZ Dora-Mittelbau. Während Buchenwald fast alle kennen, ist das KZ Dora-Mittelbau bis heute weitgehend unbekannt. Obwohl dort in der größten unterirdischen Rüstungsfabrik die „Wunderwaffen“ V1 und V2 gebaut wurden.
Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Dora Mittelbau Dr. Jens-Christian Wagner im Gespräch mit Jörg Depta.

Die Verfolgung der Sinti und Roma

Die 1936 gegründete Rassenhygienische Forschungsstelle war die zentrale nationalsozialistische Ausforschungsinstitution zur sogenannten „Zigeuner-“ und „Asozialenfrage“. In ihr sollte „wissenschaftlich“ bewiesen werden, dass Roma nicht aufgrund äußerer Lebensumstände „asozial“ wären, sondern dass dies vererbbar ist. Deshalb sollten die Betroffenen  in Arbeitslager gesperrt und zwangssterilisiert werden. In der Rassenhygienischen Forschungsstelle wurde neben medizinischen Untersuchung auch „Ahnenforschung“ betrieben. Man wollte nachweisen, dass die Roma vorwiegend „Mischlinge“ seien, die aus Ehen mit ‚Asozialen‘ und ‚Kriminellen‘ hervorgingen. Welche Bedeutung diese Rassenhygienische Forschungsstelle nun genau für die Deportationen und die Vernichtung hatte, dazu Radio CORAX mit dem Oberarchivrat Dr. Martin Luchterhandt vom Landesarchiv in Berlin.

[lang_en]Civilmedia is European "best practice" [/lang_en]

[lang_en]Civilmedia was the only Austrian project invited to the „Conference on Creativity and Innovation – Best practice from European Union programmes“ in Brussels in March.

We were able to present the concept of our  „UnConference Civilmedia“ at the exhibition in parallel.

A great success, that (hopefully) will make it easier to get funding for Civilmedia 09, which is scheduled for Nov. 5 – 7.

More info on the Brussel’s conference[/lang_en]

Sinti und Roma – Telefoninterview mit Historikerin Dr. Karola Fings

Eine große Bedeutung für die Verfolgung der Sinti und Roma hatte die 1936 gegründete Rassenhygienische Forschungsstelle. Die Rassenhygienische Forschungsstelle war die zentrale nationalsozialistische Ausforschungsinstitution zur sogenannten „Zigeuner-“ und „Asozialenfrage“. In ihr sollte „wissenschaftlich“ bewiesen werden, dass Roma nicht aufgrund äußerer Lebensumstände „asozial“ wären, sondern dass dies vererbbar ist. Deshalb sollten sie in Arbeitslager gesperrt und zwangssterilisiert werden. In der Rassenhygienischen Forschungsstelle wurde neben medizinischen Untersuchung auch „Ahnenforschung“ betrieben. D.h. in welchen Verwandschaftsverhältnissen die Sinti und Roma zueinander stehen. Man wollte nachweisen, dass die Roma vorwiegend „Mischlinge“ seien, die aus Ehen mit Asozialen und Kriminellen hervorgingen. Der Leiter der „Forschungsstelle“ Ritter vertrat die Meinung dass sie minderwertiges Erbgut in sich trügen, daher asozial, arbeitsscheu und primitiv seien. Sie stellten eine Klassifizierung von „Vollzigeunern“ und „Zigeunermischlingen“ auf. Die Arbeiten ´der Forschungsstelle hatten allerdings mit Wissenschaft nicht das geringste zu tun. Die Ergebnisse dienten politischen Zwecken und waren zusammen mit der systematischen Erfassung die Grundlagen für die Vernichtung Hunderttausender europäischer Roma und Sinti. Welche Bedeutung diese Rassenhygienische Forschungsstelle nun genau für die Deportationen und die Vernichtung hatte, dazu ein Interview mit der Historikerin Dr. Karola Fings. Sie ist stellvertretende Leiterin des NS-Dokumentationszentrums in Köln und hat den Einfluss der Forschungsstelle auf die Entscheidungspraxis in Köln und in anderen Orten des Rheinlandes untersucht.

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=26815