Ein Date mit Lust Laune Leidenschaft

Die die heutige fünfte Ausgabe von Lust Laune Leidenschaft beschäftigt sich mit dem Phänomen um zu einer zwischenmenschlichen Beziehung zu gelangen: Dem Date – oder der Verabredung.

Um schlimmere Peinlichkeiten bei einem Date zu vermeiden, hört ihr heute die schlimmsten Fehler, die man beim ersten Date begehen kann. Ist das Date dann ohne größere Probleme gelaufen, dann stellt sich immer noch die Frage wer bezahlt? – Um dieses kleine Dilemma zu lösen gibt’s einen kleinen Knigge-Einblick in dieser Stunde. Und wenn man sich vielleicht sogar zu einem zweiten Date verabreden möchte, dann doch einmal etwas nicht so alltägliches. Tipps für die aufregendsten Dates sollen eure Phantasie in Sachen ausgefallener Date-Ideen anregen.

Also wenn ihr Lust auf aufregende Verabredungen habt, die Laune verspürt einmal einfach jemanden auf der Straße auf einen Kaffee einzuladen oder eine Leidenschaft für meine Sendung hegt, dann schaltet heute um 20 Uhr ein!

Eure Stefanie

„Das rechnet sich: Wirst Du geschoben, dann ziehe! Wirst Du gezogen, dann schiebe!“ v. Alf Altendorf (Apropos 08/2010)

Grundregeln des Kampfsports – von daher kommen diese Rules – gelten auch im Kommunikationsalltag. Ich werde immer wieder gefragt, warum „Förderungen notwendig sind?“. Meint im Subtext, „man könne sich X sparen, weil bei Y auch gespart werden müsse, und überhaupt Z viel wichtiger sei“.

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OCBoddity 168 (26.07.2010)

Die 168. Ausgabe von OCBoddity räumt älteren Semestern in der Musikbranche Zeit ein, ihren derzeitigen Ansatz zu illustrieren: Prince auf der Suche nach 80er-Jahre-Sound, Sheryl Crow auf der Suche nach dem Blues, Sting auf der Suche nach Inspiration durch Philharmoinie, Peter Gabriel auf der Suche nach Stille, Paul Weller, der alles gefunden zu haben scheint, und Tom Petty, der nicht wirklich nach Neuem suchen muss! Die Schlaglichter dazu kommen von Jonsi, !!! und Interpol! OCBoddity168 – da ist für jeden `was dabei!

PLAYLIST
Jonsi, Animal Arithmetic
Prince, Compassion
!!!, Wannagain Wannagain
Paul Weller, Find The Torch Burn The Plans
Interpol, Barricade
Crowded House, Archer’s Arrow
Sheryl Crow, Our Love Is Fading
Sting, Next To You
Peter Gabriel, My Body Is A Cage
The Black Keys, Next Girl
Tom Petty & The Heartbreakers, Running Man’s Bible
Joe Henry, The Man I Keep Hid

Und wer’s hören will … klickt hier

Warum denn in die Ferne schweifen? FNTOME am 25.07.10


Warum denn in die Ferne schweifen?
Mit allem Guten, das nahe liegt beschäftigt sich das steirische Label Pumpkin Records. Heimat, Volkslied, Lyrik, Tradition. Befreit von Humpadumpa Nationalismus, Edelweiß Scheiß und „Wir Gmiadlichn Österreicher“-Romantik.
4 Sampler stellt euch die schöne Frau Nowak vor, mit Namen wie Binder & Kriegelstein, Laokoongruppe, dem Ersten Wiener Heimorgelorchester auf der einen, Schubert, der Bundeshymne und Walther von der Vogelweide auf der anderen Seite. Und mit Roedelius kommt auch ein lebendiger Deutscher ins Spiel.

Frau Nowaks Transorientalischer Musikexpress zum Thema „Warum denn in die Ferne Schweifen? – Das steirische Label Pumpkin Records“
Wann?…So, 25.07.2010 um 21 Uhr
Wo?…..www.radiofabrik.at

Why go far when good is near? – The Styrian Label Pumpkin Records:

Homeland, Poetry, Tradition, Folksongs…….bad words? But good music.

Sunday, July 25, 2010, 9 p.m.
oninestream on: www.radiofabrik.at

OCB’s Radiofabrik-Album der Woche: “Exile On Main St.“ von The Rolling Stones

1972 war ein gutes Jahr für die Rockgeschichte. Die Depression des Beatles-Aus war überwunden, der Glam-Rock verkleisterte die Hitparaden mit schrillen Farben, The Grateful Dead eroberten Europa und die Zukunft des Genres konnte Newcomern à la David Bowie und Elton John überlassen werden. Einzig die Rolling Stones wollten sich noch nicht zu Grabe tragen lassen, wenngleich vieles für ihr Endes sprach: Von den englischen Steuerbehörden gejagt mussten sie das Land verlassen, mieteten sich an der Cote D’Azur in das heruntergekommene Schloss Nellcote – wo 30 Jahre davor die Gestapo hauste – ein. Dort fühlten sich alle so unwohl, dass Mick Jagger als Jungehemann lieber die Welt des Glamour suchte, Keith Richards seinen Kummer in steigendem Heroinkonsum tauchte und Bill Wyman Nellcote überhaupt bestmöglich mied. Zudem stand die Band nach der Trennung von Manager Allen Klein vor einer ungewissen Zukunft.
Doch das Chaos gebar einen Meilenstein der Rockgeschichte. „Exile On Main St.“ erblickte im Frühjahr 72 das Licht der Welt, trug ein grässliches Cover, bot keinen Hit, hatte als Doppelalbum schon den Makel der Überlänge aufgedruckt und wurde folglich von Kritik und Publikum nur sehr verhalten aufgenommen. Erst allmählich drang die aufregende Mischung aus Rock, Blues, R’n’B, Soul und Psychodelic zu ihren Hörern durch. Auf etlichen Aufnahmen sind die feuchten Keller von Nellcote – in den kaum ein ganzer Track aufgenommen werden konnte, weil kein Saiteninstrument die Stimmung über vier Minuten halten konnte – spürbar. Richards schlampige Gitarre wird von der Genialität Mick Taylors aufgefangen: so gut sollte das später nie wieder funktionieren. Nicky Hopkins (Piano), Bobby Keys (Sax) und Jim Price (Trompete) waren längst schon Mitglieder der Stones-Familie und konnten etlichen Songs Farbe und Dichte verleihen. Und Jaggers alkoholdurchtränkte Stimme tut das Ihre dazu!
„Exile On Main St.“ knarzt, kracht, rumpelt und rockt auch rund 40 Jahre später und mit der Neuveröffentlichung in diesem Jahr ist es gelungen, den Charakter des Albums zu erhalten. Das ist löblich und was dem Doppelalbum 1972 verwehrt blieb, erreichte die Doppel-CD 2010 – auf CD 2 findet sich bislang Unveröffentlichtes – binnen weniger Wochen: die Spitze der britischen Album-Charts!
Anlässlich seiner Neuveröffentlichung präsentiert „Hörenswert – Das Radiofabrik-Album der Woche“ einen echten Klassiker, ein Highlight der Rockgeschichte: The Rolling Stones, „Exile On Main St.“!


PLAYLIST

Rocks Off
Rip This Joint
Shake Your Hips
Tumbling Dice
Sweet Virginia
Torn & Frayed
Sweet Black Angel
Loving Cup
Happy
Ventilator Blues
I Just Wanna See His Face
Let It Loose
All Down The Line
Stop Breaking Down
Shine A Light

Ausgelassene Songs
Casino Boogie
Turd On The Run
Soul Survivor

Und wer nachhören will, klickt hier.

Blinde Performance – Die Sängerin Leslie Mader im Portrait (Blinde und Kunst e.V.: 2. Sendung)

Arne Siebert stellt in seiner Sendung die blinde Sängerin Leslie Mader und ihr Programm „Der Spiegel meiner Seele“ vor.

Leslie Mader’s Markenzeichen ist ihre sehr filigrane und ausdrucksstarke Stimme. Ihr großes Repertoire reicht von amerikanischen Folksongs über Musicalstücke bis hin zu Arien und  Kunstliedern, die sie zu Klavierbegleitung interpretiert. Darüber hinaus wirkt sie maßgeblich in vielen Tanztheaterproduktionen und Tanzperformances mit. Zu Wort kommen neben der Künstlerin ihre Musiker und ihr Choreograph und viele Besucher eines Konzertes im Rahmen des Sommerblut-Festivals im Mai 2010 in Köln.

Eine Sendung von Blinde & Kunst e.V. im Rahmen von “Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden & Sehenden”.

ARS PUBLICA II – Jedermann’s Sexperience

Eine SALZBURGER SELBSTBEFRIEDIGUNG zwischen öffentlicher Erregung und verklemmter Wichserei. Die Festspiele, ein Reibebaum und Perlen vor die Säue… Live-Radiosendung vom Sonntag, 25. 7. hier zum Wiederhören und sich runter holen!

„Onanieren passiert, mit Pariser vögeln passiert, aber diese Leute onanieren mit Parisern.

Das untrüglichste Zeichen, dass etwas nicht Kunst ist oder jemand Kunst nicht versteht, ist Langeweile. Sie ist so heftig wie andernfalls das Vergnügen.

Die Kunst sollte ein Mittel der Erziehung sein, aber ihr Zweck sei das Vergnügen.“ (Berthold Brecht)

In diesem Sinne stürzen wir uns sexperimentell neugierig in ein Kunnstbiotop voll feuchtfröhlicher Queerverweise –  zwischen Masturbation und Marktwirtschaft.

Am Sonntag, dem 25. Juli 2010 feiern die Salzburger Festspiele sich selbst, 90jährig und mit Premiere des „neuen“ ewig vorgestrigen Jedermann. Und wieder spielen sie ungestört ihr uraltes Spiel im Zeichen des geldejakulierenden Phallus Prallus, holen sich auf der Bühne und vor den Kameras einen nach dem anderen herunter und verkleben uns so mit ihrem Kalten-Bauern-Theater die Wirklichkeit.

Denen sollte man das Wichsen wieder verbieten! Zumindest zum Schutz des eigenen Geschmacks vor der aufdringlichen Penetranz ihres pseudointellektuellen Kunst-Imperialismus. Sich von denen was vorwedeln lassen, kann den Selbstspaß verderben. Wo von denen gehobelt wird, da fallen ganze Spanferkel reihenweise vor Schreck vom Spieß. Und selbst der Roßapfel fällt denen auch nicht mehr weit vom Dirigentenstamm.

Dabei haben wir in dieser Stadt selbst allerhand ausgeprägte Künstlerpersönlichkeiten, die allesamt faszinierend mit der EigenArt des Selbstfriedens herumspielen. Sprachvirtuosen auf der doppeldeutigen Ejakulele, Wandbildnerinnen für hintersinnige Vaginalskulpturen, Penisschnitzer, Pornografiker und SpermArtisten. Erbsenkneterinnen und Wichsbolde authentischer Lebens- und Selbstbewältigungskunst inmitten von Menschenauflauf, Mozartorgien und Musenfickfack.

Zum Beweis und Schluss noch ein schönes BeiSpiel: SpermArt99 zweier anonymer Salzburger SpritzBildner. Wenn schon künstlerische Selbstbefriedigung, dann von mir aus – durchaus – unverblümt und unverstellt! 600 Millionen Exemplare des Homo Potenzialis als ein Zeichen der Hoffnung…

 

Papa Joe’s Garage mit Mary Lamaro (Ausgabe vom 15. Juli 2010)

Die in Wien lebende Sängerin ist ein absoluter Hörgenuss. Egal ob sie alleine mit ihrer Gitarre in einem Club auftritt oder als Frontfrau der MARY BROADCAST BAND auf der Bühne steht – sie beeindruckt mit ihrer Stimme und ihrer Musik. Da hört man Blues und Soul, Rock und Funk auf mitreißende Art vermischt.

Mary Lamaro hat ihr Leben bedingungslos der Musik verschrieben. Stimme, Feeling und Power dazu hat sie mehr als genug. Mit einem Wort – hörenswert.

Papa Joe’s Garage entstand im Rahmen des Projektes „Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden & Sehenden“, mehr auf ohrenblicke.eu.

ARS PUBLICA I – Hinterholzer’s Kai

Kunst im öffentlichen Raum, Verschönerungsaktion, Reprivatisierung der Randzone, Gestaltung einer Stadt-Landschaft, gesellschaftspolitische Anregung?

Wolfgang Hinterholzers selbstbestimmtes Schaffen unter der Salzburger Staatsbrücke beschäftigt mittlerweile die Medien und die Stadtpolitik. SN-Debatte

Eine Irritation im Irrgarten der Interessen…

Bei aller Aufregung – wer ist eigentlich der Mensch hinter den Blumenbeeten und Vogelhäuschen? Was bewegt ihn bei der Darstellung seiner speziellen Phantasiewelten? Wie fühlt es sich an in seiner Nähe und was will er uns mitteilen, indem er sein öffentliches Arbeiten mit uns teilt?

Ein Artarium am Schauplatz des Salzburger „Kleine-Welt-Theaters“ im Zentrum der alljährlichen Festspiel-Neurosen. Die ortsüblichen Ein- und Widersprüche der überforderten „Obrigkeiten“ im Spannungsfeld zwischen Ordnertum und Platzanweiserei.

Der Künstler selbst erzählt im Interview von der Entstehung dieses dialogischen Work in Progress und verwundert sich gemeinsam mit uns über die unbeholfen visionsarme Kulturpolitik dieser kleingeistigen „Kunstmetropole“. Und wir erspüren das diesjährige Sommerthema ARS PUBLICA – eigeninitiative öffentliche Kunst ohne Auftrag und Verwertungszweck, von Gestaltungsgärten über Grafittiwände und Straßenmusikanten bis hin zu – ja, was kunnst du heuer noch so alles machen?

Musik: Das Geile Institut, Querschläger, Früchte des Zorns, Konstantin Wecker, Christoph & Lollo.

Text: Uwe Dick „Der Öd“, Marcello Da Forno & Norbert K.Hund „Schatten der Mozartkugel“ (1994) und „KunnstJunge“ (mit LHStv. David Brenner 2009)  Sendungsdownload

The National Live in Dachau

Keine Macht dem Hochglanz!
Mit dem Aufstieg einer geschätzten Band ist das so eine Sache. Zum einen gönnt man ihr Erfolg und Ansehen, zum anderen ist zu fürchten, dass der Eintritt in die Hochglanz-Popwelt ihren Tribut fordert und Anpassung und Lieblichkeit die zuvor prägenden Kanten abwetzt. Das Konzert am Mittwoch (14.7.) beim Dachauer Musiksommer hat bewiesen, dass derartige Ängste bei der New Yorker Indie-Rock-Kombo The National unbegründet sind.

„High Violet“, das aktuelle Album der Band, erklomm in ungeahnter Weise die Albumcharts auf beiden Seiten des Atlantiks. Hochglanz-Videos, Fernsehauftritte und ein via YouTube weltweit übertragenes Konzert folgten. Doch live – und anscheinend besonders gerne am Rathausplatz im Bayerischen Dachau, den sie schon vor zwei Jahren im Rahmen des hiesigen Musiksommers bespielten – lassen The National die vordergründig polierte Fassade fallen und tun, wofür sie von den heuer zahlreich erschienenen Fans geliebt werden: Sie zelebrieren Indie-Rock auf höchstem Niveau.

Im Mittelpunkt des Geschehens: der Sänger und Texter Matt Berninger. Er steht im Bühnenzentrum steht, verloren wirkt er, wenn er seine Zeilen singt, murmelt und keucht. Seine oftmals düsteren Worte stehen in einem spürbaren Spannungsfeld, aus dem er selbst kaum zu entkommen und doch jeden Moment zu explodieren scheint. Bisweilen jedoch zeigt sich Berninger an diesem Abend gelöst, scherzt mit dem Publikum und wagt sogar einen Ausflug in die Menge, um dann vor dem Erklimmen des Laternenmasts mit den Worten „This doesn’t work with me!“ zurückzuschrecken.

Hinter seinem warmen, sonoren Bariton bauen die Gebrüder Dessner und Devendorf kaskaden-artige Songs von greifbarer Dichte auf. Dem intim anmutenden Konglomerat aus hypnotischen Gitarren-Arpeggios und dezenten Bass-Grooves entspringen ein immer kräftiger werdender Beat, eine kreischende Bratsche und deftige Bläsereinsätze, die besonders den Nummern aus jüngerer Zeit ihren Stempel aufdrücken: Songs von schmerzvoller Schönheit entstehen, aus denen das verzweifelte Schreien Berningers einen Ausweg andeutet: „I’ll explain everything to the Geeks!“
Der Schwere des Stoffs wird energiegeladenes Musizieren und erfrischende Spielfreude entgegengesetzt. Highlights wie „Secret Meeting“, „England“, „Fake Empire“ oder „Afraid of Everyone“ ziehen das Publikum ganz dicht an sich heran und scheinen es erst mit einem finalen Kraftakt wieder wegzustoßen. So verschmilzt die bestens auf einander eingespielte Formation zu einem Gesamtwerk, dessen greifbar authentisches Auftreten die Befürchtungen einer der Popbranche geschuldete Hochglanz-Unterkühltheit vertreibt. Dafür spendet das begeisterte Publikum jubelnden Beifall und entlässt The National nur ungern in die gewittrige Sommernacht.

OCB

Dieser Text ist kürzlich erschienen in der Salzburger Kultur-Tageszeitung im Internet DrehPunktKultur.