Magazin um 5: Neues Kursprogramm der Sommerakademie Salzburg

Das Magazin um 5 live aus der Radiofabrik. Am Dienstag, den 21. Juli 2015 mit folgenden Themen:

  • Die 63. Ausgabe der Internationalen Sommerakademie Salzburg startet mit neuen Kursprogramm unter dem Titel „Bedeutung herstellen“. Für eine bunte Mischung sorgen Vortragende aus ca 50 unterschiedlichen Ländern.  Die Kuratorin Hildegund Amanshauser und Bärbel Hartje liefern interessante Einblicke in das neue Kursprogramm.

Außerdem:
-Magdas Hotel (übernommen von Radio Orange)
-Veranstaltugstipps und Musik aus Salzburg

Mit Carmen  Tomandl

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Lieber Griechen

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 19. Juli – Verstehen sie denn nicht, dass diese Menschen eine eigene Kultur haben? Ja, das ist dann hier wohl die Frage, wenn wir sprachlos die jeweils neuesten Nachrichten von der Europäischen Finanzplanierung Griechenlands hören und sehen. Weil einem genau das dabei zu vergehen droht, ist – allein schon aus gesundheitlichen Gründen – eine Rückbesinnung auf ein paar Besonderheiten der griechischen Kultur geboten. Und was würde sich in diesem etwas anderen Kafenion dafür besser eignen, als Geschichten darüber zu erzählen? Zum Beispiel die vom Jorgos (ein legendärer Wirt in der Schönbrunnerstraße), bei dem wir einst alle anschreiben ließen, und den es doch immer wieder verwunderte, wenn einer von uns dann seine Schulden bezahlte. Eine ganz eigene Kultur eben…

UND GUSCHOder auch die vom Grosser Michi (mein über alles geliebter Pfadfinder-Gruppenleiter), der zur Zeit der griechischen Militärdiktatur als Jugendlicher in Piräus Spottlieder auf Papadopoulos sang und dafür letztendlich nur fast verhaftet wurde! Warum wohl zog es jahrzehntelang gerade die etwas anderen Kinder nach Griechenland, einem Synonym für Freiheit und Abenteuer? Was war etwa eine Maturareise dorthin – in jenem historischen Zeitalter vor der Erfindung der allinklusiven Rundumbehupfung? Darin könnte uns die Episode vom plötzlichen Verschwinden des Schneider Gü (mein Altgriechisch-Professor) wohl einige Einblicke eröffnen. Aber auch jene von Georg Danzer meisterlich selbst erzählte… Naturgemäß dürfen dabei die drei ausgewiesensten musikalischen Vertreter der austro-hellenischen Freundschaft nicht fehlen, nämlich Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz. Aus dem wunderbaren zweisprachigen O Xenos (Gert Steinbäcker, Panos Falaras) hier nun die Übersetzung der griechischen Passagen quasi als Einstimmung – oder zum Schluss:

Mein Sohn fragt mich, ob du früher kommst.
Ich sagte ihm, im Mai wird er bei uns sein.
Tausende von Problemen haben wir und Steuern sogar noch mehr.
Aber mit einem Freund bei dir erträgst du das Leben.

Die Herzen sind ohne Grenzen, sie haben den gleichen Himmel.
Die gleichen Monde in einer Welt, fremd, leer und dunkel.
Heimat ist der Traum der Menschen, der die Seelen verbindet.
Und die Freunde, wie du weißt, zeigen sich in schwierigen Zeiten.

Darauf erst mal einen Ouzo!

 

Magazin um 5: Gegen das Vergessen – Neue Stolpersteine in Salzburg verlegt

Das Magazin um 5 live aus der Radiofabrik. Am Mittwoch, den 15. Juli 2015 mit folgenden Themen:

Verschwiegene Opfer- verschwiegene Retter! Am Dienstag den 14 Juli wurden weitere 22 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Salzburg verlegt. Erstmals wurde dabei auch ein Stolperstein für einen Helfer der Opfer, Pfarrer Franz Zeiss verlegt. Zu hören gibt es im Magazin einen Bericht von der Verlegung am Mirabellplatz.

Außerdem:
– Die negativen Folgen von Agrarinvestitionen für afrikanische Bauern am Beispiel Tansanias ( übernommen vom Freien Radio Corax)
–Veranstaltungstipps und Musik aus Salzburg

Mit Romana Stücklschweiger und Carmen Tomandl

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Magazin um 5: Kick Racism

Das Magazin um 5 live aus der Radiofabrik. Am Dienstag, den 14. Juli 2015 mit folgenden Themen:

Vorurteile, Fremdenhass und Rassismus einfach weg Kicken! Am Samstag den 18. Juli findet zum vierten Mal das Kick Racism statt.  Die Veranstaltung steht gegen: Berührungsängste, Vorurteile,  Übergriffe und rechtsradikalen Aktivismus. Heute sind die Vertreter des Organisationsteams zu Gast im Magazin um 5.

Außerdem:
-Kulturlandschaft Steiermark durch Budgetkürzung bedroht (Radio Helsinki)
– Veranstaltungstipps und Musik aus Salzburg

Mit Romana Stücklschweiger

Stadtteilradio PARSCH im Juli 2015: Eine Promenade am Ignaz-Rieder-Kai

Seit 2014 ist eine Neugestaltung des Ignaz-Rieden-Kais im Bereich des Volksgarten im Gespräch. Start für die Diskussion war der Hochwasserschutz, der in naher Zukunft errichtet werden wird. Ursprünglich war geplant, Autofahrbahn und Fußgängerweg/Radweg zu tauschen und das Salzachufer so in Form einer Fluss-Promenade zugänglich zu machen. Da regten sich allerdings Widerstände und die Politik knickte ein. Das Gerücht um zu fallende Bäume spielte dabei eine große Rolle. Wie sah die ursprüngliche Planung aus? Wie ist der derzeitige Stand der Dinge? Thomas Schneider spricht mit Christian Müller, Anrainer und Mit-Initiator der Petition „Ja zu einer Promenade am Rieder-Kai!“ und versucht Fragen rund um eine Neugestaltung zu beantworten und der Chronologie der Ereignisse nachzugehen.

Weiterführende Links:
http://www.rieder-kai.at
http://www.radlobby.at/salzburg/verschenkte-chance-neugestaltung-ignaz-riederkai https://salzburg.neos.eu/salzburg-braucht-einen-strand/

Gestaltung und Moderation der Sendung: Thomas Schneider

Schaffnerlos

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 12. Juli – Mit dem diesmonatlichen Ganzen Album wollen wir einen wesentlichen Mitverursacher des Phänomens Austropop würdigen – und ihn speziell für die jüngere Generation den allzu schlappen Genrezuordnungen wie etwa „Musiker, Darsteller, Kabarettist“ entreißen. Denn Joesi Prokopetz schrieb nicht nur die Texte der meisten frühen Ambros-Hits (Da Hofa, Es lebe der Zentralfriedhof), sondern erschuf auch (im Produnktionskollektiv Ambros, Tauchen, Prokopetz) bis dato in Österreich einzigartige Konzeptalben respektive Hörspielwelten: „Der Watzmann ruft“, „Augustin“ – und eben das hier nun zu erlebende „Schaffnerlos“. Ein viel zu lang schon auf Kleinkunst und Blödelspaß reduzierer Textdichter, dessen hintergründige Beobachtungen inzwischen endlich auch in einer Dissertation gewürdigt wurden.

schaffnerlos 1978Es ereignen sich so wunderliche Szenen wie zum Beispiel diese: „Passns auf, do kennt jo jeda kumma und ma wos vo seim Sackl vuawanan und donn zwa Stationen umasunst foan! Bei mir lösen sie sich einen Fahrschein und donn kemma weida redn.“ – „Aso, so woin sie des drahn? Sie woin mi bezichtign, vo mia aus bleibns stehn mit ihnan Kibl!“ – „Sogns ned nu amoi Kibl zu meim Beiwogn!“ – „Kibl sog i.“ – „Sogns es ned nu amoi!“ – „Kibl sog i, jawoi, Kibl! Kibl! Kibl! Kibl!“ – „Ka anzichs Moi mea!“ – „Kibl! I hob jo gseng, doss eas gseng hot. Ea hots jo duat hin gstöd, ned.“ – „Jo ich bitt sie, so gehns doch weiter, wie kommt man denn dazu, der Herr Schaffner ist doch auch nur ein Mensch.“ – „Wos is a? A Mensch is a? A Sackldiab is a!“ – „Schauns, dass aussikumman, jo, jetzt is genug!“ – „So gehns doch weiter, sie Rüpel!“ – „Mischns ihna ned dauernd ein, sie Funzn, sie oide. Mundraub is des, jawoi, Mundraub. Mundraub!“ Wen wunderts, dass derlei atemberaubender Disput letztendlich in einem anarchischen Ausbruch der lebenslang unterdrückten Emotion kulminiert: „Von mia aus kennan mi olle umasunst am Oasch leckn!“ Das einfühlsam gezeichnete Psychogramm des echten Wieners zwischen Anpassung und Aufbegehren, oder, wie es Uwe Dick in der Vorrede zum Öd formulierte: „Die Summe derer, die ich täglich aushalten muss.“

Wir wünschen viel Vergnügen!

 

Magazin um 5: „Man will nur ein normales Leben“ – Gespräch mit Shedy aus dem Zeltlager in Salzburg

Das Magazin um 5 – Sendung am 9. Juli mit folgenden Themen:

Shedy aus Ägypten ist einer der ca 250 Männer, die seit bald 2 Monaten in der Zeltstadt bei der Polizeidirektion leben und der auf seinen Asylbescheid wartet. Über 40° in den Zelten, Gewitter un d Regen, zuwenig Kleidung und Essen und niemand ist vor Ort, der sich um die Menschen kümmert. Wie es weitergehen soll, weiß nach wie vor niemand. Shedy erzählt über seine aktuelle Situation und erklärt, worauf es jetzt am meisten ankommt.

Außerdem:
– Bayerns freie Radios kämpfen für Anerkennung des dritten Rundfunksektors (Übernahme Radio Z)
– Neuer Bundesvorstand der ÖH (Übernahme Radio Orange)
– Veranstaltungstipps und Musik aus Salzburg

Mit Romana Stücklschweiger.

 

Surreale Sendung

> Sendung: Perlentaucher Nachtfahrt vom Freitag, 10. Juli – „Ja, das ist nun einmal die Realität. Da musst du dich eben anpassen.“ – Aha, liebe Griechen, Schüler, Staatsbürger und Zahlkasperln. So ist das also. Angeblich. Oder vielleicht doch nicht? „Es gibt keine Realität ohne Realitäter!“ wollen wir solchem zumeist von oben herab verordneten Glauben engegen schmettern. Und dann mit Firewater auf der Autobahn unter LCD-Influence nach Orange reiten. Den letzten Schritt geht keiner mit, sweet Transvestite, bis some velvet Morning der Garten-Nazi endlich Guido Knopp heißt. Und Alf Poier, eine Ode an die Kürze, sowieso Wortfront – und Absurdistan! Love me, Casper Ringsgwandl, don’t say nothing, Girl and the Ghost. Ein Motto für diese Entwirklichung der Keit haben wir natürlich auch schon: „Ceci n’est pas une pipe“

artarium chrissDer letzte Schritt

Es hot kan Nomen wo i hingeh,
duat wo i sein wü gibts ka Sproch.
Doch vielleicht mochst mia an Gfoin
und schaust mia duachs Fensta noch…

Mitn Radl auffi foan
bis zu die Sternen,
das war der schönste Traum,
den er geträumt.

Den letztn Schritt mocht koana mit,
vü zu koid waht duat da Wind.
I trog die Blumen zum Kompott
und leg mi söba ins Buffet.

Alf Poier

rené magritte 1948Ein kleines Ratespiel – von wem stammt dieses Lied?

Στο λιμάνι του Άμστερνταμ ένας ναύτης μπεκροπίνει
μπύρες πίνει και μεθάει κι όλο πίνει και ξερνάει
ξαναπίνει στην υγεία τους στις πουτάνες που ‚χουν πάρει
εκατόν πενήντα άντρες σε μια νύχτα η καθεμιά τους

Έχουν χάσει την τιμή τους παζαρεύοντας στην πιάτσα
γι ένα πιάτο κρύα σούπα δυο φλουριά ή δυο μάρκα
και τη θάλασσα ο ναύτης και το χώμα αυτό θα φτύσει
κι όπως κλαίω την αγάπη έτσι αυτός θα τις ξεσκίσει

Στο λιμάνι του Άμστερνταμ

artarium norbertGarten-Nazi

Draußen hinterm äußern Gürtel,
gibt es ein ganz saubres Viertel,
bei der Trambahnendstation,
wo die Straßen Vogelnamen haben,
Amselstraße, Finkenweg,
sauber kitschig und bißl schräg,
friedlich ist es dort und staad,
außer wenn wer Rasen maht.
Wo der Papa jeden Tag auf d’Nacht
den Gartenschuppen fest zusperrt,
wo die Mama jeden Samstag früh im Küchenschurz den Gehsteig kehrt.
Da zeigt dir der braune Zwerg,
den Holzweg durch den schwarzen Wald,
rechts hinterm blauen Mond,
wo der Gartennazi wohnt.
Es ist nimmer Stadt und noned Land, wo der Gartennazi wohnt.

Georg Ringsgwandl