DIE LETZTE WEISHEIT – FNTOME Dec 2013

Zu Jahresende neigt man ja bekanntlich zum Philosophieren.
Die schöne Frau Nowak nicht ausgenommen.
Musik über die großen Fragen, das Leben, die Liebe, die Freiheit und den Weltuntergang.
Im letzten Transorientalischen Musikexpress 2013.

Wann & Wo?
MO 23 Dez 2013 – 21:00 Uhr – Radio Fro Linz
DI 24 Dez 2013 – 20:00 Uhr – Radiofabrik Salzburg
DO 26 Dez 2013 – 08:00 – Tide 96.0 Hamburg
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the who the what the yeah – STROM

-> Download: Artarium vom Sonntag, 15. Dezember – Das ganze Album zum Schluss eines verwegenen Überlebensjahres: “Ich bin meiner Zeit weit voraus – ich lebe in der Vergangenheit” Unlängst erst erschienen (22. 11.) wird das längst schon erwartete Opus Platzgumer der Wiener “Andersrocker” ringsumher teils besprochen (ernsthaft: fm4, profil, wienerzeitung) und teils bequacksalbert (da halt ich mich heuer einfach mal fein raus 😛 ) Mit uns haben die Herrschaften bereits im Mai dieses Jahres anlässlich ihres Salzburg-Konzerts über das Werden und Verstehen von „Strom“ ausführlich gesprochen – auch dazu ist schon allerhand gesagt und geschrieben worden. Siehe -> Radiofabrik-Bandportrait. Jetzt so zu tun, als wären the who the what the yeah just für uns DIE absolute NEUentdeckung dieses Novemberdezembers – das wäre zeitgeisthuschige Pseudoneuigkeiterei. Um es mit Gunkl auszudrücken “obsolet bis zur Redundanz” oder auf Deutsch: “Doss des gscheit krocht, des waß ma eh!”

STROMIch kann einzelne ewig wiedergekäute Review-Zitate zwecks Genre-Zuordnung nicht mehr ertragen! Und dass meine Phantasie so gesund ist, dass sie weder Kreisky noch Ja, Panik aus dieser im besten Sinne höchst eigensinnigen Musik heraus zu hören vermag, das rechne ich mir und ihr mittlerweile hoch an. Viel besser gefällt mir da schon dieses Zitat aus dem aktuellen Pressetext: “Etwas, das sich wenig scheißt    ….. und das mit fast schon autistischer Unbeirrtheit seinen Weg geht.” Chapeau! Da können wir weiter mitreden, wenn wir nämlich über den Aussagegehalt von Musikwerken philosophieren möchten. Im Hintergrund hören wir Thomas Oberender kichern, dem dabei gerade eine Idee zu seinem Theaterprojekt einfällt. Existenzialismus – das war einmal! Doch trotzdem – um es diesmal mit Rainald Grebe zu formulieren: Wir werden in die Welt gevögelt und können nicht fliegen.” Ziemlich angetrunken wackeln jetzt Thomas Bernhard und Pier Paolo Pasolini über den Friedhof unserer Wünsche – und schauen einander kurz fragend an. Unglaublich! Schon holen sie zeitgleich ihre Lulubären heraus und strullern gemeinsam frohgemut lachend mitten hinein ins noch offene Grab der kulturellen Individualität. Krank? Zynisch? Sarkastisch? Nein, es geht nicht darum, den Verhältnissen zu entfliehen! Es geht darum, sich noch darüber aufregen zu können. Sagte die Maus zum Elefanten

Der umtriebige Frontman von the who the what the yeah, Martin Konvicka, gastiert übrigens (Solo + Geige) am Freitag, 13. Dezember als Support für Small Night Searching im mark.salzburg in der Hannakstraße. Dabei sollen auch einige Nummern vom Album “Strom” zu hören sein! Ebenfalls in derselbigen Nacht werden Chriss und ich bei der Perlentaucher Nachtfahrt in der Radiofabrik (zwischen 22 und 02 Uhr) schon den einen oder anderen Titel daraus auflegen. 😉 Gut zu hören

 

Ein Fest der Liebe

> Download: Nachtfahrt der Perlentaucher im Dezember 2013 (Part 1) und/oder Nachtfahrt der Perlentaucher im Dezember 2013 (Part 2) – Ein feuchtfröhlicher Seelenstriptease durch alle 24 Fenster des Adventskalenders. Wir öffnen eins nach dem anderen und uns/euch einander Aussichten und Einblicke hinter die verchristlichte Betriebsamzeit dieses stilldunklen Übergangs vom Friertod ins Neuleben. Freilich zaubern wir dabei auch Verborgenes hervor, längst vergessen Geglaubtes, vielschichtig Verwobenes oder überhaupt vollkommen Verrücktes. Keine Ahnung, was sich daraus dann im Verlauf der Sendung ergeben wird – aber irgendeinen dramaturgisch roten Faden braucht es halt immer, auf dass sich all unsere konfusen Mitbringsel daran zu mitteilender Gestalt kristallisieren. Alles weitere werden wir erleben, hören, sehen, spüren. In diesem Sinne „Keine Macht der Seistaadsgewalt!“ und „Wir sind ein geiles Medium…“

Schnaitl SpiritIch weiß nicht, seit wann dieses Bild dort schon herum hängt (aber es kommt mir vor, als wäre es mindestens eine Ewigkeit) oder wer es überhaupt gemalt hat (auf jeden Fall ist es saugut und verkörpert für mich den Spirit jenes Ausnahmelokals, das seit den späten 80ern dem „etwas anderen Publikum“ in Salzburg Herberge bietet). Beginnen wir also hier diesmal unsere Adventreise. Man sollte eh viel öfter mal wieder ins Schnaitl schaun! Eine jener Perlen, die ich unlängst entdeckt habe, ist übrigens der Song „Gilead“, den der sonst aberwitzig schnellsprechende und -singende Rainald Grebe über seinen 15-monatigen Zivildienst in einer deutschen „Nervenheilanstalt“ gemacht hat – oder besser, über die Stimmen der dort von ihm angetroffenen Insassen, Patienten, „Verrückten“ (und was ist bitte „normal“ ??) – sehr betroffen, sehr innerlich – und eben unaufgelöst. Hier schon mal ein Textauszug:

am eingang, an der pforte saß ein mann, der war schon alt.

„treten sie ein, ich bin der förster vom silberwald. ich wünsche ihnen einen schönen arbeitstag. und jetzt stecken sie ihren penis nach links. das linke hosenbein ist weiter, hat ein weiser schneider gesagt.“

wahnsinn, wahnsinn, wahnsinn, wa-wa-wa-wa-wa-wahnsinn.
wahnsinn, wahnsinn, wahnsinn, absurdes theater.

„gott sei dank – ich bin entmündigt! fotze fotze fotze fotze fo…! na, verhaften sie mich doch! fotze fotze! die gedanken sind frei!“

manisch heißt konkret, dass du sieben tage nicht mehr pennst. sie betreten den platz des himmlischen friedens und landen in der wannsee-konferenz.

und als ich ging, da war ich guter dinge. ich vergess‘ euch nie, ich steig jetzt in mein boot. und ich hab gesagt, ich will immer für euch singen. mein katamran steht vor der tür und der ist feuer-, feuerrot. gilead…

Hinter der FassadeDerlei bedenkend ergeht es einem kaum besser mit anderen ausgelöschten Existenzen, auf deren Luftgräbern diese Stadt aufgebaut wurde – und immer noch wird! In dem Zusammenhang sei an ein Salzburger Musikprojekt erinnert, das wie kein anderes den hierorts herrschenden Gewaltsinn der Gleichgültigkeit in Liedern und Texten darstellen – und somit entlarven konnte: Rotz! 😉 Eine Band, die besagte Ausnahmequalität in den Jahren ihres vierköpfigen Auftretens (und bei ihrer Teilnahme am FM4 Protestsong-Contest) in einem solch erheblichen Ausmaß erreichte, dass wir hier schon von einer (längst vermissten und schlechterdings für unmöglich erachteten) „Salzburger Schule“ des Sehens und Aussagens sprechen müssen – zumal die Rotz’schen Songstrukturen nie nachgebastelt wirken, sondern stets eigensinnig selbsterdacht daher kommen. Auch hierzu ein Textauszug aus Faule Wörter:

Ja dein Urteil kennt keine Gnade
Deine Botschaft hat viel Biss
Dabei weißt du doch genau
Nichts ist für immer, nichts gewiss
Ich sehne mich nach dem in dir
Der nichts beweisen muss
Weil wir alle Schatten sind
Und gar jämmerlich zum Schluss
Und du siehst mir in die Augen
Doch du erkennst mich nicht
1000 Welten voneinander entfernt
1000 Wörter – und jedes sticht

Faule faule Wörter

Du spuckst auf deine Liebe
Nennst dich selbst Rebell
Du kennst die beste, neue Mode
Mit deinem Urteil bist du schnell

Bruder komm befreie mich
Mit deinem zarten Kuss
Weil wir sonst Schatten bleiben
Und Idioten bis zum Schluss

Faule faule Wörter

Noch Fragen? Dann einfach einschalten, mitleben, zuhören… 😛 Und keine Angst – das Witzige am wirklichen Frohsein ist ja doch, dass es unvermittelt aus den Trümmern des Abgrundstürzens auftaucht. So auch in dieser Sendung, versprochen! Tjo, tjo, tjodürü… Und jetzt Muuuuuuuh!

 

Stadtteilradio Itzling Elisabeth Vorstadt im Dezember 2013

Am 27.12. sind wir wieder auf Sendung – und weil der Himmel zum Jahreswechsel voller Musik und Gesang ist, besuchen wir das „Offene Singen“ in Itzling.
Als „Betthupferl“ wieder eine Folge der „Literarischen Minuten aus der Vorstadt“ – dieses Mal von Paula Winklehner.
Moderation & Gestaltung: Christina Pürgy & Martin Gröschl

Lilli ON AIR am 13. Dezember

Im Dezember gibt’s eine Musiksendung mit Songs Querbeet – ein Mix aus aktueller Musik und Klassikern, von The BossHoss über Die Toten Hosen und Queen ist alles dabei.
Dieses Mal gibt’s auch ein paar Liveversionen, die so noch nicht im Radio gespielt wurden – und eine Weltpremiere: einen Cover-Song von mir persönlich, den es noch nie zu hören gab. Außerdem hört ihr die Hintergründe und meine Geschichten zu den verschieden Songs und Bands. Eine entspannte Adventssendung mit viel guter Musik!

Broken Error # 006: Who the Glitch is Uwe Schmidt?

On Sunday, December the 22th. 2013, 6 pm (Central European Time, UTC+01:00).

In this Special we examine the work of German electronic musician Uwe Schmidt who is better known under his aliases Atom™, Atom Heart, Lassigue Bendthaus and Señor Coconut. He worked indeed under many pseudonyms, monikers and „working titles“, in different constellations (with international artists like Bill Laswell, Tetsu Inoue or Burnt Friedman) and genre-mixtures (like Electrolatino or Aciton music). Schmidt had some influences to the German electronic scene since the 1980s and travelled all over the world before he decided to live and work in Santiago de Chile. He’s also one of the most often mentioned popular artists of Glitch music from Germany, beside Oval or Pole.

Historical Bonustracks:

Kraftwerk are a German electronic music band formed by Ralf Hütter and Florian Schneider in 1970 in Düsseldorf. The signature Kraftwerk sound combines driving, repetitive rhythms with catchy melodies, mainly following a Western Classical style of harmony, with a minimalistic and strictly electronic instrumentation. The group’s simplified lyrics are at times sung through a vocoder or generated by computer-speech software. Kraftwerk were one of the first groups to popularize electronic music and are considered pioneers in the field.

Christian Marclay (born 11 January 1955) is a Swiss and American visual artist and composer. Marclay’s work explores connections between sound, noise, photography, video, and film. A pioneer of using gramophone records and turntables as musical instruments to create sound collages, Marclay is, in the words of critic Thom Jurek, perhaps the „unwitting inventor of turntablism.“ His own use of turntables and records, beginning in the late 1970s, was developed independently of but roughly parallel to hip hop’s use of the instrument.


Tracklist


Flanger* –  Music To Begin With
Midisport
– Midisport (Fairness)
Erik Satin
– I Know How Music Sounds
Los Samplers
– La Vida Es Ilena de cables
Se
ñor Coconut – The Madmen
Dropshadow Disease
– Fototienda
Naturalist
– Untitled (# 10)
Atom™
– Strom
Lassigue Bendthaus
– The Future (Spiritual Surface Noise)
Geeez ‚N‘ Gosh
– Calling Jesus
Bill Laswell
– Digital Cut-up (Atom Heart Remix)
Kraftwerk
– Tour De France (1983)
Christian Marclay
– Live on Night Music (1989)

* with Burnt Friedman


Compiled and produced by Peter Wetzelsberger. Image by basic_sounds (Creative Commons). All rights reserved.

Stadtteilradio Maxglan – Dossier Asyl

Lina Čenić im Gespräch mit Sahel Zarinfard von Dossier zu den Mißständen in der Grundversorgung, Alltagsrassismus und künftige Rechercheoptionen…support dossier – support unabhängigen Journalismus: http://www.dossier.at/inserate/ueber-dossier/spenden/

Das etwas andere Punk-Biotop

-> Download: Artarium vom Sonntag, 8. Dezember – Haben wir ihn nicht allzu oft gehört, gelesen, von Mauern bleichen und bröckeln gesehen, den ewigen alten Kampfruf, der sich auch nie ganz entscheiden konnte zwischen Pose und Poesie? PUNX NOT DEAD meist knallrot in krakeligen Schnellstbuchstaben und ambivalent wie wir selbst – bloß ein weiteres hirnlos hinbrunzertes Oaschloch oder doch wieder Hoffnung auf das Zufleiß des Widerstands, auf Menschennestwärme gegen die Funktionskälte da draußen? Mich rührts dann doch immer wieder aufs Neue an, wenn die Buntkinder, Drauflospiraten und Scheißdirnixen spontan ohne Hintergedanken ihr eigenes Punkrevival ausrufen – zumal, wenn es dabei nicht nach sonstüblichem Eventkasperltum fäult, sondern sich offenbar gesund gesellschaftskritische Geister an den krankmachenden Kränkungen einer völlig aus dem Ruder laufenden Funktionärsversammlung abarbeiten, welche allgemein als „angepasst und anständig“ bezeichnet wird. Ich bin doch nicht blöd!

3deutige AussageSo ist es uns gerade in dieser stillsten Zeit zwischen Glühwurst und Weihblech ein besonderes Vergnügen, die Kolleg_innen der neuen Radiosendung Hallo Punkerland live im Studio zu begrüßen – und gleichsam als Double-Feature auch noch die mit dieser garantiert befleckten Empfängnis verquickte Musikkapelle 3deutige Aussage, deren Bandmotto nichts geringeres verheißt als „Liebe & ein bisschen Punkrock“ – Wenn uns also da nicht das Häferl übergeht, dann weiß ich auch nicht (aber das hab ich ja ohnehin nicht wirklich behauptet) 😛 Abgesehen davon soll hier festgestellt sein, dass mein Fernseher kaputt ist, was zu alledem wohl erschwerend hinzu kommt.

Doch nun genug des Philosophischen und des Seelenstriptease! – Ihr Kinderlein, kommet! Und das zu Hauf – es ist immerhin Radio Empfängnis und wir sind gut zu hören. Unsere kleine sonntagnachmittägliche Adventandacht aus der Bastelbude der Möglichkeitsform verbindet wieder einmal das Ungesagte mit dem Überraschenden. Kein Salzburger Trummblasen nebst Lebkuchen und Leberkassemmel – ein feines Aufspüren des Atypischen in der Kreativität des zusammen Spielens und Lebens! Und eine augenzwinkernde Suche nach dem Sinn (den Wurzeln, der Idee) hinter dem Punk. Ich würde ja vorschlagen, dass, wenn man es auch nur irgendwie ansatzweise definieren kann, es ganz bestimmt kein Punk im ursprünglichen Erscheinugszustand sein kann, entzieht sich doch diese Kunnst-Form schon aus ihrem Selbstverständnis von vornherein jedweder Genrefizierung. Allein die Bezeichnung „Punk“ in einem einschlägigen Fanzine ging den Kunstschaffenden im CBGB’s der späten 70er Jahre zu weit – und auf den Geist! 😀 Da haben wir also jetzt den Salat. Und Mahlzeit!

 

Fvonk dich frei am 6.12.2013 – Im Gespräch mit Sepp Machreich

Wie geht zukunftsfähige Landwirtschaft?

Wie geht zukunftsfähige Landwirtschaft?
Bild by Sabine Menge / pixelio.de

Unser Studio- und Talkgast ist der vielbeschäftigte Bio- (Nebenerwerbs-) Bauer Sepp Machreich, der mit seiner Familie eine Landwirtschaft im Oberpinzgau betreibt. Er ist außerdem Milchmengenkontrolleur, sowohl in der Kuh-Pediküre wie in alternativer Tierheilkunde bewandert und nichtzuletzt junger & engagierter Vater. Neben seinem lebhaften Arbeits- und Familienleben bemüht er sich im Rahmen sogenannter „Homöopathie-Stammtische“ seine KollegInnen, Jungbäuerinnen und Jungbauern, von nachhaltigen, generationsübergreifenden Möglichkeiten der Bewirtschaftung, Tierzucht und landwirtschaftlichen Produktion zu überzeugen. Und irgendwie schafft er zwischendrin und nebenbei noch viele, viele Bücher und Fortbildungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Im Fvonk dich frei-Gespräch spricht er über den Mehrwert eines Familienlebens im Mehrgenerationen-Haus, seine Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Agrarpolitik und überrascht uns mit eigentlich ganz simplen und doch oft schwierig umsetzbaren Ideen zur Lebensgestaltung – Stichwort: Entschleunigung.

FVONK Dich FREI – Der Radiotalk mit AlltagsheldInnen.  Am Freitag 06.12.2013, 18.00-19.00 Uhr mit Biobauer Sepp Machreich. Live: Radiofabrik, 107,5 und 97,3 MHz, und im Livestream http://radiofabrik.at/rafab_stream_low.m3u

Lasst es euch gut gehen,

Su & Karo & Sepp