Beschäftigung um jeden Preis

Was haben Agility, Fährtensuchen und Tricktraining gemeinsam? Es sind Möglichkeiten, sich mit seinem Hund zu beschäftigen. In vielen Hundesportvereinen und Hundeschulen gibt es bereits Angebote, die weit über den klassischen Grundgehorsam hinausgehen.

Von A wie Agility und B wie Breitensport über D wie Dog Dancing, L wie Longieren und M wie Mantrailing bis zu Z wie Zielobjektsuche. Der Markt ist bunt und so mancher Hund hat einen richtig vollen Terminkalender. Und Frauchen und Herrchen haben die Qual der Wahl, was denn nun gut tut an Art und Intensität der Beschäftigung.

In der Hunderunde plaudere ich mit Bettina Stemmler, der Schweizer Psychologin, Trainerin und Agilitysportlerin, Karl Kornherr, Hundetrainer aus Zistersdorf, und Sabine Marzi, Mehrhundehalterin und Trickdog-Fan.

Gewaltfreies Training

Bettina Stemmler ist vielen Hundemenschen bekannt durch die Initiative Gewaltfreies Hundetraining, der sich bereits viele geschätzte KollegInnen aus dem In- und Ausland angeschlossen haben, derzeit mehr als 250  Fachpersonen.  Ziel der Initiative für gewaltfreies Hundetraining ist das Verbreiten eines wissenschaftlich fundierten, ethisch vertretbaren und empathischen Umganges mit Hunden, vor allem im Training.  Auch in unserem Gespräch weist Bettina immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, non-aversiv – also gewaltfrei – mit dem Hund zu trainieren.

Der besten Auslastung auf der Spur

Karl Kornherr ist zertifizierter Hundepsychologe und bevorzugt die Nasenarbeit als artgerechte Beschäftigung für Hunde.  Obwohl der Name seiner Hundeschule „Workaround Dogtraining“ anderes vermuten lässt, setzt er auf Ruhe und ausreichende Pausen. Individuell angepasstes Fährtentraining ist sein Tipp zur sinnvollen Auslastung unserer Vierbeiner.

Bully Parade

Bully Parade

Bully Parade

Sabine Marzi, genannt Bino, ist Frauchen eines bunten Rudels: 5 Bullies zählen zu ihrer Familie und jeder dieser 5 Hunde hat eine Behinderung. Was aber keinen der Hunde daran hindert, sich über Bewegung, Spiel und Training zu freuen. Mit ihrer blinden Bully-Hündin betreibt Bino sogar fröhliche Aufklärung zum Thema „behinderte Hunde“ und trainiert für kleine Auftritte und Vorführungen.  Bino und ihre Bully-Parade haben es auch schon ins Fernsehen geschafft.

Sendung anhören:

Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestre am 11. November um 12:08 Uhr und am 12. November um 19:06 Uhr. Nachhören ebenfalls über die Radiofabrik oder über den Hunderunde Blog.

 

 

Fvonk dich frei durch die Kameralinse von Caglar Mucan

Caglar Mucan lebt in Hallein, arbeitet als Postzusteller und ist außerdem leidenschaftlicher Filmemacher Caglar Mucan. Caglar MucanEr produziert vor allem Kurzfilme von Events oder dreht Musikvideos. Aber Caglar schaut mit seiner Kamera auch auf andere Aspekte im Leben. Nach einer ersten Dreh-Erfahrung im Rahmen des karitativen Projektes „Menschen in Salzburg“, bei dem es um die Frage „Wie leben MigrantInnen in Salzburg?“ ging, ist er mit seinem berührenden Video vom Hilfseinsatz Jugendlicher am Hauptbahnhof Salzburg bekannt geworden. Drei Tage lang begleitete er in diesem Sommer Mitglieder der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ), wie sie ankommende Flüchtlinge begrüßen und vor Ort betreuen. Caglar wollte mit seinem Video von der Hilfsaktion zeigen, „dass es vor allem um Menschlichkeit geht“, er will „die Menschen und ihre Gefühle sichtbar machen“ und das Gefühl von „Menschlichkeit und Solidarität transportieren“. Das ist ihm sehr gelungen, finden wir.

 

Wir freuen uns besonders, Caglar heute im Studio live begrüßen und ihn nach seinen persönlichen Erfahrungen und seiner Leidenschaft zum Film befragen zu dürfen.

 

Mitlauschende sehr willkommen!
Karo und Su

 

FVONK Dich FREI – Der Radiotalk mit AlltagsheldInnen. Am Fr, den 6.11. im Studio: Filmemacher Caglar Muncan. Live von 18.00-19.00 Uhr auf der Radiofabrik, 107,5 und 97,3 MHz, und im Livestream http://radiofabrik.at/rafab_stream_low.m3u

 

Schuldig!

Sendung: Artarium vom Sonntag, 8. November – Zwischen ewiggestrigen und brandaktuellen Feindbildern stehen wir fassungslos da – inmitten einer Gesellschaft, die ihren Zusammenhalt nach wie vor durch die Ausgrenzung alles Artfremden zu bewerkstelligen sucht. Wie kann es sein, dass in unserer angeblich so aufgeklärten Zivilisationskultur des 21. Jahrhunderts noch immer entweder einzelne Menschen oder ganze Bevölkerungsgruppen zu Sündenböcken gemacht werden? Riecht das nicht sehr nach Religion, nach der bizarren Glaubenswelt des alten Testaments, nach Kreuzzug und Inquisition? Oder doch mehr nach Kronenzeitung, Stammtisch und Susanne Winters Aluhut? Womöglich ist die Pestilenz ja auch dieselbe, nur die Geruchsnuancen sind unterschiedlich. Halten wir zunächst Einkehr am Friedhof

ein junger dichterIch selbst war heuer zur allerseeligsten Jahreszeit am Aigner Friedhof, wo nur ein paar Meter voneinander entfernt der jüdische Kabarettist und Chansonnier Georg Kreisler sowie der deutschtümelnde NS-Lehrer und Schriftsteller Karl Springenschmid beerdigt sind. Und auch ein alter Freund von mir, der viel zu früh verstorbene Rafi Chaimowicz, ein (im krassen Gegensatz zu dem Vorgenannten) musisches Talent vielfältiger Ausprägung. Ungefähr 1990 erzählte er mir die Geschichte, wie er im Akademischen Gymnasium von zwei älteren Mitschülern kopfüber ins Klo gesteckt wurde. „Sauf des, du Judensau!“ riefen sie dabei immer wieder. Doch als er, auf mein empörtes Drängen hin, diesen Vorfall bei der Schuldirektion meldete, nötigte man ihn dort allen Ernstes dazu, die Angelegenheit zu vergessen, damit der gute Ruf der Schule nicht zu Schaden käme. Ein Wahnsinn! Diese Episode zeigt uns überdeutlich, wie ein Feindbild über Generationen hinweg weitergereicht und verfestigt wird – und wie sich die Opfer der Gewalt zu möglichen Tätern umlügen lassen, nur damit der gute Ruf der Gesellschaft nicht leidet. Aber ich bin ja selbst einmal in diese Schule gegangen worden – da weiß man, was man hat!

ein alter sängerJahrzehntelang hat er angesungen gegen den Unsinn jeder Obrigkeit, die uns mit allerlei Mythen Gläubigkeit, Patriotismus und blinden Staatsgehorsam einzutrichtern versucht. Der große ungewollte Sohn dieses neurotischen Lands der Hämmer, in dem stets derjenige als Nestbeschmutzer verfemt wird, der einen Übelstand aufzeigt – und nicht etwa derjenige, der ihn verursacht hat. Das nächste Feindbild also, dem wir uns – zusammen mit Thomas Bernhard – auch nur allzu verwandt wissen. Störer der herrschenden Ruhe und Ordnung, Asozialer, Schmarotzer, Volksschädling und Ungläubiger! Schnell kippt die Vorurteilung wieder ins Religiöse, genau, “der Nationalsozialismus war eine politische Religion” (Friedrich Heer). Und der globale Kapitalismus mit seiner Diktatur der Finanzmärkte, trägt er nicht auch die Züge eines alleinseligmachenden Glaubenssystems mit dem Anspruch auf Weltherrschaft? In Zeiten wie diesen, in denen das Kabarett fast schon wieder allein gegen die Zuschwallerung mit Machtschwätz und Glauberei anstänkert, wollen wir Georg Kreisler einmal gemeinsam mit Max Uthoff hören, der in seinem Programm “Gegendarstellung” (Video) das neuste Feindbild “Die Armen” erklärt.

Vergesst unverzüglich die großen Siege und fahrt fort, unerschütterlich, hartnäckig, ewig in Opposition, zu fordern: fahrt fort, euch mit dem Andersartigen zu identifizieren, Skandal zu machen, zu lästern!    Pier Paolo Pasolini

 

Allerseelen

Die November Sendung des Jahres 2015 fiel genau auf den Allerseelen-Tag, was uns dazu veranlasste, Musik zu diesem Anlass auszuwählen.

Folgendes gab es zu hören:

Begräbnis Gesang der Gegen aus Albanien
Dino Saluzzi & Jon Christensen: Todos los recuerdos
Franz Schubert: Litanei zum Fest Aller Seelen, D 343
Gerhard Wimberger: Trauermusik
TMT Jingle
Erik Esterbauer: November
Choir Holy Trinity: Memory Eternal
Unwound: All Souls Day
Grabgesang aus Swanetien, Georgien
Giya Kancheli: nach dem Weinen  (Peter Sigl – Cello)

Die Sendung ist nachzuhören unter http://cba.fro.at/300374

Tuning Up – All Souls´ Day

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Heute um 21.00 Uhr in Tuning Up: Musik am Allerseelentag, aber nicht nur Trauermusik. Hörstücke, die Gedenken und Erinnerung an jene, die „uns vorausgegangen sind“, zum Inhalt haben, u.a. von Schubert, Wimberger und Saluzzi … Sit down and listen, folks!

Bunter Herbst, buntes Theater – November im Toihaus

Im Oktober wurde die neue Saison im Toihaus gleich mit einer Premiere eröffnet und zwar mit der Fortsetzung der „Tanzwut“. Dazu stellen wir euch heute die Musikerin Gudrun Raber Plaichinger vor, sie ist mit anderen MusikerInnen bei dem großen Jahresprojekt „Tanzwut“ auf der Bühne. Groß hergehen tut es im November aber für die kleinen Theaterbesucher, hier werden Kuchen gebacken – auf der Bühne! „Kugelhupf“ ist Theater mit Musik und Tanz für Kinder ab 2 Jahren und nimmt die kleinen Zuseher mit in die Küche. Und ihr hört auch welche Workshops am Toihaus angeboten werden, da ist nämlich für fast alle etwas dabei. Eine der Workshopleiterinnen ist Pascale Staudenbauer, ihr hört diesmal auch ein Audioportät der Tänzerin. Das und noch mehr gibts in der aktuellen Ausgabe von „So A Theater“.