ARS PUBLICA II – Jedermann’s Sexperience

Eine SALZBURGER SELBSTBEFRIEDIGUNG zwischen öffentlicher Erregung und verklemmter Wichserei. Die Festspiele, ein Reibebaum und Perlen vor die Säue… Live-Radiosendung vom Sonntag, 25. 7. hier zum Wiederhören und sich runter holen!

„Onanieren passiert, mit Pariser vögeln passiert, aber diese Leute onanieren mit Parisern.

Das untrüglichste Zeichen, dass etwas nicht Kunst ist oder jemand Kunst nicht versteht, ist Langeweile. Sie ist so heftig wie andernfalls das Vergnügen.

Die Kunst sollte ein Mittel der Erziehung sein, aber ihr Zweck sei das Vergnügen.“ (Berthold Brecht)

In diesem Sinne stürzen wir uns sexperimentell neugierig in ein Kunnstbiotop voll feuchtfröhlicher Queerverweise –  zwischen Masturbation und Marktwirtschaft.

Am Sonntag, dem 25. Juli 2010 feiern die Salzburger Festspiele sich selbst, 90jährig und mit Premiere des „neuen“ ewig vorgestrigen Jedermann. Und wieder spielen sie ungestört ihr uraltes Spiel im Zeichen des geldejakulierenden Phallus Prallus, holen sich auf der Bühne und vor den Kameras einen nach dem anderen herunter und verkleben uns so mit ihrem Kalten-Bauern-Theater die Wirklichkeit.

Denen sollte man das Wichsen wieder verbieten! Zumindest zum Schutz des eigenen Geschmacks vor der aufdringlichen Penetranz ihres pseudointellektuellen Kunst-Imperialismus. Sich von denen was vorwedeln lassen, kann den Selbstspaß verderben. Wo von denen gehobelt wird, da fallen ganze Spanferkel reihenweise vor Schreck vom Spieß. Und selbst der Roßapfel fällt denen auch nicht mehr weit vom Dirigentenstamm.

Dabei haben wir in dieser Stadt selbst allerhand ausgeprägte Künstlerpersönlichkeiten, die allesamt faszinierend mit der EigenArt des Selbstfriedens herumspielen. Sprachvirtuosen auf der doppeldeutigen Ejakulele, Wandbildnerinnen für hintersinnige Vaginalskulpturen, Penisschnitzer, Pornografiker und SpermArtisten. Erbsenkneterinnen und Wichsbolde authentischer Lebens- und Selbstbewältigungskunst inmitten von Menschenauflauf, Mozartorgien und Musenfickfack.

Zum Beweis und Schluss noch ein schönes BeiSpiel: SpermArt99 zweier anonymer Salzburger SpritzBildner. Wenn schon künstlerische Selbstbefriedigung, dann von mir aus – durchaus – unverblümt und unverstellt! 600 Millionen Exemplare des Homo Potenzialis als ein Zeichen der Hoffnung…

 

Papa Joe’s Garage mit Mary Lamaro (Ausgabe vom 15. Juli 2010)

Die in Wien lebende Sängerin ist ein absoluter Hörgenuss. Egal ob sie alleine mit ihrer Gitarre in einem Club auftritt oder als Frontfrau der MARY BROADCAST BAND auf der Bühne steht – sie beeindruckt mit ihrer Stimme und ihrer Musik. Da hört man Blues und Soul, Rock und Funk auf mitreißende Art vermischt.

Mary Lamaro hat ihr Leben bedingungslos der Musik verschrieben. Stimme, Feeling und Power dazu hat sie mehr als genug. Mit einem Wort – hörenswert.

Papa Joe’s Garage entstand im Rahmen des Projektes „Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden & Sehenden“, mehr auf ohrenblicke.eu.

ARS PUBLICA I – Hinterholzer’s Kai

Kunst im öffentlichen Raum, Verschönerungsaktion, Reprivatisierung der Randzone, Gestaltung einer Stadt-Landschaft, gesellschaftspolitische Anregung?

Wolfgang Hinterholzers selbstbestimmtes Schaffen unter der Salzburger Staatsbrücke beschäftigt mittlerweile die Medien und die Stadtpolitik. SN-Debatte

Eine Irritation im Irrgarten der Interessen…

Bei aller Aufregung – wer ist eigentlich der Mensch hinter den Blumenbeeten und Vogelhäuschen? Was bewegt ihn bei der Darstellung seiner speziellen Phantasiewelten? Wie fühlt es sich an in seiner Nähe und was will er uns mitteilen, indem er sein öffentliches Arbeiten mit uns teilt?

Ein Artarium am Schauplatz des Salzburger „Kleine-Welt-Theaters“ im Zentrum der alljährlichen Festspiel-Neurosen. Die ortsüblichen Ein- und Widersprüche der überforderten „Obrigkeiten“ im Spannungsfeld zwischen Ordnertum und Platzanweiserei.

Der Künstler selbst erzählt im Interview von der Entstehung dieses dialogischen Work in Progress und verwundert sich gemeinsam mit uns über die unbeholfen visionsarme Kulturpolitik dieser kleingeistigen „Kunstmetropole“. Und wir erspüren das diesjährige Sommerthema ARS PUBLICA – eigeninitiative öffentliche Kunst ohne Auftrag und Verwertungszweck, von Gestaltungsgärten über Grafittiwände und Straßenmusikanten bis hin zu – ja, was kunnst du heuer noch so alles machen?

Musik: Das Geile Institut, Querschläger, Früchte des Zorns, Konstantin Wecker, Christoph & Lollo.

Text: Uwe Dick „Der Öd“, Marcello Da Forno & Norbert K.Hund „Schatten der Mozartkugel“ (1994) und „KunnstJunge“ (mit LHStv. David Brenner 2009)  Sendungsdownload

The National Live in Dachau

Keine Macht dem Hochglanz!
Mit dem Aufstieg einer geschätzten Band ist das so eine Sache. Zum einen gönnt man ihr Erfolg und Ansehen, zum anderen ist zu fürchten, dass der Eintritt in die Hochglanz-Popwelt ihren Tribut fordert und Anpassung und Lieblichkeit die zuvor prägenden Kanten abwetzt. Das Konzert am Mittwoch (14.7.) beim Dachauer Musiksommer hat bewiesen, dass derartige Ängste bei der New Yorker Indie-Rock-Kombo The National unbegründet sind.

„High Violet“, das aktuelle Album der Band, erklomm in ungeahnter Weise die Albumcharts auf beiden Seiten des Atlantiks. Hochglanz-Videos, Fernsehauftritte und ein via YouTube weltweit übertragenes Konzert folgten. Doch live – und anscheinend besonders gerne am Rathausplatz im Bayerischen Dachau, den sie schon vor zwei Jahren im Rahmen des hiesigen Musiksommers bespielten – lassen The National die vordergründig polierte Fassade fallen und tun, wofür sie von den heuer zahlreich erschienenen Fans geliebt werden: Sie zelebrieren Indie-Rock auf höchstem Niveau.

Im Mittelpunkt des Geschehens: der Sänger und Texter Matt Berninger. Er steht im Bühnenzentrum steht, verloren wirkt er, wenn er seine Zeilen singt, murmelt und keucht. Seine oftmals düsteren Worte stehen in einem spürbaren Spannungsfeld, aus dem er selbst kaum zu entkommen und doch jeden Moment zu explodieren scheint. Bisweilen jedoch zeigt sich Berninger an diesem Abend gelöst, scherzt mit dem Publikum und wagt sogar einen Ausflug in die Menge, um dann vor dem Erklimmen des Laternenmasts mit den Worten „This doesn’t work with me!“ zurückzuschrecken.

Hinter seinem warmen, sonoren Bariton bauen die Gebrüder Dessner und Devendorf kaskaden-artige Songs von greifbarer Dichte auf. Dem intim anmutenden Konglomerat aus hypnotischen Gitarren-Arpeggios und dezenten Bass-Grooves entspringen ein immer kräftiger werdender Beat, eine kreischende Bratsche und deftige Bläsereinsätze, die besonders den Nummern aus jüngerer Zeit ihren Stempel aufdrücken: Songs von schmerzvoller Schönheit entstehen, aus denen das verzweifelte Schreien Berningers einen Ausweg andeutet: „I’ll explain everything to the Geeks!“
Der Schwere des Stoffs wird energiegeladenes Musizieren und erfrischende Spielfreude entgegengesetzt. Highlights wie „Secret Meeting“, „England“, „Fake Empire“ oder „Afraid of Everyone“ ziehen das Publikum ganz dicht an sich heran und scheinen es erst mit einem finalen Kraftakt wieder wegzustoßen. So verschmilzt die bestens auf einander eingespielte Formation zu einem Gesamtwerk, dessen greifbar authentisches Auftreten die Befürchtungen einer der Popbranche geschuldete Hochglanz-Unterkühltheit vertreibt. Dafür spendet das begeisterte Publikum jubelnden Beifall und entlässt The National nur ungern in die gewittrige Sommernacht.

OCB

Dieser Text ist kürzlich erschienen in der Salzburger Kultur-Tageszeitung im Internet DrehPunktKultur.

Download Audiolith – FNTOME 11.07.10


Frau Nowaks Transorientalischer Musikexpress vom 11.07.10 steht zum Download bereit:
http://cba.fro.at/show.php?lang=de&eintrag_id=17974

Es geht um das Hamburger Label Audiolith.
Plus Interview mit Labelchef Lars Lewerenz und Juri Gagarin Sängerin Flicke.
Linker Techno? Elektropunk? Partypolitik!
Blow Your Mind With Good Music!

http://www.audiolith.net/

Frau Nowaks Transoriental Musicexpress from July 11th 2010 is ready for download:
http://cba.fro.at/show.php?lang=de&eintrag_id=17974

It´s about the Label Audiolith from Hamburg.
Plus Interview with labelhead Lars Lewerenz and Juri Gagarin singer Flicke.
Left Techno? Elektropunk? Partypolitics!
Blow Your Mind With Good Music!

http://www.audiolith.net/

Playlist Audiolith – FNTOME vom 11.07.10

PLAYLIST Ein Ausflug mit Freunden – Das Hamburger Elektropunklabel AUDIOLITH
Frau Nowaks Transorientalischer Musikexpress vom 11.07.10

01 Frittenbude – Bilder Mit Katze – Katzengold, 2010
02 ClickClickDecker – Wer Hat Mir Auf Die Schuhe Gekotzt – Nichts Für Ungut, 2006
03 Bratze – Ich Und Die Geister – Korrektur Nach Unten, 2010
04 Egotronic – Toleranz – Ausflug Mit Freunden, 2010
05 Egotronic – Der Tausch (feat. Kulla) – Lustprinzip, 2007
06 Frittenbude – Jetzt Ist Der Moment – Katzengold, 2010
07 Bratze – Mnchn, Schon Wieder Dunkel – Korrektur Nach Unten, 2010
08 Egotronic – Raven Gegen Deutschland – Lustprinzip, 2007
09 Egotronic – Das Leben ist tödlich (vs. Saalschutz) – Ausflug Mit Freunden, 2010
10 Ira Atari & Rampue – My Name Is Ira – Just Fu**in Dance It, 2010
11 Juri Gagarin – Flashgold (feat. Ashi) – Cobra, 2009
12 Frittenbude – Katzengold (feat.Flicke & Ira Atari) – Katzengold, 2010
13 The Dance Inc. – You Should Be On My Mind – This Fighting, 2010

Füller:
Der Tante Renate – Computerspiele – Simplex, 2007
ClickClickDecker – Die Suppe Schmeckt Auch Kalt – Nichts Für Ungut, 2006

OCBoddity 167 (12.07.2010)

Neuerscheinungen aller Art prägen die 167. Ausgabe von OCBoddity. Vom 60s-Beat von The Coral über Indie-Edelgesteine a la Broken Social Scene und The National – am 14. Juli live in Dachau – geht’s zu älteren Semestern (Lostboy aka Jim Kerr und Crash Test Dummies (wieder vereint!)), gemischt mit Soundbastlern (Gorillaz und LCD Soundsystem) und am Ende siegt das Weib, wie’s Kate Nash, Lissie oder Macy Gray tun oder übernimmt zumindest eine tragende Rolle, wie The New Pornographers, The Cranberries – am 16. Juli live in Wiesen – oder Cowboy Junkies beweisen! OCB nimmt sie alle mit … und ihr könnt hier reinhören.

PLAYLIST
The Coral, Roving Jewel
Broken Social Scene, Art House Director
The National, Anyone’s Ghost
Lostboy!, Refugee
Gorillaz, Melancholy Hill
Crash test Dummies, You Said You’d Meet Me
LCD Soundsystem, All I Want
Kate Nash, Early Christmas Present
The New Pornographers, Silver Jenny Dollar
Lissie, In Sleep
The Cranberries, Dreams
Cowboy Junkies, Sir Francis Bacon
Macy Gray, The Sellout

Lebendiges Lehen

Live aus dem Radiofabrik-Studio begleitet am Freitag, 16. Juli
um 17:00 der Lehener Karl Zankl durch die Sendung.

In der zweiten Ausgabe des Lehener Stadtteilradios gibt es:

http://www.radiofabrik.at/fileadmin/radiofabrik/design/images/zahnrad_mini_icon.png einen Rückblick auf das Gesundheitsfest im Juni und

http://www.radiofabrik.at/fileadmin/radiofabrik/design/images/zahnrad_mini_icon.png einen aktuellen Bericht von der Großbaustelle auf dem ehemaligen Stadtwerk-Areal.  Sarah Untner hat dazu im Infopoint wichtige Projektpartner interviewt.

Außerdem gibt es

http://www.radiofabrik.at/fileadmin/radiofabrik/design/images/zahnrad_mini_icon.png einen Aufruf,  sich am Lehen Buch 2 zu beteiligen:
Beiträge bitte an prolit@literaturhaus-salzburg.at.
Dazu gibt es Veranstaltungshinweise und jede Menge Musik –
wir wünschen viel Spaß beim Zuhören!

Interessierte RadiomacherInnen sind sehr herzlich willkommen und können sich bei der Radiofabrik melden.

Die nächste Sendung gibt es am 20. August.

Veröffentlicht unter Lehen

Das Unendspiel

Pünktlich zum WM-Finale erinnern wir an den „Papierenen“ und an liebenswerte Fussball-Kultur jenseits von Medienmarkt und Nationalgedümmel. Eine Hommage an das Kind im Mann zum Wiederhören und Mitverspieltsein…

Noch ein Papierener!

Er spielte Fußball wie kein zweiter,
er stak voll Witz und Phantasie.
Er spielte lässig, leicht und heiter,
er spielte stets, er kämpfte nie.

(Friedrich Torberg)

Matthias „Motzl“ Sindelar (der Papierene) war einer der besten Fussballspieler Österreichs. Nach dem Anschluss ans Deutsche Reich und der Auflösung und Arisierung seines Vereins Austria Wien verweigerte er den Nationalsozialisten auf vielfältige Weise den Gehorsam und kam schließlich 1939 unter mysteriösen Umständen (Gasvergiftung sic!) zu Tode.

Diese und andere Geschichten rund um sprachverspielte Ballverliebtheiten nebst dem politischen Feingespür erwachsener Gefühlskinder könnten uns sogar auf die indogenen Wurzeln manch rituell ausgeübter Sportart zurück verweisen. Doch genug der Theorie, zurück in die Praxis:

Text: Bernd Begemann über die Symbolik des Fussballs im Film, Günter Paal über den verderblichen Einfluss der Medienkonzerne auf das Spielvergnügen, Peter.W. & Norbert K.Hund über Dichtungen von Friedrich Torberg bis Rio Reiser. Musik: Lyapis Trubetskoy, Reel Big Fish, Zupfgeigenhansel, Gisbert zu Knyphausen, El Canto Del Loco. Signation: Willy Astor, Herman Van Veen, NooN & Snog.

 

Nachtfahrt XXII: Heiss, heiss…

Die abenteuerlich improvisierte Sendung gibts jetzt hier. Für eine Stunde Erinnerung an Michi und sein Perlentauchen am besten bei Minute 60 einsteigen.

Hitzefrei für die U-boot Crew! Beim Auftauchen vom letzten Schuljahr kam es zur Überhitzung des Reaktors, was eine Evakuierung der Besatzung an Deck notwendig machte. Nichtsdestotrotz konnte die riskante Operation am Rande der Plastizität mit beinahe metaphysischer Sicherheit erfolgreich beendet werden.

„Und die See wird allen neue Hoffnung bringen, so wie der Schlaf die Träume bringt – daheim.“ (Christoph Columbus)

In diesem Sinne: eintauchen in eine neue Welt voll neuer Eindrücke und Geschichten. Wir schreiben uns also weiter fort in allerlei Farben, Formen und Freundschaften. Für uns, für euch, für immer. Das Luftholen im richtigen Moment verdichtet einen Augenblick zur Ewigkeit.

Mein Dank den Gefährten! Ohne euch hätte ich es nicht geschafft. Würdigung.