Salzburg: STOLPERSTEINE AUFPOLIEREN!

Das Personenkomitee Stolpersteine lädt zum Frühlingsputz.

168 Stolpersteine liegen derzeit auf den Straßen Salzburgs. 2007 wurden die ersten Steine verlegt, jährlich kommen etwa 40 neue Stolpersteine hinzu.
Heuer wurden zudem Stolpersteine für Personengruppen verlegt, denen die Opferwürde 67 Jahre verwehrt blieb: der erste Stein für einen Homosexuellen vor dem Haus Brodgasse 3 und der erste Stein für einen Deserteur vor dem Haus Plainstraße 74 – ein Novum in Österreich, doch kein Grund zum Feiern, vielmehr ein Grund zum Aufpolieren der Erinnerung und zum Wachsamsein.
Die Oberfläche dieser Erinnerungs-Steine ist mit einer Messingplatte versehen, die mit der Zeit durch Umwelteinflüsse und Verschmutzung dunkler wird. Viele Steine sind über die Jahre bereits so dunkel geworden, dass die Inschriften kaum noch lesbar sind.

Seit dem Vorjahr ruft das Personenkomitee Stolpersteine Salzburg mit seinen derzeit 265 Mitgliedern am österreichischen Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus zum Stolperstein-Frühjahrsputz. An diesem Jahrestag – am 5. Mai 1945 – wurde das Konzentrationslager Mauthausen durch die vorrückenden Truppen der 11. US-Panzerdivision der 3. US Armee befreit. Weiterlesen

Helden der Ohrbeit?

Stellt euch (Du bist mehr!) vor die Welt wäre eine ruhige, kein Verbrennungsmotorenlärm, keine Strahltriebwerke am Himmel, keine stinkenden Kreuzfahrtschiffe und keine Full HD Flachwixschirme aus denen die Marktschreier 2.0 uns eine schöne neue Welt vorplärren.

Freundschaft

Würden wir zur Ruhe kommen, würden wir anstatt 20 Kaffeesorten nur 2 akzeptieren ? Könnten wir uns ohne die kreischend freie Marktwirtschaft auf etwas anderes besinnen oder würden wir

weiterhin ohnmächtig und lustlos jeden Tag zur Arbeit taumeln und die hart verdienten Kohlen in den Geld ejakulierenden Penis stopfen?

Stellt euch vor die Paradigmen wechseln und die Begrifflichkeiten von PRIVATeigentum, Grund und Boden, meins und deins „verschwimmden“. Stellt euch ein Recht auf Wohnraum auf Lebensdauer oder das wirklich bedingungslose Grundeinkommen vor?

Wäre die Welt der Menschen eine liebenswertere, eine gerechtere?

I have a dream………..

(Am kommenden Samstag [05.05.2012] gibts ein paar Arbeiterlieder zur gedeihlichen Erquickung  und etwas Gehirnsturm von einer Hälfte (MC Wuh) der durchaus ernst gemeinten Sendung BATTLE&HUM der Sonderschiene: DIE GRÜNE STUNDE!!)

GÖTTERFUNK mit TMOTL (live & unplugged, 19.04.2012)

What a great show that was!Tobias Pötzelsberger, Headmaster von The More Or The Less war am 19. April zu Gast in OCBs „GÖTTERFUNK, Bands und Musikschaffende aus Salzburg“. Live & unplugged präsentierte er dabei Songs aus dem pressfrischen Album „Keep Calm“ und stand Rede und Antwort!
Gut war’s und wer’s versäumt hat … kann hier nachhören.

Willkommen in Salzburg span./dt.: Frida Kahlo – Kämpferin und Feministin

Dienstag, 1. Mai um 19:06 Uhr auf der Radiofabrik.

Frida Kahlo ist die mit Abstand bekannteste Malerin Mexikos, wenn nicht sogar Lateinamerikas. Ihre Bilder wurden von der mexikanischen Regierung offiziell zum „nationalen Kulturgut“ erklärt. Ihr Ganzkörper-Selbstbildnis Raíces erzielte im Mai 2006 einen Versteigerungserlös von 5,6 Millionen US-Dollar und gilt damit als das bislang teuerste Bild eines lateinamerikanischen Künstlers.

Mit 47 Jahren starb Kahlo 1954 in Mexiko. Kahlo bezieht sich in ihren Bildern auf die präkolumbianische, mexikanische Kunst der Azteken und Maya und thematisiert soziale und politische Probleme. Außerdem versucht sie ihr Leiden in ihren Bildern zu verarbeiten. Mit sechs Jahren erkrankt Kahlo an Kinderlähmung, mit 18 hat sie einen Straßenbahnunfall, der fast ihre komplette Wirbelsäule zerstört. Sie stellt aber auch ihre Ehe mit dem exzentrischen Muralist Diego Riviera dar, sowie ihre tragische Romanze mit dem Revolutionsführer León Trotzky. 1953 wird ihr rechter Fuß amputiert. Die folgende Invalidität stürzt sie in tiefe Depressionen. Nach mehreren Selbstmordversuchen stirbt die Malerin 1954 an einer Lungenembolie.

„Pinto autoretratos por que estoy gran parte del tiempo sola, por que soy la persona a quien mejor conozco“ palabras de Frida Kahlo (1907-1954), pintora mexicana, quien a pesar de su enfermedad, luchó por sus suenos, la felicidad y el amor, siempre se sostuvo de pie amte toda adverisdad y siempre mostró fortaleza y coraje ante la vida.

Chillen mit den Whalekillers

Podcast/Download: Artarium vom Sonntag, 29. April – We proudly present – Chili and the Whalekillers live and unplugged im großen Sendesaal der Radiofabrik Salzburg. In diesen stürmischen Zeiten ökonomischer Unersättlichkeit wollen auch wir unseren Beitrag zur Umverteilung des Geldes aus den Taschen der Bevölkerung in die Hedgefonds der Finanzjongleure leisten! Und so haben wir als chronisch vom Aushungern bedrohte Einrichtung weder Kosten noch Mühen gescheut, auch noch unseren allerletzten Spendenobulus in ein äußerst obskures Terminderivat der internationalen Musikmafia zu investieren: „The Banker on the Run“ wird nämlich am Montag, 30. April um 19:00 Uhr als CD-Release Show im Markussaal-YoCo feierlich enthüllt:

Dann werden die Getränke abgerechnet und die Zinsen fällig! Und wir werden erfahren, inwieweit Kunst sich auszahlt, wenn zum letzten Katerfrühstück der Sextinischen Kapelle geblasen wird. Oder haben wir da etwas vollkommen falsch verstanden? Täuschen uns die Zitate der Zitate etwa über unser postmodernes Selbstverständnis hinweg? Irritiert uns die feine Ironie womöglich in unserer spätfeudalen Bequemlichkeit? So fest steht viel – Chili and the Whalekillers sind einfach erfrischend anders. Und das tröstet schon ungemein in einer Stadt, in der fast jeder so klingen will wie …… nur damit der Geldschein gewahrt wird! Oder wie es Bernhard Flieher im bislang einzig zu entdeckenden substanziell hintergründigen Pressetext formuliert: „Selten klang eine junge Band aus Salzburg ähnlich außergewöhnlich. Zu ausgiebig wird hier – wie in jeder Popprovinz – mit Schielen auf Trends oder Althergebrachtes das Epigonale zelebriert. All das schert Chili & the Whalekillers nicht. Sie musizieren mühelos auf dem Grat zwischen Kunst und Eingängikeit.“ (Salzburger Nachrichten 15. 2. 2011) -> FM4 Soundpark!

Also wollen wir den nackten Fakten der kommenden Erscheinung bereits vorab zu Leibe rücken – unplugged im Peter Gabriel’schen Sinn: „strip down some songs to their ultimate nakedness“ – sowie im Gespräch mit den fünf freundlichen Herren – über Werden und Entstehen der aktuellen CD, diesem kapitalismuskritischen Konzeptalbum mit augenzwinkernder Selbstironie. Wir sind halt schon ein geiles Institut 😉

Vom Wachsen

„Spitz die Ohren, Mini Andrä“ im Mai

bild von lisa kaufmann

vom wachsen

Am 12. Mai ist es soweit. Das ist der offizielle Starttag für die „Aktion Sonnenblume“. An diesem Tag machen wir uns auf den Weg und pflanzen unsere kleinen Sonnenblumen hinaus ins Andräviertel. Die Plattform „blattform: eine Stadt – ein Garten“ hatte die Idee dazu.

Wir erzählen es den Bewohnern und Eltern, Nachbarn, Freundinnen und Freunden: „Passt auf, bald wachsen hier im Andräviertel überall Sonnenblumen. Und eine davon ist meine.“ Wie das mit dem Wachsen überhaupt ist, das erzählen wir von  der VS St. Andrä. Dieses Mal sind auch die Kinder der 1a Klassse dabei. Und Christl von der blattform erzählt alles drum herum um diese feine Aktion Sonnenblume.

OCBoddity 216 (23.04.2012)

OCBs rot-weiß-roter Frühling geht weiter und OCBoddity, die 216., untermauert, dass dieses Jahr ein gutes für Rock, Pop & Indie aus Österreich ist! Zu den Größen aus Salzburg (The More Or The Less, Stubnbluessiehe hier) gesellen sich auch Begnadete aus Linz (The Beth Edges, Heiligenblut), Graz (Son of the Velvet Rat) und dem Londoner Exil (Rotifer). Festwochen bei OCBoddity, aber auch in der ARGE und im Rockhouse!

PLAYLIST
The Beth Edges, Colours Collide
Graham Coxon, What’ll It Take
M Ward, Sweetheart
Heiligenblut, Whiteout
Artic Monkeys, R U Mine?
The Shins, Bait and Switch
Willi Resetarits und Stubnblues, Weg’n Dera G’schicht
Rotifer, Canvey Island
Son Of The Velvet Rat, White Patch of Canvas (Ft. Lucinda Williams)
Trembling Bells & Bonnie “Prince” Billie, I Can Tell You’re Leaving
The More Or The Less, Long Live The Queen
Joseph, Arthur, Yer Only Job

Zum Nachhören

Stadtteilradio Itzling – Theater im Stiegenhaus

Auch hier in Itzling hat das Stadtteiltheater LI bei der Premiere für Begeisterung gesorgt! Zu Gast im Studio Jerome Devotta (Mitspielender), Rosemarie Eymannsberger (Zuseherin) und Barbar Wick (Theaterpäd. Leitung).
Musik zum Thema Nachbarschaft mit Schmunzeleffekt!

Weitere Aufführungen:
30.6. LI-Trailer im Künstlerhaus
29.9 Stadtwerke Lehen
9.10 Wohnhaus in Itzling
14.10. Wohnhaus in Itzling
19.10 Trailer LI ABZ-Eröffnung

Karl Emminger – Salzburg

Karl Emminger

Karl Emminger

Karl EMMINGER, geboren am 26. September 1878 in Deutsch-Altenburg, Niederösterreich, war Schlosser, Eisenbahner, Werkmeister, Gewerkschafter, Präsident der Salzburger Arbeiterkammer, Landesleiter des Republikanischen Schutzbundes, sozialdemokratischer Politiker, Mitglied des Gemeinderats von Gnigl, Landtagsabgeordneter, Mitglied der Salzburger Landesregierung und Landesrat bis zum Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei am 12. Februar 1934, bis zu ihrem gewaltsamen Ende unter der österreichischen Diktatur des Kanzlers Engelbert Dollfuß.

Hörstolperstein Karl Emminger

Bekannt ist außerdem, dass Karl EMMINGER Kontakte zu Stefan ZWEIG hatte, dessen Haus auf dem Kapuzinerberg im Februar 1934 »pro forma« nach Waffen des Republikanischen Schutzbundes durchsucht wurde. Stefan ZWEIG verließ Salzburg. Karl EMMINGER, der alle Parteifunktionen und öffentlichen Ämter verlor, war drei Monate in Haft und wurde nach seiner Freilassung fortwährend observiert, wie aus dem Bericht des Sicherheitsdirektors für Salzburg vom 17. Jänner 1935 hervorgeht:

Ececutive Arbeiter- & Soldatenräte, Salzburg 1919

Executive Arbeiter- & Soldatenräte, Salzburg 1919

Der pensionierte Bundesbahnschlosser Karl Emminger, ehemaliger soz. dem. [sozialdemokratischer] Landesrat und Schutzbundführer, in Gnigl-Itzling, Kreuzstraße Nr. 16 wohnhaft, dessen Verkehr überwacht wurde, empfängt wohl öfters Besuche von Bekannten, doch ließ sich nicht feststellen, dass es sich hiebei um politische Zusammenkünfte handelt. Die Angelegenheit wird weiter im Auge behalten, und wird bei sich ergebendem Verdachte sofort eingeschritten werden.

Die Familie EMMINGER, die nach altösterreichischem Recht in der Gemeinde Gnigl heimatberechtigt war, wohnte in Itzling, damals noch zur Gemeinde Gnigl gehörend, unweit des Arbeiterheimes, das nach Karl EMMINGER benannt war und nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei enteignet wurde.1 Salzburgs widerständige Frauen und Männer aus den Reihen der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ) und Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) lebten vorwiegend in Gnigl-Itzling: Salzburgs »rote« Hochburg.

Karl Emminger Stolperstein

Karl Emminger Stolperstein/Kreuzstraße 14

Karl EMMINGER, der keiner Widerstandsgruppe angehörte, aber als »politisch vorbelastet« galt, wurde auch unter dem NS-Regime bespitzelt. Es scheint, dass jede seiner Bewegungen der Gestapo gemeldet wurde. Ihm wurden seine in den Kriegsjahren 1941 und 1942 geführten Gespräche mit einem Hilfsarbeiter, der Kommunist war, zum Verhängnis. EMMINGER wurde am 18. November 1942 verhaftet, am 7. Jänner 1943 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« angeklagt und nicht zuletzt dank des Kommunisten, der seine ursprüngliche Aussage zurücknahm, am 7. Mai 1943 von der Anklage freigesprochen. Er starb am 3. Mai 1944 an den Folgen der Haft, worüber sein Enkel Dr. Herbert Moritz im Rückblick berichtet:

Aber Karl Emminger war bei seiner Entlassung bereits ein todkranker Mann. Er erlitt mehrere schwere Anfälle von Angina pectoris, die er vor seiner Familie so lange wie möglich geheim zu halten versuchte. An einem solchen Anfall ist er am 3. Mai 1944 im St. Johanns-Spital gestorben. 2

Die Witwe Anna EMMINGER, die nach der Befreiung Anspruch auf Opferfürsorge hatte, starb 1957 in Salzburg. Sie hatte zwei Kinder. Ihre Tochter Marie Moritz lebte mit ihrer Familie in Salzburg. Ihr Sohn Dr. Herbert Moritz, geboren 1927 in Salzburg, war sozialdemokratischer Politiker, Landeshauptmann-Stellvertreter und Bundesminister für Unterricht, Kunst und Sport.

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1 Siehe Standort Schopperstraße 20: Ehepaar Rosa und Johann Bermoser, Rosas Bruder Karl Schallmoser
2 Herbert Moritz: Gesichter, Köpfe, Gestalten. Begegnungen in sieben Jahrzehnten, Wien 2004, S. 11-21
Quellen: Opferfürsorgeakte S-745, Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 – 1945, S. 274

Recherche: Gert Kerschbaumer
Gestaltung & Produktion: Georg Wimmer