Szenenwechsel Salzburg: DOC J

Mit dem Szenenwechsel präsentieren einmal im Monat die Freien Radios in Österreich das aktuelle musikalische Geschehen einer Stadt oder einer Region. Mit Bandportraits, Interviews, Studiosessions oder auch thematischen Schwerpunkten gibt es so monatlich exklusive Einblicke in die heimischen Musikszenen, die von anderen freien Radios übernommen werden. Diesmal gibt es wieder Musik aus Salzburg.

DOC J. and the Libratones sind schon fast Salzburger Urgesteine: In einem Alter, in dem andere schon längst nur mehr ihre Greatest Hits bemühen, fängt er erst an: Doc J. (alias Johannes Leimgruber) hat im Oktober sein erstes Album „Time Fades“ veröffentlicht. Und das zeugt bei schnörkelloser Machart von großer musikalischer Bandbreite und jeder Menge Lebenserfahrung, von Abschied, Sehnsucht und von der Zeit: Neben dem Albumtitel „Time fades“ beinhalten drei weitere Songtitel des Albums das Wort „Time“.

Im Szenenwechsel unterhält sich Oliver Baumann mit Johannes Leimgruber und Stootsie über DOC J, das neue Album, über Greatest Hits und es gibt auch wieder unplugged Sessions aus dem Studio – tune in!

Sendung online hören: http://cba.fro.at/272948

Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 9. NovemberZum 100. Todestag von Georg Trakl suchen wir heuer ein letztes Mal die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs auf. Denn wir verstehen jenen verzweifelten Freitod des Salzburger Extremlyrikers am 3. November 1914 durchaus als eine direkte Auswirkung der schrecklichen Ereignisse, die er im September selbigen Jahres als hilfloser Helfer inmitten von todwund zerfetzten Soldaten erlebte, erlitt – und schließlich auch nicht mehr ertrug. Ob dieser dünnhäutige, dauerdepressive und schon seit früher Jugend schwer drogensüchtige Mensch allerdings von vorn herein zum Scheitern an sich selbst und unter allen Umständen zum Untergang verurteilt war – diese Frage muss offen bleiben. Dass seine düstere Dichtung einen aber auch zur Wahrnehmung unterdrückter Emotionen verführen – und im besten Fall zu deren sprachlichem Ausdruck befähigen kann – das darf als gesichert gelten

TraklgedenkenTrakls Wortwelt entzieht sich weitestgehend eindeutiger Interpretation und klarer Zuordnung, wohl auch weil seine Person dabei stets eine geheimnisvolle geblieben ist. Die Symbole und Stimmungen in seinem Werk erschließen sich immer nur individuell, subjektiv. Das jedoch heftig, wie es wohl auch die Zustände waren, in denen sie entstanden sind. Manche(n) mag dies befremden oder gar verstören – die eigene Vorstellungskraft wird dabei jedenfalls zwingend in Gang gesetzt. Und so entfaltet sich eine ganz ähnliche Wirkung wie in der surrealen Malerei, der psychedelischen Musik oder beim Verzehr von bewusstseinsverändernden …… Das überlassen wir aber jetzt eurer Phantasie! 😀

Geduckte Hütten, Pfade wirr verstreut,
In Gärten Durcheinander und Bewegung,
Bisweilen schwillt Geheul aus dumpfer Regung,
In einer Kinderschar fliegt rot ein Kleid.

Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor.
In Körben tragen Frauen Eingeweide,
Ein ekelhafter Zug voll Schmutz und Räude,
Kommen sie aus der Dämmerung hervor.

Vorstadt im FöhnAn einigen Plätzen in der Stadt Salzburg sind Gedichte von Georg Trakl in der Gestalt von Steintafeln angebracht, so wie das hier zitierte „Vorstadt im Föhn“ neben dem Fernheizwerk bei der Lehener Brücke, wo sich einstmals der städtische Schlachthof befand. Doch weshalb würdigt man ausgerechnet in dieser Hochburg angepassten Funktionierens einen Dichter, dem jedwede fröhlich geschwätzige Normalität zutiefst zuwider war? Sind seine prophetischen Gesichte vor die Säue geworfene Perlen, der Allgemeinheit halt in die Sicht geschraubt, damit selbst der Umweg kunstsinniger Genießer und Individualtouristen noch rentabel ist? Bizarr…

Trakls im Spiegel seiner Seele bis zur eigenen Vernichtung verkörperten Vorhaltungen an eine ihn abweisende Spießgesellschaft sind hier prominent platziert nachzuvollziehen. Dass dieses von der eigenen Bedeutung bis zum Anschlag besoffene Wichtigtum, das menschlich nicht mehr imstande war, auch nur einen einzigen Außenseiter aufzunehmen, kurz darauf halb Europa mit Krieg überzog und in Schutt und Asche legte, das sollte uns gerade heute wieder zu denken geben! Das Unaussprechbare, das Trakl allerdings verklausuliert aufschrieb, bedarf nämlich einer Antwort an den Lebenden, soll es ihn nicht auf Dauer kränken, isolieren – und schließlich umbringen. Ob Dichtung in der Depression zum Ausweg wird – oder zum Untergang – das liegt schon am Du.

> Erfrischend Unblödes zu Trakls Biographie in diesem SPIEGEL Artikel von 1957 😉

> Lyrik für alle von Lutz Görner (sehr empfehlenswert!) – Georg Trakl (Video)

 

Radio Reichenhall. Das 1. deutsche Außenstudio der Radiofabrik

Die Radiofabrik baut mit Unterstützung durch ein EuRegio-Projekt ein Außenstudio in Bad Reichenhall auf.

Unsere RadiomacherInnen aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein müssen in Zukunft nicht mehr den weiten Weg nach Salzburg kommen, um ihre Inhalte on Air zu bringen. Die Sendungen werden via Internet live aus Reichenhall ins Programm übernommen.

Eröffnet wird das Studio voraussichtlich im Jänner 2015.

Auf diesem Blog halten wir euch auf dem Laufenden über die Fortschritte.

It’s all there – TEDx Konferenz in Salzburg

Bill Gates, Bill Clinton oder Larry Page sind nur einige der klingenden Namen, die bereits auf einer TED Conference waren. Dabei hat jeder Sprecher 18 Minuten Zeit, dem Publikum seine „Idee“ zu vermitteln – und das kann so ziemlich alles sein. TED steht für „Technology, Entertainment and Design“ – inzwischen haben aber auch andere Themen Einzug in die Konferenz gehalten. Das Konzept TEDx gibt es seit 2010 auch in Salzburg, am 7. November findet die inzwischen 4. Konferenz in der Stiegl Brauwelt statt.

Zu Gast im Magazin um 5 am 5.11. ist Gregor Eistert, Autor und Regisseur, er wird bei der heurigen Konferenz als Speaker dabei sein und wird uns alles über das Konzept TEDx erzählen.

„So A Theater“ im November: Neue Produktionen im Toihaus – AUFBRUCH und ANTIPODEN, letzte Vorstellungen WOLFLICHT

Im Toihaus verwandelt sich die Bühne momentan in einen Ort aus Licht und Bewegung, wenn WOLFLICHT, eine Inszenierung von Katharina Schrott aufgeführt wird. Auf der Bühne performen Myrto Dimitriadou und die beiden Musikerinnen Gudrun Raber-Plaichinger und Yoko Yagihara – eine Performance im Wechselspiel zwischen Licht, Schatten und Dunkelheit. Am kommenden Donnerstag und Freitag, den 6. und 7. November gibt es die beiden letzten Gelegenheiten, das Stück im Toihaus Theater zu erleben.

Und es stehen auch zwei neue Produktionen vor der Türe: Neben Abendvorstellungen ist das Toihaus auch bekannt und beliebt für seine Theaterproduktionen für Kinder. AUFBRUCH ist ein Tanztheater für Kinder ab 1,5 Jahren, nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Stéffie Becker. Aufgeführt wid das Stück unter anderem auch im Rahmen der 3. Europäischen theaternacht – dabei wird Theater für alle und jeden geboten – egal welchen Alters, egal ob mehr oder weniger theatererfahren. Am Samstag, den 15. November ist AUFBRUCH das erste Mal im Toihaus zu sehen, in dieser Ausgabe von „So A Theater“ gibt’s bereit die ersten Infos zum Stück.

Und einen Ausblick gibt es bereits auch auf die neue Performance von Hüsyen Evirgen. ANTIPODEN ist eine Experimentelle Sprachkomposition in theatralen Bildern und vereint wieder jene Emente, die auch zB. schon bei HELIADEN charakteristisch für die Produktionen von Evirgen sind: Zukunftsvisionen an der Grenze zwischen Sprache und Musik, ein Kreieren, Auflösen, neu Zusammensetzen von sprachlich-musikalischen Mustern, unterstützt durch Schauspielerinnen auf der Bühne. ANTIPODEN ist ab 22. November im Toihaus zu sehen.

Spitz die Ohren, Mini Andrä im November 2014: Kennst du das Gespenst, das um Mitternacht…?

cc Lisa Kaufmann

Kennst du das Gespenst, das um Mitternacht…?

Gruseln, ekeln, fürchten, grausen und Angst haben – davon kann man im nebeligen Herbst kaum genug kriegen. Ein bisschen Gänsehaut, was macht das schon! Wir erzählen euch, wovor wir uns gruseln, ekeln und ein bisschen fürchten. Schaltet ein und hört uns zu – wenn ihr euch traut!

So klappt’s mit Kind und Hund

So klappt’s mit Kind und Hund

heißt das Buch meiner Vereinskollegin, Dagmar Cutka, Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin (Spirits of Life,  Schule für Mensch und Hund) und Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohnes.  Auch Dagmar Cutka setzt auf Vorbereitung und gemeinsames Lernen von Kind und Hund. Und sie betont ebenso wie Helga Pöschl, die Rolle der Eltern. Einen Hund zu sich zu nehmen, ist eine Entscheidung für einen langen Zeitraum, in dem sich die Interessen der Kids vermutlich verändern. Doch die Verantwortung für den Hund bleibt – und zwar den Eltern, die sich  früher oder später ohnehin um den Hund kümmern müssen!

Sebadja überprüft vorsichtig, ob da gute Leckerchen im Spiel sind.

Sebadja überprüft vorsichtig, ob da gute Leckerchen im Spiel sind.

Zu Hören: Live auf der Radiofabrik 107,5 oder per Livestream immer am 12. November um 12:08 Uhr und am 13. November um 19:06 Uhr. Nachhören unter Cultural Broadcasting Archive oder über den Hunderunde Blog.

„Il y a dans les yeux de cette bête une douleur humaine…“

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In Stimmen aus den Schützengräben #18 we deal with an often disregarded topic: animals at war. During WWI millions of animals were used for various tasks on all fronts. Horses were not only used by cavalry but also by artillery regiments to pull the heavy artillery pieces. Mules were also used to convey supplies, especially in the mountains. Dogs could have different tasks: sentry, scouting, conveying messages, finding casualties, providing psychological comfort as mascottes. Pigeons were also widely used to convey messages, with an astonishing 95% rate of success. This episode focuses on horses and mules, presenting different aspects of their life and death on the frontline. They were by far the most exploited animals: in 1917 the British Army alone had to buy 15.000 horses a month to mantain the number they needed!

 

Italian prisoners burying horses. 8 November 1917 (Österreichische Nationalbibliothek)

Italian prisoners burying horses. 8 November 1917 (Österreichische Nationalbibliothek)

 

The first document of the week is a letter by Johann Görtemaker (see episodes  #5, #12, #13#14 and #15) ), written in Flanders on the 12 August 1917. The German soldier tells to his parents: „in our previous positions we also had artillery barrages, but it has never been such a Hell as here. The Somme was surely not worse“. In that barren land full of mud and holes, artillery batteries had to be moved quite often to avoid counter-battery fire. Sometimes guns, men and animals would get stuck in the mud. „suddenly I fell with my horse, which sunk belly-deep into the mud. Hopefully the bavarian gunners finally managed to pull me from under the horse“. In such conditions,  animals were sometimes enduring more than men: „Horses suffer the most, because they must remain for hours in one spot and they only get a small amount of fodder“. A transcription of the Görtemaker’s letters is available at: http://www.europeana1914-1918.eu/de/contributions/462

 

Dogs at work, Austrian Army. (Österreichsische Nationalbibliothek)

Dogs at work, Austrian Army. (Österreichsische Nationalbibliothek)

 

The second document is a passage from an interview with British Sgt Leonard J. Ounsworth (see episodes #1, #3, #7 and #8).  As a soldier enlisted in an artillery regiment he was always in contact with horses, and he says the training of animals was even more important than that of men. When a cannon had to be moved teamwork between men and horses was crucial, because only with a well-coordinated effort it was possible (for exemple) to pull a gun out of the mud. The full interview  can be downloaded at: http://www.oucs.ox.ac.uk/ww1lit/gwa/document/9404?REC=1

 

French soldiers pulling mules (gallica.fr)

French soldiers pulling mules (gallica.fr)

 

The third „guest“ of the week is Italian Lieutenant Paolo Caccia Dominioni (see episode #15). We selected two interesting passages from his diary. The first is from an entry dated 20 September 1917. The officer mentions the presence of a dead mule exactly in the middle between two batteries, that stinks horribly because nobody wanted to bury it. The two gun crews are insulting each other while stating it is not their duty to bury the animal. During WWI, dead mules and horses were often part of the landscape. The second passage is taken from the entry dated 21 September 1917. Some mules got sick and died after being fed only rice (see episode #15), and Caccia Dominioni got into some trouble with the army. His comments are very sarcastic: when a men died, nothing happened, but for mules enquiries would be started and the whole bureaucracy would be involved. The war journal of Paolo Caccia Dominioni has been published under the title: „1915-1919. Diario di guerra

 

Kranke Pferde

Sick horse in Gorizia, 1916 (Österreichische Nationalbibliothek)

 

The last „guest“ of the week is French soldier Paul Lintier. He was enlisted in an artillery regiment and fought from 1914 until 15 March 1916, when he was killed in action. He wrote a book of memories („Ma pièce, souvenirs d’un canonnier„) that was first published as feuilleton by the newspaper L’Humanité in spring 1916. The first passage depicts a sick horse, so emaciated that „one wonders, how the bones of his hips aren’t piercing his skin„. The second one tells of a wounded horse that had to be killed by the author with a shot in the head („there is human suffering in the eyes of this beast„). The full book can be read at: https://archive.org/details/avecunebatterie00lint

 

-Credits-

Editing: Romana Stücklschweiger, Matteo Coletta.
Commentary: Matteo Coletta.

Voices in this episode: Hannes Hochwasser as Johannes Görtemaker,  Matteo Coletta as Paolo Caccia Dominioni  and Paul Lintier, Leonard J. Ounsworth as himself.

Jingle:

Music: Gregoire Lourme, “Fire arrows and shields
Concept: Matteo Coletta
Voices: Hannes Hochwasser, Matteo Coletta, Roman Reischl, L.J. Ounsworth, Norbert K. Hund.

 

 

Sven Regener (Element of Crime, Herr Lehmann) im Interview

„Es geht um das Herz der Sache, Charlie. Es geht um Magical Mystery“
Ein Buch wie ein Rausch: Man braucht 48 Stunden, die Droge heißt Sven Regener. Am Start: eine Handvoll ziemlich verrückter Techno-Freaks. Und am Steuer: Karl Schmidt, der beste Freund von Frank Lehmann.

Am 14. Oktober war Sven Regener, Autor und Mastermind der Band Element of Crime im Rockhouse zu Gast und las aus seinem aktuellen Buch „Magic Mystery“, ein Spin-Off des Erfolgsbuches Herr Lehmann. Wir haben uns mit Sven Regner über das aktuelle Album Lieblingsfarben und Tiere und über das neue Buch „Magic Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt“ gesprochen, ihr hört das Interview am 30. Oktober 2014 im Magazin um 5.

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