Breaking Glass (Film Soundtrack)

Artarium am Sonntag, 12. April um 17:00 Uhr – Seit einiger Zeit tauchen sie wieder öfter auf, die 70er und 80er Jahre, speziell im Hinblick auf die radikalen Einflüsse von Punk, New Wave und D.I.Y. (“Do it yourself”) auf die Musikkultur jener Zeit und darüber hinaus auf weite Teile des Musik- und Kunstschaffens bis heute. Zeit für einen Zeitsprung oder Die Zeitkapsel ist hiermit eröffnet: Wir schreiben das Jahr 1980. In Großbritannien zerfällt die Gesellschaft in gewaltsamen Unruhen. Margaret Thatcher hetzt berittene Polizei gegen demonstrierende Arbeiter*innen. “Anarchy in the UK”. Die Hymne der Sex Pistols aus dem Jahr 1976 hat die Eskalation längst vorweg genommen. Punk mischt das kulturelle Selbstverständnis einer ganzen Generation auf. Und da erscheint der Film “Breaking Glass” mit Hazel O’Connor.

Breaking GlassProduziert von jenem Dodi Fayed, der 18 Jahre später zusammen mit Lady Diana bei einem Autounfall Im Jahr 1980 jedoch, genau an der Grenze zwischen gewohnten Rock-Strukturen und unerhörten Punk- und New-Wave-Sounds, im Umbruch der althergebrachten Verwertungsindustrien und noch bevor alternativ selbstbestimmte Lebens-, Öffentlichkeits- und Marktformen für Bands erfunden und ausprobiert werden konnten, da dazwischen – im Inbetween –erzählt sich uns die etwas andere Geschichte der No-Future-Generation in ihrem lebensbejahenden Kampf mit den verlogenen Verhältnissen, in denen sie sich auf ihrer Suche nach Liebe (was denn sonst, seit Anbeginn der Menschheit, seit jeder Geburt seither) zunächst fassungslos wiederfindet. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Protagonistin in ihren Versuchen, “die Welt da draußen mit ihrer Botschaft zu erreichen”, ganz ähnliche Erfahrungen macht wie Pink aus dem etwa zur selben Zeit und ebenfalls in England entstandenen Pink-Floyd-Opus “The Wall” – nämlich von der Menschenvernichtungsmaschine der Musikindustrie bis zum Zerbruch ausgebeutet und ausgewrungen zu werden.

Und auch die Rettungs- und Erlösungsphantasien aus der Nazibildwelt kommen bei beiden Hauptfiguren vor – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Wobei man hier schon fragen kann, inwieweit die jeweiligen Erlöserposen“Die anderen als Lichtgestalt vor den Naziumtrieben retten” (Breaking Glass) oder “Zur Rettung der Gesellschaft selbst zum Diktator werden wollen” (The Wall) nicht zwei Seiten desselben Scheiterns auf der Suche nach Liebe sind, wie Arno Gruen das in dem Kapitel über linke und rechte Rebellen aus “Der Verlust des Mitgefühls” nahelegt.

“Then comes „Will You?“, the jewel. Tender, almost fragile, then broken open by saxophone. For me, it was the first time I realized Hazel could devastate as well as rage.”, schreibt Howard Salmon in einer Betrachtung des Soundtracks wie auch des Films und seiner Begleitumstände. Empfehlung! Und auch für mich als ein Perlentaucher in vielerlei Hinsicht ist dieser Song eine herausragende Kostbarkeit. Zeigt er doch die Feinfrequenz und Behutsamkeit auf, die uns allen in dem Moment der Resonanz eigen ist, wenn wir der Liebe (wieder oder zum ersten Mal) begegnen.

Nur von dort aus können wir maßnehmen (erkennen und feststellen) inwieweit Weltpolitik, Wirtschafts-, Gesellschaftsordnung, whateveroder wir selbstvom eigentlichen Leben abweichen. Es ist die Perspektive des Neugeborenen. Alles andere ist Breaking Glass.

 

Glaub nicht alles, was du denkst

 

Sommerzeit


Von Daniel FR, Plenz - Original by Daniel FR, SVG by Plenz, Gemeinfrei,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1837016

In Tuning ab ist diesmal der Wechsel in die Sommerzeit das Thema. Mit zetlichen Musikalien von John Coltrane, Pink Floyd, Alan Parsons Project, Mr. Käfer u.a.

Nachzuhören unter: https://cba.media/767040

Menschenvernichtungsmaschine

Perlentaucher Nachtfahrt am Freitag, 10. April um 22:06 UhrWas für ein Wort – und wie es zustande gekommen ist. Es trifft ein jedem Menschen innewohnendes Grundgefühl, ungeachtet dessen, ob das nun verdrängt, verleugnet, verboten oder unterdrückt ist. Die Diktatur der guten Laune herrscht doch nicht nur irgendwie “da draußen”, sie findet zugleich auch in uns allen statt. Um es persönlich zu sagen: In dir – in dir – in dir – und in mir. Ein Gefühl unentrinnbaren Ausgeliefertseins, das in den frühesten Erfahrungen des Nichtselbstseindürfens erstmals erlebt wird und das von da an immer wieder auftaucht, sobald von uns Anpassung an die Übermacht verlangt wird, die wir als gegen unsere Lebensinteressen gerichtet erkennen. Doch hätten wir diese Gefühle nicht von uns abgespalten, hätten wir das nicht überlebt.

Menschenvernichtungsmaschine 1

© Zum goldenen Lamm (Film: Freistatt)

Eine solche Begegnung mit der gewaltsam Anpassung fordernden Funktionsmaschinerie zeigt der Film “Freistatt” auf eindrucksvolle Weise. Doch offensichtlich ist die schwarze Pädagogik wohl kein Phänomen, das der einen oder anderen Zeitepoche punktuell zuzuordnen wäre. In Michael Hanekes Film “Das weiße Band” wird die umfassende Durchdringung der gesamten Gesellschaft mit den gleichen Vorgehensweisen gegen das Lebendige in Kindern zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt. Und die Salzburger Pädagogin Sabine Seichter deckt in ihrem Buch “Das normale Kind” deren Fortbestehen in heutigen Erziehungsmethoden auf. Soviel erstmal zu der diese unsere Sendung umgebenden Mentalitätslandschaft. In dieses Setting setzen wir unser Set aus Musik, Stimmungen, Texten und Gesprächenunseren kleinen Koffer mit Werkzeugen zur Reparatur der Welt (Tikkun Olam)

Menschenvernichtungsmaschine 2

© Zum goldenen Lamm (Film: Freistatt)

Ein Kind kommt in einen Kindergarten und erlebt dort etwas so Schreckliches, dass es zunächst seine Wortsprache verliert. Zugleich erlebt es etwas so Schönes, dass es ein Bild zeichnen kann, in dem nicht nur seine eigenen Gefühle, sondern zudem die seiner Familie sowie alle Wirklichkeit(en) der Welt enthalten sind. Und als ob das nicht schon Wunder genug wäre, hat es auf ein Mal auch sämtliche Worte wieder, um seiner Mutter die ganze Geschichte des Bildes zu erzählen: “Das ist die Menschenvernichtungsmaschine …” Was das Schöne war, das es zuvor im Kindergarten erlebt hat und das es zu dieser Entwicklung befähigte, diese “geheimnisvolle Ressource”, das will ich noch nicht verraten. Das werde ich in der Sendung erzählen und ihr könnt dabei, wie wir zu sagen pflegen, gut zu hören. Das Kind nämlich bin ich selbst und es ist meine eigene, wunderbare Geschichte.

Menschenvernichtungsmaschine 3

© Zum goldenen Lamm (Film: Freistatt)

Die Erinnerung an die Erlebnisse im Kindergarten sind mir erst unlängst wieder aufgetaucht. Aber das Bild und die damit verbundene Geschichte, das hat sich mir seit damals dermaßen eingeprägt, dass ich es auch früher schon immer wieder abrufen konnte. In Verbindung mit dem “schrecklichen Schweigen” meiner Familie, etwa für die Sendung “105 Jahre Marko Feingold” oder in Bernhard Jennys Buchprojekt “100x NIE WIEDER …” Doch diese eine Bedeutungsebene, die auf die Verbrechen des Nationalsozialismus verweist, ist nur eine von mehreren, die in diesem einen Augenblick glückhafter Selbstbegegnung enthalten sind. Und ich bin mir sicher, dass da noch einiges mehr an Zuordnungen und Verknüpfungen im Synapsenlabyrinth zustande kommen wird. Es geht dabei darum, sich selbst wieder zu spüren sowie die Verbindung wieder aufzunehmen, die damals abgerissen ist.

Die Menschenvernichtungsmaschine ist ein wiederkehrendes Motiv. Es zeigt uns zutreffend den Zustand der “zivilisierten” Welt auf. Ein individuelles Schicksal muss es allerdings nicht sein.

 

Pop und Hip-Hop und gute Laune Lieder

Bedrija & Erduan

Bedrija & Erduan im Studio

Bedrija und Erduan präsentieren heute von Pop über Hip-Hop ein weites Feld an musikalischen Blüten.

Auch wenn „Empire of The Sun“ mit seiner zweiten Single „We are the people“ in Deutschland 2008 „nur“ auf den 65.Platz kam. 2010, erreichte das Lied im Dezember 20210 den 1. Platz der Charts in Deutschland. Und ist immer noch für gute Stimmung im Radio zu haben.

Ariana Grande hat zu ihrem Lied „Boyfriend“ ein tolles Video produziert. Sehenswert.

In den USA erlange 2Sean Paul & Keyshia Cole“ den 3.Platz in den Charts. Vermutlich auch deshalb, weil der Song den Film Step Up bewarb.

Domink Fike stammt aus Naples Florida. Sein Lied bringt gute Laune.

Und „nur“ weil schon der King of Pop ein Lied „Bad“ benannt hat, hat dies Wale nicht abgehalten auch ein Lied so zu benennen.

Hier könnt ihr es noch mals anhööööören: https://cba.media/766688

WOMAD (Peter Gabriel Live 1982)

> Sendung: Artarium vom Sonntag, 29. März – “It was a simple idea; to create a festival out of all the brilliant music and art made all over the world, stuff made outside of the mainstream – music that wasn’t getting on the radio and was even harder to find in record stores …” Dem können (und wollen!) wir abhelfen. Weil der Liveauftritt von WOMAD-Mitbegründer Peter Gabriel aus dem Jahr 1982 jüngst liebevoll überarbeitet als Download-Album veröffentlicht wurde, spielen wir es, in einer Reihe von Peter-Gabriel-Arbeiten, die unsere Sendungen seit Jahren immer wieder inspirieren, begleiten, befruchten … Über die Vielseitigkeit seiner kreativen Arbeit haben wir hierorts auch schon vieles gesagt, also wollen wir uns heute mit seinem Engagement für eine egalitäre Weltkunst und Weltmusik beschäftigen.

Peter Gabriel Live at WOMAD 1982Ich erinnere mich noch gut, was für eine plötzliche Gefühlserweiterung ich beim erstmaligen Hören der “Drums Of Makebuko” erlebte – und seitdem begreife und schätze ich Peter Gabriels Beitrag zu einer Neuentdeckung Afrikas und noch darüber hinaus zu einer wirklich spannenden Neuentdeckung der Welt. Die bis in die Gegenwart wirkende Lebendigkeit rund um Konzept/Idee der Gründenden – das erste WOMAD war kommerziell ruinös – der Gegenentwurf zu den schon von Pasolini vorhergesagten und von Ignacio Ramonet auf den Punkt gebrachten Globalitären Regimen, die auf nichts anderes abzielen als die Einebnung aller Kulturen, die Entlebendigung aller Menschen und die Verdinglichung (also beherrschbar und ausplünderbar und für Geld/Machtgewinn verkäuflich/handelbar machen) allen Lebens, dessen sie auch nur irgendwie habhaft werden. Habhaft werden, dingfest machen, einsperren und für eine imaginierte Größe (“Ich bin eine gute Mutter”, “Make Deutsches Reich great again”, “Weltmarktführer”) enteignen, entselbsten, entlebendigenmissbrauchen!

Der Gegenentwurf besteht darin, das Eigene, das hinter der Angstgrenze nach wie vor bestehende Unverletzte, Unzerstörte, das dem Überleben zugrunde liegende Leben wieder gleichrangig, gleichberechtigt, “auf Augenhöhe” mitbestimmen, mitentscheiden, mitgestalten zu lassen. Den Geschichten, die es uns erzählt, zuzuhören. Seine Lieder zu lernen und gemeinsam zu singen. Die Bilder, die es zeichnet, wieder in uns aufsteigen zu lassen und zusehen, woraus sie entstehen. Und den Tanz des Lebens zu feiernzumalsind wir das alles nicht selbst?

 

WOMAD – World of Music, Arts and Dance

 

Rap und was ist aktueller Rap?

Wir sind RADIO!!
Wir, dass sind Alpi, Samuel und Eric waren on AIR. Rap und aktueller Rap.

Alpi und Samuel am Mischpult

Alpi und Samuel am Mischpult

Pashanim, ein junger Rapper aus Berlin-Kreutzberg,
Miama Yacine in Dortmund groß geworden. Einer der wenigen Künstler, der mit den ersten beiden Single Goldstatus erreichte.
Zu Enimen muss man eigentlich nicht viel sagen/schreiben. Der King of Hip-Hop, so wurde er vom Rolling Stone Magazin 2011 benannt.

Eric beim Moderieren

Eric bei der Moderation der Sportereignissen der Bundesliga und der türkischen Fußballliga.

Hier nachzuhööööören: https://cba.media/765664

Nachhören: Eine perfekt eingerichtete Welt. Hackeln ohne Ende, denn es gibt viel zu viel von allem

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Battle&Hum#159

Samstag 21.03.2026 (Stairway zum Nachhören)

Nix Hollywood, Salzburg Brudi!

 

MC Randy Andy’s Gang:

  1. Bush.ida (single) – gewitter
  2. The Roots (the tipping point) – don’t say nuthin
  3. Kinderzimmer Productions (wir sind da wo oben ist) – wir sind da wo oben ist
  4. Blumfeld (L’état et moi) – verstärker

 

DJ Ridi Mama’s Posse:

  1. Markante Handlungen (vollendete tatsachen) – höhere gewalt
  2. PerVers (untagrund hitz, vol.1) – sacklbicka
  3. Kreiml & Samurai (kapazunda sampler) – murgn
  4. Europe (war of kings) – war of kings

 

„Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg“ (Blumfeld)

 

 

Zur Abstimmung folget dem LINK!